Industriepreisreform zum Gegenstand, welcher eine gewichtige Rolle beim Umbau der wirtschaftlichen Strukturen und Verflechtungen innerhalb des herrschenden planwirtschaftlichen Systems beigemessen wurde. In zeitgenössischen Parteischriften ist die Preisreform der 60er Jahre als „die größte Veränderung auf dem Preisgebiet, die bisher in der Deutschen Demokratischen Republik durchgeführt wurde“ bezeichnet worden, was sowohl ihre Wichtigkeit als auch den an sie gestellten Anspruch in der politisch-ökonomischen Sphäre unterstreicht. Diese elementare Bedeutung, die den Wirtschaftsreformen als Ganzes beigemessen wurde, zeigt sich ebenso treffend in ihrer Gesamtbezeichnung als „Neues Ökonomisches System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft“ (NÖS).
Im Rahmen dieser Seminararbeit ist der Hintergrund, vor dem die Dringlichkeit der Reformen im Allgemeinen und der Industriepreisreform im Speziellen zum damaligen Zeitpunkt sichtbar wird, zu analysieren. Hierbei muss zum einen akzentuiert werden, welche Umstände in Politik und Wirtschaft den damaligen Reformdruck ausmachten beziehungsweise verstärkten. Zum anderen ist der Frage nachzugehen, worin die Notwendigkeit einer Reformierung der Industriepreise innerhalb des Gesamtgeflechts des NÖS bestand. Dies ermöglicht die inhaltliche Überleitung zur Betrachtung der hierbei von der DDR-Führung verfolgten Grundsätze, des konkreten Ablaufs der Reformdurchführung sowie der aufgetretenen respektive ungelösten Probleme.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Problemstellung
- 1.2 Gang der Untersuchung
- 2. Politische und ökonomische Vorbedingungen
- 2.1 Politische Lage der DDR zu Beginn der 60er Jahre
- 2.2 Wirtschaftlicher Hintergrund
- 3. Industriepreisreform als Grundvoraussetzung des NÖS
- 3.1 Zentrale Ziele der Wirtschaftsreformen
- 3.2 Der Preis als „ökonomischer Hebel“
- 3.3 Preisreform als Wegbereiter
- 4. Vorgehensweise bei der Reformgestaltung und -umsetzung
- 4.1 Konzeptionelle Prinzipien
- 4.2 Durchführung
- 5. Reformprobleme
- 5.1 Problempunkte während der Durchführung
- 5.2 Weiter bestehende Problemfelder
- 6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit der Industriepreisreform in der DDR der 1960er Jahre und analysiert ihren Hintergrund, ihre Durchführung und die damit verbundenen Probleme. Ziel ist es, die Rolle der Preisreform im Kontext des „Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung der Volkswirtschaft“ (NÖS) zu beleuchten und die Zusammenhänge zwischen politischer und wirtschaftlicher Entwicklung in der DDR aufzuzeigen.
- Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der DDR zu Beginn der 1960er Jahre
- Die Bedeutung der Industriepreisreform für das NÖS
- Die Konzeption und Durchführung der Preisreform
- Die Probleme und Herausforderungen während und nach der Durchführung der Preisreform
- Der Zusammenhang zwischen Politik und Wirtschaft in der DDR
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 führt in die Thematik der Industriepreisreform ein und erläutert die Relevanz der Reform in der DDR. Kapitel 2 beleuchtet die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der DDR vor Beginn der Reform und untersucht die Notwendigkeit von Reformen im Allgemeinen und der Industriepreisreform im Besonderen. Kapitel 3 analysiert die Rolle der Preisreform innerhalb des NÖS und die beabsichtigte Stimulierungsfunktion des Preises.
Schlüsselwörter
Industriepreisreform, DDR, Neues Ökonomisches System (NÖS), Planwirtschaft, Preispolitik, Wirtschaftsreformen, politische Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Strukturen, ökonomische Hebel, Reformkonzeption, Reformdurchführung, Reformprobleme, Sozialismus
Häufig gestellte Fragen
Was war das Ziel der Industriepreisreform in der DDR der 60er Jahre?
Das Ziel war die Anpassung der Preisstrukturen im Rahmen des „Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung der Volkswirtschaft“ (NÖS), um Preise als ökonomische Hebel wirksamer zu nutzen.
Warum war eine Preisreform in der Planwirtschaft notwendig?
Die bestehenden Preise entsprachen oft nicht den tatsächlichen Produktionskosten, was die effiziente Planung und Leitung der Betriebe erschwerte und Reformdruck erzeugte.
Was bedeutet der Begriff „ökonomischer Hebel“ im Kontext der DDR-Reform?
Preise sollten so gestaltet werden, dass sie Betriebe zu technischem Fortschritt, Kostensenkung und Qualitätssteigerung motivieren.
Welche Probleme traten bei der Durchführung der Reform auf?
Es gab konzeptionelle Schwierigkeiten bei der Umsetzung sowie fortbestehende Widersprüche zwischen zentraler Planung und betrieblicher Eigenverantwortung.
Wie wird die Bedeutung dieser Reform historisch eingeordnet?
Sie galt als die größte Veränderung auf dem Preisgebiet in der Geschichte der DDR und war eine Grundvoraussetzung für die beabsichtigten Wirtschaftsreformen des NÖS.
- Quote paper
- Felix Cuny (Author), 2006, Grundsätze, Durchführung und Probleme der Preisreform in den 60er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56246