Exegese zu Markus 11, 27-33 - Die Frage nach Jesu Vollmacht


Hausarbeit, 2005
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0) Vorbesinnung

1) Übersetzungsvergleich

2) Zusammenhang (Kontext)

3) Gliederung

4) Literarkritik

5) Formkritik

6) Redaktionskritik

7) Traditionsgeschichte

8) Einzelexegese

9) Skopus

10) Verkündigungsansatz

LiteraturverzeichnisAnhang

EigenständigkeitserklärungAnhang

0. Vorbesinnung

Der Text löst in mir große Verwirrung aus, da Jesus in einem Streitgespräch mit den Hohenpriestern, Schriftgelehrten und Ältesten im Tempel in Jerusalem eine der wichtigsten Fragen, die es gibt, einfach überhaupt nicht beantwortet. Sie fragten ihn, aus welcher Vollmacht er handle. Jesus stellt, wie es in seinen Streitgesprächen im Markusevangelium üblich ist, eine Gegenfrage. Er fragt sie danach, ob die Taufe des Johannes vom Himmel oder vom Menschen sei. Wenn die Schriftgelehrten, Hohenpriester und Ältesten auf diese Frage geantwortet hätten, wäre ihre eigene Frage auch beantwortet gewesen. Da sie sich aber zu keiner der beiden Antwortmöglichkeiten entschließen können, sagt Jesus einfach, dass er ihnen auch nicht sagt aus welcher Vollmacht er handelt. Irgend wie macht mich diese Antwort sehr unglücklich, da es für mich den Anschein hat, dass Jesus wie ein kleines troziges Kind reagiert: „wenn ihr mir das nicht sagt, dann sag ich euch das andere auch nicht!“

Andererseits fasziniert es mich, dass die Gegner Jesu in diesem Streitgespräch selbst darauf kommen, aus welcher Vollmacht Jesus handeln könnte, auch wenn sie es ihm gegenüber nicht zugeben wollen. Da das Volk Johannes den Täufer als einen Propheten anerkennt, könnten sie sich eingestehen, dass Jesus aus himmlischer Vollmacht handelt, aber dann wären sie angreifbar, wegen ihres vorhergegangenen Unglaubens gegenüber Johannes. Eine schwere Situation für alle Beteiligten, wenn man von Jesus absieht.

1. Übersetzungsvergleich

Zu meinem Übersetzungsvergleich habe ich die revidierte Bibelübersetzung Martin Luthers von 1984 (Lu), die Übersetzung des Evangelisch- Katholischen Kommentars zu Markus 11, 27- 36 (Ko), die „holy bible- new international version“ von 2000 (hb), und die revidierte Elberfelder- Übersetzung von 1985 (Elb) herangezogen.

Im Allgemeinen habe ich beim Vergleich der einzelnen Übersetzungen kaum wesentliche Unterschiede gefunden. Luther, die „new international version“ und Elberfelder sind im Textverlauf und im Sprachfluss eher gleich. Der Kommentar hingegen ist im Zusammenhang etwas sprunghaft und wechselt von Vers 27 hin zu den Versen 28- 33 die Zeitform, vom Präsens hin zum Imperfekt.

Ich habe im direkten Vergleich nur zwei wichtige Unterschiede gefunden. So benutzt hb in Vers 27, wo beschrieben wird, dass Jesus im Tempel umhergeht, den Namen Jesus und in den anderen Übersetzungen wird an dieser Stelle „er“ eingesetzt. Der zweite Unterschied besteht darin, dass der Kommentar im Vers 32 Johannes als wirklichen Propheten bezeichnet, während Luther, Elberfelder und „new international version“ Johannes wirklich als Propheten bezeichnen und nicht den Wert auf wirklichen Propheten legen. Nach interlinearer Übersetzung kann man darauf schließen, dass im griechischen Text steht, dass das Volk ihn wirklich für einen Propheten hielt und nicht wie im Kommentar als wirklichen Propheten bezeichnet.

In meiner Exegese verwende ich die Übersetzung Luther 1984, da mir Luthers Übersetzung im Vergleich zu den anderen Übersetzungen am besten gefällt und mir auch am geläufigsten ist.

2. Zusammenhang (Kontext)

Der Text über die Vollmacht Jesu (Markus 11,27-33) steht direkt nach dem Einzug nach Jerusalem und der Tempelreinigung, als erstes Streitgespräch Jesu in Jerusalem. Der vorliegende Text (Markus 11,27-33) ist der Anfang einer Sammlung zahlreicher Gleichnisse und Streitgespräche, die der Passion Christi (Markus14-16) vorhergehen. Nach hinten ist der Text durch das Gleichnis von den bösen Weingärtnern abgegrenzt.

3. Gliederung

Meine Gliederung sieht wie folgt aus:

I.Vers 27:Jesus im Tempel

I.a.Ankunft in JerusalemV. 27a

I.b.Treffen der Hohenpriester, SchriftgelehrtenV. 27b

und Ältesten mit Jesus im Tempel

II.Vers 28:Frage der Hohenpriester, Schriftgelehrten & Ältesten

II.a.Frage nach welcher VollmachtV. 28a

II.b.Frage nach Herkunft der VollmachtV. 28b

III.Verse 29- 30: Gegenfrage Jesu

III.a.Jesus stellt Bedingung für Antwort auf

die Frage der Hohenpriester,V. 29

Schriftgelehrten und Ältesten

III.b.Frage Jesu nach der Taufe des JohannesV. 30

IV.Verse 31- 33a: Reaktion und Antwort der Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten auf Jesu Frage

IV.a.die Hohenpriester, Schriftgelehrten V. 31

und Ältesten bedenken die Möglichkeit,

dass Johannes Taufe vom Himmel sei

IV.b.die Hohenpriester, Schriftgelehrten V. 32a

und Ältesten bedenken die Möglichkeit,

dass Johannes Taufe vom Menschen sei

IV.c.Angst der Hohenpriester, SchriftgelehrtenV. 32b

und Ältesten vor dem Volk

IV.d.Antwort der Hohenpriester,V. 33a

Schriftgelehrten und Ältesten

V.Vers 33b:Schlusswort Jesu

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Exegese zu Markus 11, 27-33 - Die Frage nach Jesu Vollmacht
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V55807
ISBN (eBook)
9783638506670
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exegese, Markus, Frage, Jesu, Vollmacht
Arbeit zitieren
Jan Schulze (Autor), 2005, Exegese zu Markus 11, 27-33 - Die Frage nach Jesu Vollmacht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55807

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