Über die Inhalte und die Konzeption des Controlling wird lebhaft diskutiert. Die Ursprünge und historische Entwicklung des Controlling könnten uns helfen einer Klärung dieser Fragen näher zu kommen.
Controlling findet bereits sehr früh im angloamerikanischen Sprachraum Erwähnung. Unter der Stellenbezeichnung „Countroller“ waren am englischen Königshof schon im 15. Jahrhundert Aufzeichnungen über ein- und ausgehende Gelder und Güter zu machen.
1778 hatte in den USA in ähnlicher Funktion ein „Comptroller“ das Gleichgewicht zwischen dem Staatsbudget und den Staatausgaben zu überwachen. Auch 1863 gab es in den USA, einen „Controller of the Currency“, der die staatliche Bankenaufsicht leitete. Als erstes amerikanisches Unternehmen richtete 1880 die Eisenbahngesellschaft die Stelle eines Controllers ein. Dem Controller jener Zeit waren überwiegend finanzwirtschaftliche Aufgaben zugewiesen. In den darauf folgenden Jahren fand aber Controlling in der Privatwirtschaft nur geringe Verbreitung. Erst in den 20er Jahren begann sich Controlling in den USA stärker durchzusetzen, womit auch die Veränderungen im Aufgabenfeld des Controllers und Bedeutungszuwachs für diese Position verbunden waren. Von nun an wurden Controller auch mit Planungs- und Koordinationsaufgaben betraut. Zudem war der Controller in amerikanischen Großunternehmen meist Mitglied der Geschäftsführung oder dieser direkt zugeordnet.
Es wird deutlich, dass die Ursprünge des Controlling im Rechnungswesen sowie in der Kontrollfunktion liegen und dass der Position „Controller“ im Laufe der Zeit immer wieder neue Funktionen zugewachsen sind.
In Deutschland blieb das Konzept des Controlling lange Zeit unbekannt. Noch in den 60er Jahren findet sich Controlling nur bei Tochterunternehmen amerikanischer Konzerne. Doch bereits 1974 verfügen 90% der deutschen Großunternehmen über institutionalisiertes Controlling. Der Aufgabenbereich und der Anforderungsprofil des aktuellen Controllers in der Praxis wurde durch die Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der letzten Zeit, durch die Internalisierung und Globalisierung der Märkte, durch das steigende Wachstum und verschärfte Konkurrenzsituation noch stärker verändert. Aus diesem Grund stellt sich die Frage nach dem aktuellen Berufsbild des Controllers in der Praxis als besonders spannend und interessant.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Controllingdefinition und Controllingziele
1.2 Controlling aus unterschiedlichen Blickwinkeln
1.3 Controllerdefiniton
1.4 Controlling als Schnittmenge zwischen Manager und Controller
2. Berufsbild des Controllers
2.1 Aufgaben des Controllers
2.1.1 Operatives Controlling und Aufgaben
2.1.2 Strategisches Controlling und Aufgaben
2.1.3 Vergleich der Controllingaufgaben über mehrere Jahre hinweg
2.1.4 Ein Bespiel des Untersuchungsergebnisses von Steinle/ Eggers/ Lawa
2.1.5 Aufgaben des Risikocontrollers
2.2. Anforderungsprofil des Controllers
2.2.1 Fachliche Anforderungen an einen Controller
2.2.2 Persönliches Anforderungsprofil eines Controllers
2.2.3 Vergleich des Anforderungsprofils der Controller von gestern und heute
2.2.4 Veränderung der Controllinganforderungen heute und in der Zukunft
2.3 Tendenz zur Dezentralisierung des Controlling
3. Berufsbild des Logistik-Controlling
3.1 Logistik-Controlling im Überblick
3.1.1 Attraktivität des Logistik-Controlling
3.1.2 Logistik-Controlling bei Geschäftsprozessen
3.2 Aufgaben des Logistik-Controllers
3.2.1 Strategisches Logistik-Controlling und Aufgaben
3.2.2 Operatives Logistik-Controlling und Aufgaben
3.2.3 Vorteile für Logistikmanager durch den Einsatz von Logistik-Controller
3.2.4 Supply-Chain-Controlling und Aufgaben
3.3 Anforderungsprofil des Logistik-Controllers
4. Blick in die Zukunft und Schlussbetrachtung
4.1 Blick in die Zukunft
4.2 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das moderne Berufsbild des Controllers sowie des Logistik-Controllers in der Praxis. Dabei wird untersucht, wie sich die Aufgabenbereiche und Anforderungsprofile durch veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Globalisierung und technologische Entwicklungen gewandelt haben und welche Bedeutung dem Controlling in der heutigen Unternehmensorganisation zukommt.
- Historische Entwicklung und Definition des Controllings
- Wandel der Aufgaben und Kompetenzanforderungen für Controller
- Spezifische Anforderungen und Aufgaben des Logistik-Controllings
- Vergleich von Controlling-Profilen über Zeiträume hinweg
- Dezentralisierungstendenzen in der Controlling-Struktur
- Zukunftsperspektiven des Controllings in der modernen Betriebswirtschaft
Auszug aus dem Buch
1.3 Controllerdefiniton
„Controller ist zunächst einmal der Chef des internen Rechnungswesens – der „Rechnungs-Chef“. (...) „To control“ bedeutet „regeln“ oder „steuern“. Demnach ist der Controller eine Art betriebswirtschaftlicher Lotse oder Steuermann – ein „kybernetes“ -, der mit Hilfe von Zahleninformationen hilft, dass die „Kapitäne“ in Verkauf, Produktion, Forschung und Einkauf mit ihren „Schiffen“ sicher im unruhigen geschäftlichen „Meer“ operieren. Er muß signalisieren, wo die Gefahr des Auflaufens besteht – wo die Zusammenhänge zwischen Umsatz, Kosen und Gewinn aus den Flügen geraten. Der Controller kontrolliert demnach nicht, sondern er sorgt dafür, dass jeder sich selber kontrollieren kann im Hinblick auf die Einhaltung der von der Geschäftsleitung gesetzten Ziele - besonders im Hinblick auf die Einhaltung des Gewinnziels.“ Controller sorgt für eine Methodik, die darauf hinwirkt, dass Unternehmen das Gewinnziel erreicht, so gehört in Controller-Werkzeugkasten das Rechnungswesen hin.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Controllings, definiert grundlegende Begriffe und stellt das Controlling als wichtige Führungsunterstützungsfunktion vor.
2. Berufsbild des Controllers: Hier werden die vielfältigen Aufgabenbereiche des Controllers sowie die fachlichen und persönlichen Anforderungsprofile im Wandel der Zeit detailliert untersucht.
3. Berufsbild des Logistik-Controlling: Dieses Kapitel widmet sich der spezialisierten Rolle des Logistik-Controllers und analysiert deren Integration in das Logistikmanagement sowie die Relevanz von Supply-Chain-Controlling.
4. Blick in die Zukunft und Schlussbetrachtung: Die abschließenden Kapitel diskutieren die zukünftigen Herausforderungen und Entwicklungstendenzen des Controlling-Berufsbildes unter dem Einfluss zunehmender Umweltdynamik und Komplexität.
Schlüsselwörter
Controlling, Logistik-Controlling, Controller, Anforderungsprofil, Unternehmensführung, Supply-Chain-Controlling, Strategisches Controlling, Operatives Controlling, Kostenrechnung, Berichtswesen, Risikomanagement, Prozessoptimierung, Unternehmenssteuerung, Kompetenzprofil, Betriebswirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das aktuelle Berufsbild des Controllers sowie des Logistik-Controllers unter Berücksichtigung von Praxisanforderungen und historischen Entwicklungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Aufgaben- und Anforderungsspektrum von Controllern, die Entwicklung des Logistik-Controllings, sowie die Zukunftsperspektiven des Berufsstandes.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein Verständnis für das aktuelle Berufsbild und die sich wandelnden Qualifikationsanforderungen an Controller in der heutigen Praxis zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf eine eigene Datenauswertung von Stellenanzeigen zur empirischen Fundierung der Anforderungsprofile.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die operativen und strategischen Aufgabenfelder sowohl von allgemeinen Controllern als auch spezifisch von Logistik-Controllern dargestellt und verglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Controlling, Logistik-Controlling, Anforderungsprofil, Unternehmensführung und Supply-Chain-Controlling charakterisiert.
Warum spielt die Dezentralisierung für das Controlling eine Rolle?
Die zunehmende Komplexität der Aufgaben macht es oft notwendig, Controlling-Funktionen dezentral in den Geschäftsbereichen anzusiedeln, was jedoch neue Anforderungen an die Koordination stellt.
Welche Rolle spielt die EDV für den modernen Controller?
EDV-Kenntnisse, insbesondere im Bereich SAP, haben für Controller massiv an Bedeutung gewonnen und bilden heute eine unverzichtbare Basis für das Berichtswesen und die Datenanalyse.
- Quote paper
- Elena Schill (Author), 2006, Das aktuelle Berufsbild des Controllers und Logistik-Controllers in der Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55661