Während der Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten war der Reichstagsbrand im Frühjahr 1933 einer der entscheidenden Momente, der letzten Endes zur Reichstagsbrandverordnung und zum Totalitarismus der Hitler Diktatur führte. diese Seminararbeit in den Kommunikationswissenschaften analysiert fünf Zeitungen unterschiedlicher politischer Richtungen und deren Haltung nach diesem historisch wichtigen Ereignis. Der Vorwärts, die vossische Zeitung, die Kreuzeitung, der Berchtesgadener Anzeiger als Lokalbkatt und der NSDAP Völkische Beobachter werden hierbei anhand von Inhalt, Stil und Aufmachung analysiert un kritisch miteinander verglichen.
für Studenten der kommunikationswissenschaften, Journalisten und natürlich Historiker bietet diese Arbeit inklusive Kopien der Originaltitelseiten viele nützliche interessante Informationen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE PRESSE ZUR ZEIT DES 27.02.1933
3. DER ZEITUNGSVERGLEICH
3.1 DER VÖLKISCHE BEOBACHTER
3.2 DER VORWÄRTS
3.3 DIE KREUZZEITUNG
3.4 DIE VOSSISCHE ZEITUNG
3.5 DER BERCHTESGADENER ANZEIGER
4. RESÜMEE
5. LITERATURANGABEN UND EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die unterschiedliche Berichterstattung deutscher Zeitungen über den Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933. Ziel ist es, die variierenden Pressemeinungen, den sprachlichen Stil und die politische Instrumentalisierung des Ereignisses in einer Zeit des Umbruchs und der schwindenden Pressefreiheit zu vergleichen.
- Analyse der Medienlandschaft kurz vor der Machtergreifung
- Vergleichende Untersuchung von fünf spezifischen Zeitungen (NS-Parteiorgan bis linke/liberale Presse)
- Untersuchung von Struktur, Sprache und politischer Tendenz der Schlagzeilen
- Erforschung der Instrumentalisierung des Brandes für politische Zwecke
- Betrachtung des Reichstagsbrandes als Wendepunkt für die Pressefreiheit
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Völkische Beobachter
„Das Maß ist voll! Jetzt wird rücksichtslos durchgegriffen!“18 , so hetzt das „Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands“ in seiner Ausgabe vom 1.März 1933 nach dem Reichstagsbrand. 19 Der Völkische Beobachter (VB), 1920 als Münchner Beobachter durch den NSDAP Parteiverlag Eher aufgekauft, war das Hauptpresse und Propagandaorgan im Dritten Reich. Während das Blatt in der Weimarer Republik ums Überleben kämpft und wegen Volksverhetzung und Verleumdung 34 (!) Mal kurzfristig verboten wurde, mauserte es sich Ende 1933 zum staatsoffiziellen Organ mit einer Millionenauflage. Die letzte Ausgabe des VB erschien am 29.April 1945 als einseitiges Flugblatt, es kam jedoch nicht mehr zu einer Auslieferung. Das typische Symbol ist der Adler mit ausgebreiteten Flügeln, welcher sich über einem Hakenkreuz im Kreis befindet.
Der VB erscheint nach dem Reichstagsbrand in einer äußerst auffälligen, propagandistischen Aufmache, mit großen Lettern und als einzige der untersuchten Blätter mit einem Photo des brennenden Reichstags. Der Brand ist die einzige Schlagzeile und das alleinige Thema auf der Titelseite und ist hier geschickt, aggressiv und schreiend aufgemacht. Neben, Foto, Hauptartikel und einem amtlichen Bericht über die Geschehnisse, sticht vor allem die lange Schlagwortreihe, sowie der Leitartikel von Propagandaminister Goebbels hervor. Die Titelseite ist also in fünf Teile untergliedert, wodurch der VB über den komplexesten und auffälligsten Aufbau verfügt. Bei den Überschriften wird zwischen gotischer Schrift und dem Antipa-Type20 gewechselt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die historischen Umstände des Reichstagsbrandes und Darlegung der Zielsetzung, die Presseberichterstattung zu diesem Ereignis zu untersuchen.
2. DIE PRESSE ZUR ZEIT DES 27.02.1933: Beschreibung des Zustands der deutschen Presselandschaft kurz vor dem Brand und der zunehmenden Einschränkung der Pressefreiheit durch die Nationalsozialisten.
3. DER ZEITUNGSVERGLEICH: Detaillierte Analyse der Berichterstattung der fünf ausgewählten Zeitungen im Hinblick auf deren politische Ausrichtung, Sprache und Aufmachung.
3.1 DER VÖLKISCHE BEOBACHTER: Untersuchung des NS-Parteiorgans und seiner propagandistischen Nutzung des Brandes zur Diffamierung politischer Gegner.
3.2 DER VORWÄRTS: Analyse der SPD-Parteizeitung, die versucht, die Linke zu verteidigen und vor dem nationalsozialistischen Umbruch zu warnen.
3.3 DIE KREUZZEITUNG: Betrachtung der christlich-konservativen Zeitung, die in ihrer Berichterstattung eine distanzierte Haltung einnimmt.
3.4 DIE VOSSISCHE ZEITUNG: Untersuchung der liberalen Zeitung, die bemüht ist, trotz Betroffenheit eine objektive und neutrale Linie zu wahren.
3.5 DER BERCHTESGADENER ANZEIGER: Analyse der Regionalzeitung und ihrer Anpassung an das politische Klima durch eine teils sachliche, teils propagandistische Berichterstattung.
4. RESÜMEE: Zusammenfassender Vergleich der untersuchten Zeitungen und deren unterschiedlicher Umgang mit den Ereignissen und der historischen Wahrheit.
5. LITERATURANGABEN UND EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG: Auflistung der verwendeten Quellen und formale Erklärung zur Eigenständigkeit der Arbeit.
Schlüsselwörter
Reichstagsbrand, NS-Diktatur, Pressefreiheit, Gleichschaltung, Völkischer Beobachter, Vorwärts, Kreuzzeitung, Vossische Zeitung, Berchtesgadener Anzeiger, Propaganda, Marinus van der Lubbe, Weimarer Republik, Medienanalyse, Instrumentalisierung, Nationalsozialismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Berichterstattung von fünf verschiedenen deutschen Zeitungen zum Reichstagsbrand am 27. Februar 1933.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Pressepolitik kurz vor der Machtergreifung, den inhaltlichen und sprachlichen Vergleich der Zeitungsberichte sowie die politische Instrumentalisierung des Ereignisses.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche politische Lager (NS-nahe, linke, liberale und konservative Presse) den Reichstagsbrand interpretierten und welche rhetorischen Strategien sie dabei verfolgten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode des Zeitungsvergleichs, indem Struktur, Inhalt und Sprache der Artikel auf der Titelseite der fünf Zeitungen systematisch miteinander verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die einzelnen Zeitungen (Völkischer Beobachter, Vorwärts, Kreuzzeitung, Vossische Zeitung, Berchtesgadener Anzeiger) anhand ihrer spezifischen Berichterstattung nach dem Brand einzeln analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Reichstagsbrand, Gleichschaltung, Propaganda, Pressefreiheit, Machtergreifung und Medienanalyse.
Wie unterschied sich die Berichterstattung der liberalen Vossischen Zeitung von der des Völkischen Beobachters?
Während der Völkische Beobachter das Ereignis propagandistisch für Hetze und zur Stigmatisierung der Kommunisten nutzte, bemühte sich die Vossische Zeitung um eine sachlichere und liberalere Einordnung des Vorfalls.
Welche Rolle spielte der Berchtesgadener Anzeiger als Regionalzeitung in diesem Kontext?
Als Regionalzeitung zeigt der Berchtesgadener Anzeiger, wie sich auch kleinere Blätter durch eine Mischung aus Sachlichkeit und Anpassung an das nationalsozialistische Meinungsbild der Gleichschaltung näherten.
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- Stefan Plenk (Author), 2006, Der Reichstagsbrand und die deutsche Presse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55624