Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › French Studies - Linguistics

Nominalkomposition im heutigen Französisch

Title: Nominalkomposition im heutigen Französisch

Term Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nicole Fleischmann (Author)

French Studies - Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Begriffsdefinition – Was ist ein Kompositum?

Bei dem Phänomen der Komposition, auch Zusammensetzung genannt, lässt sich nicht die eine richtige und erschöpfende Definition nennen. In der Literatur sind zahlreiche Definitionsversuche verschiedener Autoren zu finden, die untereinander stets Bezug aufeinander nehmen. Eine geläufige Definition liefert hierbei Annegret Bollée, die das Kompositum als ein Wortbildungsverfahren beschreibt, „bei dem mindestens zwei Lexeme zusammengefügt“ werden (1995:64).

Die größte Produktivität besitzt dieses Verfahren bei der Bildung von Substantiven. Auch Adjektive und Verben können zusammengesetzt werden. Jedoch spielt die Komposition bei Ersteren (etwa sourd-muet, aigre-doux) lediglich eine untergeordnete Rolle. Zusammensetzungen von Verben wurden in der Vergangenheit nach heute nicht mehr produktiven Mustern gebildet (z.B. maintenir, bouleverser). Bollée meint, dass heute einzig folgendes Muster produktiv sei: avoir faim, prendre froid, tenir tête, faire face, faire grève, faire escale. Allerdings ist nicht eindeutig klar, ob diese Form überhaupt als Zusammensetzung anzusehen ist. Des Weiteren weist sie darauf hin, dass sich bei der Nominalkomposition primär das Problem der Unterscheidung zwischen Komposita (Wortbildungsprodukten) und freien syntaktischen Fügungen (oder Kollokationen) stellt. Um zu klären, welche Verbindungen von zwei oder mehr Lexemen zu den Komposita gerechnet werden sollen und welche nicht, führt sie folgende Bildungen als potentielle Kandidaten mit Beispielwörtern an:

A. Substantiv + Substantiv: cigarette-filtre, bar-restaurant.

B. Verblexem + Substantiv: garde-robe, porte-monnaie, tire-bouchon.

C. Bildungen aus gelehrten Konstituenten1 : télégramme, orthographe, démocrate, ethnologue.

D. Adjektiv + Substantiv oder Substantiv + Adjektiv: grand-mère, basse-cour, mauvaises herbes; film muet, table ronde, marée basse, dessin animé.

E. Substantiv + Präposition + Substantiv : pomme de terre, chemin de fer, brosse à dents ; eventuell mit Binnenartikel robe du soir, vent du nord. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffsdefinition – Was ist ein Kompositum?

2. Klassifikation der Nominalkomposita

2.1. Kopulativkomposita

2.2. Determinativkomposita

2.3. Einteilung nach syntaktischer Funktion

2.3.1. Subjekt – Attribut

2.3.2. Subjekt – mediales Objekt

2.3.3. Verb – Subjekt

2.3.4. Subjekt – direktes Objekt

2.3.5. Verb – direktes Subjekt

2.3.6. Subjekt – adverbiale Ergänzung

2.3.7. direktes Objekt – adverbiale Ergänzung

2.4. Präpositionslose Nominalkomposita

3. Bedeutung und Produktivität der Nominalkomposita im heutigen Französisch

Zielsetzung und Themenfelder

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Nominalkomposition im modernen Französisch mit dem Ziel, eine theoretische Einordnung sowie eine linguistische Klassifikation dieses untypischen Wortbildungsmusters vorzunehmen und dessen Produktivität im Sprachgebrauch zu bewerten.

  • Theoretische Grundlagen und Definitionskriterien von Nominalkomposita
  • Klassifikation in Kopulativ- und Determinativkomposita
  • Syntaktische Analyse der Kompositionsglieder und deren Rückführung auf Kernsätze
  • Untersuchung der Produktivität und Entwicklung asyndetischer Komposita
  • Einfluss von Sprachökonomie und Werbesprache auf die moderne Wortbildung

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Subjekt – Attribut

„Die prädikativen Komposita bilden keinen monolithischen Block, sondern sie zerfallen in verschiedene Untergruppen.“ (Rohrer 1977:69)

1) Bezeichnungen für Gegenstände mit verschiedenen Verwendungszwecken

appareil qui est à la foie mixeur et batteur → mixeur-batteur

tiroir qui est aussi une caisse → tiroir-caisse

Bei Genrebezeichnungen wie opéra-ballet, comédie-drame oder tragédie-opéra bildet das erste Glied fast immer eine Art Oberbegriff, der dann weiter unterteilt wird.

2) Bezeichnungen für Leute, die gleichzeitig mehrere Berufe ausüben

z.B. compositeur-pianiste, boxeur-poète

Auch bei Berufsbezeichnungen stehen beide Substantive gleichberechtigt nebeneinander. Allerdings kann es in dieser Gruppe auch zu Missverständnissen kommen. So ist ein ingénieur-chimiste nicht gleichzeitig Ingenieur und Chemiker, sondern ein Spezialist auf dem Gebiet der Chemie, ein Chemieingenieur (ingénieur spécialisé comme chimiste). Häufig verwendete Oberbegriffe dieser Art sind außerdem technicien, ouvrier, maître und artiste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsdefinition – Was ist ein Kompositum?: Das Kapitel diskutiert verschiedene Definitionsversuche für Komposita und stellt Kriterien vor, um diese von freien syntaktischen Fügungen abzugrenzen.

2. Klassifikation der Nominalkomposita: Hier erfolgt eine systematische Einteilung der Komposita in Kopulativ- und Determinativkomposita sowie eine detaillierte Aufschlüsselung nach ihrer syntaktischen Funktion.

2.1. Kopulativkomposita: Diese Form beschreibt die Zusammensetzung gleichrangiger Lexeme, die oft eine additive Beziehung zueinander aufweisen.

2.2. Determinativkomposita: Das Kapitel erläutert die hierarchische Struktur, bei der ein untergeordnetes Glied ein dominierendes Element näher bestimmt.

2.3. Einteilung nach syntaktischer Funktion: Dieser Abschnitt analysiert die Rückführung von Komposita auf zugrunde liegende Kernsätze und klassifiziert die verschiedenen funktionalen Typen.

2.3.1. Subjekt – Attribut: Hier werden prädikative Komposita behandelt, die häufig Berufe oder Gegenstände mit Doppelfunktionen bezeichnen.

2.3.2. Subjekt – mediales Objekt: Es wird dargelegt, warum diese im Deutschen häufige Form im Französischen nur äußerst selten vorkommt.

2.3.3. Verb – Subjekt: Dieses Kapitel thematisiert die geringe Verbreitung dieses Typs und die bevorzugten Umschreibungen im französischen Sprachgebrauch.

2.3.4. Subjekt – direktes Objekt: Die Analyse zeigt auf, dass dieser Typus im Französischen unproduktiv ist und primär in der Reklamesprache auftritt.

2.3.5. Verb – direktes Objekt: Das Kapitel erläutert, warum Bildungen in diesem Bereich meist auf der präpositionalen Stufe verbleiben.

2.3.6. Subjekt – adverbiale Ergänzung: Dieser Typ wird primär über Sätze mit „être“ und „pour“ erklärt.

2.3.7. direktes Objekt – adverbiale Ergänzung: Der Abschnitt klassifiziert Komposita, bei denen Materialangaben oder Kontextbezüge eine wesentliche Rolle spielen.

2.4. Präpositionslose Nominalkomposita: Das Kapitel diskutiert die Tendenz zur Sprachökonomie, die den Verzicht auf Präpositionen in modernen Wortbildungen begünstigt.

3. Bedeutung und Produktivität der Nominalkomposita im heutigen Französisch: Die abschließende Analyse bewertet die steigende Häufigkeit asyndetischer Komposita und deren zunehmende Etablierung in der modernen Sprache.

Schlüsselwörter

Nominalkomposition, Französisch, Kopulativkomposita, Determinativkomposita, Wortbildung, Sprachökonomie, Syntaktische Funktion, Asyndetisch, Lexikalisierung, Produktivität, Sprachwandel, Kompositionsglieder, Determinatum, Determinans, Wortzusammensetzung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Struktur, Klassifikation und Entwicklung von Nominalkomposita im modernen Französisch, einem Bereich, der für diese Sprache lange Zeit als untypisch galt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Definition, der Einordnung nach Kopulativ- und Determinativkomposita sowie der syntaktischen Analyse der zugrunde liegenden Bildungsweisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Produktivität von Nominalkomposita zu evaluieren und aufzuzeigen, wie und warum sich dieses Wortbildungsmuster – besonders beeinflusst durch das Englische und Deutsche – im Französischen etabliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Autorin nutzt primär die von Christian Rohrer entwickelte Methode der Rückführung von Komposita auf einfache oder komplexe Sätze (Kernsätze), um die semantischen und syntaktischen Relationen offenzulegen.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Klassifikation der Komposita-Typen (z.B. Subjekt-Attribut, Subjekt-Objekt) sowie die Untersuchung der zunehmenden Tendenz zur Sprachökonomie durch präpositionslose Bildungen.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Kernbegriffe sind Nominalkomposition, asyndetische Komposita, Sprachökonomie, Kopulativ- und Determinativkomposita sowie die syntaktische Rückführung.

Warum gelten Kopulativkomposita als „mot-tandem“?

Der Begriff „mot-tandem“ bezeichnet die Regel, dass bei Kopulativkomposita meist zwei (selten drei) gleichrangige Glieder kombiniert werden, die eine additive Beziehung zueinander haben.

Welche Rolle spielt die Werbesprache bei der Entstehung präpositionsloser Komposita?

Die Werbesprache fungiert als Treiber für Sprachökonomie: Um Informationen prägnant und unmissverständlich zu vermitteln, werden komplexe präpositionale Fügungen zunehmend durch kürzere Komposita ersetzt.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Nominalkomposition im heutigen Französisch
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Romanistik )
Course
Wortbildung im heutigen Französisch
Grade
2,0
Author
Nicole Fleischmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V55351
ISBN (eBook)
9783638503303
ISBN (Book)
9783638916233
Language
German
Tags
Nominalkomposition Französisch Wortbildung Französisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Fleischmann (Author), 2005, Nominalkomposition im heutigen Französisch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55351
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint