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Untersuchung der Anreizwirkungen des Ehegattensplittings

Title: Untersuchung der Anreizwirkungen des Ehegattensplittings

Seminar Paper , 2005 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anne Moorbrink (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Bei der Frage nach einer sachgerechten und realitätsnahen Besteuerung der Familie gerät das Ehegattensplitting immer wieder in den Fokus der politischen Parteien und in das Schussfeld der Kritik.1 Reformvorschläge werden diskutiert und eine Umgestaltung anvisiert.2

Das geltende deutsche Einkommensteuerrecht sieht nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes im Jahre 1957 die Zusammenveranlagung in Form des Ehegatten-Splittings vor. Kritiker bezweifeln, dass die Zusammenveranlagung dem Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit folgt. Sie sehen in diesem Verfahren vielmehr eine unbegründete Steuervergünstigung oder ungerechtfertigte Subvention der Ehe ggü. eheähnlichen Lebensgemeinschaften oder auch getrennt veranlagten Ehegatten.3 Dabei ist immer im Einzelfall zu prüfen, ob es überhaupt zu einer Besserstellung unter Anwendung des Splittingtarifes kommt oder ob die Nicht-Heirat oder getrennte Veranlagung von Ehegatten zu einer niedrigeren Steuerbelastung führt.

Im folgenden zweiten Kapitel geht es zunächst darum, die verschiedenen Wahlalternativen zur Einkommensteuer gesondert herauszustellen und einen Überblick über die aktuellen einkommensteuerlichen Veranlagungsarten zu geben. Kapitel 3 umfasst den Splittingtarif im Einzelnen, die Entwicklungsgrundzüge, die Rechtfertigung durch das BVerfG sowie die gegenwärtige Kritik. Der Hauptteil dieser Seminararbeit befasst sich anschließend in Kapitel 4 mit den Anreizwirkungen, die Zusammenveranlagung zu wählen und deren Vorteile ggü. der getrennten Veranlagung. In Kapitel 5 werden Alternativen und Vorschläge zur Neuorientierung in der Familienbesteuerung analysiert. Abschließend erfolgt in der Schlussbetrachtung des sechsten Kapitels eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Veranlagungsarten im Überblick

2.1 Einzelveranlagung

2.2 Ehegattenveranlagung

2.2.1 Getrennte Veranlagung

2.2.2 Zusammenveranlagung

2.2.3 Besondere Veranlagung

3 Der Splittingtarif im Einzelnen

3.1 Entwicklung des Ehegattensplittings

3.2 Begründung durch das BVerfG

3.3 Kritik an der Besteuerungsform

4 Wirkungen der Zusammenveranlagung

4.1 Der Splittingeffekt

4.2 Verdoppelung der Höchstbeträge

4.2.1 Vorsorgeaufwendungen

4.2.2 Freibeträge

4.3 Außergewöhnliche Belastungen

4.4 Interpersonelle Verrechnung

5 Alternativen und Vorschläge zur Neuorientierung

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die steuerlichen Anreizwirkungen des Ehegattensplittings in Deutschland und analysiert dessen Vereinbarkeit mit dem Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit sowie verfassungsrechtlichen Vorgaben. Dabei wird insbesondere hinterfragt, ob die Zusammenveranlagung eine sachgerechte Familienförderung darstellt oder im Vergleich zur Individualbesteuerung sowie zu Reformalternativen wie dem Realsplitting Nachteile für bestimmte Personengruppen erzeugt.

  • Systematik der deutschen Einkommensteuer-Veranlagungsarten
  • Verfassungsrechtliche Grundlagen und Rechtsprechung des BVerfG
  • Kritische Analyse des Splittingeffekts und dessen Anreizwirkungen
  • Steuerliche Vergünstigungen durch die Verdoppelung von Höchstbeträgen
  • Diskussion von Reformalternativen und Modellen zur Neuorientierung

Auszug aus dem Buch

3.1 Entwicklung des Ehegattensplittings

In seinem Urteil vom 17. Januar 1957 beseitigte das BVerfG die bis dahin geltende Ehegattenbesteuerung und damit eine tarifliche Schlechterstellung von verheirateten Steuerpflichtigen gegenüber zwei Alleinstehenden. In der damaligen Zeit sah die Arbeitsteilung in Deutschland größtenteils so aus, dass der Ehemann mit der Einkommenserzielung und die Frau mit den Aufgaben der Kindererziehung und Versorgung der Familie betraut waren. Somit wurden sämtliche Einkünfte beider Eheleute - in der Mehrzahl der Fälle ausschließlich vom Ehemann - in die Zusammenveranlagung einbezogen und auf dieses kumulierte Einkommen der progressive Steuersatz angewendet. Dadurch wurden beide Ehegatten so behandelt, als stammen die Einkünfte von einer einzelnen Person - dies führte aber nur zu einer einmaligen Gewährung des Grundfreibetrages.

Das BVerfG sah in seiner Entscheidung im Jahre 1957 einen störenden Eingriff in die Ehe auf Grund des Verstoßes gegen die Wertentscheidung des Art. 6 Abs. 1 GG und die damit verbundene Schlechterstellung der Ehe, insbesondere in den Fällen, in denen beide Ehegatten arbeitstätig waren. Somit reagierte das Gericht auf die Anforderung des verfassungsrechtlichen Gleichheitsgrundsatzes des Art. 3 Abs. 1 GG und dem Grundsatz der horizontalen Steuergerechtigkeit, Ehepaare mit gleichem Gesamteinkommen unabhängig von der Aufteilung des Einkommens in gleicher Höhe zu belasten. Daraufhin eröffnete das Gericht das uns heute bekannte Wahlrecht zwischen getrennter Veranlagung und dem Splittingverfahren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Ehegattensplittings ein und stellt den Aufbau der Arbeit sowie die untersuchten Reformvorschläge vor.

2 Veranlagungsarten im Überblick: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen steuerlichen Veranlagungsmöglichkeiten für Einzelpersonen und Ehepaare nach geltendem Recht.

3 Der Splittingtarif im Einzelnen: Hier werden die historische Entwicklung, die verfassungsrechtliche Begründung durch das BVerfG und die aktuelle Kritik am Splittingtarif detailliert analysiert.

4 Wirkungen der Zusammenveranlagung: Das Kapitel untersucht die ökonomischen Folgen der Zusammenveranlagung, insbesondere den Splittingeffekt, die Verdoppelung von Beträgen sowie die interpersonelle Verrechnung.

5 Alternativen und Vorschläge zur Neuorientierung: Es werden verschiedene Reformmodelle wie das Realsplitting diskutiert, um eine gerechtere Besteuerung zu ermöglichen.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Möglichkeiten einer zukünftigen, realitätsgerechten Familienbesteuerung.

Schlüsselwörter

Ehegattensplitting, Einkommensteuer, Zusammenveranlagung, Splittingeffekt, Leistungsfähigkeitsprinzip, Steuergerechtigkeit, Familienbesteuerung, Veranlagungsarten, Steuerreform, Realsplitting, Grundtarif, Steuerbelastung, Ehe, Haushaltsbesteuerung, Individualbesteuerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der steuerlichen Auswirkungen des Ehegattensplittings und der Frage, inwiefern dieses System noch zeitgemäß ist.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Im Zentrum stehen die Veranlagungsformen der Einkommensteuer, die verfassungsrechtliche Legitimation des Splittings sowie dessen ökonomische Anreizeffekte.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob das Ehegattensplitting den Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit erfüllt oder ob es im Vergleich zu Alternativen zu einer ungerechtfertigten Subventionierung führt.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des geltenden Einkommensteuerrechts, der relevanten Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und eine finanzwissenschaftliche Bewertung der Anreizstrukturen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Funktionsweise des Splittingtarifs, dem Splittingeffekt, den Auswirkungen auf Freibeträge sowie der interpersonellen Verrechnung von Verlusten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie Ehegattensplitting, Splittingeffekt, Leistungsfähigkeitsprinzip und Familienbesteuerung.

Was unterscheidet das Splittingverfahren von der getrennten Veranlagung?

Während bei der getrennten Veranlagung die Partner individuell nach dem Grundtarif besteuert werden, ermöglicht die Zusammenveranlagung eine fiktive hälftige Aufteilung des gemeinsamen Einkommens, was oft zu einer steuerlichen Entlastung führt.

Warum wird das "Realsplitting" als Reformalternative diskutiert?

Das Realsplitting wird als Modell angesehen, das den Transfer steuerlicher Leistungsfähigkeit durch tatsächliche Unterhaltsleistungen realitätsgerecht abbildet und somit verfassungsrechtliche Bedenken an der pauschalen Ehegattenförderung adressiert.

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Details

Title
Untersuchung der Anreizwirkungen des Ehegattensplittings
College
University of Osnabrück
Course
'Steuersystematik und Einkommensteuer'
Grade
1,7
Author
Anne Moorbrink (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V55524
ISBN (eBook)
9783638504461
ISBN (Book)
9783656065708
Language
German
Tags
Untersuchung Anreizwirkungen Ehegattensplittings Einkommensteuer“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Moorbrink (Author), 2005, Untersuchung der Anreizwirkungen des Ehegattensplittings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55524
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