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Verberuflichung des Helfens: Zur Ambivalenz geistiger / sozialer Mütterlichkeit in der sozialen Arbeit

Title: Verberuflichung des Helfens: Zur Ambivalenz geistiger / sozialer Mütterlichkeit in der sozialen Arbeit

Term Paper , 2000 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Axel R. Langner (Author)

Social Work
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Wer Geschichte ignoriert, muß sich den Vorwurf gefallen lassen, Hilfsmaßnahmen bloß zu wiederholen,
ohne aus den Fehlern, Unzulänglichkeiten und Irrtümern gelernt zu haben.
(Mühlum)


Da in jeder Gesellschaft soziale Probleme entstehen, die von den Selbstbetroffenen aus eigener Kraft nicht bewältigt werden können, ist die Gesellschaft auch verpflichtet Angebote zur Verhütung, Minderung und Bewältigung von Problemen und Notständen zu machen.
Soziale Arbeit orientiert sich an den Bedürfnissen der BürgerInnen und der Gesellschaft.
Ihre Aufgaben liegen in der Prävention und in der Behebung von sozialen Benachteiligungen, im Angebot von adäquaten Bildungs- und Freizeitangeboten sowie in einer politischen Einflussnahme zur Veränderung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Soziale Arbeit ist also eine professionell ausgeübte Tätigkeit der personenbezogenen Dienstleistungen.

Excerpt


Gliederung

1. Einführung

2. Geschichtliche Phasen

2.1. Erste Phase: Mittelalter bis 1830

2.2. Zweite Phase: 1830 bis 1880

2.3. Dritte Phase: 1880 bis 1919

2.4. Vierte Phase: Weimarer Republik (1919 bis 1930) und der Beginn der NS-Zeit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Entstehung der Sozialen Arbeit als Prozess der „Verberuflichung des Helfens“ historisch nachzuzeichnen und dabei die ambivalente Rolle der Frau sowie deren gesellschaftliche Einbindung in die soziale Hilfeleistung kritisch zu beleuchten.

  • Historische Phasen der Armenpflege und Fürsorge vom Mittelalter bis zur NS-Zeit.
  • Die Professionalisierung sozialer Dienstleistungen durch die Etablierung des Hauptamtes.
  • Die Verknüpfung von gesellschaftlicher Frauenrolle, Mütterlichkeitsideologie und sozialem Berufsbild.
  • Die Auswirkungen politischer Rahmenbedingungen (z.B. Industrialisierung, Weltkriege, NS-Regime) auf die Soziale Arbeit.
  • Die Entwicklung von Methoden der Sozialen Arbeit unter maßgeblichem Einfluss von Alice Salomon.

Auszug aus dem Buch

2.3.: Dritte Phase: 1880 – 1930:

Die soziale Arbeit gestaltet sich immer komplexer und schwieriger, weshalb die Forderung nach einer Ausbildung für Armenpflegerinnen laut wird. Dabei entsteht eine Umorientierung von der Armenpflege zur Fürsorge. Von der Vorstellung, daß Armut ein individueller Defekt ist, wird nun Abschied genommen, und es wird dafür erkannt, daß Armut auch gesellschaftlich begründet sein kann. Bis heute gehen wir davon aus, daß Armut individuelle und gesellschaftliche Ursachen hat.

Die staatlichen Fürsorgeanstalten beginnen nun auch, sich um Erziehung und Bildung zu kümmern, was bis dahin nur von den freien (privaten) Trägern geleistet worden ist. Materielle Hilfe wird nun mit sozialer Hilfe (Geld und Liebe) verknüpft.

Jetzt setzt sich endgültig durch, daß Erziehung, Arbeitsvermittlung und soziale Reformen in die Fürsorge einzubinden sind. Der Begriff der “Armenpflege”, der nur existentielle Grundbedürfnissen -Essen und Obdach- umfasste, wird nun durch die Idee abgelöst, daß Erziehung und Erwerbstätigkeit fest zum Fürsorgegedanken gehören.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung definiert Soziale Arbeit als notwendige gesellschaftliche Reaktion auf soziale Probleme und ordnet sie als professionelle personenbezogene Dienstleistung ein.

2. Geschichtliche Phasen: Das Kapitel bietet eine chronologische Übersicht zur Entstehung der Sozialen Arbeit, beginnend bei der christlich motivierten Armenfürsorge bis hin zur modernen staatlichen Fürsorge.

2.1. Erste Phase: Mittelalter bis 1830: Dieses Kapitel beschreibt die frühe Armenhilfe im Mittelalter, die von der Kirche dominiert war und in der Armut als individueller Defekt galt.

2.2. Zweite Phase: 1830 bis 1880: Hier wird der Übergang zur praktischen Fürsorgetätigkeit und die Einführung des Elberfelder Systems unter Einbeziehung ehrenamtlicher Helfer thematisiert.

2.3. Dritte Phase: 1880 bis 1919: Dieser Abschnitt behandelt die zunehmende Professionalisierung der Sozialen Arbeit, die Entstehung der Fürsorgerinnenausbildung und den Einfluss von Alice Salomon.

2.4. Vierte Phase: Weimarer Republik (1919 bis 1930) und der Beginn der NS-Zeit: Das Kapitel schildert die Entwicklung der Sozialen Arbeit unter den Krisenbedingungen der Weimarer Republik und die radikale Umgestaltung unter dem NS-Regime.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Armenpflege, Fürsorge, Verberuflichung, Mütterlichkeit, Professionalisierung, Geschichte, Armut, Sozialstaat, Frauenbewegung, Alice Salomon, Elberfelder System, Ehrenamt, Volksgemeinschaft, Soziale Dienste.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die geschichtliche Entstehung und die Professionalisierung der Sozialen Arbeit in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Wandel von der freiwilligen Armenhilfe zur staatlichen Fürsorge, die Rolle der Frau in sozialen Berufen und die Entwicklung professioneller Methoden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Prozess der „Verberuflichung des Helfens“ aufzuzeigen und die Entwicklung des Berufsbildes im historischen Kontext kritisch zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-deskriptive Methode, um die Entwicklung der Sozialen Arbeit in vier definierten Zeitphasen nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier chronologische Phasen, die von der Armenfürsorge im Mittelalter bis hin zu den tiefgreifenden Veränderungen durch das NS-Regime reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Soziale Arbeit, Mütterlichkeit, Professionalisierung, Armenpflege und Fürsorge sind die zentralen Begriffe der Publikation.

Wie hat sich die Wahrnehmung von Armut im Laufe der Zeit verändert?

Ursprünglich als individuelles Versagen oder „Defekt“ betrachtet, entwickelte sich das Verständnis hin zur Anerkennung gesellschaftlicher Ursachen, was wiederum neue Anforderungen an die staatliche Fürsorge stellte.

Welche Rolle spielte Alice Salomon für den Beruf der Sozialarbeiterin?

Alice Salomon war maßgeblich an der Etablierung einer fundierten theoretischen Ausbildung beteiligt und setzte sich für eine systematische, wissenschaftliche Grundlage der Sozialen Arbeit ein.

Warum wurde Mütterlichkeit als zentrales Argument für den sozialen Frauenberuf genutzt?

In einer von männlichen Prinzipien geprägten Gesellschaft diente das Konzept der „geistigen Mütterlichkeit“ als gesellschaftlich akzeptable Rechtfertigung, um Frauen den Zugang zu öffentlichen, sozialen Berufsfeldern zu ermöglichen.

Was passierte mit den Strukturen der Sozialen Arbeit während des NS-Regimes?

Die soziale Arbeit wurde gleichgeschaltet und in den Dienst der „Volksgemeinschaft“ gestellt, wobei Autonomie verloren ging und professionelle Standards teilweise durch ideologische Vorgaben ersetzt wurden.

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Details

Title
Verberuflichung des Helfens: Zur Ambivalenz geistiger / sozialer Mütterlichkeit in der sozialen Arbeit
College
University of Applied Sciences Mainz
Grade
1,0
Author
Axel R. Langner (Author)
Publication Year
2000
Pages
17
Catalog Number
V55468
ISBN (eBook)
9783638504072
ISBN (Book)
9783638765725
Language
German
Tags
Verberuflichung Helfens Ambivalenz Mütterlichkeit Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Axel R. Langner (Author), 2000, Verberuflichung des Helfens: Zur Ambivalenz geistiger / sozialer Mütterlichkeit in der sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55468
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