Als ich den Begriff „Empowerment“ zum ersten Mal las, wusste ich nicht recht was ich darunter zu verstehen hatte. Das aus dem Englischen stammende Wort bedeutet ursprünglich ‚Ermächtigung oder Bevollmächtigung’, im Bezug auf den Umgang mit Menschen mit einer Behinderung gibt es also vielfältige Anwendungs – und Erklärungsversuche. Bei meinen Recherchen bin ich daher auch auf keine eindeutige Definition gestoßen, sondern habe zahlreiche Definitionsvorschläge gefunden, welche im Folgenden kurz dargestellt werden. Anschließend stelle ich einige Grundaussagen des Empowermentkonzeptes zusammen und gebe einen kurzen Überblick. Um das Prinzip Empowerment auch praktisch darzustellen, gebe ich einen Einblick in den Schulalltag mit dem Empowermentkonzept.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionsansätze
3. Grundaussagen
4. Paradigmenwechsel und Empowerment
5. Empowerment und Schule
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Konzept des Empowerments theoretisch zu fundieren und dessen praktische Anwendung im schulischen Kontext der Geistigbehindertenpädagogik aufzuzeigen, um Möglichkeiten zur Förderung der Selbstbestimmung zu identifizieren.
- Grundlagen und Herkunft des Empowerment-Begriffes
- Definitionsansätze und theoretische Interpretationen
- Wandel in der Geistigbehindertenpädagogik hin zu mehr Empowerment
- Didaktische Konzepte für handlungsorientierten Unterricht
- Verknüpfung von Selbstbestimmung, Praxis und Lernen
Auszug aus dem Buch
5. Empowerment und Schule
Im diesen Teil meiner Ausarbeitungen möchte ich auf den praktischen Einsatz des Empowermentkonzeptes eingehen, indem ich den Zusammenhang von Empowerment und Schule näher beleuchte. Es ist nämlich sehr wichtig, dass man sich in der Geistigbehindertenpädagogik ebenfalls mit den didaktischen Fragestellungen befasst, wenn man die Empowerment – Idee verfolgen will. (vgl. THEUNISSEN/PLAUTE, 1995)
Analysen allgemeiner didaktischer Modelle und Konzepte für den Unterricht mit geistig behinderten Schülern lassen erkennen, dass die Konzeption des handlungsorientierten Unterrichts am ehesten selbstbestimmtes Lernen des geistig behinderten Schülers befördern kann. (THEUNISSEN/PLAUTE, 1995, 88f.)
Wie fördert man aber ‚selbstbestimmtes Lernen’ im Unterricht? Ein Blick auf die vielfältigen didaktischen Möglichkeiten, die dem Lehrer zur Verfügung stehen, lässt den Projektunterricht als die grundlegende Organisationsform des Unterrichts erkennen, welcher als die beste Möglichkeit gesehen wird „(…) handlungsorientiertes Lernen zu realisieren.“ (THEUNISSEN/PLAUTE, 1995, 89). Hierbei obliegt dem Lehrer aber eine große Verantwortung, denn „(…) das didaktische Handeln des Lehrers [muss] gewährleisten, dass der Schüler in allen Phasen des projekt – bzw. handlungsorientierten Unterrichts selbst Verantwortung für das Lernen übernimmt.“ (THEUNISSEN/PLAUTE, 1995, 89f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, sich mit dem Begriff Empowerment auseinanderzusetzen, und gibt einen Ausblick auf die strukturelle und praktische Behandlung des Themas.
2. Definitionsansätze: Dieses Kapitel stellt verschiedene Interpretationen von Empowerment vor und verdeutlicht, dass es keine allgemeingültige Definition gibt, da das Konzept stark individuell und kontextabhängig angewendet wird.
3. Grundaussagen: Hier werden die Ursprünge des Empowermentkonzeptes in der US-Bürgerbewegung skizziert und die zentralen Ziele wie Ressourcenmobilisierung und Selbstgestaltung erläutert.
4. Paradigmenwechsel und Empowerment: Dieses Kapitel beschreibt den Wandel in der Geistigbehindertenpädagogik von einer defizitorientierten Sichtweise hin zu einem systemischen Ansatz, der Normalisierung und Empowerment in den Mittelpunkt stellt.
5. Empowerment und Schule: Das letzte inhaltliche Kapitel untersucht den praktischen Transfer des Empowerment-Gedankens in den Unterricht, insbesondere durch handlungsorientierte Modelle und Projektunterricht.
Schlüsselwörter
Empowerment, Geistigbehindertenpädagogik, Selbstbestimmung, Handlungsorientierung, Projektunterricht, Ressourcenmobilisierung, Paradigmenwechsel, Inklusion, pädagogisches Handeln, Selbstständigkeit, Lebensbezug, Lernbedürfnisse, Didaktik, Empowermentprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Empowerment-Konzept im Kontext der Geistigbehindertenpädagogik und wie dieses dazu beitragen kann, die Lebensqualität und Selbstbestimmung betroffener Personen zu erhöhen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Definitionen von Empowerment, dem Paradigmenwechsel in der Behindertenpädagogik sowie der praktischen Umsetzung dieses Ansatzes im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Empowerment-Konzept zu erläutern und aufzuzeigen, wie durch didaktische Konzepte wie den handlungsorientierten Unterricht die Autonomie und Selbstbestimmung geistig behinderter Schüler gestärkt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender theoretischer Modelle und pädagogischer Fachdiskurse, um Empowerment für den Bildungsbereich zu erschließen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den Wandel der pädagogischen Sichtweisen auf Behinderung und eine praktische Analyse zur Anwendung von Empowerment im schulischen Rahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Empowerment, Geistigbehindertenpädagogik, Selbstbestimmung, Handlungsorientierung und die Förderung von Kompetenzen.
Warum gibt es keine allgemeingültige Definition für Empowerment?
Wie die Arbeit ausführt, hängt die Umsetzung von Empowerment stark vom jeweiligen Kontext (z.B. Schule, Wohnheim, Werkstatt) und der individuellen Person ab, weshalb eine starre, universelle Definition nicht sinnvoll ist.
Was versteht die Autorin unter dem Paradigmenwechsel?
Es handelt sich um den Wechsel von der rein defizitorientierten Pädagogik, die auf Kompensation abzielte, hin zu einer systemischen Betrachtungsweise, die den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit und Interaktion mit der Umwelt erfasst.
Welche Rolle spielt der Lehrer im Empowerment-Konzept laut dieser Arbeit?
Der Lehrer trägt eine große Verantwortung, da er nicht bloß Wissensvermittler ist, sondern den Rahmen schaffen muss, in dem Schüler durch handlungsorientierten Unterricht und Projekte Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen können.
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- Silvana Lehmann (Author), 2005, Hauptsache es ist gesund - Aspekte psychosozialer Beratung und Begleitung von Familien mit einem geistig behinderten Kind, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56044