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Medien im Kontext des Irakkriegs - vierte Gewalt im Staat?

Title: Medien im Kontext des Irakkriegs - vierte Gewalt im Staat?

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Petra Kubisch (Author)

Politics - Region: USA
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1. Einleitung

„Wenn alle Truppen in Bewegung sind und die Kommandeure an alles gedacht haben, richte deine Aufmerksamkeit auf das Fernsehen, denn du kannst die Schlacht gewinnen oder den Krieg verlieren, wenn du mit der Story nicht richtig umgehst.“ -General Colin Powell, US-Außenminister, weiß um die Macht der Medien, die aus vielfältigen Gründen als vierte Gewalt im Staat gelten. Inwiefern die internationalen Medien unter den Bedingungen des diesjährigen Irakkriegs eben diese Rolle wahrnehmen konnten, und wie bzw. ob die Medien und die US-Regierung auf die Meinung der amerikanischen Öffentlichkeit einwirkten, soll in der vorliegenden Hausarbeit untersucht werden.

Dabei machte es die Aktualität des Themas oft notwendig, auf Informationen aus dem Internet und den Printmedien zurückzugreifen.

Weiterhin soll angemerkt werden, dass sich die vorliegende Arbeit zwar vorwiegend, nicht aber ausschließlich auf US-amerikanische Medien bezieht, da Maßnahmen von US-amerikanischer Seite auch die Arbeit der internationalen Medien beeinflussten. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medien als vierte Gewalt im Staat – worauf gründet ihre Macht?

2.1 Rechtliche Grundlagen der Rede- und Pressefreiheit in den USA

2.2 Medienfunktionen und politische PR

2.3 Bedeutung des Fernsehens in den USA

3. Medien im Kontext des Irakkriegs

3.1 Einschränkung der Pressefreiheit nach dem 11. September 2001

3.2 Manipulation der Berichterstattung

3.2.1. Embedded Journalism

3.2.2 Zusammenwirken von Agenda-Setting und Framing

3.2.3 Politische PR: propagandistisches Mittel zur ex-post Legitimation

3.3 Medien und öffentliche Meinung

3.3.1 Gründe für die Manipulierbarkeit der Medien

3.3.2 Einfluss der Medien auf die öffentliche Meinung

4. Untersuchungsergebnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der Medien als „vierte Gewalt“ während des Irakkriegs 2003 und analysiert, wie US-Regierung und Medien auf die öffentliche Meinung einwirkten.

  • Machtgrundlagen der Medien in den USA
  • Mechanismen der Manipulation (Embedded Journalism, Agenda-Setting, Framing)
  • Rolle der politischen Public Relations
  • Einfluss der Medienberichterstattung auf die amerikanische Öffentlichkeit
  • Spannungsfeld zwischen Pressefreiheit und staatlicher Informationskontrolle

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Embedded Journalism

Das Konzept des embedded journalism umfasste im Irakkrieg rund 600 internationale Berichterstatter, davon drei Viertel Amerikaner oder Briten, die „eingebettet“ in amerikanische und britische Einheiten teilweise direkt von der Front berichteten. Diese Inkorporierung führte dazu, dass das Militär nicht unerheblichen Einfluss auf die Journalisten bzw. die Berichterstattung nehmen konnte: Zunächst ist das bereits erwähnte Ground Rules Agreement der US Armee zu nennen, das von jedem embed unterschrieben werden musste, und das in 50 Punkten regelt, was berichtet werden darf und was nicht. Doch fast wirksamer als diese Vorschrift scheint die doppelt motivierte Selbstzensur. „Wer mit diesen Männern (...) noch ein paar Monate zusammenleben muss, der überlegt sich gut, was er schreibt. Und was besser nicht. Denn wer einmal dabei ist, kann kaum noch zurück. .“

Darüber hinaus erfolgte bei den Journalisten eine emotionale Bindung durch Nähe; sie entwickelten Loyalität zu den Soldaten, mit denen sie alles teilten, und von denen ihr Leben abhing: „Wir sind so sehr eins mit der Truppe, wie man das überhaupt nur sein kann. Wir würden alles für sie tun, um was immer sie uns auch bitten.“

Die Nachteile des embedded journalism für eine kritische und unabhängige Berichterstattung liegen also auf der Hand: emotional und auf Grund der nicht zu verspielenden Zugangsberechtigung an die Militärs gebunden, ist die Fähigkeit zur neutralen Berichterstattung stark beeinträchtigt. Darüber hinaus folgt auf die Weitwinkel-Perspektive des Golfkriegs 1991 nun das andere Extrem: „voller Detailschärfe, aber die Sicht des Ganzen fehlt.“ Die Aneinanderreihung medialer Schnappschüsse liefert ein Bild, das nicht unbedingt mit der Wirklichkeit übereinstimmen muss, da die eingebetteten Reporter nur über eine Teilwirklichkeit des Krieges berichten können. Hinzu kommt, dass ihre Bilder und Informationen zwar aus erster Hand, aber nicht verifizierbar sind, da sie sich bei Angaben zu Opfern oder militärischen Erfolgen auf das verlassen müssen, was ihnen ihre Truppe an Informationen zur Verfügung stellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage, ob internationale Medien im Irakkrieg ihre Rolle als vierte Gewalt ausüben konnten.

2. Medien als vierte Gewalt im Staat – worauf gründet ihre Macht?: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, Medienfunktionen und der zentralen Bedeutung des Fernsehens in den USA.

3. Medien im Kontext des Irakkriegs: Untersuchung der Einschränkung der Pressefreiheit sowie der Manipulationsmechanismen wie Embedded Journalism und politischer PR.

4. Untersuchungsergebnis: Zusammenfassung, dass die vierte Gewalt durch den staatlichen Einfluss geschwächt wurde und die Medien weitgehend regierungspolitische Narrative übernahmen.

Schlüsselwörter

Medien, Irakkrieg, vierte Gewalt, Pressefreiheit, Embedded Journalism, Agenda-Setting, Framing, politische PR, öffentliche Meinung, USA, Newsmanagement, Propaganda, Selbstzensur, Demokratie, Informationskontrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit US-Medien im Kontext des Irakkriegs 2003 ihrem Anspruch als vierte Gewalt gerecht werden konnten und wie sie durch staatliche Akteure beeinflusst wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen der Pressefreiheit, Methoden der Nachrichtenmanipulation, das Konzept des Embedded Journalism und den Einfluss dieser Berichterstattung auf die US-Öffentlichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung der Wirksamkeit der Medien als Kontrollinstanz der Staatsmacht während des Irakkriegs.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche und politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Printmedien, Internetquellen und Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Manipulation der Berichterstattung durch das Militär und die Regierung sowie die Wechselwirkung zwischen Medien und öffentlicher Meinung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind vierte Gewalt, Embedded Journalism, Framing, Agenda-Setting und staatliche Informationskontrolle.

Was besagt das "Ground Rules Agreement"?

Es ist eine Vereinbarung der US-Armee, die in 50 Punkten festlegt, was eingebettete Journalisten an der Front berichten dürfen und was nicht.

Warum war die "Emotionalisierung" der Zuschauer für die Regierung wichtig?

Die Regierung wollte durch die emotionale Bindung zwischen Soldaten und Reportern Akzeptanz für die Kriegsführung in der Bevölkerung schaffen und den "Krieg der Herzen" gewinnen.

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Details

Title
Medien im Kontext des Irakkriegs - vierte Gewalt im Staat?
College
University of Passau
Course
Grundkurs: Einführung in das Studium der politischen Systeme
Grade
1,3
Author
Petra Kubisch (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V55303
ISBN (eBook)
9783638502986
ISBN (Book)
9783656811183
Language
German
Tags
Medien Kontext Irakkriegs Gewalt Staat Grundkurs Einführung Studium Systeme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Kubisch (Author), 2003, Medien im Kontext des Irakkriegs - vierte Gewalt im Staat?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55303
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