Die Globalisierung schreitet von Jahr zu Jahr voran, die noch vorhandenen Grenzen und Hemmnisse jeder Art werden kontinuierlich abgebaut. Durch den technischen Fortschritt, den Zusammenbruch der kommunistischen Systeme und das Wirken internationaler Konzerne (MNK, Global Player) auf der ganzen Welt sind auch die letzten Barrieren für den Handel anscheinend nicht mehr vorhanden. Doch wie stark sind die Länder, die nicht zu den westlichen Industriestaaten gehören von der Globalisierung betroffen, wenn Schwarzafrika lediglich 0,2 % der Internetanschlüsse aufweist und die Hälfte der Menschheit noch nie telefoniert hat. Es stellt sich auch die Frage, wie stark man differenzieren sollte; zwischen einigen Schwellenländern in Asien, den so genannten „Tigerstaaten“ und vielen Entwicklungsländern in Afrika. Auch die Auswirkungen auf die Strukturen und Strategien der Unternehmen, die die Globalisierung nach sich zieht, sind äußerst wichtig. Immer mehr der geringer qualifizierten Bereiche sind in die Billiglohnländer verlagert worden, aber auch die so genannten Kernkompetenzen sind zunehmend von der Verlagerung ins Ausland betroffen. Außerdem ist es wichtig zu erfahren, wie sehr die Global Player und immer mehr mittelständische Unternehmen auf die Eigenarten der Länder achten, in die man aus den Industriestaaten komplette Werke verlagert. Können die MNK es sich überhaupt erlauben so etwas wie kulturelle Gegebenheiten, politische Situation u. a. Faktoren mit in die Strategien einzubeziehen. Welche Vor und- Nachteile ergeben sich aus der neuen Situation für die MNK und alle Länder in denen diese tätig sind? Wieso entsteht kein VW-Werk in Somalia, aber in Mexiko oder Brasilien, wenn es vor allem Lohnkostengründe sind? Einen Kernpunkt unserer Hausarbeit werden wir den östlichen Transformationsstaaten widmen und versuchen die Frage zu klären, inwieweit diese für das westliche Europa gefährlich werden können, denn die räumliche Trennung ist fast außer Acht zu lassen und 8 der mittel- und osteuropäischen Staaten wurden 01.05.2004 in die EU aufgenommen, weitere Staaten folgen. Mit diesen und anderen von uns aufgeworfenen Fragestellungen versuchen wir uns in unserer Hausarbeit auseinander zusetzen und erlauben uns einen Blick auf die möglichen Perspektiven dieser Entwicklung, sowohl für die Unternehmen, als auch für die betroffenen Länder zu werfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Globalisierung
2.1 Unterschiedliche Betrachtungsweisen der Globalisierung
2.2 Zwei Typen zur Erkennung der Globalisierung
3 Beschreibung der verschiedenen Ländertypen
3.1 Entwicklungsländer
3.2 Schwellenländer
3.3 Transformationsländer
4 Eine Auswahl von Unternehmensstrategien
5 Unternehmensstrategien in „globalisierten“ Ländern
5.1 Strukturwandel
5.2 Outsourcing
5.3 Netzwerke
5.4 Fusionen
5.5 Rahmbedingungen
5.6 Transformationsländer = Neue Mitglieder der EU
5.7 Schwellen- und Transformationsländer auf der ganzen Welt
6 Zukunftsperspektive - Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie multinationale Unternehmen ihre Strategien in einer zunehmend globalisierten Welt anpassen, insbesondere im Kontext von Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern. Dabei wird analysiert, welche Faktoren den Markteintritt beeinflussen und wie Transformationsstaaten, speziell im Zuge der EU-Osterweiterung, als Wirtschaftsstandorte agieren.
- Grundlagen der Globalisierung und unterschiedliche wissenschaftliche Betrachtungsweisen.
- Klassifizierung und Charakterisierung von Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern.
- Analyse von Unternehmensstrategien wie Kostenführerschaft, Differenzierung und Fusionen.
- Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen und Perspektiven durch die EU-Osterweiterung.
- Fallbeispiele für globale Produktionsnetzwerke und Standortentscheidungen von Konzernen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Entwicklungsländer (EL)
In der Literatur sind verschiedene Definition der so genannten Entwicklungsländer zu finden. Oft werden diese auch mit dem Begriff der Dritten Welt bezeichnet, da jedoch mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Systeme im osteuropäischen Raum die so genannten Länder der Zweiten Welt nicht mehr vorhanden sind bzw. mittlerweile anderen Ländertypen zuzuschreiben sind, wird vielleicht auch der umstrittene Begriff der Dritten Welt bald nicht mehr relevant sein. Auch das so genannte Nord- Süd Gefälle lässt nicht genau auf die verschiedenen Ländertypen schließen. Um die Entwicklungsländer als solche zu identifizieren, haben viele Organisationen auch verschiedene Bewertungskriterien, daher schwankt die Anzahl der Länder, die als EL bezeichnet werden. ,,So registriert die Weltbank 157 Länder mit niedrigerem oder mittlerem Einkommen, während das DAC (Development Assistance Comitee) der OECD 138 Entwicklungsländer anerkennt oder einige UN-Organisationen lediglich zwischen ,,stärker entwickelten Regionen“ ... und ,,weniger entwickelten Regionen“ unterscheiden“19. Es lassen sich jedoch viele Gemeinsamkeiten feststellen, die Länder sind sowohl wirtschaftlich als auch politisch und sozial unterentwickelt, einige Merkmale hierfür sind: geringe Wirtschaftsleistung des Landes, hohe Arbeitslosigkeit, eine hohe Kluft zwischen Reich und Arm, hohe Staatsverschuldung, Vetternwirtschaft, kriegerische Auseinandersetzungen die unter anderem auch auf den früheren Kolonialismus zurückzuführen sind, außerdem bestehen wesentliche Mängel in der medizinischen Versorgung in den Erziehungs- und Versorgungsbereichen und vieles mehr20.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die zunehmende Globalisierung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf die Unternehmensstrategien in verschiedenen Ländertypen sowie die Rolle der östlichen Transformationsstaaten.
2 Globalisierung: Dieses Kapitel erläutert den Globalisierungsbegriff aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Perspektive und unterscheidet zwischen „breiter“ und „tiefer“ Globalisierung.
3 Beschreibung der verschiedenen Ländertypen: Es erfolgt eine detaillierte Definition und Abgrenzung von Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern anhand ökonomischer und sozialer Kriterien.
4 Eine Auswahl von Unternehmensstrategien: Das Kapitel stellt die von Porter entwickelten Basistrategien (Kostenführerschaft, Differenzierung, Konzentration auf Schwerpunkte) vor und ergänzt diese um hybride Wettbewerbsstrategien.
5 Unternehmensstrategien in „globalisierten“ Ländern: Dieser Hauptteil analysiert konkrete Strategieinstrumente wie Outsourcing, Netzwerke und Fusionen sowie die spezifische Situation der EU-Osterweiterung und das Engagement internationaler Konzerne in Transformations- und Schwellenländern.
6 Zukunftsperspektive - Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Verschiebung des Wohlstandsgefälles und mahnt eine neue ethische Verantwortung der Unternehmen an.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Unternehmensstrategien, Entwicklungsländer, Schwellenländer, Transformationsländer, Kostenführerschaft, Differenzierung, Outsourcing, Netzwerke, Fusionen, EU-Osterweiterung, Multinationale Konzerne, Humankapital, Wettbewerbsfähigkeit, Standortfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Strategien, die internationale Unternehmen in globalisierten Volkswirtschaften verfolgen, und beleuchtet dabei die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsstaaten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der Globalisierung, die Klassifizierung von Ländern nach ihrem Entwicklungsstand sowie die praktischen Instrumente multinationaler Konzerne zur Standortsicherung und Markterschließung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren die Unternehmensstrategien in globalisierten Ländern maßgeblich beeinflussen und inwiefern insbesondere die osteuropäischen Transformationsstaaten eine wirtschaftliche Herausforderung oder Gefahr für Westeuropa darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorinnen und Autoren stützen sich auf eine umfassende Literaturanalyse, die Auswertung ökonomischer Indikatoren (wie BIP, KKS, HDI) sowie die Betrachtung aktueller Fallbeispiele aus der Automobil- und Elektronikindustrie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden strategische Maßnahmen wie Outsourcing, die Bildung von Netzwerken/Clustern und Fusionen diskutiert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der EU-Osterweiterung und der Investitionstätigkeit multinationaler Konzerne in verschiedenen Weltregionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Wettbewerbsstrategien, internationale Produktionsnetzwerke, Transformationsprozesse sowie die differenzierte Betrachtung von Industrie- und Schwellenländern.
Wie bewerten die Autoren die Rolle der Schwellenländer?
Die Autoren betrachten Schwellenländer als zentrale Zielmärkte und Produktionsstandorte für multinationale Konzerne, da diese Länder durch hohe Wachstumsraten und eine zunehmende Integration in globale Wertschöpfungsketten bestechen.
Welches Fazit ziehen die Autoren bezüglich der EU-Osterweiterung?
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das erhoffte Ergebnis der EU-Osterweiterung hinsichtlich einer schnellen wirtschaftlichen Angleichung noch nicht vollständig erreicht wurde und weiterhin ein großer Handlungsbedarf seitens der Politik besteht, um auch die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern.
- Citar trabajo
- Markus Büter (Autor), Andreas Braun (Autor), 2006, Strategien der Unternehmen in globalisierten Ländern (Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationländer), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55892