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Die Einfachsteuer (konsumorientierte Besteuerung) - Eine Alternative für Deutschland?

Title: Die Einfachsteuer (konsumorientierte Besteuerung) - Eine Alternative für Deutschland?

Seminar Paper , 2004 , 36 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexander Linn (Author), Carsten Düber (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

In der öffentlichen Diskussion kursieren derzeit zahlreiche Vorschläge zur Reform des deutschen Einkommensteuerrechts. Dabei sticht der Entwurf des Heidelberger Steuerkreises, einer Gruppe von Steuerexperten um den Heidelberger Professor Manfred Rose, besonders hervor. Während Steuerreformen in der Vergangenheit, genau wie die meisten Reformvorschläge, lediglich auf die Bemessungsgrundlage und den Einkommensteuertarif abstellen, zielt die Einfachsteuer auf die Reformierung des gesamten Steuersystems. Dies erscheint notwendig, da bisher gerade die verstärkte Ausnutzung von Steuervergünstigungen zu einer Erosion der Bemessungsgrundlage führt. Daraus ergibt sich eine ineffiziente Kapitallenkung und eine stärkere Belastung höherer Einkommensklassen durch die Tarifprogression wird letztendlich auch nicht erreicht. Gerade wegen der Komplexität des derzeitigen Steuersystems fordert selbst die Finanzverwaltung eine grundlegende Vereinfachung des Systems durch großzügige Pauschalierungen und den Abbau von Ausnahmeregelungen. Dies hätte eine Entlastung auf Seiten der Behörden zur Folge und würde eine schnellere Abwicklung der Steuererklärungen
ermöglichen. Sinnvoll erscheint dies auch, da die derzeitige Fehlerquote der Finanzämter deutlich über 50% liegt und ein Finanzamt bereits „als ein hervorragend geführtes Amt“ gilt, wenn es eine Fehlerquote von 49% erreicht.
Daraus lässt sich schließen, dass eine Steuerreform das momentane System grundlegend und nachhaltig verändern muss, um die tief verwurzelten Missstände zu beheben. Dies nahm sich der Heidelberger Steuerkreis vor und schlug Mitte des Jahres 2001 mit dem Entwurf des Einfachsteuergesetzes (EFStG) ein konsumorientiertes Steuersystem vor, welches die Einmalbelastung von Einkünften in lebenszeitlicher Sicht und die Vereinfachung
des derzeitigen Systems zum Ziel hat (§§ 1, 2 EFStG). Die Einfachsteuer besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: der persönlichen Einkommensteuer und der Gewinnsteuer. Sie ersetzt im Wesentlichen das Einkommensteuergesetz (EStG), das Kdas Körperschaftsteuergesetz (KStG) und das Gewerbesteuergesetz (GewStG) sowie zahlreiche ergänzende Gesetze, Ausnahmeregelungen und Durchführungsverordnungen. Im Folgenden werden zur Erörterung der Frage, ob die Einfachsteuer eine Alternative für Deutschland ist, die die Schwächen des derzeitigen Systems überwindet, zunächst die Anforderungen an ein Steuersystem herausgearbeitet (2). [...]

Excerpt


Struktur der Arbeit

1 Notwendigkeit einer Fundamentalreform der deutschen Einkommensbesteuerung

2 Anforderungen an ein Steuersystem in Deutschland

2.1 Verfassungskonformität

2.2 Transparenz und Bestimmtheit

2.3 Zweckmäßigkeit

3 Konzept der Einfachsteuer

3.1 Entwurf des Heidelberger Steuerkreises

3.1.1 Persönliche Einkommensteuer

3.1.2 Besondere Abzüge und Zurechnungen zur Einkommensteuer

3.1.3 Gewinnsteuer für Unternehmen

3.1.4 Steuerveranlagung und -zahlung

3.2 Mögliches Einführungsszenario zur Einfachsteuer

4 Einfachsteuer in der Praxis

4.1 Potentielle Schwächen

4.2 Bewertung des Einfachsteuersystems

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das Modell der "Einfachsteuer" als konsumorientierte Besteuerung eine geeignete und nachhaltige Alternative zum aktuellen deutschen Steuersystem darstellt, um dessen strukturelle Missstände und Komplexität zu beheben.

  • Anforderungen an ein modernes Steuersystem (Gerechtigkeit, Transparenz, Zweckmäßigkeit).
  • Detaillierte Analyse des Konzepts des Heidelberger Steuerkreises.
  • Stufenweises Einführungsszenario der Einfachsteuer von 2005 bis 2015.
  • Kritische Bewertung potenzieller Schwächen und Praxisbeispiele aus anderen Ländern.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Persönliche Einkommensteuer

Steuerpflichtige der persönlichen Einkommensteuer sind natürliche Personen. Erfasst wird dabei das durch Erwerbstätigkeit erzielte Einkommen natürlicher Personen, welches in drei Einkunftsarten unterteilt wird (§ 5 Abs. 1, 2 EFStG).21

Die erste Einkommensart stellen Einkünfte aus nichtselbständiger Erwerbstätigkeit (§ 9 EFStG) dar. Sie umfassen alle Zuwendungen, die ein Arbeitnehmer von anderen Personen aus Anlass eines Dienstverhältnisses erhält. Dazu gehören auch die vom Arbeitgeber geleisteten Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung.22

Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit (§ 10 EFStG) bilden die zweite Einkunftsart und beinhalten Einkünfte aus unternehmerischer Tätigkeit, der Erwerbstätigkeit als Abgeordneter sowie gelegentlicher selbständiger Erwerbstätigkeit. Zu Einkünften aus unternehmerischer Tätigkeit gehören im System der Einfachsteuer die Gewinne sämtlicher Betriebe i. S. d. § 4 Abs. 3 EFStG des Einzelunternehmers – somit auch die Gewinne aus dem Halten von Unternehmensanteilen von Durchreichgesellschaften. Durchreichgesellschaften i. S. d. § 4 Abs. 4 EFStG sind inländische Gesellschaften, deren Gesellschafter nur natürliche Personen sind und deren Anteile nicht an Börsen oder ähnlichen Plätzen gehandelt werden. Neben den Gewinnen der meisten Personengesellschaften qualifizieren sich deshalb auch die Gewinne der persönlich geführten Kapitalgesellschaften als Einkünfte aus unternehmerischer Tätigkeit.23

Vorsorgeeinkünfte (§ 11 EFStG), als dritte Einkunftsart, werden bei der Einfachsteuer nachgelagert besteuert. Dies bedeutet, dass alle Beiträge, die zur Einkommensabsicherung des Steuerpflichtigen und seiner Angehörigen für das Alter, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Erwerbsunfähigkeit geleistet werden, als heutige Erwerbsausgaben abziehbar sind. Die daraus resultierenden Einkünfte werden nachgelagert zur vollen Besteuerung herangezogen. 24

Die Bemessungsgrundlage für die persönliche Einkommensteuer ist das Markteinkommen (§ 4 Abs. 5 EFStG), welches sich gemäß § 6 EFStG aus der Summe der Einkünfte aus den drei Einkunftsarten abzüglich der im Folgenden angeführten Beträge ergibt.25

Zusammenfassung der Kapitel

1 Notwendigkeit einer Fundamentalreform der deutschen Einkommensbesteuerung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Komplexität des deutschen Steuerrechts und begründet die Notwendigkeit einer fundamentalen Systemreform.

2 Anforderungen an ein Steuersystem in Deutschland: Es werden die zentralen Kriterien für ein gerechtes Steuersystem definiert, insbesondere Verfassungskonformität, Transparenz und Zweckmäßigkeit.

3 Konzept der Einfachsteuer: Dieses Kapitel erläutert den Entwurf des Heidelberger Steuerkreises, einschließlich der Struktur der Einkommensteuer, der Gewinnsteuer und des vorgeschlagenen Übergangsszenarios.

4 Einfachsteuer in der Praxis: Die Autoren analysieren potenzielle Schwächen des Modells und bewerten das System anhand der zuvor aufgestellten Kriterien.

5 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Beurteilung der Einfachsteuer als alternativem Steuersystem und reflektiert die politische Umsetzbarkeit in Deutschland.

Schlüsselwörter

Einfachsteuer, Steuerreform, Heidelberger Steuerkreis, Einkommensteuer, Gewinnsteuer, Konsumorientierte Besteuerung, Steuervereinfachung, Bemessungsgrundlage, Schutzzins, Verfassungskonformität, Transparenz, Steuergerechtigkeit, Leistungsfähigkeit, Kapitalmarkteffizienz, Steuererklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit behandelt den Reformvorschlag der „Einfachsteuer“ des Heidelberger Steuerkreises als mögliches neues Steuersystem für Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Notwendigkeit einer Steuerreform, die Anforderungen an ein modernes Steuersystem sowie die konkrete Ausgestaltung und Bewertung der Einfachsteuer.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die Einfachsteuer die Schwächen des derzeitigen komplexen Systems überwinden kann und ob sie als Alternative für Deutschland geeignet ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Gesetzesentwürfen und steuerwissenschaftlicher Literatur, ergänzt durch die Auswertung von Erfahrungen mit ähnlichen Steuermodellen in anderen Ländern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung des Einfachsteuergesetzes, die Erläuterung des Schutzzins-Prinzips, das stufenweise Einführungsszenario sowie eine kritische Auseinandersetzung mit potenziellen Schwächen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Steuerreform, Einfachsteuer, Heidelberger Steuerkreis, Transparenz, Schutzzins und Konsumorientierung.

Warum ist das Konzept des Schutzzinses so kritisch für die Einfachsteuer?

Der Schutzzins ist das Herzstück für die Entscheidungsneutralität zwischen Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung; liegt er jedoch nicht auf dem Niveau der Opportunitätskosten, gefährdet dies die Neutralität.

Inwieweit lässt sich das kroatische Modell mit dem deutschen Vorschlag vergleichen?

Kroatien führte 1994 ein fast identisches System ein, was als praktischer Funktionsbeweis für das Modell dient, wobei der deutsche Entwurf spezifische Kritikpunkte wie die monatliche Steuerberechnung bereits entschärft hat.

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Details

Title
Die Einfachsteuer (konsumorientierte Besteuerung) - Eine Alternative für Deutschland?
College
European Business School - International University Schloß Reichartshausen Oestrich-Winkel  (Department of Accounting and Control)
Course
Seminar: Betribliche Steuerlehre
Grade
1,7
Authors
Alexander Linn (Author), Carsten Düber (Author)
Publication Year
2004
Pages
36
Catalog Number
V55408
ISBN (eBook)
9783638503587
ISBN (Book)
9783656772071
Language
German
Tags
Einfachsteuer Besteuerung) Eine Alternative Deutschland Seminar Betribliche Steuerlehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Linn (Author), Carsten Düber (Author), 2004, Die Einfachsteuer (konsumorientierte Besteuerung) - Eine Alternative für Deutschland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55408
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