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Das deutsche Bauerntum im Spätmittelalter am Abend der Krise

Title: Das deutsche Bauerntum im Spätmittelalter am Abend der Krise

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Matthias Trumpfheller (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Was ein Bauer ist, das weiß doch jeder, oder? Nun ja, heutzutage sind die Übergänge fließender geworden und wir würden den Besitzer einer ehemaligen LPG in den neuen Bundesländern wohl kaum als Bauer bezeichnen, wir sehen ihn wohl eher als Geschäftsmann, und so mancher Bauernhof mag heute wohl eher einer Fabrik gleichen, obschon es auch heute noch den vermeintlich verträumten kleinen Bergbauernhof geben mag der einem vielleicht zunächst beim Begriff Bauer einfällt. Die Heterogenität die wir in unseren heutigen Vorstellungen beim Begriff des Bauern haben reicht zurück bis zur Entstehung des Wortes „Bauer“. Sprach man im Frühmittelalter noch von liberi, liti und servi, also von freien, halbfreien und unfreien so kommt der Begriff des „geburen“ Bauern im Frühmittelalter nur im Sinne von Mitbewohner des Hauses („bur“) bzw. dem Siedlungsgenossen, dem Angehörigen einer Nachbarschaft („burschap“) vor. Vom acricolae oder rustici ist nicht die Rede. Der Bauer als eigener Stand tritt somit also eigentlich erst seit dem Hochmittelalter in Erscheinung, seit in den Quellen neben den milites und den cives auch von den rustici gesprochen wird. Selbstverständlich ist dies nicht die Geburtsstunde des Bauern an sich, dieser ist freilich schon seit jeher ein die Welt prägender Beruf, es geht viel mehr um den Bauernstand. Jedoch nicht um das Frühmittelalter. Ziel dieses Aufsatzes ist es das deutsche Bauerntum im Spätmittelalter vorzustellen. Am Vorabend des Bauernkrieges und am Abend der Krise. Dabei gilt es zunächst zu klären wie sich das Bauerntum im Spätmittelalter innerhalb des Reiches darstellt, welche Herrschaftsformen und mit welchen Abhängigkeitsformen mussten die Bauern z.B. im Südwesten oder im Nordosten des Reiches umgehen. Danach betrachten wir die sozialen Grundlagen die zur Entstehung der Konflikte führten. Dabei gilt das Augenmerk zunächst den Wüstungen und der Pest, bevor die daraus resultierenden Folgen vorgestellt werden. In einem nächsten Schritt widmen wir uns den Konflikten im Vorfeld des Bauernkrieges von 1525, um schließlich in einem letzten Schritt zu überprüfen ob uns der Bauer des Spätmittelalters vielleicht einen Schritt näher gekommen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 WAS IST EIN BAUER?

1.1 UNTERSCHIEDE INNERHALB DES REICHES

1.1.1 SÜDWESTDEUTSCHE GRUNDHERRSCHAFT

1.1.2 WESTDEUTSCHE GRUNDHERRSCHAFT

1.1.3 NORDWESTDEUTSCHE GRUNDHERRSCHAFT

1.1.4 SÜDOSTDEUTSCHE GRUNDHERRSCHAFT

1.1.5 MITTELDEUTSCHE GRUNDHERRSCHAFT

2 AM ABEND DER KRISE

2.1 SOZIALE GRUNDLAGEN - WÜSTUNGEN, PEST UND DIE AGRARKRISE

2.2 AUFSTÄNDE IM VORFELD DES BAUERNKRIEGES

3 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das deutsche Bauerntum im Spätmittelalter, insbesondere im Hinblick auf die Agrarkrise und die damit verbundenen sozialen Konflikte, die als Vorläufer des Bauernkrieges von 1525 fungierten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Darstellung des Bauernstandes innerhalb des Reiches sowie der Frage, welche Herrschafts- und Abhängigkeitsformen diese Zeit prägten und wie diese zum Aufstandspotenzial beitrugen.

  • Heterogenität der Grundherrschaftsformen im spätmittelalterlichen Reich
  • Einfluss von Wüstungen, Pest und der resultierenden Agrarkrise auf die ländliche Bevölkerung
  • Analyse der Aufstände im Vorfeld des Bauernkrieges und deren sozioökonomische Ursachen
  • Die Rolle der dörflichen Gemeinde als politische Vertretung und Motor bäuerlichen Widerstands
  • Bedeutung von Rechtsvorstellungen wie dem „alten Recht“ und dem „göttlichen Recht“

Auszug aus dem Buch

1 WAS IST EIN BAUER?

Was ein Bauer ist, das weiß doch jeder, oder? Nun ja, heutzutage sind die Übergänge fließender geworden und wir würden den Besitzer einer ehemaligen LPG in den neuen Bundesländern wohl kaum als Bauer bezeichnen, wir sehen ihn wohl eher als Geschäftsmann, und so mancher Bauernhof mag heute wohl eher einer Fabrik gleichen. Dennoch haben wir wohl alle auch noch eine romantisierte Vorstellung eines Bauern, wie man sie von Kalenderblättern oder auch Holzschnitten kennt. Mir fällt der alte kleine Mann aus meinem Heimatdorf im Odenwald ein, der noch im alten Bauernhaus von anno dazumal wohnt und im Stall zehn Kühe hat und dazu zwei oder drei Felder, aber auch genauso der größte Bauer am Ort, der mit weit über 100 Kühen und zahlreichen Feldern, die er gemeinsam mit der gesamten Familie und dem Knecht der mit auf dem Hof lebt, bearbeitet.

Wenn man nachfragt, so hat sicher jeder eine eigene Vorstellung dessen was für ihn oder sie ein Bauer sein mag. Doch woher stammen diese Vorstellungen? Was prägt unser Bild?

Wichtig für unser Bild eines Bauern ist wohl sicher zum einen unsere eigene Herkunft. Wenn man wie ich aus dem Odenwald stammt, so ist das Bild eines Bauern wohl durch eben die beiden von mir schon erwähnten Typen geprägt. Zum einen der alte Kleinstbauer der manchmal vielleicht auch nur eine Ziege, ein Schwein und ein Feld hat und sich mit Heimarbeit etwas dazu verdient aber mittlerweile am aussterben ist und auf der anderen Seite den Großbauern, der nach und nach alle Flächen aufkauft, der große Viehbestände hat und neben der Landwirtschaft auch noch Ferienwohnungen auf seinem Bauernhof vermietet und so über den Tourismus das Bild des Bauern für die Gäste aus der Stadt prägt und dabei natürlich zumeist auch bedacht darauf ist eine gewisse urwüchsige Romantik zu vermitteln.

Zusammenfassung der Kapitel

1 WAS IST EIN BAUER?: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen und gesellschaftlichen Begriff des Bauern und hinterfragt die modernen sowie historischen Vorstellungen von diesem Stand.

1.1 UNTERSCHIEDE INNERHALB DES REICHES: Hier werden die fünf von der Forschung definierten Haupttypen der Grundherrschaft im deutschen Reich des 14. Jahrhunderts differenziert betrachtet.

1.1.1 SÜDWESTDEUTSCHE GRUNDHERRSCHAFT: Das Kapitel beschreibt das dominierende Zins- und Rentensystem sowie die Auflösung der Villikationen in dieser Region.

1.1.2 WESTDEUTSCHE GRUNDHERRSCHAFT: Es wird die Entwicklung hin zum Rentensystem und die zunehmende Mobilisierung des Grundbesitzes im Rhein-Mosel-Gebiet analysiert.

1.1.3 NORDWESTDEUTSCHE GRUNDHERRSCHAFT: Dieser Abschnitt thematisiert die frühe Auflösung der Villikationen und die Konsolidierung bäuerlicher Nutzungsrechte in Großbauernhöfen.

1.1.4 SÜDOSTDEUTSCHE GRUNDHERRSCHAFT: Das Kapitel behandelt die spezifische Ausprägung der Grundherrschaft in Gebieten wie Bayern und Österreich, geprägt durch kurzfristige Leiheformen.

1.1.5 MITTELDEUTSCHE GRUNDHERRSCHAFT: Es wird die Rechtslage der Bauern in Regionen wie Thüringen beschrieben, die im Vergleich zum Reichsdurchschnitt als überaus positiv hervortritt.

2 AM ABEND DER KRISE: Hier wird der Übergang von den Strukturen der Grundherrschaft zur ökonomischen und sozialen Krise am Ende des 15. Jahrhunderts eingeleitet.

2.1 SOZIALE GRUNDLAGEN - WÜSTUNGEN, PEST UND DIE AGRARKRISE: Das Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen dem spätmittelalterlichen Bevölkerungseinbruch, der Pest und den damit verbundenen wirtschaftlichen Veränderungen.

2.2 AUFSTÄNDE IM VORFELD DES BAUERNKRIEGES: Es wird analysiert, warum bäuerliche Aufstände im Spätmittelalter zunahmen und welche Rolle die Gemeinde dabei als politische Organisation spielte.

3 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Kapitel fasst die Kernthesen zur Agrarkrise und zur Rolle der Gemeinde zusammen und reflektiert über die Bedeutung dieser Epoche für die Demokratiegeschichte.

Schlüsselwörter

Bauerntum, Spätmittelalter, Grundherrschaft, Agrarkrise, Wüstungen, Pest, Bauernkrieg, Sozialgeschichte, Gemeindebildung, altes Recht, göttliches Recht, politische Mitbestimmung, Lohnarbeit, Rentensystem, Feudalstaat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Lebensbedingungen, die wirtschaftliche Lage und den politischen Status des deutschen Bauerntums im Spätmittelalter vor dem Hintergrund der Agrarkrise und der einsetzenden Bauernaufstände.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die verschiedenen Formen der Grundherrschaft im Reich, die Auswirkungen von Pest und Wüstungen sowie die Entwicklung bäuerlicher Organisationen wie der Gemeinde.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, das heterogene Bild des Bauerntums zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie wirtschaftliche Not und politische Selbstorganisation zur Entstehung von bäuerlichem Widerstand führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Der Autor stützt sich auf die Auswertung der einschlägigen fachwissenschaftlichen Literatur, wie etwa von Friedrich Lütge, Werner Rösener und Peter Blickle, um historische Theorien zur Agrarkrise zu verifizieren.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte regionale Untersuchung der Grundherrschaftsformen und eine Analyse der sozialen Ursachen für die Unruhen im 15. und frühen 16. Jahrhundert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Agrarkrisentheorie, bäuerliche Gemeinde, Widerstandsrecht und den Übergang vom Spätmittelalter in die Frühe Neuzeit geprägt.

Warum spielt die Gemeinde eine so zentrale Rolle für das Verständnis der Aufstände?

Die Gemeinde fungierte als „innerste Zelle“ politischen Lebens, in der Bauern administrative Aufgaben übernahmen und ein Bewusstsein für politische Mitbestimmung und gemeinschaftliche Rechte entwickelten.

Wie unterscheidet sich der Widerstand um das „alte Recht“ vom Widerstand um das „göttliche Recht“?

Beim „alten Recht“ ging es primär um die Bewahrung hergebrachter Gebräuche gegen willkürliche Verschlechterungen, während das „göttliche Recht“ eine fundamentale gesellschaftliche Umgestaltung und die Aufhebung der Leibeigenschaft forderte.

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Details

Title
Das deutsche Bauerntum im Spätmittelalter am Abend der Krise
College
Technical University of Darmstadt  (Institut für Geschichte)
Course
Die Luxemburger
Grade
2,0
Author
Matthias Trumpfheller (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V55710
ISBN (eBook)
9783638505963
ISBN (Book)
9783638662420
Language
German
Tags
Bauerntum Spätmittelalter Abend Krise Luxemburger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Trumpfheller (Author), 2006, Das deutsche Bauerntum im Spätmittelalter am Abend der Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55710
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