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Bundes- und Unionstreue und der Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit

Title: Bundes- und Unionstreue und der Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit

Seminar Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 14

Autor:in: Dipl.-Jur. Univ. Stephan Hofbeck (Author)

Law - Public Law / Constitutional Law / Basic Rights
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Der Begriff der Treue ist sehr facettenreich. Er begegnet Menschen in den verschiedensten Lebenslagen. Ehepaare schwören sich bei ihrer Vermählung die ewige Treue. Kundige wissen auch um die Existenz der Treue im rechtlichen Sinne, wie sie in § 242 BGB normiert ist. Im Fachlexikon wird Treue als „im Vertrauen auf seine Redlichkeit“ umschrieben. Treue spielt jedoch nicht nur bei Subjekten des Privatrechts eine Rolle, auch erschöpft sich der Begriff nicht im moralischen Bereich. Er bildet zugleich einen wichtigen und unverzichtbaren Faktor in zwischenstaatlichen Beziehungen, allem voran auf Bundes- und Europaebene. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Begriffen der Bundes- und Unionstreue sowie dem Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit. Es gilt die Tragweite sowie die Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen zu untersuchen und zu klären, ob der zwischenstaatlichen Treue eine ebenso fluktuative Bedeutung beigemessen wird wie dies oftmals im Alltag festzustellen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A) Einleitung

B) Bundestreue

I) Was heißt Bundestreue?

II) Geschichtliche Entwicklung

1) Die Bundestreue im Deutschen Reich von 1871

2) Die Lehre Rudolf Smends

3) Die Bundestreue in der Ära der WRV und des Nationalsozialismus

4) Die Bundestreue zur Zeit des GG

III) Normative Grundlage

IV) Rechtsfolgen

1) Klassische Fallgruppen

a) Kompetenzausübungsschranke

b) Verfahrenspflichten

2) Moderne Fallgruppen

a) Vollzug von Gemeinschaftsrecht

b) Regress des Bundes gegen die Länder

c) Interessenvertretung der Länder durch den Bund

3) Exkurs: Zwangsmaßnahmen

a) Bundeszwang

b) Bundesauftragsverwaltung

c) Bund-Länder-Streit

C) Der Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit und die Unionstreue

I) Herleitung

1) Vom Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit...

a) Terminus

b) Entwicklung durch den EuGH

c) Positionierung von Art. 10 EGV im Gesamtgefüge

2) ...zur Unionstreue

II) Normative Grundlage

III) Rechtsfolgen

a) Handlungspflichten

b) Unterlassungspflichten

IV) Stellung im EVV

D) Synopse

E) Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept der Treue in föderativen Systemen, wobei sie insbesondere den Begriff der Bundestreue im deutschen Staatsrecht und den Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit (Unionstreue) im Europarecht analysiert. Ziel ist es, die Tragweite dieser Rechtsfiguren, ihre dreidimensionale Wirkungsweise sowie ihre jeweilige normative Grundlage und Rechtsfolgen in der Praxis zu klären.

  • Evolution des Konzepts der Bundestreue vom Kaiserreich bis zum Grundgesetz
  • Strukturelle Vergleiche zwischen Bundestreue und Unionstreue
  • Rolle des Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs bei der Fortentwicklung dieser Grundsätze
  • Analyse der dreidimensionalen Wirkung (Bund-Länder, Länder-Länder, EU-Mitgliedstaaten)
  • Zukünftige Bedeutung im Kontext der europäischen Integration

Auszug aus dem Buch

II) Geschichtliche Entwicklung

Die Bundestreue hat im Bundesstaat eine lange Tradition, die bis in das Deutsche Reich von 1871 zurückreicht. Ein kleiner Blick in die Vergangenheit soll die Entwicklung der heutigen Bundestreue verdeutlichen und die Bedeutung in den jeweiligen Epochen herausstellen.

1) Die Bundestreue im Deutschen Reich von 1871

Bereits Bismarck erkannte in seiner Rede an den Bundesrat die Notwendigkeit der Bundestreue und sah den rechtlichen Anknüpfungspunkt in den Bündnisverträgen von 1866 und 1870. Jedoch entsprach sie lediglich dem Rechtsgedanken pacta sunt servanda. Anders als Bismarck sah Albert Haenel eine darüber hinausgehende Bedeutung. Seiner Ansicht nach seien die Bündnisverträge mit der Reichsgründung erloschen, die Länder schuldeten sich gegenseitig verfassungsgemäßen Gehorsam. Selbst in der Ära des Rechtspositivismus wurde eine über die verfassungsmäßig festgelegten Pflichten gehende subsidiäre Treuepflicht der Länder angenommen. Das Verständnis der Bundestreue konnte jedoch den politischen Horizont nicht übersteigen, zudem kannte sie nur eine Ebene der Verpflichteten – die Länder.

2) Die Lehre Rudolf Smends

Eine grundlegende Änderung des Verständnisses der Bundestreue wird Rudolf Smend verdankt. Seine richtungsweisende Arbeit „Ungeschriebenes Verfassungsrecht im monarchischen Bundesstaat“ von 1916 setzt einen Meilenstein für das moderne Verständnis der Bundestreue. Als normative Grundlage ordnete Smend die Bundestreue dem ungeschriebenen Verfassungsrecht zu. So erkannte er, dass sich die Pflichten der Bundestreue nicht mehr aus einem Subordinationsverhältnis des Reichs zu den Ländern, sondern aus einem Kooperationsverhältnis des „Bundes zu seinen Verbündeten“ ergebe.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Einleitung: Die Einleitung führt in die Facetten des Treuebegriffs ein und definiert das Forschungsziel, die Tragweite der Bundes- und Unionstreue sowie deren Auswirkungen auf die zwischenstaatlichen Beziehungen zu untersuchen.

B) Bundestreue: Dieses Kapitel behandelt die historische Genese, die normativen Grundlagen und die konkreten Rechtsfolgen der Bundestreue, einschließlich moderner Anwendungsbereiche und Zwangsmittel im föderalen System.

C) Der Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit und die Unionstreue: Hier wird die Herleitung und Entwicklung des europäischen Pendants zur Bundestreue durch den EuGH analysiert, die Einordnung des Art. 10 EGV diskutiert und die dreidimensionale Natur der Unionstreue erörtert.

D) Synopse: Die Synopse vergleicht die beiden Rechtsfiguren, stellt Gemeinsamkeiten in ihrer verbindlichen Natur heraus und verdeutlicht Unterschiede, insbesondere aufgrund der fehlenden Kompetenz-Kompetenz der EU.

E) Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Bedeutung des Treueverhältnisses für den Fortbestand föderativer Verbände und prognostiziert eine zunehmende Verschmelzung beider Konzepte durch die europäische Integration.

Schlüsselwörter

Bundestreue, Unionstreue, loale Zusammenarbeit, Föderalismus, Europarecht, Staatsorganisationsrecht, Bundesverfassungsgericht, EuGH, Integrationsermächtigung, Kompetenzausübung, Rechtsgrundsätze, Kooperationsverhältnis, dreidimensionale Wirkung, Rechtsfolge, Gemeinschaftsrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die verfassungsrechtliche Figur der Bundestreue und ihre europarechtliche Entsprechung, den Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit (Unionstreue), in ihrem jeweiligen rechtlichen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung des Treuebegriffs, dessen normative Herleitung, die spezifischen Rechtsfolgen im föderalen bzw. europäischen Mehrebenensystem sowie den Vergleich beider Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Tragweite der zwischenstaatlichen Treueverpflichtungen zu untersuchen und zu klären, wie diese elastischen Rechtsfiguren den Fortbestand und die Funktionsfähigkeit föderativer Verbände sichern.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer rechtsdogmatischen und verfassungsrechtlichen Analyse, unter Einbeziehung der historischen Entwicklung (Rudolf Smend), der Rechtsprechung (BVerfG, EuGH) und aktueller wissenschaftlicher Kommentierungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Bundestreue und der Unionstreue, wobei jeweils Herleitung, normative Grundlage und Rechtsfolgen detailliert geprüft werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bundestreue, Unionstreue, Föderalismus, Integrationsermächtigung und die dreidimensionale Wirkung der Treuepflicht geprägt.

Wie unterscheidet sich die Durchsetzung der Bundestreue von der Unionstreue?

Während bei der Bundestreue klassische Instrumente wie der Bundeszwang (Art. 37 GG) bestehen, erfolgt die Durchsetzung der Unionstreue maßgeblich über die Vertragsverletzungsklage nach Art. 226/227 EGV.

Welche Rolle spielt Rudolf Smend für die Arbeit?

Rudolf Smend ist für die Arbeit zentral, da seine Lehre vom „ungeschriebenen Verfassungsrecht“ und dem „Kooperationsverhältnis“ den Grundstein für das moderne Verständnis der Bundestreue als Rechtsfigur legte.

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Details

Title
Bundes- und Unionstreue und der Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit
College
University of Bayreuth
Grade
14
Author
Dipl.-Jur. Univ. Stephan Hofbeck (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V55882
ISBN (eBook)
9783638507202
ISBN (Book)
9783638664196
Language
German
Tags
Bundes- Unionstreue Grundsatz Zusammenarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Jur. Univ. Stephan Hofbeck (Author), 2006, Bundes- und Unionstreue und der Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55882
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