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Perikles und Athens Außenpolitik

Title: Perikles und Athens Außenpolitik

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 20 Pages , Grade: gut

Autor:in: Robert Bongen (Author)

World History - Early and Ancient History
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„In dieser Zeit [den fünfzig Jahren] straffte Athen seine Herrschaft und gelangte zu bedeutender Macht,...“
Imperialistisch, radikal, expansionistisch, machtpolitisch,
sicherheitsstrategisch, friedenspolitisch, demokratisch, status-quo-orientiert, diplomatisch - Begriffe, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Und doch werden sie alle - mehr oder weniger explizit - in der Forschung in Verbindung mit der Außenpolitik Athens im Perikleischen Zeitalter verwandt. Welche dieser Attribute treffen auf die außenpolitischen Maßnahmen und Ziele des Perikles zu? Oder ist es aufgrund der weit zurückliegenden Überlieferung kaum mehr möglich, ein prägnantes Urteil zu fällen? Und wann beginnt überhaupt der Einfluß des großen griechischen Staatsmannes auf Athens Außenpolitik? Unter Verweis auf die diversen Positionen in der Forschung versucht die vorliegende Arbeit eine Antwort auf diese Fragen zu herauszuarbeiten. Die folgenden Ausführungen sollen chronologisch im Jahre 437/36 v. Chr. mit der Gründung der Kolonie in Amphipolis enden, obwohl man das Verhalten des Perikles in der Zeit vor dem Zweiten Peloponnesischen Krieg - steht es doch in engem Zusammenhang mit seiner seit 449 v. Chr. betriebenen Außenpolitik - sowie die allgemeine Entwicklung des Seebundes zur Arché noch in die Beurteilung einbeziehen könnte. Doch soll den folgenden Referaten im Seminar nicht vorgegriffen werden. Weitgehend außen vor bleibt die Darstellung gelegentlich vorhandener
Datierungs-Kontroversen in der Forschung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Perikles Einfluss in der Außenpolitik

III. 462 bis 450 v. Chr.: Machtausdehnung oder „complete miscalculation“?

1. Der Zweifrontenkrieg - Ergebnis der radikalen außenpolitischen Ideen der Demokraten

2. Das ägyptische Desaster

3. Waffenstillstand mit Sparta

IV. Der neue Kurs des Perikles: Sicherheitsstrategie und Panhellenismus, aber dennoch latenter Machtwille?

1. Kallias-Frieden 449/8: Freie Hand in Hellas?

2. Der panhellenische Kongreß: Propagandacoup oder panhellenische Friedensbemühungen?

3. Der 30jährige Frieden zwischen Athen und Sparta - Politik des Ausgleichs und Manifestierung des Dualismus

V. Maßnahmen und Herrschaftsmittel zur Behauptung der Machtposition

1. Die Gründung von Thurioi 444:

2. Die Samos-Krise 440/39

VI. Zwei unterschiedliche außenpolitische Konzeptionen - Kimon und Perikles

VII. Fazit

VIII. Quellen- und Literaturverzeichnis:

a) Quellen:

b) Literatur:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die außenpolitischen Maßnahmen und Ziele des Staatsmannes Perikles im antiken Athen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob seine Politik als konsistente Friedensstrategie oder als Fortführung eines imperialistischen Machtstrebens unter veränderten Vorzeichen zu werten ist.

  • Analyse der perikleischen Außenpolitik zwischen 462 und 431 v. Chr.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Machtanspruch und Diplomatie
  • Bewertung der kolonialen Siedlungspolitik als Herrschaftsinstrument
  • Vergleich der außenpolitischen Konzepte von Kimon und Perikles
  • Hinterfragung der Historizität und Motive diplomatischer Initiativen

Auszug aus dem Buch

Die Samos-Krise 440/39

Die Samos-Krise wird als die einzige echte Unruhe im perikleischen Friedenssystem angesehen, die es allerdings an den Rand des Zusammenbruchs brachte. Territorialstreitigkeiten zwischen dem oligarchischen Samos und dem demokratischen Milet um die Grenzstadt Priene lösten den Konflikt aus. Nachdem man der Aufforderung Perikles’, den Streit per Schiedsgericht zu beenden, nicht nachkam, zog Perikles 441 mit vierzig Schiffen in den Hafen von Samos ein. Er errang einen kampflosen Sieg, richtete wie in Milet eine Demokratie ein, nahm 100 Geiseln und kehrte zurück. Doch Samos schaffte es, die Geiseln zu befreien und erhob sich erneut. Perikles konnte zunächst einen Seesieg gegen die Samier bei Tragia erringen und belagerte danach die Stadt mit fast 200 Schiffen neun Monate lang, bis Samos 439 kapitulierte.

Der Eingriff Perikles’ war durchaus ein Vabanquespiel, denn die Gefahr eines persischen und peloponnesischen Eingriffs bestand. deshalb ging Perikles auch in der Flottenstärke kaum ein Risiko ein. Sparta lehnte auf Anraten Korinths eine Intervention ab; mit den Persern konnte sich Perikles vermutlich durch Bestechungen arrangieren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Vielfalt der in der Forschung verwendeten Begriffe zur Charakterisierung von Perikles' Außenpolitik und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.

II. Perikles Einfluss in der Außenpolitik: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeiten einer exakten Zuweisung politischer Verantwortung in den Quellen und verortet die Hochphase von Perikles' Wirken zwischen 449 und 430 v. Chr.

III. 462 bis 450 v. Chr.: Machtausdehnung oder „complete miscalculation“?: Es wird der Übergang zur radikalen demokratischen Außenpolitik analysiert, die unter anderem in den gescheiterten Zweifrontenkrieg und das ägyptische Desaster mündete.

IV. Der neue Kurs des Perikles: Sicherheitsstrategie und Panhellenismus, aber dennoch latenter Machtwille?: Dieses Kapitel untersucht die diplomatische Wende hin zu Sicherheitsstrategien, Frieden mit Persien und den Versuchen einer panhellenischen Einigung.

V. Maßnahmen und Herrschaftsmittel zur Behauptung der Machtposition: Die verschiedenen Instrumente zur Sicherung des athenischen Einflusses, insbesondere Flottenpolitik, Mauerbau und Siedlungspolitik, werden hier detailliert erörtert.

VI. Zwei unterschiedliche außenpolitische Konzeptionen - Kimon und Perikles: Ein Vergleich der konservativ-aristokratischen Politik Kimons mit dem demokratisch-imperialistischen Kurs des Perikles verdeutlicht die Kontinuitäten und Brüche in der athenischen Führung.

VII. Fazit: Das Fazit resümiert, dass keine einheitliche Stringenz in der Außenpolitik Perikles' feststellbar ist und seine panhellenischen Projekte oft als Deckmantel für athenische Interessen fungierten.

Schlüsselwörter

Perikles, Athen, Außenpolitik, Pentekontaetie, Imperialismus, Seebund, Sparta, Kallias-Frieden, Samos-Krise, Thurioi, Diplomatie, Machtpolitik, Panhellenismus, Strategie, Demokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die außenpolitischen Strategien und Ziele des athenischen Staatsmannes Perikles während des 5. Jahrhunderts v. Chr.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Schwerpunkte sind die Machtausdehnung Athens, die Krisenbewältigung nach militärischen Rückschlägen sowie der Einsatz diplomatischer Mittel gegenüber Sparta und den Verbündeten im Seebund.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Widerspruch zwischen den oft als friedlich dargestellten Initiativen Perikles' und dem zeitgleich verfolgten expansionistischen Machtstreben Athens kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer chronologischen Auswertung historischer Quellen und dem Vergleich aktueller Forschungspositionen zur Außenpolitik des Perikles.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die militärischen Auseinandersetzungen, die diplomatischen Verträge wie den Kallias-Frieden und den 30jährigen Frieden sowie gezielte Maßnahmen zur Machtbehauptung wie die Gründung von Kolonien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Perikles, athenischer Imperialismus, Seebund, Sicherheitsstrategie und Machtmittel geprägt.

Wie bewertet der Autor die Rolle des „panhellenischen Kongresses“?

Der Kongress wird als Instrument gedeutet, das Perikles nutzte, um die athenische Führungsrolle zu festigen, auch wenn die historische Bewertung zwischen „Propagandacoup“ und echtem Friedenswillen schwankt.

Welche Funktion erfüllte die Gründung von Thurioi?

Thurioi diente sowohl als wirtschaftlicher Handelsstützpunkt im Westen als auch als Maßnahme zur Entlastung des athenischen Volkes durch Siedlungspolitik und zur Sicherung athenischer Machtinteressen.

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Details

Title
Perikles und Athens Außenpolitik
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Altertumswissenschaften)
Course
Das Zeitalter des Perikles
Grade
gut
Author
Robert Bongen (Author)
Publication Year
1997
Pages
20
Catalog Number
V55830
ISBN (eBook)
9783638506861
ISBN (Book)
9783656787754
Language
German
Tags
Perikles Athens Außenpolitik Zeitalter Perikles
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Bongen (Author), 1997, Perikles und Athens Außenpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55830
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