Als Mitte der neunziger Jahre das Internet erstmals auch Einzug in den deutschen Büros und Wohnzimmern hielt, entwickelte sich eine völlig neue Möglichkeit, Kunden über diese Medium anzusprechen. Die Anfänge im Handel bildeten hier Online-Auktionen (ab 1995). Damals noch vor dem Hintergrund, möglichen Überschuss oder B-Ware abzusetzen. Es wurde schnell erkannt, dass sich E-Commerce in diesem Punkt sehr gut für den direkten Vergleich von Angebot und Nachfrage eignete. Diese Auktionssysteme haben sich seither als Allokationsmechanismen in elektronischen Märkten etabliert.1 Ging man damals davon aus, dass sich hauptsächlich Bücher und CD’s, sowie Reisen und Versicherungen über diesen Distributionskanal verkaufen lassen würden, werden heutzutage nahezu alle Waren über das Internet vertrieben. In dieser Hausarbeit soll es um die Möglichkeiten gehen, die der Internethandel bietet, aber auch wo sich heute noch die Grenzen befinden. Die Betrachtung soll unter dem Leitziel der Effektivität erörtert werden. Um E-Commerce effektiv zu betreiben werden an dieser Stelle
1. die Ziele vorausgesetzt, die mithilfe von E-Commerce erreicht werden sollen,
2. die Tools beschrieben, die zur Erreichung dieser Effektivität notwendig sind.
Kostenaspekte können in diesem Fall nur bedingt berücksichtigt werden, obwohl sie im ECommerce eines der entscheidenden Kriterien für Unternehmen darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Eingliederung und Definition von Electronic Commerce
2.2 Abgrenzung E-Commerce zu E-Business
2.3 Marktformen im E-Commerce
2.4 Entwicklungen in Zahlen
2.5 Effektivität des E-Commerce und Anforderungen an das Unternehmen
2.7 Anforderungen an Waren und Produkte
3. Möglichkeiten für Handelsunternehmen durch E-Commerce
3.1 Vertrieb von Waren über das Internet
3.2 Neue Kunden, neue Märkte, neue Länder
3.4 Customer Relationship Management / One-to-One-Marketing
3.4.1 Mass Customization – Individualisierung des Produkts
3.4.2 Individualisierung des Angebots
3.4.3 Gewinnung von Marketingdaten
3.4.4 Kundensupport rund um die Uhr
4. Grenzen im E-Commerce
4.1 Problem der Kundenbindung
4.2 Anforderungen an die Logistik
4.3 Akzeptanz und Vertrauen in neue Technologien
4.4 Elektronische Verträge
4.4 Konkurrenz belebt das Geschäft?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des Internethandels unter dem Leitziel der Effektivität. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, wie Unternehmen E-Commerce strategisch nutzen können, um Kundenmehrwerte zu schaffen, während gleichzeitig die spezifischen Herausforderungen wie Kundenbindung, Logistikkosten und rechtliche Rahmenbedingungen bewältigt werden müssen.
- Strategien zur Effektivitätssteigerung im E-Commerce
- Individualisierung durch Mass Customization und One-to-One-Marketing
- Herausforderungen der Kundenbindung und des Services
- Logistische Anforderungen und Retourenmanagement
- Rechtliche Aspekte und Wettbewerbsdynamik
Auszug aus dem Buch
3.1 Vertrieb von Waren über das Internet
Der Vertrieb von Waren über das Internet bietet vor allem dem produzierenden Gewerbe einen Vorteil durch die Ausschaltung von Intermediären. Der Direktvertrieb kann bei richtiger Planung einen hohen Anteil des gesamten Umsatzes des Unternehmens ausmachen. Allerdings erwarten viele Kunden beim Kauf im Internet günstigere Preise. Aus diesem Grund sind die Einsparungspotentiale, die durch Disintermediation erreicht werden können eher gering.
Einzelhändler haben eine ganz andere Ausgangssituation. Da sie die Waren einkaufen, fungieren sie selbst als Intermediär. In erster Linie wird mit der Einrichtung eines Internet-Shops die Umsatzsteigerung und Kundengewinnung im Vordergrund stehen. Sie können aber mit der „Click-and-Mortar“-Strategie, also dem stationären Filialauftritt in Verbindung mit der Internetpräsenz, oftmals eine Imageverbesserung und eine bessere Kundenbindung erzielen.
Um sich von den Mitbewerbern abzuheben ist hierfür die Schaffung eines Mehrwertes für die Kunden oberste Priorität. Dieser Mehrwert kann z.B. darin bestehen, dass sich der Kunde am Abend vor dem geplanten Einkauf im Online-Shop informiert, welche Waren zurzeit bei dem Händler vorrätig sind und mit welchem Preis er im Geschäft rechnen muss. Der Einkauf kann dann im Geschäft selbst erfolgen und der Kunde kann direkt nach einem bestimmten Produkt fragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entwicklung des E-Commerce ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Möglichkeiten und Grenzen des Internethandels unter dem Aspekt der Effektivität zu beleuchten.
2. Grundlagen: Das Kapitel definiert Electronic Commerce, grenzt es vom E-Business ab, analysiert relevante Marktformen und Internetnutzerstrukturen sowie Anforderungen an Unternehmen.
3. Möglichkeiten für Handelsunternehmen durch E-Commerce: Hier werden Strategien wie der Online-Vertrieb, die Erschließung neuer Märkte sowie Customer-Relationship-Maßnahmen inklusive Mass Customization und Datengewinnung diskutiert.
4. Grenzen im E-Commerce: Dieses Kapitel behandelt zentrale Herausforderungen wie die Kundenbindung, logistische Anforderungen, das Vertrauen in Technologien sowie rechtliche Aspekte und den verschärften Wettbewerb.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass E-Commerce für den Handel eine unterstützende Rolle spielt, wobei Erfolg heute stark von einer klaren Markenprofilierung und der Bewältigung hoher Eintrittsbarrieren abhängt.
Schlüsselwörter
E-Commerce, Effektivität, Multi-Channel-Retailing, Kundenbindung, Mass Customization, One-to-One-Marketing, Logistik, Retourenmanagement, E-Business, Internetökonomie, Wertschöpfungskette, Wettbewerb, CRM, Online-Handel, Preisstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen den Potenzialen und den existierenden Barrieren des E-Commerce für Handelsunternehmen mit dem Fokus auf Effektivität.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet Grundlagen des E-Commerce, strategische Erfolgsfaktoren wie CRM und Personalisierung sowie operative Herausforderungen in Logistik und Recht.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Untersuchung geht der Frage nach, wie Handelsunternehmen E-Commerce effektiv gestalten können, um trotz hoher Wettbewerbsintensität und rechtlicher Anforderungen einen Mehrwert zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Konzepte und Managementansätze des E-Commerce kritisch zusammenführt und bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der verschiedenen Möglichkeiten der Kundengewinnung und -bindung sowie eine kritische Analyse der Grenzen, insbesondere in der Logistik und dem Rechtsbereich.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie E-Commerce, Kundenbindung, Mass Customization, Multi-Channel-Retailing und logistische Effizienz geprägt.
Warum ist das Thema "Click-and-Mortar" für den Einzelhandel relevant?
Diese Strategie verknüpft den stationären Handel mit dem Online-Auftritt, was Kunden eine bessere Vorab-Information ermöglicht und die Kundenbindung durch Service-Mehrwerte stärkt.
Welche Rolle spielen Infomediäre im E-Commerce?
Infomediäre sammeln Preise und Bewertungen, um der Informationsüberflutung entgegenzuwirken, was jedoch für Unternehmen die Kosten durch die notwendige Platzierung im Wettbewerb erhöht.
- Quote paper
- Frank Pupkes (Author), 2006, Möglichkeiten und Grenzen eines effektiven E-Commerce, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55444