Ausgehend von den Definitionen der Begriffe des Hochleistungssports und der Kindheit, werde ich die Vor- und Nachteile des Kinderhochleistungssport aus sozialer, pädagogischer, entwicklungspsychologischer und medizinischer Sicht herausstellen. Abschließend wird dann noch auf die Schwierigkeit der Diskussion über den Kinderhochleistungssport eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Definition des Begriffs „Hochleistungssport“
2.1 Definition „Hochleistungssport“ nach Kaminski
3 Definition des Begriffs „Kindheit“
4 Verbindung von Kindheit und Hochleistungssport
5 Pro und Contra Kinderhochleistungssport
5.1 Soziale Perspektive
5.2 Pädagogische Perspektive
5.3 Entwicklungspsychologische Perspektive
5.4 Medizinische Perspektive
5.5 In Bezug auf die Schule
6 Zur Schwierigkeit der Diskussion über den Kinderhochleistungssport
7 Schlussbemerkung
8 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kontroverse Thematik des Kinderhochleistungssports unter Berücksichtigung verschiedener fachwissenschaftlicher Perspektiven, um abzuwägen, inwiefern eine frühe Spezialisierung auf sportliche Höchstleistungen mit einer kindgerechten Entwicklung vereinbar ist.
- Definition und Abgrenzung der Begriffe Kindheit und Hochleistungssport
- Analyse der sozialen und pädagogischen Auswirkungen auf junge Sportler
- Betrachtung der entwicklungspsychologischen Risiken und Chancen
- Medizinische Aspekte von Belastungen und Wachstumsfaktoren
- Vereinbarkeit von leistungsorientiertem Training und schulischen Anforderungen
Auszug aus dem Buch
5.3 Entwicklungspsychologische Perspektive
Um die Frage nach den positiven und negativen Auswirkungen des Hochleistungssports zu beantworten, muss man sich auch die Frage nach den möglichen Persönlichkeitsveränderungen, die sich dadurch ergeben können, stellen. Deshalb muss der Kinderhochleistungssport auch aus entwicklungspsychologischer Sicht betrachtet werden. Bei dieser Betrachtung lassen sich wieder positive Faktoren, aber auch Probleme und Gefährdungen des Hochleistungssports im Kindes- und Jugendalter feststellen.
Man kann dem Kinderhochleistungssport eine tendenzielle Eignung zur Förderung des kindlichen Selbstbewusstseins vor allem bei kleinern Kindern zusprechen, da „Hochleistung mit dem eigenen Selbstkonzept, dem Selbstwertgefühl und der Strukturierung der eigenen Identität aufs engste zusammenhängt. Hochleistungssportler und –sportlerinnen haben gewöhnlich ein hohes Selbstwertgefühl und definieren ihre Identität in starkem Maße durch den Sport“ (Oerter, 1996, S. 71). Allerdings kann dieses hohe Selbstwertgefühl durch den Sport bei ältern Kindern auch ins Gegenteil umschlagen, etwa in verkrampftes Konkurrenzdenken oder körperliche Überforderung.
Entwicklungspsychologen dagegen warnen vor dem wettkampforientierten Sport im Kindesalter, da Kinder im Wettbewerb oft eine besonders starke emotionale Spannung, und im Falle des Verlierens sehr starke negative Reaktionen zeigen. Die Kinder werden mit der Niederlage emotional nicht fertig, was zu einer frühen Frustration führen kann.
Allerdings ist das Hochleistungstraining entwicklungspsychologisch auch positiv zu werten, da es Willenstraining darstellt. Bisherige biographische Studien zeigen, dass sich dieses Willenstraining auch auf andere Bereiche ausdehnt und die Hochleistungssportler und –sportlerinnen auch nach Abschluss ihrer Karriere dazu befähigt sind, im Leben erfolgreich Fuß zu fassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Einführung in die kontroverse öffentliche Diskussion um den Kinderhochleistungssport und Darstellung kritischer sowie befürwortender Standpunkte.
2 Definition des Begriffs „Hochleistungssport“: Klärung des Begriffs durch die Definition von Kaminski, die sich durch intensive Trainingsbelastung und wissenschaftliche Begleitung auszeichnet.
3 Definition des Begriffs „Kindheit“: Historische und rechtliche Einordnung des Kindheitsbegriffs sowie dessen Abgrenzung vom Erwachsenenalter.
4 Verbindung von Kindheit und Hochleistungssport: Analyse des Trends zur Verjüngung des Leistungssports und der systematischen Vorverlegung von Trainingseinheiten in das Kindesalter.
5 Pro und Contra Kinderhochleistungssport: Detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema aus sozialer, pädagogischer, entwicklungspsychologischer, medizinischer Sicht sowie im schulischen Kontext.
6 Zur Schwierigkeit der Diskussion über den Kinderhochleistungssport: Erörterung der Komplexität, eine allgemeingültige Bewertung vorzunehmen, da die Entwicklung von Kindern individuell zu unterschiedlich verläuft.
7 Schlussbemerkung: Zusammenfassendes Fazit, das den Kinderhochleistungssport unter der Voraussetzung professioneller medizinischer und pädagogischer Begleitung als vertretbar erachtet.
8 Literatur: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und Studien.
Schlüsselwörter
Kinderhochleistungssport, Kindheit, Hochleistungssport, Sportpädagogik, Entwicklungspsychologie, Sportmedizin, Leistungsdiagnostik, Selbstwertgefühl, Training, Belastung, Sozialisation, Schule, Wettkampf, Spezialisierung, Kindgemäßheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der Ausübung von Hochleistungssport durch Kinder und den damit verbundenen Anforderungen an deren körperliche, seelische und soziale Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Kindheit und Hochleistungssport, die pädagogische Einordnung, psychologische Auswirkungen sowie gesundheitliche Risiken und schulische Leistungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Vor- und Nachteile des Kinderhochleistungssports objektiv gegenüberzustellen, um zu hinterfragen, ob diese Sportform mit einer kindgemäßen Entwicklung vereinbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf der Analyse von sportpädagogischen, entwicklungspsychologischen und sportmedizinischen Fachwerken basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Fachperspektiven (sozial, pädagogisch, psychologisch, medizinisch) und untersucht zudem die Korrelation zwischen sportlicher Leistung und Schulerfolg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kindgemäßheit, Leistungsdruck, Persönlichkeitsentwicklung, Burnout-Prävention und soziale Integration im Sport.
Was besagt die medizinische Perspektive über Wachstumsfugen?
Die Autorin warnt, dass Überbelastungen bei noch nicht abgeschlossenem Knochenwachstum zu dauerhaften Schäden, Wachstumsstillständen oder fehlerhaftem Wachstum führen können.
Wie stehen junge Leistungssportler im schulischen Vergleich da?
Studien, wie die von Brettschneider, deuten darauf hin, dass junge Kaderathleten oft bessere Leistungen zeigen und ein höheres Maß an Selbstorganisation aufweisen als ihre Altersgenossen.
Was ist das „Staleness-Phänomen“?
Es beschreibt einen Zustand der „Verbrauchtheit“ durch rigoroses Training ohne ausreichende Ruhephasen, der in Depression und chronische Übermüdung münden kann.
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- Stefanie Vater (Author), 2005, Pro und Contra Kinderhochleistungssport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55935