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"Femme Fatale" oder "Femme Fragile"? Das ambigue Frauenbild in der Literatur des Fin de Siècle am Beispiel "Mi hermana Antonia"

Title: "Femme Fatale" oder "Femme Fragile"? Das ambigue Frauenbild in der Literatur des Fin de Siècle am Beispiel "Mi hermana Antonia"

Term Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nicole Zanger (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Im Mythos und in der Literatur hat es den Typus der femme fatale immer gegeben, denn Mythos und Literatur sind nur die dichterische Widerspiegelung des wirklichen Lebens, im wirklichen Leben aber hat es an mehr oder minder vollkommenen Exemplaren herrschsüchtiger und grausamer Frauen nie gefehlt .

Mario Praz beschreibt in seinem Werk „Schwarze Romantik“ mit diesem Zitat das Phänomen „femme fatale“, das dekadente Frauenbild, das in seiner Darstellung im 19. Jahrhundert einen Höhepunkt in Kunst, Literatur und in der Gesellschaft fand. Doch wie lässt sich dieser „Mythos“ rational erfassen? Wie lassen sich die Grundzüge dieses Typus` beschreiben?
Ziel dieser Arbeit wird es zum einen sein, den Typus der femme fatale herauszustellen und ihn semantisch sowie typisch von dem der femme fragile abzugrenzen. Das Konzept der femme fragile stellt eine Variante der femme fatale dar, sie bildet quasi ihren Gegenpart. Beide literarischen Varianten bildeten sich im Kontext der Dekadenzästhetik heraus, und zwar zwischen 1890 und 1905 einhergehend mit der neuen Sensibilität der schwarzen Romantik . Die differenten Ausprägungen der femme fatale und der femme fragile werden in dieser Arbeit gegenübergestellt. Anschließend erfolgt eine Analyse der Figuren aus Valle-Incláns „Mi hermana Antonia“ aus Jardín Umbrío , ich werde untersuchen inwieweit Valle-Inclán in seiner Erzählung die Typen der femme fatale und der femme fragile inszeniert.
Vor der eigentlichen Analyse der Erzählung und den Beschreibungen der Konzepte der „Femmes“ widme ich mich jedoch zunächst den Begriffen des fin de siècle und der Dekadenz, die eng mit den literarischen Frauentypen fatale und fragile in Verbindung stehen und zunächst erläutert werden müssen und stelle außerdem kurz den zeithistorischen Hintergrund dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kulturgeschichtlicher Hintergrund:Fin de siècle und Dekadenz-Begriff

3. Zeithistorischer Hintergrund

3.1. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts

3.2. Das dekadente Frauenbild in der Kunst - Zur Inszenierung des weiblichen Körpers um die Jahrhundertwende

3.3. Das dekadente Frauenbild in der Literatur

3.3.1. Das literarische Konzept der femme fatale

3.3.1.1. Die wichtigsten Charaktereigenschaften

3.3.2. Das literarische Konzept der femme fragile

4. Valle-Inclán: „Mi hermana Antonia“ aus Jardín Umbrío (Inhaltsangabe)

4.1. Interpretationsversuch

4.2. Analyse der Figuren hinsichtlich der vorangegangenen literarischen Konzepte der femme fatale und der femme fragile

4.2.1. „Antonia“

4.2.2. „Máximo Bretal“

4.2.3. „Antonias Mutter“

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das ambige Frauenbild des Fin de Siècle anhand der Erzählung „Mi hermana Antonia“ von Valle-Inclán. Dabei werden die literarischen Konzepte der „femme fatale“ und der „femme fragile“ theoretisch definiert und auf ihre Anwendung sowie Inszenierung innerhalb der Erzählung hin analysiert.

  • Kulturgeschichtliche Einordnung des Fin de Siècle und der Dekadenz
  • Analyse der Rolle der Frau im 19. Jahrhundert
  • Definition und Abgrenzung der Frauentypen femme fatale und femme fragile
  • Literarische Analyse von Valle-Incláns Erzählung „Mi hermana Antonia“

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Das literarische Konzept der femme fatale

Wohl kaum eine andere Imaginationsfigur hat über Jahrtausende die männliche Fantasie so besetzt und in Wallung gehalten wie die der femme fatale. Generationen von Schauspielerinnen haben sich diesem „Fach“ verpflichtet, und eine nach wie vor andauernde, endlose Produktion fataler Frauen u.a. in den vielfältigsten Hollywoodproduktionen sorgt auch in unserem Jahrhundert dafür, dass diese Projektionsfigur nicht an Glanz und niemals an Grauen verliert. Was aber macht eine Frau aus der männlichen Perspektive zur femme fatale? Und was macht die femme fatale so unabkömmlich für die Weiblichkeitsentwürfe des späten 19. Jahrhunderts?

Dieses Kapitel versucht diese beiden Fragen zu beantworten, außerdem wird hier der Versuch einer Definition der femme fatale unternommen. (Hierbei wird der Schwerpunkt auf der Beschreibung der Charaktereigenschaften liegen, auf das Aussehen soll nicht weiter eingegangen werden, da es für die spätere Analyse nicht von primärer Bedeutung ist).

Die femme fatale lässt sich als „Männerfalle“ beschreiben. Sie tritt aus dem üblicherweise der Frau zugeschriebenem Verhalten heraus, sie weist gewissermaßen „männliche“ Verhaltensweisen auf: Sie ist aggressiv, aktiv, selbstbewusst, fordernd, emotional und materiell unabhängig. Sie gibt sich ihren Leidenschaften hin, wählt ihre Partner anstatt gewählt zu werden. Sie ist wie viele der bürgerlichen Männer um 1900- nicht monogam und- wie wenige der bürgerlichen Frauen um 1900- sexuell erfahren. Sogar die Ehe stellt sie in Frage. Dies ist eine kurze Beschreibung der femme fatale der Gesellschaft im 19. Jahrhundert. Doch wie sah es in der Literatur aus?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung, Zielsetzung sowie Abgrenzung der literarischen Frauentypen im Kontext der Dekadenz.

2. Kulturgeschichtlicher Hintergrund:Fin de siècle und Dekadenz-Begriff: Definition der Epoche und der Charakteristika des Dekadenz-Begriffs um die Jahrhundertwende.

3. Zeithistorischer Hintergrund: Erläuterung der gesellschaftlichen Rolle der Frau und deren Inszenierung in Kunst und Literatur.

4. Valle-Inclán: „Mi hermana Antonia“ aus Jardín Umbrío (Inhaltsangabe): Bereitstellung einer Inhaltsübersicht zur Vorbereitung auf die literarische Analyse.

5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Inszenierung der Frauentypen durch Valle-Inclán.

Schlüsselwörter

femme fatale, femme fragile, Dekadenz, Fin de Siècle, Valle-Inclán, Mi hermana Antonia, Frauenbild, 19. Jahrhundert, Literaturwissenschaft, Verführergestalt, Schwarze Romantik, Mythos, Weiblichkeit, Dekadenzästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung ambiger Frauenbilder im Fin de Siècle, insbesondere durch die Konzepte der femme fatale und der femme fragile.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung umfasst den kulturgeschichtlichen Hintergrund der Jahrhundertwende, die soziologische Rolle der Frau im 19. Jahrhundert sowie deren literarische Inszenierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die theoretische Abgrenzung der Konzepte von femme fatale und femme fragile sowie deren konkrete Anwendung und Analyse auf Valle-Incláns Erzählung „Mi hermana Antonia“.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Theoriebildung mit der Interpretation eines spezifischen Primärtextes kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Dekadenzbegriffe und Frauentypen sowie eine detaillierte Figurenkonstellationsanalyse der Erzählung von Valle-Inclán.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie femme fatale, femme fragile, Dekadenz, Fin de Siècle und literarische Weiblichkeitskonzepte charakterisiert.

Warum wird Máximo Bretal in der Analyse trotz seines Geschlechts mit der femme fatale verglichen?

Da er diabolische Tendenzen aufweist und die anderen Figuren in ihr Verderben stürzt, werden hier fatalistische Züge analysiert, die über das klassische männliche Rollenbild hinausgehen.

Wie reagiert die Mutter auf das mysteriöse Auftauchen der Katze?

Die Mutter wird durch das Erscheinen der Katze psychisch instabil, verfällt in den Wahnsinn und stirbt letztlich an den Folgen dieser Bedrohung.

Welchen Frauentypus verkörpert Antonia laut der Autorin?

Antonia wird primär als femme fragile analysiert, da sie unschuldig ist und sich passiv in eine Opferrolle begibt.

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Details

Title
"Femme Fatale" oder "Femme Fragile"? Das ambigue Frauenbild in der Literatur des Fin de Siècle am Beispiel "Mi hermana Antonia"
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Course
Proseminar Literaturwissenschaft
Grade
1,3
Author
Nicole Zanger (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V56100
ISBN (eBook)
9783638508889
ISBN (Book)
9783638765862
Language
German
Tags
Narrative Inszenierungen Frauenbildern Literatur Frühen Neuzeit Moderne Proseminar Literaturwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Zanger (Author), 2006, "Femme Fatale" oder "Femme Fragile"? Das ambigue Frauenbild in der Literatur des Fin de Siècle am Beispiel "Mi hermana Antonia", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56100
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