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Künstlich geordnete Verwirrung in E.T.A. Hoffmanns "Prinzessin Brambilla"

Title: Künstlich geordnete Verwirrung in E.T.A. Hoffmanns "Prinzessin Brambilla"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Eike-Christian Kersten (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Thema soll die Klärung der Frage sein, wie und mit welchen Mitteln E. T. A. Hoffmann jene ,,künstlich geordneten Verwirrung" herbeiführt, die Leser und Kritiker gleichermaßen verwirrt und verärgert, jedenfalls beeindruckt, ohne ihn jedoch gänzlich allein zu lassen. Dazu wird auf die Struktur des Capriccios eingegangen, wobei eine weitere, in der Literatur bisher nicht genannte Erzählebene eingeführt wird; sowie auf die Leseranrede und die Aufspaltung der Personen wie auch ihre Benennung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Struktur

3. Die Leseranrede

4. Namen und Charakterisierungen der Personen beziehungsweise Figuren

4.1 Giglio Fava - Prinz Cornelio Chiapperi - Capitan Pantalon - König Ophioch

4.2 Giacinta Soardi - Prinzessin Brambilla - Königin Liris - Prinzessin Mystilis

4.3 Ciarlatano Celionati - Fürst Bastianello di Pistoja

4.4 Ruffiamonte - Magus Hermod

6. Schlußwort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzählerischen Mittel und die komplexe Struktur in E. T. A. Hoffmanns Capriccio "Prinzessin Brambilla", um zu klären, wie der Autor eine „künstlich geordnete Verwirrung“ erzeugt und durch welche narrativen Strategien er den Leser durch das Werk führt.

  • Analyse der ineinander verschachtelten Erzählebenen und Erzählwelten.
  • Untersuchung der metafiktionalen Leseranrede als Mittel der Orientierung und Brechung.
  • Deutung der Namensgebung als Hinweis auf die Charakterdualismen der Figuren.
  • Betrachtung der Rollenverdopplungen und Doppelgänger-Motive im Werk.
  • Erläuterung der narrativen Integration der verschiedenen Handlungsstränge bis zum Ende.

Auszug aus dem Buch

4. Namen und Charakterisierungen der Personen beziehungsweise Figuren

Die Benennung und vor allem die Neu-Benennung eröffnet dem Autor die Möglichkeit, Personen und Dinge der einen Welt einer oder mehreren anderen Welten zuzuordnen. Gleichgültig, auf wie viele Erzählwelten man sich festlegen will, so kann man doch jedenfalls feststellen, daß es einen Bereich des realen und einen des wunderbaren gibt, die teils klar getrennt sind, teils fließend ineinander übergehen, und teils verschmelzen. Hoffmann ordnet über die Namen seine Figuren beiden Welten zu, die Duplizität der Welten führt auch zu einer Duplizität des Erzählpersonals. Mit Bezug auf die beiden Hauptfiguren Giglio Fava und Giacinta Soardi wird vertreten, daß der Autor „Ist-Zustand der Persönlichkeit und Soll-Zustand des Wesens (Ziel und Verwandlung) in jeweils zwei Personen auseinander gelegt hat [, die er] [...] abwechselnd und sogar gleichzeitig auftreten läßt (Doppelgänger)“. Die Personen sind in zwei Hauptfiguren gespalten, die entstandenen vier Figuren stehen zueinander in Überkreuzbeziehungen. Sie befinden sich im Zustand der Unvollkommenheit und suchen im anderen nach Vollkommenheit oder Erfüllung.

Bis zur vorletzten Szene herrscht eine hermetische Abriegelung zwischen den jeweiligen beiden Teil-Persönlichkeiten, sie wissen jeweils nichts vom anderen Ich und seinen Zielen. Auch die beiden Regisseure, Celionati und Ruffiamonte, „erleiden eine Verdoppelung der Persönlichkeit“ als Fürst Bastianello di Pistoja und Magus Hermod. Im Urdarmythos finden sich die Hauptpersonen in einer oder sogar zwei weiteren Erscheinungsweisen wieder, als König Ophioch und Königin Liris beziehungsweise Prinzessin Mystilis. Außerhalb des Urdarmythos’ wird Giglio Fava in den Prinzen Cornelio Chiapperi und die Theatergestalt Capitan Pantalon zergliedert. Durch die Auflösung der Einheit der Personen im Medium von Doppelgängern und Abspaltungen wird eine durchgängige Identifizierbarkeit unmöglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die zeitgenössische und spätere Rezeption von "Prinzessin Brambilla" und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Mittel der "künstlich geordneten Verwirrung".

2. Die Struktur: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen, ineinander verschachtelten Erzählwelten und diskutiert die divergierenden Thesen der Sekundärliteratur zur Anzahl und Beschaffenheit dieser Schichten.

3. Die Leseranrede: Der Abschnitt befasst sich mit der metafiktionalen Funktion der direkten Leseransprache, die sowohl der Desillusionierung dient als auch dem Leser als Orientierungshilfe in der komplexen Handlung dient.

4. Namen und Charakterisierungen der Personen beziehungsweise Figuren: Hier wird untersucht, wie die Namensgebung und die Aufspaltung der Figuren in verschiedene Identitäten die thematische Vielschichtigkeit und den Dualismus des Werkes widerspiegeln.

6. Schlußwort: Das Schlußwort resümiert, dass Hoffmann durch die Zusammenführung der Erzählebenen den Dualismus auflöst und die vermeintliche Sinnlosigkeit des Capriccios als ein planvolles Konzept zur Erziehung zum Glück erweist.

Schlüsselwörter

E. T. A. Hoffmann, Prinzessin Brambilla, Capriccio, Erzählebenen, Metafiktion, Romantische Ironie, Leseransprache, Doppelgänger, Urdarmythos, Namensgebung, Dualismus, Narratologie, Literaturwissenschaft, Identität, Schizophrenie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert E. T. A. Hoffmanns Erzählwerk "Prinzessin Brambilla" mit Fokus auf die komplexe erzählerische Struktur und die Methoden, mit denen der Autor den Leser durch das verwirrende Werk führt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Struktur der Erzählebenen, die Rolle des Autors als metafiktionaler Spielleiter, die Charakterkonfiguration durch Namensgebung sowie den Dualismus zwischen bürgerlicher Realität und künstlerischer Imagination.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Mittel aufzuklären, mit denen Hoffmann die als "künstlich geordnete Verwirrung" bezeichnete narrative Komplexität erzeugt und damit Leser und Kritiker gleichermaßen beeindruckt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf der Auswertung und kritischen Diskussion der vorhandenen Sekundärliteratur zu E. T. A. Hoffmann basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Erzählstruktur, die Analyse der metafiktionalen Leseranrede sowie eine detaillierte Betrachtung der Figurennamen und ihrer jeweiligen Zuordnung zu den verschiedenen Erzählebenen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen neben dem Werktitel insbesondere Begriffe wie Erzählebenen, Metafiktion, Doppelgänger, Identität und die romantische Ironie.

Welche spezifische Rolle nimmt Celionati innerhalb der Erzählung ein?

Celionati fungiert als eine Art Regisseur oder "Meister", der Fäden der Handlung in der Hand hält und durch metafiktionale Kommentare ironische Distanz zum Erzählgeschehen schafft.

Warum spielt die Namensgebung eine solch zentrale Rolle in der Analyse?

Die Namen sind oft semantisch motiviert oder auf assoziative Kontexte der Commedia dell'arte zurückzuführen, wodurch sie als Schlüssel zur Identifizierung der Figuren in den unterschiedlichen Realitäts- und Märchenebenen dienen.

Wie erklärt die Arbeit das Ende des "chronischen Dualismus"?

Der Dualismus wird zum Schluss durch die Zusammenführung aller Handlungsstränge und die Rückkehr der Hauptpersonen in eine Einheit aufgelöst, was Hoffmann als bewusste "Erziehung zum Glück" inszeniert.

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Details

Title
Künstlich geordnete Verwirrung in E.T.A. Hoffmanns "Prinzessin Brambilla"
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften)
Course
Hauptseminar Das Buch im Buch
Grade
1,3
Author
Eike-Christian Kersten (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V55768
ISBN (eBook)
9783638506366
ISBN (Book)
9783638663847
Language
German
Tags
Künstlich Verwirrung Hoffmanns Prinzessin Brambilla Hauptseminar Buch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eike-Christian Kersten (Author), 2006, Künstlich geordnete Verwirrung in E.T.A. Hoffmanns "Prinzessin Brambilla", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55768
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