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Bilanzwahrheit - Entwicklung und Bedeutung

Title: Bilanzwahrheit - Entwicklung und Bedeutung

Diploma Thesis , 2002 , 86 Pages

Autor:in: Sandra Fricke (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Der Grundsatz der Bilanzwahrheit steht in einem Spannungsverhältnis zwischen den Wünschen der verschiedenen Jahresabschlussadressaten nach möglichst umfassenden und vor allem ungeschminkten Informationen über die Lage des Unternehmens und das Ausüben von Bilanzpolitik von der Unternehmerseite aus. Hauptanliegen der 4. und 7. EG-Richtlinie war es den Informationsgehalt des Jahresabschlusses zu erhöhen und diesen verlässlicher ,,wahrer bzw. true and fairer" zu gestalten. Simon schrieb in seinem Buch ,,Die Bilanzen der Aktiengesellschaften": ,,Bilanzwahrheit und Bilanzklarheit - dies können nur die Ziele bedeuten, auf die man hinarbeiten soll, die man aber vollständig nie erreichen wird". Das auf eine möglichst klare, durchsichtige Bilanz hinzuarbeiten ist, darüber besteht kein Zweifel, aber inwieweit man absolute bzw. relative Bilanzwahrheit erreichen kann oder will, wird im folgenden untersucht werden.

Fest steht, trotz der Generalklausel § 264 HGB birgt das aktuelle Recht noch immer eine Fülle von Möglichkeiten dem Grundsatz der Bilanzwahrheit zuwiderzuhandeln. Die Entscheidung des EuGH vom 14.9.1999 beinhaltet insoweit ein Novum, als Fragen des nationalen deutschen Bilanzsteuerrechts betroffen sind. Neben dem Grundsatz der Bilanzwahrheit und dem Grundsatz der Bilanzvorsicht stellt sich auch die Grundsatzfrage nach der Entscheidungskompetenz des EuGH in bilanzrechtlichen Fragestellungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Problemstellung

II. Der Begriff Wahrheit – eine Einführung

1. Wissen, was Wahrheit ist?

1.1. Die Korrespondenztheorie der Wahrheit

1.2. Die Evidenztheorie

1.3. Die Konsensustheorie

1.4. Die Redundanztheorie

2. Die gesellschaftlichen Grundwertungen im Bilanzrecht

III. Bilanzwahrheit im Zusammenhang mit der Rechnungslegung

1. Zweckgerichtetheit der Bilanz in der Unternehmung

2. Allgemeine Grundsätze der Bilanzerstellung

2.1. Das System der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung

2.2. Die GoB im Einzelnen

2.3. Der Grundsatz der Bilanzwahrheit

a) absolute Bilanzwahrheit

b) relative Bilanzwahrheit

IV. Historischer Abriss des Bilanzwahrheitsproblems

1. Auslegungen des Begriffes Bilanzwahrheit unter dem Gesichtspunkt verschiedener Theorien

a) Der juristische Begriff von der Bilanzwahrheit

b) Bilanzwahrheit nach statischer Auffassung

c) Bilanzwahrheit in der organischen Bilanz

d) Der dynamische Begriff der Bilanzwahrheit

2. Bilanzwahrheit in der Handelsbilanz der Aktiengesellschaft

2.1. Gesetzliche Verankerung der Bilanzwahrheit

a) Der richtige Wert im Sinne des § 40 HGB 1896

b) Leugnung der bindendenden Kraft der allg. Bewertungsvorschrift

c) Verbietet der § 40 nur eine zu günstige oder auch eine zu ungünstige Bilanzaufstellung

2.2. Zweck und Bewertungsvorschriften der Aktienbilanz

2.3. Das Problem der Bilanzwahrheit und stille Reserven

a) Die stillen Reserven in der Bilanz der Aktiengesellschaft

b) Über die Zulässigkeit stiller Reserven

c) Zerstörung der Bilanzwahrheit durch unkontrollierbare stille Reserven

d) Gründe für und gegen stille Reserven

3. Kann die Bilanz überhaupt wahr sein?

V. Bilanzwahrheit de lege lata

1. Die Rechtslage de lege lata

2. Entstehungsgeschichte der Generalnorm

3. Die Generalnorm für den Jahresabschluß von Kapitalgesellschaften

3.1. Der Inhalt des true and fair view Gebots aus unterschiedlicher Sichtweise – die wörtliche Auslegung

3.2. Der Begriffsinhalt aus britischer Sicht

3.3. Der Begriffsinhalt aus deutscher Sicht

a) Vorrang der Generalnorm

b) Vorrang der Einzelnormen

c) Die sogenannte Abkopplungsthese nach Moxter

d) Die Wahlrechtsproblematik bzw. Ermessensbeschränkung

3.4. Der Grundsatz der Materiality und sein Zusammenhang zum True and Fair View Gebot

4. True and Fair View oder Täuschung des Bilanzlesers

a) Das Informationsinteresse an der VFE-Lage

b) Verwässerung der Objektivierung

5. Sanktionen bei Nichtbeachtung der Bilanzwahrheit

VI. Rechtsprechung auf Grundlage der Bilanzwahrheit

1. Sachverhalt im Rechtsstreit vom 14.9.1999 - Rs. C-275/97

2. Verpflichtung zur Bildung einer Pauschalrückstellung

3. Begründung zur Rückstellungshöhe

VII. Bilanzwahrheit de lege ferenda

1. Ansätze zur internationalen Harmonisierung

1.1. Das Konzept des IAS

a) Ziele und Funktionen

b) Bilanzierungsgrundsätze

1.2. Das Konzept der US-GAAP

a) Ziele und Funktionen

b) Rechtsqualität der US-GAAP

1.3. Vorteile und Nachteile bzw. Kritik an US-GAAP, IAS und HGB

1.4. Kritik an der Harmonisierung

2. Möglichkeiten einer Angleichung nationaler Rechnungslegungsvorschriften

a) Verbesserung der Übersichtlichkeit und Klarheit des Jahresabschlusses

b) Nebenrechnungen

c) Mehrfachbilanzen

3. Abschaffung des Maßgeblichkeitsprinzips

4. Empfehlung zur Verbesserung des Aussagegehalts der Rechnungslegung

IV. Thesenförmige Zusammenfassung

Zielsetzung & Forschungsschwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Grundsatz der Bilanzwahrheit in seinem Spannungsfeld zwischen der Informationsbedürfnissen von Jahresabschlussadressaten und der Ausübung von Bilanzpolitik. Das primäre Ziel ist es, den Inhalt und die Reichweite des Begriffs der Bilanzwahrheit innerhalb verschiedener Rechnungslegungstheorien sowie unter Berücksichtigung aktueller nationaler und internationaler Anforderungen (einschließlich des "True and Fair View"-Gebots) kritisch zu beleuchten.

  • Historische Entwicklung und theoretische Herleitung des Bilanzwahrheitsproblems.
  • Analyse der gesetzlichen Verankerung der Bilanzwahrheit, insbesondere in Hinblick auf die Aktiengesellschaft.
  • Untersuchung des Konfliktpotenzials zwischen Bilanzwahrheit und der Bildung stiller Reserven.
  • Kritische Würdigung der internationalen Harmonisierung und der Generalnormen (US-GAAP, IAS, HGB).
  • Bewertung der Rolle der Rechtsprechung, insbesondere durch den Europäischen Gerichtshof, im Kontext der Bilanzwahrheit.

Auszug aus dem Buch

b) Relative Bilanzwahrheit

Das Fehlen eines objektiven Wertmaßstabes impliziert also zwangsläufig zumindest eine Relativierung des Wahrheitspostulats, was uns von der absoluten Bilanzwahrheit weg und hin zur relativen führt. „Absolute Bilanzwahrheit und –klarheit ist, auch soweit sie wünschenswert wäre, schon aus rein technischen Gründen, die durch die Natur des kaufmännischen Betriebes und die damit verbundenen Unsicherheitsmomente bedingt sind, niemals erreichbar.“ Die Bilanzwahrheit ist vergleichbar mit einem Bild, welches die Wirklichkeit abstrahiert und damit kein absolut wirklichkeitsgetreues Bild der Lage des Unternehmens wiedergeben kann. Erreichbar mittels Jahresabschluß ist allenfalls die Darstellung der relativen VFE-Lage, d.h. der Jahresabschluß enthält Anhaltspunkte über „die wichtigsten, auf eine mögliche Änderung der VFE-Lage hindeutenden Indikatoren“.

Schlußfolgernd lässt sich sagen, dass eine Bilanz dann wahr ist, wenn sie objektiv nachprüfbar über die Wirklichkeit informiert (Grundsatz der Richtigkeit), wenn die Bilanzinformationen subjektiv wahrhaftig sind, d.h. der inneren Überzeugung des bilanzierenden Kaufmanns entsprechen (Grundsatz der Willkürfreiheit) und wenn sämtliche Gegenstände nach Auswertung aller zugänglichen Informationen erfasst wurden (Grundsatz der Vollständigkeit).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in den Grundsatz der Bilanzwahrheit ein und verdeutlicht das bestehende Spannungsfeld zwischen dem Informationsbedürfnis der Adressaten und den Möglichkeiten der Bilanzpolitik.

II. Der Begriff Wahrheit – eine Einführung: Hier werden verschiedene philosophische Wahrheitstheorien (Korrespondenz-, Evidenz-, Konsensus- und Redundanztheorie) erläutert, um den Wahrheitsbegriff grundlegend zu definieren.

III. Bilanzwahrheit im Zusammenhang mit der Rechnungslegung: Es werden die Zwecke der Bilanzierung sowie die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) als Rahmen für die Bilanzerstellung systematisiert.

IV. Historischer Abriss des Bilanzwahrheitsproblems: Dieses Kapitel beleuchtet, wie unterschiedliche Theorien (juristisch, statisch, organisch, dynamisch) den Begriff der Bilanzwahrheit historisch interpretiert haben.

V. Bilanzwahrheit de lege lata: Der Fokus liegt auf der aktuellen Rechtslage, insbesondere der Bedeutung der Generalnorm (§ 264 Abs. 2 HGB) und dem sogenannten "True and Fair View"-Gebot.

VI. Rechtsprechung auf Grundlage der Bilanzwahrheit: Anhand konkreter Rechtsfälle, insbesondere vor dem Europäischen Gerichtshof, wird die schwierige Argumentation mit dem Grundsatz der Bilanzwahrheit in der Praxis aufgezeigt.

VII. Bilanzwahrheit de lege ferenda: Abschließend werden internationale Harmonisierungsansätze (IAS, US-GAAP) kritisch diskutiert und Wege zur Verbesserung der Rechnungslegung vorgeschlagen.

Schlüsselwörter

Bilanzwahrheit, Bilanzklarheit, Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, GoB, True and Fair View, stille Reserven, Jahresabschluss, Bilanzpolitik, Rechnungslegung, Gläubigerschutz, EU-Richtlinien, US-GAAP, IAS, Bilanzmanipulation, Vorsichtsprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung des Grundsatzes der Bilanzwahrheit im deutschen Bilanzrecht sowie dessen Verhältnis zu internationalen Rechnungslegungsstandards.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die philosophische Einordnung der Wahrheit, die historische Entwicklung der Bilanzwahrheit, die Rolle stiller Reserven, den Einfluss von EG-Richtlinien sowie die aktuelle Rechtsprechung und internationale Harmonisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit absolute oder relative Bilanzwahrheit erreichbar ist und welche Möglichkeiten zur Verbesserung des Aussagegehalts von Jahresabschlüssen bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse unter Einbeziehung bilanztheoretischer Ansätze, gesetzlicher Bestimmungen und der aktuellen Rechtsprechung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Einführung, die historische Herleitung, die detaillierte Analyse der "True and Fair View"-Generalnorm sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der internationalen Harmonisierung und aktuellen Rechtsstreitigkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Bilanzwahrheit, Bilanzklarheit, Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB), True and Fair View, stille Reserven und Bilanzpolitik.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der "True and Fair View"-Generalnorm bei?

Die Arbeit hinterfragt kritisch, ob es sich dabei um ein übergeordnetes Prinzip ("overriding principle") handelt oder lediglich um eine Leitfunktion zur Auslegung im Rahmen der GoB, und verdeutlicht die Abgrenzung zum angloamerikanischen Verständnis.

Wie bewertet der Autor die internationale Harmonisierung?

Der Autor steht den Systemen US-GAAP und IAS kritisch gegenüber, warnt vor einer unkritischen Übernahme und betont die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung der deutschen Rechnungslegung anstelle einer reinen Systemübernahme.

Excerpt out of 86 pages  - scroll top

Details

Title
Bilanzwahrheit - Entwicklung und Bedeutung
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)
Author
Sandra Fricke (Author)
Publication Year
2002
Pages
86
Catalog Number
V5555
ISBN (eBook)
9783638133975
ISBN (Book)
9783638847933
Language
German
Tags
Bilanzwahrheit Entwicklung Bedeutung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Fricke (Author), 2002, Bilanzwahrheit - Entwicklung und Bedeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5555
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