Die Soziologie der Lebensalter erforscht Beziehungen, Interaktionen sowie Strukturen von Gruppen und Individuen der Gesellschaft unter Anwendung spezifischer Methoden und Techniken. Die Untersuchungen beziehen sich auf Personen und Personenkreise in ihren jeweiligen Lebens- und Entwicklungsphasen. Forschungsergebnisse sollen somit zum Beispiel Handlungen und Interaktionen in Abhängigkeit des Entwicklungsstandes des Einzelnen beziehungsweise der Gruppe erklären. Sie können außerdem Beweggründe für soziales Handeln konkretisieren und die verschiedenen Lebensphasen des Individuums differenzieren Die Soziologie der Lebensalter teilt die Lebensphasen wie folgt auf: Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter und Alter.
Im Sozialisationsprozess ist die Jugend eine sehr bedeutende Phase, da hier das Individuum entscheidend geprägt, beeinflusst und gelenkt wird. Diese Arbeit soll den Einfluss der Peer Group auf die Ich-Identität des Jugendlichen näher erläutern. Zum besseren Verständnis der Arbeit werden am Anfang einige Begriffe erklärt. Anschließend wird dargestellt, weshalb die Jugendphase als eigenständige Phase zu betrachten ist. Nachdem ein Identitätskonzept sowie Identitätskrisen näher beschrieben werden, folgt die Darstellung der Wichtigkeit von Peer Groups. Dabei wird darauf eingegangen, was es für gesellschaftliche Ursachen für die Entstehung solcher Gruppen gibt ,welche Merkmale und welche Bedeutung sie besitzen sowie auf den Ablösungsprozess vom Elternhaus.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1 Begriffsklärung Peer Group
2.2 Begriffsklärung Ich-Identität
2.3 Begriffsklärung Adoleszenz
3.Die Phase der Adoleszenz aus soziologischer Sicht
3.1 Die Abgrenzung vom Kindheitsalter zum Jugendalter
3.2 Die Abgrenzung vom Jungendalter zum Erwachsenenalter
4. Ich, Selbst ,Identität
4.1 Eriksons Identitätskonzept
4.2 Identitätskrisen
5. Peer Group
5.1 Gesellschaftliche Ursachen zur Bildung von Peer Groups
5.2 Merkmale der Gleichaltrigengruppe
5.3 Der Einfluss der Peer Group
5.4 Der Ablösungsprozess vom Elternhaus
6. Schlusswort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Peer Group auf die Entwicklung der Ich-Identität während der Adoleszenz, mit dem Ziel, die Bedeutung der Gleichaltrigengruppe für den Ablösungsprozess vom Elternhaus und die Identitätsfindung darzustellen.
- Soziologische Einordnung der Adoleszenzphase
- Grundlagen der Identitätsentwicklung nach Erikson
- Gesellschaftliche Ursachen für die Bildung von Peer Groups
- Sozialisierende Funktionen von Cliquen und Jugendkulturen
- Der Ablösungsprozess vom Elternhaus und Aufbau von Eigenständigkeit
Auszug aus dem Buch
5.3 Der Einfluss der Peer Group
In der Biographie des Jugendlichen übernimmt die Clique immer zeitiger eine sozialisierende Funktion. „Offenbar sind Familie, Schule oder andere pädagogische Einrichtungen nicht mehr in der Lage, Jugendlichen in allen Fällen und in allen Bereichen von Erfahrungen und Anforderungen jenes Maß an Orientierung zu geben und jene Befriedigung zu gewähren, die sie für ihr gegenwärtiges und zukünftiges Leben brauchen.“ ( Baacke 1994, S. 283) So kommt es zur Entstehung einer eigenständigen, nicht von Erwachsenen gelenkten, Jugendkultur, die sich in Gruppen unterteilt. Diese selbst initiierte Jugendkultur dient einerseits als Stütze beim Ablösungsprozess vom Elternhaus und andererseits als Hilfe beim Übergang in die Gesellschaft der Erwachsenen.
Die Gruppe kennzeichnet sich durch Eigenschaften der Familie, aber auch durch die der Industriegesellschaften, in denen wir leben. Rollenzuordnungen sind eher offen und es gibt kaum festgeschriebene Aufgaben. Einen Status erwirbt man sich in der Peer Group durch anerkannte Leistungen. Dies ist bedeutend für das spätere Erwachsenenleben, da der Statuserwerb und dessen Sicherung eine wichtige Rolle spielen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Jugend als Sozialisationsphase und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, den Einfluss von Peer Groups auf die Ich-Identität zu analysieren.
2. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Peer Group, Ich-Identität und Adoleszenz, um das theoretische Grundverständnis für die Arbeit zu schaffen.
3.Die Phase der Adoleszenz aus soziologischer Sicht: Es wird die Adoleszenz als eigenständige, durch Statusübergänge gekennzeichnete Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter analysiert.
4. Ich, Selbst ,Identität: Das Kapitel befasst sich mit der Identitätsbildung unter besonderer Berücksichtigung von Eriksons Identitätskonzept und den Herausforderungen von Identitätskrisen.
5. Peer Group: Hier werden die Formen, Ursachen und Merkmale von Peer Groups untersucht sowie deren Einfluss auf die Identitätsentwicklung und den Ablösungsprozess vom Elternhaus diskutiert.
6. Schlusswort: Das Fazit fasst die zentrale Rolle der Peer Group als Stütze und Orientierungsinstanz bei der Identitätsfindung Jugendlicher zusammen.
Schlüsselwörter
Adoleszenz, Peer Group, Ich-Identität, Sozialisation, Jugendalter, Identitätskrise, Clique, Erwachsenenalter, Entwicklungsaufgabe, Ablösungsprozess, Jugendkultur, Statusübergang, Identitätsdiffusion, Gesellschaftliche Integration, Selbstbewusstsein
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen und entwicklungspsychologischen Bedeutung der Peer Group für den Identitätsbildungsprozess Jugendlicher während der Adoleszenz.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Definition der Adoleszenz, Identitätskonzepte, die Entstehungsursachen von Peer Groups, deren Merkmale sowie den Ablösungsprozess vom Elternhaus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, den Einfluss von Gleichaltrigengruppen auf die Ich-Identität und die Funktion der Peer Group als sozialisierende Instanz beim Erwachsenwerden aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer und entwicklungspsychologischer Fachliteratur, insbesondere unter Rückgriff auf Konzepte von Autoren wie Baacke, Hurrelmann und Erikson.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Betrachtung der Jugendphase, die Erläuterung von Identitätsmodellen und Krisen sowie die Analyse der Peer Group als Unterstützerin bei der Loslösung vom Elternhaus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Adoleszenz, Peer Group, Ich-Identität, Sozialisation, Identitätskrise und Ablösungsprozess.
Warum ist die Peer Group für Jugendliche so wichtig?
Sie bietet neben dem Elternhaus Orientierung, Geborgenheit, Möglichkeiten zur Statusgewinnung durch eigene Leistungen und Raum für die Erprobung neuer Verhaltensmuster.
Welche Rolle spielt die Ablösung vom Elternhaus?
Die Ablösung ist ein notwendiger Schritt zur Erreichung des Erwachsenenstatus, bei dem die Peer Group die Funktion eines „psychosozialen Moratoriums“ zur Anpassung an neue Lebensaufgaben übernimmt.
Was geschieht bei einer Identitätsdiffusion?
Eine negative Bearbeitung von Entwicklungsaufgaben kann zu einer Identitätsdiffusion führen, die sich durch Verwirrung über die eigene Perspektive und mangelnde Stabilität auszeichnet.
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- Madeleine Peißker (Author), 2006, Der Einfluss der Peer Group auf die Ich-Identität des Jugendlichen in der Phase der Adoleszenz , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56058