Die Schritte der Existenzgründung und die persönlichen Eignungen und Voraussetzungen als Unternehmer


Hausarbeit, 2003

26 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schritte der Existenzgründung
2.1 Entscheidung
2.2 Planung
2.3 Finanzplan
2.4 Marketing
2.5 Gründung

3. Persönliche Voraussetzungen und Eignungen

4. Quellen

1. Einleitung

Trotz der derzeitigen wirtschaftlichen Krise entstehen in der BRD immer mehr neue Firmen als pleite gehen. Den Traum sein eigener Chef zu sein, haben sich inzwischen schon mehr als 3.6 Millionen Menschen erfüllt. Schließlich gibt es auch gute Gründe, welche die Selbstständigkeit immer attraktiver machen, zumal das Angestelltendasein durch die Krise im Arbeitsmarkt immer riskanter geworden ist. So ist die Existenzgründung zu einer guten Alternative zur Arbeitslosigkeit geworden, mit der sich viele auch einfach nur ihren ganz persönlichen Traum verwirklichen, indem sie ihre eigene Geschäftsidee umsetzen. Die Motive sind ganz individuell, aber größtenteils handelt es sich um den Wunsch Unabhängigkeit zu erleben, mehr Erfolgserlebnisse genießen zu wollen, die berufliche Frustration beenden, den beruflichen Aufstieg selbst in die Hand nehmen bzw. ein höheres Einkommen zu erarbeiten. Außerdem zeigt so eine Gründung Mut und ist somit, auch wenn man scheitert, ein Plus im Lebenslauf.

Ungeachtet dessen leisten diese Start-ups einen erheblichen Beitrag zur deutschen Wirtschaftsleistung, denn der Großteil der neuen Arbeitsplätze wird durch Gründungen bis zu 100 Mitarbeiter geschaffen. Die Statistik verrät auch aufbauende Aussichten, da nur 30% der Firmengründungen in den ersten 4 Jahren scheitern, wobei das Erste das Kritischste ist.

Natürlich ist klar, dass so eine Existenzgründung in den wenigsten Fällen glatt verläuft, aber durch eine gründliche und solide Planung kann man die Gefahr zu scheitern deutlich geringer halten. Und das es gar nicht unbedingt so schwer ist seinen ganz persönlichen Traum zu realisieren, werde ich nun im weiteren zeigen.

2. Schritte der Existenzgründung

Wie schon gesagt durch eine genaue und detaillierte Vorbereitung kann man die Angst vor der Pleite reduzieren, denn Flexibilität und Euphorie alleine reichen nun mal nicht aus um erfolgreich zu werden. Man sollte vorher unbedingt schon alle Widrigkeiten und Risiken einplanen, um im Fall aller Fälle darauf eingestellt zu sein und bestmöglich reagieren zu können. Somit kann man auch weniger schnell aus der Bahn geworfen werden. Für noch Unsichere gibt es da auch die Chance einer „Schnuppergründung“, wobei man mit geringem Kapitaleinsatz erst mal in Form eines Beraters oder als Nebentätigkeit den Markt erforscht.

Genauso gut sollte man einschätzen können, wann eine Aufrechterhaltung des Unternehmens keinen Sinn mehr hat. Dass heißt das Unternehmen schließen, solange es noch liquide ist, aber keine Perspektive mehr bietet. Schließlich nützt es im Endeffekt nichts immer mehr Kredite aufzunehmen und so kann man unbelastet einen neuen Versuch starten.

Bevor man überhaupt erst seine Firma eröffnen kann, liegt ein langer Weg vor einem, den man im wesentlichen in 4 Schritte gliedert: die Entscheidung, die Planung, der Finanzplan und letztendlich die Gründung.

2.1 Die Entscheidung

Zu Beginn der Selbstständigkeit sollte man sich wirklich genau überlegen, ob man ein Unternehmertyp ist. Dazu gehören neben ausreichend fachlichen und unternehmerischen Kenntnissen auch die Bereitschaft große Verantwortung tragen zu wollen, nicht nur für sich sondern auch bezüglich des Produkts, der Mitarbeiter, den Umsatz sowie Kunden- und Zahlungszuverlässigkeit. Wichtig ist auch die Arbeitseinstellung, beispielsweise dass man in der Lage ist Tagesabläufe diszipliniert zu gestalten, Arbeiten pünktlich, unter Druck zu erledigen und Führungswille zu haben. Ebenso sollte die Familie nicht ungefragt gelassen werden. Es ist von enormer Bedeutung, dass diese einem den Rücken freihält und bereit ist die Belastungen, den Stress, das unsichere Einkommen und die deutlich wenigere Freizeit mitzutragen. So beruhen 30% aller Insolvenzen von jungen Unternehmen auf familiären Problemen.

Um sicherzugehen, ob man wirklich für alles gerüstet ist, existieren zahlreiche Selbsttests, ob man ein Gründertyp ist (zum Beispiel unter: www.ebs-gruendertest.de, www.startup-initiative.de).

Darüber hinaus ist es von Vorteil sich sowohl bei allen Aspekten der Planung, aber auch nach der Firmengründung, einen geeigneten Berater zu Rate zu ziehen, der sich in der Branche auskennt, da die zweithäufigste Pleite-Ursache Informationsmängel sind. Damit können Unsicherheiten hinsichtlich der persönlichen Eignung, dem Finanzbedarf, der Geschäftsidee, den Marktaussichten und -einschätzungen aus dem Weg geräumt werden. Zudem erhält man eine neutrale und kompetente Aussage darüber, ob sich das Risiko lohnt. Dieser Berater sollte trotzdem nur Entscheidungshilfe bleiben und nicht

die gesamte Planungsarbeit übernehmen, da man sonst schnell den Überblick über das eigene Unternehmen verliert.

Weiterhin sollte man sich als Gründer neben den oft ausreichend guten fachlichen Know-how auch selbst die nötigen kaufmännischen Kenntnisse bezüglich Strategischen Management, Finanzplanung, rechtliche und steuerliche Grundlagen aneignen, um auf Dauer erfolgreich zu sein. Die Bereitschaft zur Weiterbildung ist ein Muss für jeden Gründer und Institutionen wie die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Volkshochschulen, Arbeitsämter und Berufsverbände bieten dahingehend Gründerworkshops und Seminare an.

2.2 Die Planung

Auch die Planungsphase sollte man in einzelne Schritte zerlegen und diese nacheinander „abarbeiten“. So vermeidet man sowohl eine fehlerhafte Planung, aber ebenso die Gefahr sich bei einer Guten nicht daran zu halten.

„You look at any giant corporation and I mean the biggies, and they all started with a guy with an idea, doing it well.“

Dieses Statement des Unternehmers Irvine Robbins bringt es auf den Punkt, denn am Anfang einer jeden Gründung steht die Geschäftsidee. Dann folgen die Analyse des Marktes und letztendlich die Erarbeitung eines konkreten Konzepts, auch Businessplan genannt, indem man beschreibt, wie die Idee gewinnbringend realisiert werden soll.

Bei manchen kommt sie über Nacht, andere suchen jahrelang nach ihr – die Geschäftsidee. Bloß ohne sie geht es natürlich gar nicht. Für die ohne den schnellen Geistesblitz gibt es aber verschiedene Methoden um eine erfolgsträchtige Idee zu finden.

Auf jeden Fall heißt es bei der Ideensuche Augen aufhalten und neugierig sein. Ebenso wird kreatives Denken, Phantasie sowie der Mut, in neuen Bahnen zu denken, benötigt. Heutzutage reicht es wegen dem harten Wettbewerb nun mal nicht mehr aus, wenn die Geschäftidee nur lautet „Ich eröffne die Firma XY“. Die Idee muss bereits das gesamte Marketingkonzept des Unternehmens umfassen.

Im Prinzip geht es darum einen Einfall zu haben, wie ein Bedürfnis konkret befriedigt werden könnte – man sucht sozusagen nach dem passenden Schlüssel für das Schlüsselloch.

Beim Stöbern in Printmagazinen wie Wirtschaftsmagazine, Fachliteratur oder auch der Boulevardpresse kann man auf Ideen stoßen. Oder man überlegt mal, was einem im Alltag als Kunde oder Arbeitnehmer nervt und auf welche Weise man dort Abhilfe schaffen könnte, zum Beispiel durch Verbesserungen bestehender Angebote. Aber wirklich neue, innovative Ideen sind inzwischen selten, meistens sind es Weiterentwicklungen bereits bestehender Produkte und Dienstleistungen oder man übernimmt Ideen aus dem Ausland. Man sollte sich auch mit den aktuellen wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen befassen. Dadurch kann man Marktlücken ausfindig machen und die Bevölkerungsentwicklung oder Moden geben Hinweise. Weitere Möglichkeiten sind, eine Neuheit in einer alten Branche auszuprobieren oder eine altbekannte Geschäftsidee durch ein besonderes Serviceangebot bzw. eine Spezialisierung aufzupeppen. Es muss nicht immer eine neue Idee sein, denn man hat auch als Nachahmer erfolgreicher Konzepte oder Übernehmer Chancen. Im Endeffekt ist sowieso die Umsetzung (Planung Finanzbedarf, Abstecken des Marktes, eigene Fähigkeiten und Kenntnisse, sicheres soziales Umfeld) entscheidend für Erfolg oder Misserfolg. Außerdem erweist es sich als weniger risikoreich, zum Beispiel als Franchise-Nehmer, wo man gegen Bezahlung das Know-how anderer nutzt.

Glaubt man nun eine erfolgsversprechende Idee zu haben, gilt es diese auseinander zunehmen. Die Idee richtet sich sowohl an Investoren als auch Kunden, weshalb sie gewisse Kriterien erfüllen sollte. Die Idee ist dann potentialträchtig, wenn ein klarer Kundennutzen bzw. Mehrwert, ein ausreichend großer Markt, ausreichender Innovationsgrad, d.h. das Produkt sollte weiterentwickelbar sein um langfristig den Absatz zu sichern, Machbarkeit und Profitabilität vorhanden sind. Gerade um Investoren und die Bank überzeugen zu können ist es von Bedeutung, dass die Idee auch einen wirtschaftlichen Wert hat, um sich am Markt durchzusetzen und sich langfristig zu rentieren. Schließlich ist es Sinn und Zweck Geld damit zu verdienen. Für das Verständnis bei Kunden und Investoren und um überzeugend zu sein ist es auch wichtig, dass die Idee und deren Nutzen einfach und einleuchtend dargestellt sind. Deshalb sollten zu komplexe Ideen vereinfacht werden. Vor allem der Kunde muss den Nutzen des Produktes für sich erkennen, damit er zum Käufer wird. Dazu braucht die Geschäftsidee aber ein USP, ein Alleinstellungsmerkmal, was das Angebot in der Region einzigartig macht.

In der Anfangsphase gilt es also sich intensiv mit potentiellen Kunden und deren Bedürfnissen sowie dem schon existierenden Wettbewerb zu befassen um letztendlich auch beurteilen zu können, ob sich das Risiko überhaupt lohnt.

Dazu gehört die Beantwortung von Fragen, wie:

Wer sind meine Kunden?,

Welchen Nutzen und Zusatznutzen bietet mein Produkt?

Was sind die Vorteile meiner Idee?

Welche Wettbewerber sind noch tätig?

Welche Kosten verursacht die Produktion und kann ich mit dem Produkt ausreichend Gewinn erzielen?

Besonders der Wettbewerb darf nicht vernachlässigt werden. Es ist nämlich leichter in einem Markt mit Wettbewerb einzusteigen, da dort bereits zuverlässige Informationen über die Konkurrenz, Wachstumsmöglichkeiten und aktuelles Marktvolumen vorliegen. Wogegen bei einem neuen Markt natürlich das Risiko deutlich höher liegt, ob überhaupt Nachfrage da ist und das Produkt gewollt wird.

Am besten ist es zudem, wenn man sich durch Berufserfahrung oder ein Hobby schon in der Branche auskennt und sich durch den Besuch von Messen und Fachzeitschriften auf den aktuellen Stand bringt.

Um auf Nummer sicher zu gehen, wäre es empfehlenswert seine Pläne mit kompetenten Partnern zu diskutieren oder im Freundes- und Bekanntenkreis zu zeigen, um diese auf Verständlichkeit und Überzeugungskraft zu überprüfen.

Wenn man die Faktoren Idee, Positionierung, Zielgruppen, potentielle Kunden und Wettbewerb schließlich positiv bewerten konnte, folgt die Ausarbeitung des Businessplans.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die Schritte der Existenzgründung und die persönlichen Eignungen und Voraussetzungen als Unternehmer
Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
26
Katalognummer
V56155
ISBN (eBook)
9783638509206
ISBN (Buch)
9783638902700
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schritte, Existenzgründung, Eignungen, Voraussetzungen, Unternehmer
Arbeit zitieren
Katja Dreißig (Autor), 2003, Die Schritte der Existenzgründung und die persönlichen Eignungen und Voraussetzungen als Unternehmer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56155

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