Es sind nur wenige Paragrafen und doch bestimmen sie das Bild der Presselandschaft in Deutschland: die Regelungen der Pressefusionskontrolle. So müssen sich fusionswillige Presseunternehmen laut Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) beim Bundeskartellamt anmelden, wenn die beteiligten Verlage zusammen mehr als 25 Millionen Euro Umsatz machen. Vor allem die großen Verlage haben sich immer wieder dafür eingesetzt, die Beschränkungen für Zusammenschlüsse von Verlagen zu lockern. In der vorliegenden Arbeit soll dargestellt werden, was in den 1970er Jahren überhaupt zur Einführung einer Sonderregelung für den Printbereich führte, wie man bereits damals heftig über deren Sinn stritt und in welchem Umfang sie schließlich Gesetz wurde. Um sich dieser speziellen Thematik besser widmen zu können, erfolgt zunächst ein grundsätzlicher Überblick über den Verlauf und die Problematik der Pressekonzentration im Nachkriegsdeutschland, worin auch Ursachen, Formen und Auswirkungen dieser Entwicklungen eingeschlossen sind. Ferner wird dargelegt, welchen Einfluss die Pressefusionskontrolle seit 1976 auf die deutsche Presselandschaft hatte und angesichts einschneidender Veränderungen noch haben kann. Zudem soll ein kurzer Blick auf entsprechende Regelungen im Ausland geworfen werden. Schließlich wird dargestellt, wie Politik, Wirtschaft und Medienexperten einer geforderten Novelle gegenüberstehen und was eine Reform des Wettbewerbsrechts für den deutschen Printmarkt bedeuten könnte.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der lange Weg zur Pressefusionskontrolle
- Problematik der Pressekonzentration
- Begriff
- Geschichte
- Ursachen
- Formen der Pressekonzentration
- Auswirkungen
- Maßnahmen gegen die fortschreitende Pressekonzentration
- Die Pressefusionskontrolle
- Vorüberlegungen
- Die Gesetzesnovelle
- Regelungen der Pressefusionskontrolle
- Frühe Kritik am neuen Gesetz
- Auswirkungen dieser Sonderregelungen
- Jüngste Entwicklungen
- Angleichung an Europarecht
- Geplante Novelle des GWB 2004
- Problematik der Pressekonzentration
- Positionen
- Pro Lockerung Pressefusionskontrolle
- Contra Novellierung
- Prognose: Alles außer (Pressefusions-)Kontrolle?
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Pressefusionskontrolle in Deutschland und analysiert die Gründe für ihre Einführung sowie die Auswirkungen auf die deutsche Presselandschaft. Sie beleuchtet die Problematik der Pressekonzentration im Kontext der Geschichte, Ursachen und Auswirkungen, und beleuchtet die Rolle der Pressefusionskontrolle in der Gestaltung der Medienlandschaft.
- Die Problematik der Pressekonzentration im Nachkriegsdeutschland
- Die Entstehung und Entwicklung der Pressefusionskontrolle
- Die Auswirkungen der Pressefusionskontrolle auf die Medienlandschaft
- Die aktuelle Diskussion um die Novellierung der Pressefusionskontrolle
- Die zukünftige Entwicklung der Medienlandschaft im Kontext der Pressefusionskontrolle
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Diese Einleitung skizziert die aktuelle Debatte um die Novellierung der Pressefusionskontrolle im Kontext der deutschen Medienlandschaft. Die Arbeit analysiert die Gründe für die Einführung der Pressefusionskontrolle und untersucht ihre Auswirkungen auf die Medienlandschaft.
Der lange Weg zur Pressefusionskontrolle
Dieses Kapitel befasst sich mit der Geschichte der Pressekonzentration im Nachkriegsdeutschland. Es analysiert die Ursachen und Auswirkungen dieser Entwicklung und beleuchtet die verschiedenen Formen der Pressekonzentration.
Die Pressefusionskontrolle
Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung und Entwicklung der Pressefusionskontrolle in Deutschland. Es analysiert die rechtlichen Grundlagen und die Kritiken an der Gesetzgebung.
Auswirkungen dieser Sonderregelungen
Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen der Pressefusionskontrolle auf die deutsche Medienlandschaft.
Jüngste Entwicklungen
Dieses Kapitel beleuchtet die jüngsten Entwicklungen im Kontext der Pressefusionskontrolle, insbesondere die Angleichung an das Europarecht und die geplante Novellierung des GWB 2004.
Positionen
Dieses Kapitel stellt verschiedene Positionen zur Pressefusionskontrolle vor, darunter die Befürworter einer Lockerung der Kontrolle und die Gegner der Novellierung.
Schlüsselwörter
Pressefusionskontrolle, Pressekonzentration, Medienlandschaft, Wettbewerb, GWB, Medienrecht, Strukturwandel, Medienökonomie, Journalismus, Publizistik
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Pressefusionskontrolle?
Sie soll die Meinungsvielfalt schützen, indem sie verhindert, dass zu viele Verlage fusionieren und dadurch eine marktbeherrschende Stellung einnehmen, die den Wettbewerb einschränkt.
Ab welcher Umsatzschwelle greift die Kontrolle?
Fusionswillige Presseunternehmen müssen sich beim Bundeskartellamt anmelden, wenn die beteiligten Verlage zusammen einen Umsatz von mehr als 25 Millionen Euro erzielen.
Warum fordern große Verlage eine Lockerung der Regeln?
Verlage argumentieren, dass sie durch den Strukturwandel und die Konkurrenz digitaler Medien größere Einheiten bilden müssen, um wirtschaftlich überlebensfähig zu bleiben.
Wann wurde die Pressefusionskontrolle in Deutschland eingeführt?
Die Sonderregelungen für den Printbereich wurden in den 1970er Jahren (speziell 1976) als Reaktion auf die zunehmende Pressekonzentration Gesetz.
Welche Auswirkungen hat die Pressekonzentration?
Eine starke Konzentration kann zum Verschwinden lokaler Zeitungen führen (Einzeitungskreise) und die publizistische Vielfalt sowie die Unabhängigkeit der Berichterstattung gefährden.
Was regelt das GWB in diesem Zusammenhang?
Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) bildet den rechtlichen Rahmen für die Kontrolle von Zusammenschlüssen, wobei für die Presse verschärfte Multiplikatoren gelten.
- Arbeit zitieren
- Stefan Fößel (Autor:in), 2004, Noch zeitgemäßer Artenschutz? Pressefusionskontrolle auf dem Prüfstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55283