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Ferienfreizeiten - Zu Geschichte und Wandel eines außerschulischen pädagogischen Freizeitangebotes

Title: Ferienfreizeiten - Zu Geschichte und Wandel eines außerschulischen pädagogischen Freizeitangebotes

Diploma Thesis , 2005 , 120 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Joeran Torsten Daenhardt (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Als Kind kam ich im Alter von 9 bis 12 Jahren in den Genuss an Ferienlagern teilzunehmen. Das war jedes Mal ein Ereignis, das schon einige Tage vor der Abfahrt begann: Packzettel schreiben, fehlende Sachen kaufen, Koffer packen – alles Aufgaben, in die ich als Kind mit einbezogen wurde. So lernte ich schon früh notwendige Grundlagen für das Reisen. Und dann natürlich der Höhepunkt: Zwei Wochen gemeinsam mit anderen Kindern die Ferien verbringen – ohne Eltern! Tagsüber gab es Ausflüge, Sport-Turniere oder gemeinsame Feste und Nachts wurde mit vielen Anderen ein Raum geteilt. Da wurden noch Witze oder spannende Geschichten erzählt und als Mutprobe sich an den Betreuern ins Freie geschlichen.
Im Alter von knapp 17 Jahren habe ich an meinem ersten internationalem Workcamp teilgenommen. In Holland arbeitete ich zusammen mit 18 anderen Jugendlichen aus aller Welt in einem Behindertenheim. Mit einigen Teilnehmern hatte ich noch viele Jahre danach Kontakt. In den nächsten Jahren folgten mehrere weitere Workcamps in den USA. Besonders interessant fand ich es immer, das Land mit einheimischen Jugendlichen kennen zu lernen. So besuchte ich Örtlichkeiten, die man als ‚normaler’ Tourist nie gefunden und wahrscheinlich auch nie gesucht hätte. Als erlebnisreichstes Beispiel kann ich die Übernachtung auf der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz in der Bucht von San Francisco nennen. Eine Möglichkeit, die ein ‚normaler’ Tourist nicht hat. Auch auf diesen Auslandsreisen entstanden Kontakte, die ich bis heute pflege. Spätere Reisen führten mich immer zu so gewonnenen Freunden, selten musste ich später in Hotels oder Jugendherbergen übernachten. Bald fühlte ich mich auf Reisen im Ausland wie zu Hause.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Ferienkolonien

1.1 Das Schweizer Vorbild

1.2 Ferienkolonien in Deutschland

1.2.1 Entwicklung der Ferienkolonien

1.2.2 Kolonieformen und Personal

1.2.3 Das Ende der Ferienkolonien

2. Vom Beginn der Jugendbewegung um 1900 bis zur Jugendarbeit in der Weimarer Republik

2.1 Die Wandervogelbewegung

2.2. Andere jugendpflegerische Maßnahmen vor dem Ersten Weltkrieg

2.3. Jugendarbeit und Jugendpflege in der Weimarer Republik

3. Die Erweiterte Kinderlandverschickung (KLV)

3.1. Organisation und Durchführung der KLV

3.2. Die Verwandten- und Mutter und Kind-Verschickung

4. Die Entwicklung nach 1945

4.1 Jugendarbeit

4.2 Jugendreisen und -freizeiten, Jugendbegegnungen und -austausch

4.2.1 Internationale Jugendbegegnungen und Jugendaustausch

4.2.2 Jugendreisen und Jugendfreizeiten

4.3 Pädagogische Überlegungen

4.3.1 Interkulturelles Lernen

4.3.2 Freizeitpädagogik und Pädagogik des Jugendreisens

4.3.3 Pädagogik auf Jugendreisen heute

5. Feriengestaltung in der DDR

5.1 Jugendorganisation

5.2 Feriengestaltung

5.3 Betreuer und Betreuerschulung

5.4 Internationale Begegnung

6. Elternbefragung

6.1 Durchführung der Befragung

6.2 Deskriptive und soziodemographische Ergebnisse

6.3 Erwartungen der Eltern nach Anbietern

6.4.1 Soziale Kompetenz

6.4.2 Fremdes Land und dessen Kultur

6.4.3 Erholung

6.4.3 Aktivitäten

6.4.5 Eigenständigkeit der Kinder

6.5 Anbieterwahl

8.5 Entscheidung für die Jugendreise

6.6 Zusammenfassung der Ergebnisse

6.7 Methodendiskussion

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die historische Entwicklung von Ferienfreizeiten von den ersten Ferienkolonien Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zur modernen Jugendreise. Dabei wird analysiert, wie pädagogische Konzepte und gesellschaftliche Rahmenbedingungen (etwa in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und in der DDR) den Wandel dieses Freizeitangebots beeinflusst haben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einer empirischen Elternbefragung, mit der geprüft wird, welche Erwartungen Eltern heute an Ferienfreizeiten haben und ob diese Erwartungen einen Einfluss auf die Wahl des Anbieters ausüben.

  • Geschichte der Ferienkolonien und Jugendbewegung
  • Entwicklung und Organisation der Kinderlandverschickung (KLV)
  • Pädagogische Ansätze bei Jugendreisen nach 1945
  • Feriengestaltung und Jugendorganisationen in der DDR
  • Empirische Elternstudie zu Erwartungen an Ferienfreizeiten

Auszug aus dem Buch

1.1 Das Schweizer Vorbild

Bion übernahm 1856 im Alter von 26 Jahren – gerade mal zwei Jahre nach Abschluss seines Theologie-Studiums in Tübingen – die Pfarrstelle in Trogen im Kanton Appenzell. Dort gründete er einen „Freiwilligen Armenverein“, wurde Mitglied im kantonalen Erziehungsbeirat und Präsident der „Appenzellerischen Gemeinnützigen Gesellschaft“. Seine fürsorgerischen Aktivitäten umfassten auch die Einrichtung der Kinderfürsorge und das Zusammentragen von Spenden, wofür ihm ein großes Talent nachgesagt wurde. (vgl. Rauch 1992, S.47f)

Im Jahr 1872 nahm er die Stelle als Pfarrer in der „Predigergemeinde“ an, der größten und ärmsten Gemeinde in Zürich. Eigenen Aussagen zufolge wollte er weitere medizinische Studien machen und zog mit seiner Frau und seinen fünf Kindern von Trogen nach Zürich.(vgl. ebd., S.48) Diesem Umstand und seinen Kindern hat man es wohl zu verdanken, dass Hermann Walter Bion auf die Idee der Ferienkolonien kam. Nach dem Umzug in die Stadt beobachtete Bion, wie erfrischend Erholungsaufenthalte in Trogen auf seine Kinder wirkten, und wie wohltuend dies, so dachte er weiter, für Kinder aus ärmlichen Wohngegenden sein muss. So schrieb er: „Als ich von Trogen, wo ich wohl das schönste Pfarrhaus der Schweiz in gesunder Lage bewohnte, in eine Stadtwohnung nach Zürich kam, fingen meine Kinder bald an, von ihrer körperlichen und geistigen Frische einzubüßen, und ich brachte sie über die Ferien in meine frühere Heimat. Auffallend gestärkt und erfrischt kehrten sie zurück. Da lag mir der Gedanke nahe: wenn deinen gesunden Kindern bei verhältnismäßig guter Wohnung und Ernährung eine Ferienerholung auf dem Lande so notwendig war und wohl bekam, wie viel mehr wird dies bei kränklichen Kindern der Fall sein, die in schlimmen Wohnungs- und Ernährungsverhältnissen leben. Auf meinen Gängen durch die Straßen der Stadt und bei Besuchen in den Häusern sah ich, wie übel diese armen Kinder über die Ferien aufgehoben sind, wie sie nicht nur, während dieser Zeit meist in die engen dumpfen Wohnungen und Straßen gebannt, keine

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Ferienkolonien: Analysiert die Anfänge der Kindererholungsfürsorge Ende des 18. Jahrhunderts und die Entstehung der Ferienkolonien als pädagogisch motivierte Maßnahme zur gesundheitlichen Stärkung von Stadtkindern nach Schweizer Vorbild.

2. Vom Beginn der Jugendbewegung um 1900 bis zur Jugendarbeit in der Weimarer Republik: Betrachtet die Jugendbewegung und die Wandervogelbewegung als Form der Emanzipation von Erwachsenen und die anschließende Politisierung der Jugendarbeit in der Weimarer Republik.

3. Die Erweiterte Kinderlandverschickung (KLV): Beschreibt die Organisation und Durchführung der staatlich organisierten Verschickung von Kindern in ländliche Gebiete während des Zweiten Weltkriegs unter dem Einfluss nationalsozialistischer Ideologie.

4. Die Entwicklung nach 1945: Untersucht den Neuanfang der Jugendarbeit, internationale Begegnungen als Friedensinstrument sowie den Wandel zu kommerziellen Jugendreiseangeboten in der Bundesrepublik.

5. Feriengestaltung in der DDR: Beleuchtet das Ferienwesen in der ehemaligen DDR, insbesondere Pionierlager und Betriebsferienlager, die der sozialistischen Erziehung und der Völkerfreundschaft dienten.

6. Elternbefragung: Präsentiert die Ergebnisse einer eigenen empirischen Studie, in der Erwartungen von Eltern an die Qualität und Ausrichtung von Ferienfreizeiten untersucht wurden.

7. Zusammenfassung: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die historische und pädagogische Entwicklung der Kinder- und Jugendreisen zusammen.

Schlüsselwörter

Ferienfreizeiten, Jugendreisen, Jugendbewegung, Wandervogel, Kinderlandverschickung, KLV, Erholung, Pädagogik, Jugendtourismus, Elternbefragung, Interkulturelles Lernen, Freizeiterziehung, DDR-Ferienlager, Sozialisation, Betreuerschulung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Geschichte, den Wandel und die pädagogischen Aspekte von Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche in Deutschland vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 2005.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die Entstehung der Ferienkolonien, die Jugendbewegung, die Kinderlandverschickung im Zweiten Weltkrieg, die Jugendarbeit nach 1945 sowie die Feriengestaltung in der DDR und die moderne Elternbefragung zu Jugendreisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung von Ferienfreizeiten als außerschulische pädagogische Angebote nachzuzeichnen und zu untersuchen, welche Erwartungen Eltern heute bei der Wahl dieser Reisen leiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der historische Teil basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, der zweite Teil ist eine empirische quantitative Studie (Elternbefragung) mittels Fragebögen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung der Angebote in verschiedenen politischen Systemen sowie in die Analyse und Auswertung der durchgeführten Elternbefragung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Jugendreisen, Ferienfreizeiten, Pädagogik, Tourismus, Kinderlandverschickung, Elternbefragung und historische Entwicklung.

Welche Rolle spielt die Kinderlandverschickung (KLV) in der Arbeit?

Die KLV wird als ein Instrument analysiert, das im Nationalsozialismus neben dem gesundheitlichen Aspekt auch stark für ideologische Zwecke genutzt wurde.

Warum spielt die Elternzufriedenheit in der modernen Jugendarbeit eine Rolle?

Der Autor zeigt auf, dass die Eltern bei der Anbieterwahl eine wichtige Rolle spielen und dass ihre Erwartungen – etwa an gut ausgebildete Betreuer – ein wesentliches Qualitätskriterium für heutige Ferienfreizeiten darstellen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Ferienkolonien und heutigen Jugendreisen?

Während Ferienkolonien ursprünglich aus einer gesundheitlich-fürsorgerischen Notwendigkeit entstanden, sind heutige Jugendreisen stärker konsumorientiert und erfordern vermehrt ein differenziertes pädagogisches Angebot.

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Details

Title
Ferienfreizeiten - Zu Geschichte und Wandel eines außerschulischen pädagogischen Freizeitangebotes
College
University of Frankfurt (Main)  (Erziehungswissenschaft)
Grade
sehr gut
Author
Joeran Torsten Daenhardt (Author)
Publication Year
2005
Pages
120
Catalog Number
V55302
ISBN (eBook)
9783638502979
ISBN (Book)
9783656808299
Language
German
Tags
Ferienfreizeiten Geschichte Wandel Freizeitangebotes Kinderfreizeit Jugendfreizeit Kinderreisen Jugendreisen pädagogische Geschichte Ferien Wandervögel Kinderlandverschickung Elternbefragung Anbieter außerschulisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joeran Torsten Daenhardt (Author), 2005, Ferienfreizeiten - Zu Geschichte und Wandel eines außerschulischen pädagogischen Freizeitangebotes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55302
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