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Naturzustand und Gesellschaftsvertrag bei Hobbes und Locke

Title: Naturzustand und Gesellschaftsvertrag bei Hobbes und Locke

Seminar Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christiane Burmeister (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Als Begründer des modernen Kontraktualismus werden die Vertragstheoretiker Thomas Hobbes und John Locke stets in einem Atemzug genannt, und unbestreitbar haben beider Theorien dem politikphilosophischen Denken der Neuzeit ein Fundament gelegt. Betrachtet man sie im einzelnen, offenbaren sich jedoch grundlegend unterschiedliche Wesensmerkmale ihrer Ideen, sodass man kaum von einer gemeinsamen Staatsauffassung sprechen kann. Eines aber scheint die beiden Philosophen zu verbinden: der Versuch, auf vertragsstrategischer Basis eine Legitimation politischer Herrschaft zu begründen und somit die traditionell- christlichen Wege der Tugend- und Naturrechtslehre zu verlassen. Es muss jedoch dazu gesagt werden, dass diese These, bezogen auf Locke, nicht unumstritten ist, wie die von Leo Strauss entfachte Debatte über dessen Naturrechtslehre zeigt. Von besonderer Bedeutung für eine Auseinandersetzung mit Hobbes und Locke sind ihre Konzeptionen des menschlichen Naturzustands und das vertragstheoretische Moment, welche den Ausgangspunkt ihrer Beweisführung bilden. Um also einen Vergleich der beiden sinnvoll anzugehen, wird sich die vorliegende Arbeit auf diese Elemente konzentrieren. Mit dem vorangehenden Versuch einer ideengeschichtlichen Hintergrundanalyse soll das Ziel eines fundierten Vergleichs beider Theorien verfolgt werden. Denn auf diesem Weg lassen sich nicht nur das Motiv und der gedankliche Ursprung ihrer Ansichten aufzeigen, sondern auch, warum ihre methodische Vorgehensweise den jeweiligen Begründungsmustern unterliegt. Sodann werden die wesentlichen Eckpunkte ihrer politischen Philosophie im Einzelnen vorgestellt und anschließend zusammenfassend miteinander konfrontiert, was aus Gründen der Übersichtlichkeit zweckmäßig erscheint. Als Grundlage dafür dient zum einen das Hobbessche Hauptwerk „Leviathan“ (1561), zum anderen die zweite der „Zwei Abhandlungen über die Regierung“ (1690) von John Locke. Es soll zum Schluss aufgezeigt werden, wie die Theorien Hobbes´ und Lockes zu Überlegungen über das Staatswesen und die Gesellschaft sowie Naturrecht und Rechtspositivismus beitragen können. Denn gerade im kontrastierenden Zusammenhang sind ihre Grundvorstellungen auch für heutige Debatten von erstaunlicher Aktualität.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der zeit- und ideengeschichtliche Hintergrund

2.1 Thomas Hobbes

2.2 John Locke

3. Die Konzeptionen des Naturzustands bei Hobbes und Locke

4. Der Gesellschaftsvertrag

4.1 Vertragsschluss und Souverän bei Thomas Hobbes

4.2 Gewaltenteilung und Widerstandsrecht bei John Locke

5. Hobbesscher Etatismus gegen Lockeschen Liberalismus

5.1 Das Naturrecht

5.2 Das Menschenbild

5.3 Die herrschaftliche Ordnung

5.4 Die Gesellschaft

6. Schlussgedanken

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die politischen Theorien von Thomas Hobbes und John Locke anhand ihrer Konzeptionen des Naturzustands und des Gesellschaftsvertrags fundiert miteinander zu vergleichen, um ihre unterschiedlichen Begründungsmuster für staatliche Herrschaft aufzuzeigen.

  • Ideengeschichtliche Einordnung von Hobbes und Locke
  • Vergleichende Analyse der Naturzustandskonzepte
  • Untersuchung der Mechanismen des Vertragsschlusses und der Souveränität
  • Gegenüberstellung von Etatismus und Liberalismus
  • Bewertung der Stabilität und Legitimation politischer Ordnungen

Auszug aus dem Buch

Die Konzeptionen des Naturzustands bei Hobbes und Locke

Um die Notwendigkeit eines Vertragsschlusses zu begründen, versetzen sich sowohl Hobbes als auch Locke vorab gedanklich in die utopische Situation einer herrschafts- und rechtlosen Gesellschaft. Dieser „Zustand vollkommener Freiheit, innerhalb der Grenzen des Naturgesetzes seine Handlungen so zu lenken und über seinen Besitz und seine Person zu verfügen, wie es einem am besten scheint...“24 ist der ideelle Ausgangspunkt ihrer Theorien und soll im folgenden genauer untersucht werden.

„Die Natur hat die Menschen sowohl hinsichtlich der Körperkräfte wie der Geistesfähigkeiten untereinander gleichmäßig begabt;...“25 heißt es im 13. Kapitel des Hobbesschen „Leviathan“ und von der vorausgesetzten „natürliche(n) Gleichheit aller Menschen“26 ist auch bei Locke die Rede. Aufgrund also der annähernden Gleichheit ihres Geistes empfinden alle Menschen ein ähnliches Bedürfnis nach Befriedigung ihrer Wünsche, Macht- und Selbsterhaltung. Im Hobbesschen Naturzustand sind dies die einzigen Faktoren, die das Zusammenleben der Menschen determinieren. Aus der natürlichen Begrenztheit der begehrten Ressourcen folgt gemäß Hobbes also eine Konkurrenzsituation, in der es gilt, den Widersacher, der nach demselben Objekt strebt, zu übertreffen oder gar gewaltsam zu beseitigen: „Sooft daher jemand ein etwas einträgliches Stück Land besitzt, (...) und sein Nachbar Lust bekommt, ihn anzugreifen, weil er nur den Widerstand dieses einen und sonst nichts zu fürchten hat, so muß er nur die freiwillige Beihilfe anderer abwarten, um jenem nicht bloß die ganze Frucht seiner Arbeit, sondern auch Leben und Freiheit zu rauben: indes werden sie, sobald Stärkere über sie kommen, ein Gleiches erleiden müssen.“27

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Bedeutung von Hobbes und Locke für den modernen Kontraktualismus und Definition der Zielsetzung dieser vergleichenden Analyse.

2. Der zeit- und ideengeschichtliche Hintergrund: Kontextualisierung beider Philosophen durch die sozio-ökonomischen Verhältnisse und prägende historische Ereignisse ihrer Zeit, wie den englischen Bürgerkrieg.

3. Die Konzeptionen des Naturzustands bei Hobbes und Locke: Gegenüberstellung der theoretischen Ausgangspunkte einer rechtlosen Gesellschaft und deren Bewertung der menschlichen Gleichheit.

4. Der Gesellschaftsvertrag: Untersuchung der vertragstheoretischen Mechanismen zur Errichtung staatlicher Gewalt und der Abgrenzung zwischen absolutistischer Herrschaft und gewaltenteiligen Modellen.

5. Hobbesscher Etatismus gegen Lockeschen Liberalismus: Detaillierte Analyse der Unterschiede hinsichtlich Naturrecht, Menschenbild, Herrschaftsordnung und dem gesellschaftlichen Auftrag.

6. Schlussgedanken: Synthese der Ergebnisse und Einordnung der Relevanz beider Theorien für aktuelle Debatten um Naturrecht und Rechtspositivismus.

Schlüsselwörter

Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Thomas Hobbes, John Locke, Kontraktualismus, Leviathan, Souveränität, Naturrecht, Rechtspositivismus, Etatismus, Liberalismus, Gewaltenteilung, Widerstandsrecht, Eigentum, Staatswesen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die politischen Theorien von Thomas Hobbes und John Locke, insbesondere ihre Vorstellungen vom Naturzustand und der Entstehung von Gesellschaftsverträgen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die ideengeschichtlichen Hintergründe, die theoretischen Ansätze zur Herrschaftslegitimation sowie die grundlegenden Unterschiede zwischen absolutistischen und liberalen Staatskonzepten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Motiv und den gedanklichen Ursprung beider Theorien aufzudecken und zu erklären, warum ihre methodischen Begründungsmuster zu so unterschiedlichen Staatsauffassungen führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine ideengeschichtliche Hintergrundanalyse und einen direkten Vergleich der Hauptwerke („Leviathan“ von Hobbes und „Zwei Abhandlungen über die Regierung“ von Locke).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Konzeptionen des Naturzustands, den Vertragsschluss sowie die Unterschiede bei Naturrecht, Menschenbild und Herrschaftsordnung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kontraktualismus, Souveränität, Naturrecht, Freiheit und Widerstandsrecht geprägt.

Warum spielt das Eigentum bei Locke eine so zentrale Rolle?

Locke betrachtet den Schutz des Eigentums als Hauptgrund für die Menschen, den Naturzustand zu verlassen und sich in ein staatliches Gefüge zu begeben, was sein Modell vom Hobbesschen Ansatz abgrenzt.

Inwiefern unterscheiden sich die Auffassungen von Gewaltenteilung?

Während Hobbes eine ungeteilte, absolute Souveränität für notwendig hält, plädiert Locke für eine Gewaltenteilung als Schutzmechanismus gegen autokratische Willkür.

Was besagt die Formel "homo homini lupus"?

Sie beschreibt die Hobbessche Auffassung, dass der Mensch dem Menschen im Naturzustand ein Wolf ist, was die Notwendigkeit einer repressiven Friedenserzwingung durch einen Souverän begründet.

Was ist das Widerstandsrecht bei Locke?

Es erlaubt den Bürgern, Gehorsam zu verweigern, wenn die Regierung das Naturrecht verletzt oder willkürlich handelt, womit die Legitimation der Machtausübung an die Einhaltung dieser Bedingungen geknüpft ist.

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Details

Title
Naturzustand und Gesellschaftsvertrag bei Hobbes und Locke
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Einführung in die Politikwissenschaft
Grade
1,3
Author
Christiane Burmeister (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V55580
ISBN (eBook)
9783638504874
ISBN (Book)
9783656803072
Language
German
Tags
Naturzustand Gesellschaftsvertrag Hobbes Locke Einführung Politikwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Burmeister (Author), 2005, Naturzustand und Gesellschaftsvertrag bei Hobbes und Locke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55580
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