Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der biomechanischen Struktur der Felgrolle und mit Möglichkei-ten, diese grundliegende Technik aus der Strukturgruppe der Felgbewegungen zu erlernen. Dabei wird darauf abgezielt, Variationen und Lehrmeinungen zur Felgrolle und zur Schulterfelgrolle zusammenzutragen und Möglichkeiten der Vermittlung im Unterricht vorzustellen. Für beide Arten der Felgrolle werden verschiedene Ausführungsvarianten herausgearbeitet, methodische Reihen und Vorübungen vorgeschlagen sowie Korrekturhilfen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Definition der Felgrolle und ihre Einordnung in die strukturelle Systematik
Die Phasenstruktur der Felgrolle
Voraussetzungen
Methodische Reihe
Hilfeleistung
Fehler und Korrektur
Technische Variation: die Schulter-Felgrolle
Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit widmet sich der strukturellen Analyse der Felgrolle sowie der Schulterfelgrolle im Gerätturnen und erarbeitet praxisnahe Vermittlungsmöglichkeiten. Das Hauptziel besteht darin, für beide Übungsformen ein fundiertes Verständnis der Bewegungsphasen zu schaffen, bewährte methodische Lehrwege zu skizzieren und effektive Korrekturhilfen für den Unterricht bereitzustellen, um den Lernprozess zu optimieren und Fehlerquellen zu minimieren.
- Strukturelle Einordnung und Bewegungsdefinition der Felgrolle
- Detaillierte Analyse der Bewegungsphasen und Voraussetzungen
- Entwicklung methodischer Reihen zur Vermittlung in der Praxis
- Systematische Darstellung von Fehlerquellen und gezielten Korrekturmaßnahmen
- Analyse der technischen Variante „Schulterfelgrolle“
Auszug aus dem Buch
Die Phasenstruktur der Felgrolle
Ausgehend von der Definition der Felgrolle und ihrer Einordnung in die strukturelle Systematik, erfolgt nun eine detaillierte Betrachtung der einzelnen Phasen der Bewegung.
Die Ausgangsposition der Felgrolle ist der gestreckte Ballenstand, wobei sich die Arme in der Hochhalte befinden (vgl. Abb.1, Phase 1) (Gerling, 2002, S. 67). Dies gewährleistet einen hohen Körperschwerpunkt und damit gute Voraussetzungen beim sich anschließenden Rücksenken, potentielle Energie in kinetische Energie umzuwandeln. Das Rücksenken wird mit gestreckten Beinen geturnt, wobei der Rumpf stark gebeugt und die Arme nach vorn oben geführt werden. Durch die gestreckten Beine ist die Körpermasse weit von der Drehachse an den Füßen entfernt, was zu einer Erhöhung des Trägheitsmoments des Körpers führt. Der entstehende Drehimpuls wird daher trotz gleicher Rotationsgeschwindigkeit vergrößert. Durch den weiten Abstand zwischen Körperschwerpunkt und Unterstützungsfläche wirkt ein starkes Schwerkraftmoment, welches die Rotation beschleunigt (Meinel, 1987, S. 96). Vor dem Aufsetzen des Gesäßes auf die Unterlage werden die Hände neben der Hüfte aufgesetzt oder verbleiben in der Hochhalte (2-4) (Härtig, 2004, S. 346). Letzteres birgt den Vorteil, dass die Rotation nicht gebremst wird und daher mehr kinetische Energie für die Felgbewegung zur Verfügung steht. Durch das Aufsetzen des Gesäßes verlagert sich die Drehachse von den Füßen zum Gesäß, wo sich die Rotation um momentane Drehachsen fortsetzt (4). Dabei öffnet sich der Hüftwinkel nach Härtig (2004, S. 346) auf maximal 120° und die die Arme schwingen schnellkräftig dicht am Kopf vorbei in die Verlängerung des Oberkörpers.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Felgrolle als grundlegende Übung im Gerätturnen ein und grenzt das Thema von anderen Übungen ab.
Definition der Felgrolle und ihre Einordnung in die strukturelle Systematik: Dieses Kapitel erläutert die biomechanischen Grundlagen und definiert die Felgrolle innerhalb der Systematik der Schwung- und Rollbewegungen.
Die Phasenstruktur der Felgrolle: Hier wird der Bewegungsablauf von der Ausgangsposition bis zum Handstand detailliert in einzelne Phasen zerlegt und analysiert.
Voraussetzungen: Das Kapitel benennt die notwendigen konditionellen Anforderungen sowie grundlegende technische Fertigkeiten, die ein Turner für die Felgrolle beherrschen muss.
Methodische Reihe: Es werden verschiedene Übungswege und Vorübungen zur schrittweisen Vermittlung der Felgrolle vorgestellt.
Hilfeleistung: Hier werden Formen der Partnerhilfe zur Unterstützung und Sicherung während des Lernprozesses erläutert.
Fehler und Korrektur: Dieses Kapitel liefert in tabellarischer Form eine Übersicht häufiger Bewegungsfehler sowie korrespondierende Korrekturmaßnahmen.
Technische Variation: die Schulter-Felgrolle: Der Abschnitt betrachtet eine spezifische Abwandlung der Felgrolle und beschreibt deren Ablauf, Voraussetzungen und methodische Vermittlung.
Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer knappen Bilanz der erarbeiteten Lehrmeinungen und methodischen Empfehlungen.
Schlüsselwörter
Felgrolle, Gerätturnen, Schulterfelgrolle, Bewegungsstruktur, Trainingsmethodik, Methodische Reihe, Hilfeleistung, Körperbeherrschung, Bewegungsphase, Techniktraining, biomechanische Grundlagen, Fehlerkorrektur, Rücksenken, Impulsübertragung, Leistungsstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der technischen Struktur der Felgrolle und ihrer Variante, der Schulterfelgrolle, sowie deren methodischer Vermittlung im Gerätturnunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Bewegungsdefinition, die Phasenstruktur, notwendige konditionelle Voraussetzungen, praktische Übungsreihen sowie Ansätze zur Fehlerkorrektur und Sicherung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, Variationen und Lehrmeinungen zusammenzutragen und fundierte Empfehlungen für die Vermittlung dieser komplexen Übungen im Unterricht zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene Fachmeinungen und methodische Ansätze renommierter Autoren im Bereich des Gerätturnens zusammengeführt und bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Phasenstruktur, die Aufstellung von Voraussetzungen sowie die praktische Ausarbeitung methodischer Reihen inklusive tabellarischer Korrekturhilfen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Felgrolle, Trainingsmethodik, Bewegungsphase, Hilfeleistung und methodische Reihe.
Wie unterscheidet sich die Schulterfelgrolle von der klassischen Felgrolle?
Die Schulterfelgrolle wird aus dem Winkelsitz über die Schulter mit zur Seite gelegtem Kopf in die Bauchlage geturnt, anstatt in den Handstand.
Warum ist die richtige Dosierung der Hilfeleistung laut Autor so wichtig?
Eine korrekte Dosierung stellt sicher, dass der Turner den korrekten Bewegungsablauf selbstständig erfährt, ohne dass die Hilfestellung die Bewegung verfälscht oder den Lerneffekt mindert.
- Quote paper
- Franz Wegener (Author), 2005, Die Struktur der Felgrolle und der Schulterfelgrolle und ihre Trainingsmethodik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56156