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Die Sondergutgleichnisse im Lukasevangelium

Title: Die Sondergutgleichnisse im Lukasevangelium

Examination Thesis , 2003 , 90 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Rieke Kurzeia (Author)

Theology - Biblical Theology
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„Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen“1 (Mk 4,2) lautet die Feststellung über die Art Jesu, zu seinen Jüngern und zum Volk zu sprechen. Dass diese Form der Rede klug gewählt war, zeigt sich daran, dass das „ganze Volk dauernd um ihn war und sich keines seiner Worte entgehen lassen wollte“2 (Lk 19,48).
Was aber ist ein Gleichnis? Und was ist das Besondere an dieser Redeform? Diese Fragen lassen sich schwer in wenigen Sätzen beantworten, weil Gleichnisse von verschiedenen Standpunkten betrachtet werden können, von denen aus die oben gestellten Fragen zu unterschiedlichsten Antworten führen.
Aus religionspädagogischer Sicht liegt der Vorteil der Gleichniserzählungen sicherlich zum einen in ihrer Kürze und Prägnanz, zum anderen in deren Bildhaftigkeit, deren Intention und nicht zuletzt in der Aktualität der Themen, die in den Gleichnissen zur Sprache kommen.
Die Ansätze der Wissenschaft sind mannigfaltig: Zum Teil wurden strenge Unterteilungen innerhalb der Gleichnisse vorgenommen, es wurde versucht, die Überlieferungsschichten zu durchdringen, um so zum ersten Sitz der Gleichnisse im Leben Jesu zu gelangen und sie von dort aus zu interpretieren, die Frage nach den Adressaten und dem historischen Kontext der Gleichnisse wurde von manchen für wichtig erklärt, andere hingegen betonen die relative Autonomie der Gleichnisse als Kunstwerke auch die Bedeutung der Metaphorik der Gleichnisse wurde hinterfragt. Versuche, die Sprecher- Hörer- Relation für die Gleichnisse zu bestimmen, wurden unternommen, die Gleichnisse wurden auf ihre Semiotik und Pragmatik hin untersucht und unter literaturwissenschaftlichen Aspekten erforscht.
Fest steht, dass die überlieferten Gleichnisse Jesu uns nach wie vor begegnen und beschäftigen.
Auffällig ist, dass gerade einige der umfangreichsten und populärsten Gleichnisse zum lukanischen Sondergut gehören, wie beispielsweise das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,30-37) oder das vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32). Daraus ergibt sich die Frage, welche Intention den Autor des dritten Evangeliums dazu bewegte, diese Worte Jesu, die ihm weder aus dem Markusevangelium noch aus der Logienquelle (Q) bekannt waren, in sein Werk aufzunehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gleichnisse

2.1. Religionsgeschichtlich

2.2. Der Begriff Gleichnis im Alten Testament

2.3. Der Begriff Gleichnis im Neuen Testament

2.4. Gleichnisauslegung und –forschung

2.4.1. Die allegorische Auslegung

2.4.2. Die didaktische Gleichnisauslegung nach Adolf Jülicher

2.4.3. Der formgeschichtliche Ansatz

2.4.4. Der eschatologisch- historisierende Ansatz

2.4.5. Das hermeneutische Gleichnisverständnis

2.4.6. Der religionsgeschichtliche Ansatz

3. Die Sondergutgleichnisse bei Lukas

3.1. Der Verfasser

3.2. Die lukanische Theologie

3.3. Textuntersuchungen an ausgewählten Sondergutgleichnissen

3.4. Das Gleichnis vom reichen Kornbauern (Lk 12,16-21)

3.4.1. Der Kontext

3.4.2. Das Gleichnis vom reichen Kornbauern – Textaufbau und Inhalt

3.4.3. Realien und Bildfeld des Gleichnisses

Reichtum

Seele

Narr

3.4.4. Tradition und Redaktion

3.5. Das Gleichnis vom Feigenbaum (Lk 13,6-9)

3.5.1. Der Kontext

3.5.2. Das Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum – Textaufbau und Inhalt

3.5.3. Realien und Bildfeld des Gleichnisses

Wein

Feigen/ Feigenbaum

3.5.4. Tradition und Redaktion

3.6. Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32)

3.6.1. Der Kontext

3.6.2. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn – Textaufbau und Inhalt

3.6.3. Realien und Bildfeld des Gleichnisses

Pharisäer und Schriftgelehrte

Zöllner und Sünder

Vater und Sohn

Erbrecht

Hunger/ Hungersnot

Schweine

Kleidung und Schmuck

Kuss

3.6.4. Tradition und Redaktion

Der Gleichnisanfang

Der jüngere Sohn

Der Empfang durch den Vater

Der ältere Sohn

Der Vater

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und die spezifische redaktionelle Einbettung der Sondergutgleichnisse im Lukasevangelium. Ziel ist es, zu analysieren, ob der Evangelist Lukas durch seine Bearbeitung des traditionellen Materials eine eigene theologische Konzeption verfolgt, die über eine bloße Einbettung hinausgeht.

  • Methodische Grundlagen der Gleichnisauslegung und Gleichnisforschung.
  • Die Theologie des Lukas und ihr Einfluss auf die Gestaltung der Gleichnisse.
  • Detaillierte Analyse ausgewählter Sondergutgleichnisse (Reicher Kornbauer, Unfruchtbarer Feigenbaum, Verlorener Sohn).
  • Interpretation von Realien und Kontext in den lukanischen Gleichniserzählungen.
  • Untersuchung von Tradition und Redaktion in der lukanischen Komposition.

Auszug aus dem Buch

2.4.1. Die allegorische Auslegung

Die Allegorese als Form Auslegung wurde bereits in der Antike entwickelt mit dem Ziel, die maßgeblichen Schriften (beispielsweise die des Homer) für die Gegenwart des Lesers bzw. Hörers zu aktualisieren.

Über viele Jahrhunderte wurden die biblischen Texte und damit auch die Gleichnisse in der traditionellen Lehre als Allegorien verstanden und rezipiert, wobei die einzelnen Elemente der Erzählung Punkt für Punkt gedeutet und übertragen wurden, um die in den Texten befindliche, jedoch verborgene göttliche Wahrheit herauszufinden.

Ein Beispiel für die allegorische Auslegungsmethode ist die Interpretation des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter (Lk 10,30-37) durch Augustinus (354- 439):

„Ein Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab: Gemeint ist Adam selbst. Jerusalem ist die himmlische Stadt des Friedens, aus deren Glückseligkeit Adam fiel. Jericho steht für den Mond und weist auf unsere Vergänglichkeit hin, denn dieser wird geboren, nimmt zu, wird alt und vergeht. Die Räuber sind der Teufel und seine Engel. Die zogen ihn aus, d.h. sie nahmen ihm seine Unsterblichkeit. (…) Das Tier ist das Fleisch, in dem der Erlöser sich zu uns herabließ. Daß der Mensch auf das Tier gehoben wird, ist der Glaube an die Fleischwerdung Christi. Die Herberge ist die Kirche, wo Reisende erfrischt werden, wenn sie von ihrer Pilgerfahrt in ihre himmlische Heimat zurückkehren. Der folgende Tag ist nach der Auferstehung des Herrn. Die zwei Denare sind entweder die beiden Liebesgebote oder die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. Der Wirt ist der Apostel (Paulus). Die zusätzliche Zahlung ist entweder dessen Rat, unverheiratet zu leben, oder die Tatsache, daß Paulus sich seinen Lebensunterhalt selbst verdiente, um keinem der schwächeren Brüder zur Last zu fallen, als das Evangelium neu war, obwohl er das Recht gehabt hätte, ‚vom Evangelium zu leben’“ (Quaestiones Evangeliorum II, 19 - gekürzt)15

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Gleichnisse im Lukasevangelium und Darstellung der forschungsgeschichtlichen Problemstellung sowie der Zielsetzung der Hausarbeit.

2. Gleichnisse: Erörterung der religionsgeschichtlichen Hintergründe des Begriffs Gleichnis und Darstellung der verschiedenen Ansätze in der Gleichnisforschung und -auslegung, von der Allegorese bis zum hermeneutischen Ansatz.

3. Die Sondergutgleichnisse bei Lukas: Umfassende Analyse des lukanischen Sonderguts, unterteilt in die theologische Konzeption des Verfassers, die Analyse der Sondergutgleichnisse, deren Kontext, Realien sowie Fragen der Tradition und Redaktion.

4. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion über die Aktualität und theologische Bedeutung der lukanischen Sondergutgleichnisse.

Schlüsselwörter

Lukas, Gleichnisse, Sondergut, Gleichnisforschung, Exegese, Redaktionskritik, Theologie, Gottesherrschaft, Reichtum, Armenfrömmigkeit, Parabel, Hermeneutik, Umkehr, Jesus, Evangelium

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gleichnisse, die spezifisch im Lukasevangelium überliefert sind (das sogenannte lukanische Sondergut), und analysiert deren Bedeutung sowie die Art und Weise, wie Lukas diese Texte in sein Werk integriert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Neben einer allgemeinen Einführung in die Gleichnisforschung stehen insbesondere die lukanische Theologie, die Redaktionsgeschichte der Texte sowie die Analyse spezifischer Gleichnisse (Reicher Kornbauer, Feigenbaum, Verlorener Sohn) im Fokus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte klären, ob hinter der redaktionellen Bearbeitung der Gleichnisse durch Lukas eine eigenständige theologische Konzeption des Verfassers steht, die das Verständnis der Gleichnisse prägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden methodisch-kritische Zugänge der neutestamentlichen Exegese angewandt, insbesondere die Redaktionskritik, die historische Kontextualisierung und die literarkritische Analyse der Texte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zur Gleichnisforschung und eine detaillierte textanalytische Untersuchung des lukanischen Sonderguts, inklusive Kontext, Realien und redaktioneller Eingriffe des Evangelisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lukas, Sondergut, Gleichnisforschung, Redaktionskritik, Theologie des Heils, Reichtum, Armut und Umkehr charakterisiert.

Welche Rolle spielt der "Reiche Kornbauer" in der lukanischen Argumentation?

Dieses Gleichnis dient als Beispielgeschichte zur Warnung vor Habsucht; Lukas nutzt es, um die Notwendigkeit der Abkehr von reinem Eigenbesitz hin zur Teilhabe und dem "Reich-sein bei Gott" zu verdeutlichen.

Wie unterscheidet sich die lukanische Darstellung des "Verlorenen Sohnes" von anderen Ansätzen?

Lukas akzentuiert durch seine redaktionelle Gestaltung die Freude des Vaters und die notwendige freie Entscheidung des Sohnes zur Umkehr, wobei der Vater als barmherzige Figur im Zentrum steht.

Warum betont der Autor die "Gnadenfrist" im Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum?

Die Gnadenfrist verdeutlicht für Lukas, dass in Jesus ein Angebot zur Umkehr besteht, das zwar zeitlich begrenzt ist, aber noch ergriffen werden kann, was die Aktualität und Dringlichkeit des christlichen Glaubens unterstreicht.

Excerpt out of 90 pages  - scroll top

Details

Title
Die Sondergutgleichnisse im Lukasevangelium
College
Technical University of Braunschweig
Grade
1,5
Author
Rieke Kurzeia (Author)
Publication Year
2003
Pages
90
Catalog Number
V55513
ISBN (eBook)
9783638504409
ISBN (Book)
9783638765756
Language
German
Tags
Sondergutgleichnisse Lukasevangelium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rieke Kurzeia (Author), 2003, Die Sondergutgleichnisse im Lukasevangelium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55513
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