Der gesamte Bericht befasst sich mit dem Thema von möglichen Finanzierungsalternativen für Vereine der Fußball-Bundesliga. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Schechter- Anleihe gelegt. Dadurch, dass der Kirch-Media Konzern im Jahre 2002 Insolvenz anmelden musste, ist den Bundesligisten ein Großteil ihrer Einnahmequellen genommen worden. Obwohl ein neuer Fernsehvertrag ausgehandelt werden konnte, sind die Einnahmen nach dem April 2002 deutlich unter das ehemals hohe Niveau gesunken. Durch diesen unerwarteten Einbruch sind viele Vereine plötzlich um ihre Haupteinnahmequelle gebracht worden. Folgen davon sind, dass das Level der Spielergehälter gesunken ist und nicht mehr so viel Geld für Spielertransfers zur Verfügung steht. Weiterhin entwickelt sich die Schere zwischen den armen und reichen Vereinen immer weiter auseinander. Zusätzlich haben die reichen, größeren Vereine wie Bayern München und Schalke 04 bessere Möglichkeiten, Finanzierungsalternativen in Anspruch zu nehmen als kleinere.
Nachdem alle Vereine der ersten Fußball-Bundesliga ihre Profifußball-Abteilung vom Hauptverein ausgegliedert und sie in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt haben, entwickeln sich neue Möglichkeiten für die Bundesliga-Klubs Eigenkapital zu beschaffen. Dies erscheint umso wichtiger vor dem Hintergrund der Einführung von Basel II und dem damit einhergehenden Rückzug der Banken aus dem Kreditgeschäft mit Fußball-Vereinen. Durch die Umstrukturierung des Vereins ergeben sich zusätzliche Finanzierungsalternativen zur bisherigen Innenfinanzierung über TV-Honorare, Ticketing und Merchandising. Durch die neu entstandenen Möglichkeiten ergeben sich Alternativen wie der Börsengang, Mezzanine-Finanzierung und die Finanzierung über Anleihen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Finanzierung
2.1 Definition des Finanzierungsbegriffs
2.2 Ziele der Finanzierung
2.3 Arten der Finanzierung
3 Anleihen
3.1 Definition der Anleihe
3.2 Unterschiedliche Anleihetypen
3.3 Asset Backed Securities
4 Gründe für die Finanzierungskrise im deutschen Profifußball
4.1 Die Kirch-Pleite
4.2 Wachsender Verschuldungsgrad der Profivereine
4.3 Rückzug der Banken aus dem Fußball-Geschäft
4.4 Schere zwischen Arm und Reich
4.5 Zwischenfazit
5 Finanzierungsmöglichkeiten für Fußballvereine
5.1 Vereinsstruktur vs. Kapitalgesellschaften
5.2 Möglichkeiten alternativer Finanzierungswege
5.3 Die Schechter-Anleihe
5.3.1 Definition der Schechter-Anleihe
5.3.2 Zu erfüllende Voraussetzungen
5.3.3 Verwendungszweck
5.3.4 Resultierende Chancen und Risiken
6 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht alternative Finanzierungswege für Vereine der ersten Fußball-Bundesliga, um die durch den Einbruch der Fernseheinnahmen (nach der Kirch-Insolvenz) entstandene Finanzierungslücke zu schließen. Dabei wird insbesondere geprüft, welche organisatorischen Voraussetzungen Klubs erfüllen müssen, um moderne Finanzinstrumente wie die Schechter-Anleihe nutzen zu können.
- Finanzierungsmodelle im Profifußball
- Die Auswirkungen der Kirch-Pleite auf die Liquidität der Vereine
- Strukturwandel von eingetragenen Vereinen zu Kapitalgesellschaften
- Die Schechter-Anleihe als Instrument der Asset Backed Securities
- Chancen und Risiken bei der langfristigen Fremdfinanzierung
Auszug aus dem Buch
5.3.1 Definition der Schechter-Anleihe
Die Anleihe hat ihren Namen durch ihren Begründer Stephen Schechter. Der Amerikaner mit Wohn- und Geschäftssitz in London kommt aus der Investment-Branche und hat bei renommierten, weltweit operierenden Unternehmen gearbeitet. Zuerst als Leiter des internationalen Anleihegeschäfts von Schroders, dann als Geschäftsführer des Investmenthauses Lazard. Erst im Herbst 2002 hat er sich mit seiner Geschäftsidee selbständig gemacht, nachdem den Geschäftsführern bei Lazard die Gewinnmargen mit diesem Geschäftsmodell zu gering ausgefallen sind.
Die Schechter-Anleihe ist eine der Finanzierungsformen der Asset Backed Securities und ist im Mutterland des Fußballs, England, schon gang und gäbe. Dabei werden zukünftige Einnahmen verbrieft und an Schechter abgetreten. Das Geschäft mit der Verbriefung von Erlösen betreibt Schechter bereits seit den 70er Jahren. Damals kreierte er im Gegensatz zu heute Anleihen für Computer-Leasingfirmen. Die Unternehmen traten die Leasingraten für ihre Industrierechner ab und besorgten sich auf diese Weise frische Liquidität. Die erste Anleihe für einen Klub hat der gelernte Investmentbanker 1999 aufgelegt. Doch nicht jeder Verein kommt für diese Finanzierungsform in Frage. Erst ab einem Finanzvolumen von 50 Millionen Euro wird das Geschäft für beide Seiten interessant. Trotzdem behauptet Schechter, dass die Anleihe nicht anders funktioniert als die Finanzierung eines Hauses. Er reduziert die Klubs auf ihre Einnahmen und Ausgaben und schaut ganz genau auf den Cash Flow: Zuschauereinnahmen, Sponsoreneinnahmen und Fernsehverträge.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung durch sinkende TV-Einnahmen im deutschen Profifußball und Einführung in das Thema der Schechter-Anleihe.
2 Finanzierung: Theoretische Grundlagen zu Begriffen, Zielen und Arten der Finanzierung, mit Fokus auf die Unterscheidung zwischen Innen- und Außenfinanzierung.
3 Anleihen: Erläuterung der Funktionsweise von Anleihen als langfristige Finanzinstrumente sowie Einführung in das Konzept der Asset Backed Securities.
4 Gründe für die Finanzierungskrise im deutschen Profifußball: Analyse der Ursachen wie die Kirch-Pleite, der steigende Verschuldungsgrad und der Rückzug von Banken.
5 Finanzierungsmöglichkeiten für Fußballvereine: Vergleich der Organisationsformen von Vereinen und Kapitalgesellschaften sowie detaillierte Betrachtung der Schechter-Anleihe als Finanzierungsoption.
6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einschätzung der Zukunftsfähigkeit der untersuchten Finanzierungsmodelle für Bundesligisten.
Schlüsselwörter
Fußball-Bundesliga, Finanzierung, Schechter-Anleihe, Asset Backed Securities, Fremdfinanzierung, Kirch-Pleite, Kapitalgesellschaft, Profifußball, Stadionfinanzierung, Liquidität, Fremdkapital, Annuitätentilgung, Investoren, Schuldverschreibung, Vereinsstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Fußballvereine der ersten Bundesliga trotz wegfallender TV-Einnahmen ihren Kapitalbedarf decken können und welche alternativen Finanzierungsformen hierfür zur Verfügung stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Finanzkrise im Profifußball, der notwendige Strukturwandel hin zu Kapitalgesellschaften sowie spezielle moderne Finanzierungsmodelle wie die Schechter-Anleihe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, welche Finanzierungsalternativen für Bundesligisten in Frage kommen und unter welchen Voraussetzungen die Schechter-Anleihe als Instrument genutzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine tiefgehende Literaturrecherche und eine Analyse betriebswirtschaftlicher Finanzierungsmodelle durch, ergänzt durch die Untersuchung von Fallbeispielen und Strukturvergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Finanzierung, die Ursachen der Finanzierungskrise im Fußball und die detaillierte Vorstellung alternativer Finanzierungswege unter besonderer Berücksichtigung der Schechter-Anleihe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Fußball-Bundesliga, Schechter-Anleihe, Asset Backed Securities, Fremdfinanzierung, Kapitalgesellschaft und Finanzierungskrise.
Warum ist eine Umstrukturierung in eine Kapitalgesellschaft für die Nutzung der Schechter-Anleihe zwingend erforderlich?
Da die Schechter-Anleihe auf einer regresslosen Abtretung zukünftiger Forderungen (Asset Backed Securities) basiert, benötigt das Modell eine rechtlich klar definierte Kapitalgesellschaft als Originator, die eine ordnungsgemäße Bilanzführung und Haftungsstruktur bietet.
Welche Rolle spielt Stephen Schechter bei diesem Finanzierungsmodell?
Stephen Schechter fungiert als spezialisierter Investmentmanager und Mittelsmann, der die Wirtschaftlichkeit von Fußballvereinen (Cash-Flow-Check) überprüft und bei positivem Befund Kapital von institutionellen Investoren aus dem Ausland beschafft.
Warum dürfen die Mittel aus einer Schechter-Anleihe nicht für Spielertransfers genutzt werden?
Seit 2002 ist vertraglich fixiert, dass das Kapital ausschließlich in Infrastruktur und Stadionneubau fließen darf, um zu verhindern, dass die Vereine das Geld in kurzfristige, unrentable Spielerinvestitionen stecken, die den langfristigen Schuldendienst gefährden könnten.
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- Jens Geissler (Author), 2005, Alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Fußballvereine unter besonderer Berücksichtigung der Schechter-Anleihe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55391