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Ämterverständnis im Vergleich der evangelischen und katholischen Kirche anhand der Bekenntnisschriften

Title: Ämterverständnis im Vergleich der evangelischen und katholischen Kirche anhand der Bekenntnisschriften

Term Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Veit Hiller (Author)

Theology - Systematic Theology
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Das deutsche Wort „Amt“ bedeutet nach Übersetzung aus dem griechischen „diakonia“ und dem lateinische „ministerium“ den „Dienst. Nach unserem Sprachempfinden wird Amt jedoch eher als Macht und der Amtsinhaber als eine Art Machthaber verstanden. Da es bereits zu Anfang der Christenheit den Rangstreit der Jünger gab, folgte die Mahnung Jesu „Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand will der Erste sein, der soll der Letzte sein von allen und aller Diener.“1 Seitdem wird theologisch von der Vollmacht in der Kirche gesprochen, welche ein Amtsträger im Dienste Christi übt, und höchste Amtsträger nennen sich „servus servorum Dei“.

Obwohl für alle Kirchen die Begründung der kirchlichen Lehre und des christlichen Lebens im historischen Ursprung wesentlich ist gibt es bis heute keine Einigung über das Amtsverständnis. Da aus dem neuen Testament kein einheitliches Amtsverständnis überliefert ist, ist die konkrete Ausgestaltung der kirchlichen Dienste inklusive des ordinierten Amtes nach Auffassung der evangelischen Kirchen nicht geregelt. Im Gegensatz dazu sieht die römischkatholische Kirche die Struktur der Kirche als unter der Führung des heiligen Geistes entstanden und somit für alle Zeiten als gottgewollt an.

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Inhaltsverzeichnis

1. DAS AMT IN DER KIRCHE

2. DAS ÄMTERVERSTÄNDNIS DER EV. LUTH. KIRCHE

3. DIE ÄMTER IN DER EV. LUTH. KIRCHE

3.1. VIKARINNEN UND VIKARE

3.2. PFARRER/BISCHÖFE

4. DAS ÄMTERVERSTÄNDNIS IN DER KATHOLISCHEN KIRCHE

5. DIE ÄMTER IN DER KATHOLISCHEN KIRCHE

5.1. DIAKONE

5.2. PRIESTER

5.3. BISCHÖFE

6. DAS ÄMTERVERSTÄNDNIS IM VERGLEICH

7. FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das evangelische Amtsverständnis auf Basis der Bekenntnisschriften und stellt es dem katholischen Amtsverständnis gegenüber, um Stärken und Schwächen beider Systeme hinsichtlich einer zeitgemäßen kirchlichen Leitungsstruktur zu erörtern.

  • Grundlagen des Amtsbegriffs in der evangelischen und katholischen Theologie
  • Strukturen und Ämter in der evangelisch-lutherischen Kirche
  • Hierarchische Ämterordnung der katholischen Kirche
  • Vergleich der theologischen Herleitungen von Amtsgewalt
  • Diskussion über zeitgemäße kirchliche Führungsorganisation

Auszug aus dem Buch

6. Das Ämterverständnis im Vergleich

Für Luthers Amtsverständnis kann keine einzelne Bibelstelle zitiert werden, sondern Luther sieht vielmehr als Beleg für sein Amtsverständnis das Evangelium als grundlegend an. Luthers Amtsauffassung ist biblisch wohlfundiert, allerdings nicht biblizistisch. Sieht man allerdings das lutherische Amtsverständnis nicht evangeliozentrisch an, ergibt sich eine grundlegende Befangenheit in der Auslegung biblischer Einzelbelege, die jedoch nicht zu einer einheitlichen Amtsauffassung führen, weil sich neutestamentarisch eine solche nicht finden lässt. Luther war der Überzeugung, mit seiner evangeliozentrischen Amtsauffassung an das ursprüngliche Amt der Kirche anzuknüpfen. Dieses hatte das apostolische Evangelium öffentlich zu bezeugen, es vor Verfälschung zu bewahren und die Sakramente evangeliumsgemäß zu verwalten. Durch die Unterordnung des Amtes unter das Evangelium knüpft die Reformation an die Tradition des Evangeliums an. Dadurch entsteht auch der Gegensatz zur katholischen Kirche, die sich selbst zum Maßstab erhoben hat und in erster Linie sich selbst und nicht das Evangelium tradiert.

Unter Berücksichtigung des Artikels 4, CA ergibt sich für das Amtsverständnis, dass Christus der einzige Heilsmittler ist, der durch seinen Tod dem alttestamentlichen Priestertum sowie allem heilsmittlerischen Opferdienst ein Ende gesetzt hat und durch seine Selbsthingabe den Weg zu Gott geöffnet hat. In den von Gottes Heilsmitteln Wort Gottes (als Gesetz und Evangelium), Taufe und Abendmahl bestimmten Rahmen ist das kirchliche Amt hineingestellt. Aus dieser Perspektive lässt sich das Amt als Dienst an den Heilsmitteln bestimmen. Es ist also Instrument der Heilsmittel, in denen sich der „eine“ Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Jesus Christus selbst mitteilt und gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DAS AMT IN DER KIRCHE: Dieses Kapitel erläutert den etymologischen Ursprung des Begriffs „Amt“ als Dienst und beleuchtet die fehlende Einigkeit zwischen den Konfessionen bezüglich eines biblisch begründeten Amtsverständnisses.

2. DAS ÄMTERVERSTÄNDNIS DER EV. LUTH. KIRCHE: Hier wird das reformatorische Prinzip des „Allgemeinen Priestertums“ dargelegt, welches keine geistliche Hierarchie im Sinne eines besonderen Standes kennt, sondern das Amt funktional der Evangeliumsverkündigung zuordnet.

3. DIE ÄMTER IN DER EV. LUTH. KIRCHE: Das Kapitel beschreibt die praktische Ausgestaltung der Ordination sowie die spezifischen Rollen von Vikaren, Pfarrern und Bischöfen als ausführende Funktionen innerhalb der Kirche.

4. DAS ÄMTERVERSTÄNDNIS IN DER KATHOLISCHEN KIRCHE: Es wird die hierarchische Struktur dargelegt, in der die Apostelnachfolge und die Vermittlerrolle des Priestertums im Zentrum stehen.

5. DIE ÄMTER IN DER KATHOLISCHEN KIRCHE: Dieses Kapitel definiert die Weihestufen Episkopat, Presbyterat und Diakonat und deren jeweilige Aufgabenbereiche des Lehrens, Heiligens und Leitens.

6. DAS ÄMTERVERSTÄNDNIS IM VERGLEICH: Die Gegenüberstellung analysiert die evangeliozentrische Sicht Luthers im Gegensatz zur institutionell-hierarchischen Auffassung der katholischen Kirche.

7. FAZIT: Der Autor resümiert die Unterschiede und plädiert abschließend für eine verstärkte, zeitgemäße Struktur innerhalb der evangelischen Kirche zur besseren Wahrnehmung in der Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Amt, Evangelium, Ordination, Allgemeines Priestertum, Hierarchie, Sakrament, Katholische Kirche, Evangelisch-lutherische Kirche, Kirchenleitung, Verkündigung, Dienstamt, Apostolische Nachfolge, Reformation, Gemeinschaft, Heilsmittler.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Untersuchung und dem Vergleich des kirchlichen Amtsverständnisses in der evangelisch-lutherischen sowie der römisch-katholischen Kirche.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die theologische Herleitung des Amtes, das reformatorische „Allgemeine Priestertum“ und die hierarchische Struktur der katholischen Kirche sowie deren Bedeutung für eine moderne Kirchenleitung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Unterschiede in der Amtsauffassung herauszuarbeiten und zu erörtern, welche Elemente der jeweiligen Systeme für eine heutige, gegenwärtige Kirchenleitung von Vorteil oder hinderlich sein könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse der Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche sowie einer Gegenüberstellung mit katholischen dogmatischen Positionen und kirchenrechtlichen Dokumenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des evangelischen Amtsverständnisses und der konkreten Ämter, die Beschreibung der katholischen Hierarchie und Ämter sowie einen abschließenden direkten Vergleich beider Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind das Allgemeine Priestertum, die Ordination, das Sakrament der Weihe, die Evangeliumsverkündigung und der Begriff des Dienstes.

Inwiefern unterscheidet sich die Installation von Bischöfen in den beiden Kirchen?

Während die katholische Kirche Bischöfe durch das Sakrament der Weihe in eine hierarchische Stufe erhebt, werden evangelische Bischöfe eher „installiert“, da es in der evangelischen Kirche keine prinzipielle hierarchische Stufung der Ämter gibt.

Warum plädiert der Autor für ein stärkeres Leitungsmodell in der evangelischen Kirche?

Der Autor sieht in einer einzelnen, gewählten Führungsperson (Primus) bessere Möglichkeiten zur Repräsentation und zur klaren Positionierung innerhalb der Gesellschaft, ohne dabei das allgemeine Priestertum aufzugeben.

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Details

Title
Ämterverständnis im Vergleich der evangelischen und katholischen Kirche anhand der Bekenntnisschriften
College
University of Leipzig  (Institut für Systematische Theologie )
Course
Confessio Augustana
Grade
2,0
Author
Veit Hiller (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V55703
ISBN (eBook)
9783638505895
ISBN (Book)
9783638765787
Language
German
Tags
Vergleich Kirche Bekenntnisschriften Confessio Augustana
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Veit Hiller (Author), 2006, Ämterverständnis im Vergleich der evangelischen und katholischen Kirche anhand der Bekenntnisschriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55703
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