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Geschlechterrollen und Geschlechterbeziehungen in Shakespeares "Twelfth Night"

Title: Geschlechterrollen und Geschlechterbeziehungen in Shakespeares "Twelfth Night"

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Silja Rübsamen (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Im ersten Teil der Ausführungen soll gezeigt werden, in wie weit Violas „cross-dressing“, durch das sie zu Cesario wird, diese individuelle Konstruierbarkeit des Geschlechts aufzeigt, an die sich die Komponente der sexuellen Anziehungskraft unmittelbar anschließt. Danach soll Shakespeares Darstellung des Konfliktes zwischen konstruierbaren Geschlechtern und der im 16. und 17. Jahrhundert vorherrschenden Hegemonie der Heterosexualität kurz angerissen werden, der sich in der Andeutung homosexueller Neigungen wie der Olivias zu Viola/ Cesario und der Antonios zu Sebastian offenbart, und der am Ende in einer mehr oder weniger zweifelhaften „Lösung“ des Problems durch standesgemäße und moralisch tragbare Heiraten einfach verdrängt wird. Schließlich soll gerade diese harmonisierende Auflösung dazu verwendet werden, die in Twelfth Night dargestellte Unzulänglichkeit heterosexueller Partnerschaften als irrationale Folge eines eigentlich von homoerotischen Anspielungen durchzogenen - geradezu gelenkten! -Handlungsverlaufs aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abhandlung

2.1. Violas „cross-dressing“: Konstruierbarkeit des individuellen Geschlechts

2.2. Der Konflikt zwischen homoerotischer und heteroerotischer Liebe

2.3. Lösung des Konflikts?

3. Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Geschlechterrollen und deren Konstruierbarkeit in Shakespeares Komödie "Twelfth Night". Dabei analysiert sie insbesondere, wie das "cross-dressing" der Protagonistin Viola/Cesario die Grenzen zwischen homoerotischen und heteroerotischen Beziehungen verwischt und inwiefern der konventionelle Schluss des Stücks als "Lösung" der aufgeworfenen sexuellen Identitätskonflikte kritisch zu hinterfragen ist.

  • Konstruierbarkeit des individuellen Geschlechts durch "cross-dressing"
  • Spannungsfeld zwischen homoerotischer und heteroerotischer Liebe
  • Kritische Analyse der "Lösung" von Geschlechterkonflikten im fünften Akt
  • Rolle gesellschaftlicher Normen und patriarchalische Strukturen in der Renaissance
  • Die Instabilität sexueller Identität und deren dramaturgische Umsetzung

Auszug aus dem Buch

2.1. Violas „cross-dressing“: Konstruierbarkeit des individuellen Geschlechts

Schon allein der kulturelle Kontext, in dem eine frühneuenglische Aufführung von Twelfth Night stehen mußte, deutet auf die Konstruiertheit, die freie Wählbarkeit des Geschlechts bei der doppelt androgyn konzipierten Rolle Viola/Cesario: ein „boy actor“, der eine Frau spielt, die sich als Mann verkleidet. Die Verwirrung der Geschlechter schon auf der Aufführungsebene zeigt, dass sexuelle Attraktivität nicht im geringsten an ein Geschlecht gebunden sein mußte. Das Phänomen der gegenseitigen Anziehungskraft, vielleicht auch das Phänomen Liebe, wird in diesem und so manchem anderen Kontext (wie noch dargestellt werden soll) von der Geschlechterebene und den sich damit ergebenden Hierarchien losgelöst.

Die Szenen, in denen Olivia und Orsino ihrer Zuneigung zu Viola/Cesario Ausdruck verleihen, verwischen die Grenzen zwischen herkömmlichen, anerkannten heterosexuellen Partnerschaften und nicht offen tolerierten homosexuellen Kontakten, zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit. Butlers und Charles Analysen der Geschlechterrollen zur Zeit Shakespeares deuten an, dass „masculinity and femininity […] were much less essentialized than today´s fixed categories of woman and man.” Auch wenn Stephen Greenblatt einschränkend anmerkt, dass man die sich verwischenden Grenzen zwischen Mann und Frau niemals ohne den regulierenden Kontext einer streng patriarchalisch geregelten Gesell-schaftsordnung sehen darf, so ist es doch Tatsache, dass die Möglichkeit Frau-wird-Mann und umgekehrt für die Gesellschaft der englischen Renaissance durchaus real war – sah man doch im fünften Akt von Twelfth Night und in verwandten Geschlechterkomödien wie As You Like It, Measure for Measure oder The Merchant of Venice, wie leicht die beiden Geschlechter doch zu (ver)wechseln waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Darstellung von Geschlechterrollen und sexueller Identität in Shakespeares Komödie ein und umreißt die theoretischen Ansätze der Arbeit.

2. Abhandlung: Dieser Teil analysiert die Konstruktion des Geschlechts durch Verkleidung, untersucht die Konflikte zwischen verschiedenen Beziehungsformen und hinterfragt die Auflösung dieser Konflikte im Stück.

2.1. Violas „cross-dressing“: Konstruierbarkeit des individuellen Geschlechts: Dieses Kapitel thematisiert, wie Violas Rolle als Mann-verkleidete Frau die soziale Konstruiertheit von Geschlecht und die Instabilität sexueller Anziehung aufzeigt.

2.2. Der Konflikt zwischen homoerotischer und heteroerotischer Liebe: Hier wird diskutiert, wie die sexuelle Ambiguität von Viola/Cesario die Grenzen zwischen verschiedenen Beziehungsgeflechten (wie Antonio-Sebastian oder Viola-Olivia) auflöst und Orsinos Konzept von Liebe in Frage stellt.

2.3. Lösung des Konflikts?: Dieses Kapitel untersucht, ob das Ende des Stücks eine tatsächliche Lösung der sexuellen Verwirrungen darstellt oder ob es sich lediglich um eine erzwungene, harmonisierende Verdrängung handelt.

3. Schlußbemerkung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass das Ende des Stücks die vorher aufgeworfenen Geschlechterproblematiken eher kaschiert als löst und somit den Zuschauer mit bleibenden Verwicklungen zurücklässt.

Schlüsselwörter

Twelfth Night, William Shakespeare, Geschlechterrollen, Cross-dressing, Performativität, Homosexualität, Heterosexualität, Geschlechterkonstruktion, Renaissance, Viola/Cesario, Identität, Sexuelle Ambivalenz, Gender, Patriarchat, Hermaphrodit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Geschlechterrollen und Geschlechterbeziehungen in Shakespeares Komödie "Twelfth Night" unter besonderer Berücksichtigung von Identitätskonstruktion und sexueller Anziehung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruierbarkeit des Geschlechts durch "cross-dressing", dem Konflikt zwischen homoerotischen und heteroerotischen Beziehungen sowie der kritischen Hinterfragung der harmonisierenden Schlusssequenz des Stücks.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass "Twelfth Night" Sexualität und Identität weitgehend trennt und durch die Figur der Viola/Cesario die Instabilität der Geschlechterrollen im gesellschaftlichen Kontext der englischen Renaissance demonstriert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Textes unter Einbeziehung theoretischer Ansätze zur "Gender"-Problematik, unter anderem von Judith Butler und Stephen Greenblatt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Violas Verkleidung, den daraus resultierenden erotischen Verwicklungen zwischen den Charakteren sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der "Lösung" dieser Konflikte im fünften Akt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind "cross-dressing", "Performativität", "homoerotische Beziehungsgeflechte", "sexuelle Ambiguität" und "gesellschaftliche Normen der Renaissance".

Warum wird Violas Verkleidung im Stück als "monster" bezeichnet?

Der Begriff "monster" wird verwendet, da Viola durch ihre Verkleidung den Status eines Hermaphroditen einnimmt, was in der Gedankenwelt der Renaissance als eine Abweichung von der naturgegebenen Geschlechterordnung wahrgenommen wurde.

Welche Rolle spielt die Figur des Antonio für das Argument der Arbeit?

Antonio dient als zentrales Beispiel für eine homoerotische Liebe, die im Gegensatz zu den anderen Charakteren im fünften Akt keine "Heterosexualisierung" erfährt und somit die Unzulänglichkeit der auferlegten heterosexuellen Normen am Ende des Stücks verdeutlicht.

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Details

Title
Geschlechterrollen und Geschlechterbeziehungen in Shakespeares "Twelfth Night"
College
University of Heidelberg  (Seminar für Anglistik/Amerikanistik)
Course
Shakespeares Komödie "Twelfth Night" und "The Tempest"
Grade
1,0
Author
Silja Rübsamen (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V55907
ISBN (eBook)
9783638507417
ISBN (Book)
9783656774211
Language
German
Tags
Geschlechterrollen Geschlechterbeziehungen Shakespeares Twelfth Night Shakespeares Komödie Twelfth Night Tempest
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silja Rübsamen (Author), 2001, Geschlechterrollen und Geschlechterbeziehungen in Shakespeares "Twelfth Night", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55907
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