Kinder und Jugendliche beginnen immer früher und häufiger Zigaretten und Alkohol zu konsumieren. Die Armut in Deutschland wird immer größer. Im folgenden Aufsatz wird aufgezeigt, ob Kinder und Jugendliche die in Armut leben, ein erhöhtes Suchtrisiko haben und daraus folgend die nötigen Präventionsaufgaben aufgeführt. Die nachfolgende Arbeit bezieht sich auf den Aufsatz von Prof. D. Henkel (2003).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserläuterung
3. Ausmaße der Armut
4. Tabak
4.1 Tabakkonsum im Vergleich Armut und Bevölkerung
4.2 Ursachen des Rauchverhaltens
4.3 Umfrageauswertung
5. Alkohol
5.1 Alkoholkonsum im Vergleich Armut und Bevölkerung
5.2 Umfrageauswertung
6. Prävention
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Lebenssituation in Armut und dem Suchtrisiko bei Kindern und Jugendlichen. Dabei wird analysiert, ob eine Armutslage zu einem erhöhten Konsum von Tabak und Alkohol führt, welche Ursachen diesem Verhalten zugrunde liegen und welche präventiven Ansätze erforderlich sind, um dieser Zielgruppe wirksam zu begegnen.
- Einfluss von Armut auf den Tabak- und Alkoholkonsum bei Heranwachsenden
- Psychosoziale Ursachen und Motive für riskantes Suchtverhalten
- Vergleich des Suchtmittelkonsums zwischen armen und wohlhabenden Jugendlichen
- Wirksamkeit und Anforderungen an Präventionsprojekte und Kampagnen
- Die Rolle von Vorbildern, Autonomiebestreben und mangelnden Zukunftsperspektiven
Auszug aus dem Buch
4.2 Ursachen des Rauchverhaltens
Warum ausgerechnet Arme so viel rauchen, gerade wo das Rauchen immer teurer wird, ist nicht bekannt. Empirische Analysen hierzu fehlen bislang. „Doch es gibt eine Reihe von Problemkonstellationen, die bei Kindern und Jugendlichen in Armut nachweislich weitaus häufiger auftreten als bei Gleichaltrigen aus wohlhabenden Verhältnissen (...), und die wahrscheinlich zur starken Verbreitung des Rauchens in der Armutsgruppe beitragen“ (Henkel 2003:4)
Ein maßgeblicher Grund ist das fehlende Selbstwertgefühl. „Schon von klein auf entwickeln sie (die Kinder und Jugendlichen – Anm. d. Verf.) zusammen mit ihren Eltern ein Gefühl der Wertlosigkeit (...). Armut geht einher mit Ausgrenzung, Entwertung, Demütigung und Diskriminierung.“ (Köttgen 2000:78). Die Familien können es sich nicht leisten ständig neue Kleider zu kaufen. Auch können sie sich oft keine Schulausflüge oder Freizeitbeschäftigungen wie Vereine etc. leisten. Sie erfahren somit eine soziale Benachteiligung und Ausgrenzung aus dem gesellschaftlichen Leben. Um dem gegenzuwirken rauchen sie. Mit Hilfe des Rauchens erhoffen sich die Kinder eine höhere Positionierung in der Gesellschaft oder innerhalb einer Peer Group. Hervorgerufen wird dieses Verhalten meist durch ihr Umfeld. Die Kinder und Jugendlichen bekommen überall das Rauchen vorgelebt, da Menschen in einkommensschwachen Familien häufiger und mehr rauchen, als die Familien ihrer Vergleichsgruppen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den steigenden Konsum von Suchtmitteln bei Kindern und Jugendlichen in Armut und stellt die Relevanz der Untersuchung von Präventionsaufgaben dar.
2. Begriffserläuterung: Hier wird der Armutsbegriff als Nettoäquivalenzeinkommen definiert, um die Lebensrealität von betroffenen Haushalten vergleichbar zu machen.
3. Ausmaße der Armut: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursachen und die Verbreitung von Armut bei Minderjährigen in Deutschland, unter anderem bedingt durch Arbeitslosigkeit und Scheidungsraten.
4. Tabak: Die Untersuchung des Tabakkonsums verdeutlicht, dass Kinder aus armen Verhältnissen häufiger und früher mit dem Rauchen beginnen, oft beeinflusst durch das elterliche Vorbild und soziale Ausgrenzung.
5. Alkohol: Hier wird der Alkoholkonsum analysiert, wobei sich zeigt, dass riskante Trinkgewohnheiten in Armutsfamilien oft anders gelagert sind, aber ebenfalls ein hohes Suchtgefährdungspotenzial bergen.
6. Prävention: Das Kapitel plädiert für lebenslagenorientierte Präventionsangebote, die direkt in die Lebenswelt der Kinder integriert werden müssen.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Forderung nach verstärkter Aufklärung, strengerem Jugendschutz und einer allgemeinen Armutsbekämpfung zur Prävention von Suchtverhalten.
Schlüsselwörter
Armut, Suchtrisiko, Kinder und Jugendliche, Rauchen, Alkoholkonsum, Tabakprävention, Suchtprävention, Sozialhilfe, Lebenslagenorientierung, Jugendmedienschutz, Peer-Group, Selbstwertgefühl, Suchtberatung, Armutsgefährdung, Gesundheitsverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen Kinder- und Jugendarmut sowie dem Konsum von Tabak und Alkohol.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die empirische Erfassung von Suchtrisiken, die sozioökonomischen Hintergründe des Konsums sowie Strategien zur Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, ob Kinder und Jugendliche in Armut ein erhöhtes Suchtrisiko haben und welche präventiven Maßnahmen daraus abzuleiten sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse wissenschaftlicher Aufsätze sowie einer eigens durchgeführten, nicht repräsentativen Umfrage unter 30 Jugendlichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert getrennt für Tabak und Alkohol die Konsumgewohnheiten im Vergleich zu wohlhabenderen Gruppen, untersucht die Ursachen und evaluiert aktuelle Präventionsprojekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Armut, Suchtrisiko, Tabak, Alkohol und Suchtprävention.
Wie unterscheidet sich der Rauchbeginn bei armen Kindern?
Das Durchschnittsalter des Rauchbeginns liegt bei einkommensschwachen Kindern deutlich niedriger als bei Kindern aus wohlhabenden Verhältnissen.
Warum sind Bonusprogramme der Krankenkassen bei dieser Zielgruppe oft ineffektiv?
Da Kinder selbst keine Beiträge zahlen und oft wenig Bezug zu klassischen Bonussystemen haben, erreichen diese Angebote sie in ihrer Lebenswirklichkeit meist nicht direkt.
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- Kerstin Hamsen (Author), 2005, Suchtrisiken für Kinder und Jugendliche in Armut, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55992