Heimerziehung. Teamarbeit, Situationsanalyse und die Erstellung von Erziehungszielen


Seminararbeit, 2005

17 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der Heimerziehung

3. Methodische Vorgehensweise
3.1 Zielgerichtetheit
3.2 Planung

4. Teamarbeit
4.1 Voraussetzung der Teamarbeit
4.2 Grenzen der Teamarbeit

5. Situationsanalyse

6. Interpretation einer Situationsanalyse

7. Ableitung von Erziehungszielen und –aufgaben

8.Methodische Umsetzung von Erziehungszielen
8.1 Verantwortlichkeiten festlegen
8.2 Transparenz von Erziehungsziele und – aufgaben
8.3 Die Analyse des Alltags
8.4 Verbindung von Alltag und Pädagogik
8.5 Die Einbeziehung der Gruppenmitglieder

9. Schlusswort

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ein Kind

Ein Kind, was ständig kritisiert wird,

lernt zu verdammen.

Ein Kind, das geschlagen wird,

lernt zu schlagen.

Ein Kind, das verhöhnt wird,

lernt Schüchternheit.

Ein Kind, das Ironie ausgesetzt wird,

bekommt ein schlechtes Gewissen.

Aber ein Kind, das ermuntert wird,

lernt Selbstvertrauen.

Ein Kind, dem Toleranz begegnet wird,

lernt Geduld.

Ein Kind, das Ehrlichkeit erlebt,

lernt Gerechtigkeit.

Ein Kind, das Freundschaft erlebt,

lernt Freundschaft.

Ein Kind, das Geborgenheit erleben darf,

lernt Vertrauen.

Ein Kind, das geliebt und umarmt wird,

lernt die Liebe in dieser Welt zu empfinden

Dieses Gedicht macht deutlich, dass Kinder die unter ungünstigen Sozialisationsbedingungen aufgewachsen sind, oftmals Verhaltens-abweichungen zeigen. Diese Auffälligkeiten ergeben sich meistens aus den besonderen Lebensläufen der jungen Menschen. In der Institution Heim gibt es dafür spezielle Therapien, die den Jugendlichen helfen sollen, das Erlebte zu verarbeiten. Diese therapeutischen Angebote finden leider nur ein bis zwei Stunden in der Woche statt, deshalb spielt die Erziehung in der Gruppe eine große Rolle, da hier der Lebensmittelpunkt der jungen Menschen ist.

Doch wie funktioniert die Institution Heimerziehung? Was muss beachtet werden, wenn man bestimmte Ziele erreichen will? Was geschieht bei der Neuaufnahme eines Kindes? Ist es notwendig seine Kollegen in die Belange des Kindes einzuweihen?

Genau diese Fragen möchte ich mit meiner Seminararbeit beantworten.

In meiner Arbeit werde ich zuerst kurz erklären, was man unter dem Begriff der Heimerziehung versteht. Anschließend werde ich auf die Bedeutung der Teamarbeit eingehen. Weitere Punkte, die ich in meiner Arbeit ansprechen werde, ist die Situationsanalyse, sowie die darausfolgende Ableitung von Erziehungszielen und –aufgaben. Leider ist es mir nicht möglich auf alle Methoden der Heimerziehung einzugehen, da diese den Rahmen meiner Arbeit sprengen würde.

2. Der Begriff der Heimerziehung

Heimerziehung ist eine Institution der Jugendhilfe, die im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG bzw. SGB VIII) verankert ist. Personensorgeberechtigte eines Kindes oder Jugendlichen haben Anspruch auf Hilfe, wenn das Wohl oder die Erziehung des Kindes innerhalb der Familie nicht gewährleistet werden kann und eine Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist. Kinder und Jugendliche werden aufgrund von Störungen oder Auffälligkeiten aus ihrem gewohnten Lebenskontext herausgenommen und in unterschiedlichen Einrichtungen untergebracht. Die Heimerziehung gehört zu den stationären Formen der Hilfen zur Erziehung und wird damit über Tag und Nacht außerhalb der Familie des Kindes oder Jugendlichen durchgeführt.

„Es geht somit nicht um die Unterordnung des Kindes/ Jugendlichen unter eine pädagogische Diagnostik oder einen Heimzweck, sondern um professionell betreute Lebensorte als gleichberechtigte Alternative im Kanon verschiedener Lebensformen .“( Kupffer/ Martin 2000; S.16)

Es gibt hierbei eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensorte und Sozialräume, wie zum Beispiel: Einrichtungen mit einer oder mehreren Gruppen, heilpädagogische und therapeutische Heime, Kinder- und Jugendnotdienste, Aufnahme- und Klärungsstellen, Kinderdörfer, Wohngemeinschaften, sozialpädagogisch betreutes Wohnen und Kinderhäuser. Diese Hilfe wird in der Regel zeitlich befristet geleistet mit dem Ziel, eine Rückkehr in die Herkunftsfamilie nach Verbesserung der dortigen Erziehungsbedingungen zu ermöglichen. Der Wechsel in eine andere Familie oder die Verselbstständigung des Jugendlichen kann auch infrage kommen.

3. Methodische Vorgehensweise

Wird von methodischer Vorgehensweise im Arbeitsfeld Heimerziehung gesprochen, dann sind damit Erkenntnisse der Pädagogik, Psychologie, Heilpädagogik und aus anderen Sozialwissenschaften gemeint. Die Anwendung von Erfahrungswerten aus diesen Bereichen ist nicht nur erfolgsversprechend, sondern kann dem Ziel einer Entwicklungsförderung bei den Klienten dienen.

„[...]das Rollenverständnis des Erziehers, seine berufliche Identität und die damit in Zusammenhang stehenden pädagogischen Grundhaltungen bilden die Basis einer effektiven pädagogischen Arbeit. Diese Grundhaltung erscheint unverzichtbar, sie reicht allerdings in isolierter Daseinsform alleine nicht aus, um erfolgsversprechend arbeiten zu können.“(Günder,R.1989; S.62)

Handlungsschritte müssen folgen, die im Vorfeld sorgfältig geplant werden. Außerdem ist es wichtig, dass der Erzieher erkennt, welche Vorgehensweise nach einer Situationsanalyse notwendig ist und wie er diese konkret umsetzt, um an gemeinsam vereinbarte Ziele zu gelangen. Die Umsetzung selbst, müsste durch Kontrollmechanismen verändert werden können, da diese oft Schwierigkeiten bereitet. Trotzdem wird spontanes pädagogisches Verhalten gegenüber jungen Menschen notwendig bleiben, wenn es die aktuelle Situation erfordert. Spontaneität kann aber auch zu ungünstigen Resultaten führen, wenn diese nicht aus einer reichlich pädagogisch-methodischen Denkweise heraus erfolgt.

„Die Planbarkeit sozialpädagogischer Handlungsabläufe wird als grundlegende Voraussetzung methodischen Vorgehens verstanden. Unverzichtbar ist hierbei die Zielgerichtetheit methodischen Handelns, Ziel und Methode beeinflussen und verändern sich wechselseitig.“( Günder, R..1989; S.62/ 63)

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Heimerziehung. Teamarbeit, Situationsanalyse und die Erstellung von Erziehungszielen
Hochschule
Duale Hochschule Gera-Eisenach (ehem. Berufsakademie Thürigen in Gera)
Note
2,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V56057
ISBN (eBook)
9783638508520
ISBN (Buch)
9783638843799
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heimerziehung, Teamarbeit, Situationsanalyse, Erstellung, Erziehungszielen
Arbeit zitieren
Madeleine Peißker (Autor), 2005, Heimerziehung. Teamarbeit, Situationsanalyse und die Erstellung von Erziehungszielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56057

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