Als Seminararbeit entstanden, beleuchtet diese Arbeit in knapper Form die Rolle von Institutionen in der Wirtschaftstheorie im Allgemeinen und in der Wirtschaftsgeschichte im Besonderen. Es erfolgt eine chronologisch orientierte Betrachtung der Herangehensweisen der so genannten Alten und der Neuen Institutionenökonomie (NIÖ) um den Institutionenbegriff näher zu bestimmen. Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung des "Institutionellen Wandels" für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überwindung der Institutionenblindheit
2.1 Die „Alte Institutionen Ökonomik“
2.2 Die „Neue Institutionen Ökonomik“
3. Zentrale institutionenökonomische Ansätze
4. Institutionen
5. Institutioneller Wandel
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Institutionen in der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftsgeschichte, indem sie die Entwicklung von der klassischen Vernachlässigung dieser Faktoren hin zur modernen institutionenökonomischen Perspektive nachzeichnet.
- Chronologische Betrachtung der Alten und Neuen Institutionenökonomik
- Analyse der Bedeutung von Transaktionskosten
- Definition und Funktion von Institutionen in ökonomischen Systemen
- Untersuchung der Theorie des institutionellen Wandels
Auszug aus dem Buch
2. Überwindung der Institutionenblindheit
Bis in die letzten Dekaden haben sich zwei Hauptrichtungen volkswirtschaftlicher Schulen im Wesentlichen durchgesetzt und weiterentwickelt. Die Neoklassik und der Keynesianismus unterscheiden sich insbesondere dahingehend, welche Rolle der Staat bezüglich der Unterstützung eines Marktgleichgewichtes einnehmen soll. Beide unterstellen in ihren Betrachtungen jedoch bestimmte Annahmen, die eine weitgehende Vernachlässigung des möglichen Einflusses von Institutionen ausdrücken, die das Handeln der Individuen beeinflussen können. An dieser Stelle ist vor allem auf das Leitbild des vollkommenen Marktes zu verweisen: Dieses bezeichnet die These, die Wirtschaftsprozesse würden durch Reaktionen der ihren Nutzen maximierenden Individuen auf relative Preisverschiebungen und dem Streben der Märkte zu effizienten Gleichgewichten (mit geringeren oder größeren staatlichen Eingriffen) optimal gelenkt werden.
Schlagwortartig sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die unterstellten Fiktionen über das Vorliegen polypolistischer Konkurrenz und das gefühlsfreie Verhalten der Individuen als „homo oeconomicus“, welche charakterisiert sind durch stabile Präferenzen und einem Rationalitätsprinzip zur Nutzenmaximierung, sowie eine Markttransparenz mit ausschließlichem Handel homogener Güter und der Existenz vollständiger Informationen zu nennen. Hier sind und werden also beispielsweise alle Eigentumsrechte allumfassend kostenfrei festgelegt und durchgesetzt.
Die so beschriebene Modelwelt erlaubt ob ihrer hohen Abstraktion eine Optimierung von Handlungen der Wirtschaftssubjekte, in gleich welcher Gesellschaftsform diese leben, ohne die Notwendigkeit einer Rücksicht auf kulturelle oder ideologische Konsequenzen, sodass „[w]as immer die politische Ideologie eines Landes sein mag, es könnten all seine Bürger besser gestellt werden, wenn man dafür sorgt, daß Produktion und Allokation den Optimalitätsbedingungen genügen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel der theoretischen Betrachtung von Institutionen in der Ökonomie und legt den chronologischen Aufbau der Arbeit dar.
2. Überwindung der Institutionenblindheit: Dieses Kapitel arbeitet die Vernachlässigung von Institutionen in neoklassischen Modellen auf und stellt die historischen Gegenentwürfe der „Alten“ sowie den neueren Ansatz der „Neuen Institutionenökonomik“ gegenüber.
3. Zentrale institutionenökonomische Ansätze: Hier werden die Transaktionskostentheorie sowie der Verfügungsrechte- und Principal-Agent-Ansatz als Werkzeuge zur Erweiterung der neoklassischen Theorie erläutert.
4. Institutionen: Dieses Kapitel definiert Institutionen, unterscheidet sie von Organisationen und beschreibt ihre ordnenden und anreizgestaltenden Funktionen innerhalb einer Gesellschaft.
5. Institutioneller Wandel: Das abschließende Kapitel diskutiert die Pfadabhängigkeit und Evolution von Institutionen sowie deren entscheidende Rolle für wirtschaftliche Effizienz und historischen Wandel.
Schlüsselwörter
Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Institutionen, Neoklassik, Wirtschaftsgeschichte, Verfügungsrechte, Principal-Agent-Ansatz, Institutioneller Wandel, Ökonomische Effizienz, Marktgleichgewicht, Homo Oeconomicus, Pfadabhängigkeit, Informationsasymmetrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung von Institutionen innerhalb der Wirtschaftstheorie und zeigt auf, wie sich die wissenschaftliche Sichtweise auf diese Faktoren im Zeitverlauf verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Abgrenzung zwischen Alter und Neuer Institutionenökonomik, die Analyse von Transaktionskosten und die Untersuchung der Prozesse des institutionellen Wandels.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine bündige Darstellung der theoretischen Entwicklung weg von der „Institutionenblindheit“ der klassischen Modellwelten hin zu einer stärkeren Berücksichtigung realer Rahmenbedingungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine chronologisch orientierte Literatur- und Theorienanalyse, um die unterschiedlichen wirtschaftswissenschaftlichen Denkschulen und deren Umgang mit Institutionen einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der institutionellen Blindheit, die Vorstellung zentraler Ansätze (wie der Transaktionskostentheorie) sowie die Definition und die evolutorische Betrachtung von Institutionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Verfügungsrechte und Pfadabhängigkeit geprägt.
Warum spielt der Begriff der Transaktionskosten eine so wichtige Rolle?
Transaktionskosten erklären, warum Märkte in der Realität nicht perfekt funktionieren und warum Institutionen notwendig sind, um Unsicherheiten zu minimieren und den Tausch zu ermöglichen.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Institutionen und Organisationen?
Institutionen werden als „Spielregeln“ einer Gesellschaft definiert, während Organisationen (wie Firmen oder Gewerkschaften) als die „Spieler“ betrachtet werden, die innerhalb dieser Regeln agieren.
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- Dipl.-Volkswirt Stephan Bartke (Author), 2005, Institutionen in der Wirtschaftstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56016