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"I just write my name" - Graffiti: Ein gesellschaftliches Phänomen

Title: "I just write my name" - Graffiti: Ein gesellschaftliches Phänomen

Term Paper , 2006 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Oliver Bartelds (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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In unserer pluralistisch-individualistischen Gesellschaft organisieren sich Jugendliche
heute weitgehend in Peers innerhalb von Jugendszenen, in denen sie ihre soziale und gesellschaftliche Rollenfindung erproben. In dem Konflikt zwischen persönlichen Vorstellungen und gesellschaftlichen Realisierungsmöglichkeiten werden dabei nicht selten Auseinandersetzungsformen im Grenzbereich der Illegalität ausgetestet.
Ein besonders eindruckvolles Beispiel hierfür ist in der seit mehr als 30 Jahren andauernden Entwicklung eines mittlerweile weltweiten Phänomens zu finden: Graffiti.
Diese in New York entstandene Form des Graffiti ist der bisher deutlichste, häufig illegale, visuelle Eingriff in das urbane Leben und in jeder Stadt der Bundesrepublik sowie der übrigen westlichen Wertegemeinschaft, unterschiedlich stark ausgeprägt obligatorisch.
In der Arbeit wird der Frage nach der Motivation der Writer für ihr, sich häufig wiederholendes, nonkonformistisches Verhalten nachgegangen. Hierzu wird zunächst der Ursprung des Writings im, für die Kultur mythischen, New York der siebziger Jahre ausführlich erläutert, um dem Leser einen Einblick in eine Subkultur zu vermitteln, die mittlerweile, in häufig nur minimal veränderten regionalen Kontexten, zu einer globalisierten, subkulturellen Praxis Jugendlicher geworden ist.
Es wird erläutert, wie die Writer innerhalb ihrer Subkultur als Methode der Subversivität, und vor allem in deren Peers, soziale Anerkennung erfahren, und der Grad der Identifikation innerhalb der Writing-Szene zu einem hohen Maße positiv mit der aus dieser erfahrenen Anerkennung korreliert. Hierzu werden die idealtypischen Stationen, in der Karriere innerhalb der Szene anhand von authentischen Zitaten einiger Writer analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Graffiti- Einführung in ein globales Phänomen

2 Problemstellung und Gang der Untersuchung

3 Historische Entwicklung des Writings

3.1 Getting up- Das originale Writing in New York City

3.2 Die globale Vermarktung der Writing-Subkultur

3.3 Graffiti- Zeichen des HipHop ?

4 Exkurs- Rechtslage in der BRD

5 Erklärungsansatz zur Motivation der Writer Tagger- Toys und harter Kern

5.1 Writing als Trend- „ Tagger“

5.2 Die nächste Stufe- „Toys“

5.3 Der harte Kern

6 Zusammenfassende Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Motivation von Graffiti-Writern für ihr nonkonformistisches Verhalten innerhalb der Subkultur, wobei insbesondere die Korrelation zwischen subversiven Handlungen, der Identifikation mit der Szene und der sozialen Anerkennung durch Peers analysiert wird.

  • Ursprung und historische Entwicklung der Writing-Kultur in New York City
  • Rolle von Medien und globaler Vermarktung für die Verbreitung der Szene
  • Soziologische Analyse der Motivation hinter illegalen Sprühaktionen
  • Struktur der Writing-Szene (Tagger, Toys und harter Kern)
  • Konfliktfeld zwischen subkulturellem Selbstverständnis und staatlicher Repression

Auszug aus dem Buch

3.1 Getting up- Das originale Writing in New York City

Wegen der erheblich gesteigerten Konkurrenz in NewYork zu Anfang der siebziger Jahre durch zahllose jugendliche Tagger, sowie wegen der rarer werdenen Flächen, auf denen immer mehr Pseudonyme angebracht wurden, begannen besonders ambitionierte Writer damit, nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten Ausschau zu halten, um ihren Namen bekannter zu machen und somit zu verhindern, dass dieser in der Masse der anderen Tags unterging.

Hierzu wurden die Tags an besonders Aufsehen erregenden und/oder schwer erreichbaren Stellen platziert, und es stellte sich heraus, das sich die Züge des innerstädtischen Metro-Systems besonders gut dazu eigneten Fame zu erlangen, da diese die Tags auch in andere Stadtteile trugen.

Um sich von anderen Writern abzugrenzen, wurde zunächst das Werkzeug der Namensverbreitung, dem Getting up, entsprechend der Bedürfnisse verbessert. Die Marker wurden verbreitert und später wurde die Sprühdose als optimales Arbeitsgerät entdeckt. Mit ihrer Hilfe konnten immer größere Tags gesprüht werden.

Auch stilistisch wurden die Tags immer ausdifferenzierter, und der bis heute anhaltende Wettkampf um den besten Style, d. h. das Können des Einzelnen in der Buchstabengestaltung, hatte begonnen. Der Style muss, wie alle bildhaften Ausdrucksformen, die sich nicht eindeutig durch Sprache artikulieren, interpretiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Graffiti- Einführung in ein globales Phänomen: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und definiert Graffiti als eine weltweit verbreitete, jugendkulturelle Ausdrucksform, die sich oft im Grenzbereich der Legalität bewegt.

2 Problemstellung und Gang der Untersuchung: Hier wird das Ziel der Arbeit dargelegt, die Motivation hinter der nonkonformistischen Praxis der Writer sowie die Bedeutung von Anerkennung in der Szene zu untersuchen.

3 Historische Entwicklung des Writings: Dieses Kapitel beleuchtet den Ursprung in New York, die globale Verbreitung durch Medien und die problematische Einordnung in das Hip-Hop-Konstrukt.

3.1 Getting up- Das originale Writing in New York City: Die Entwicklung des Writings hin zu komplexeren Formen, wie den Pieces, wird als Reaktion auf Konkurrenzdruck und den Wunsch nach Bekanntheit beschrieben.

3.2 Die globale Vermarktung der Writing-Subkultur: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Filme und Dokumentationen maßgeblich zur weltweiten Inspiration und Entstehung lokaler Szenen beigetragen haben.

3.3 Graffiti- Zeichen des HipHop ?: Es wird kritisch hinterfragt, ob Graffiti zwangsläufig ein Teil des Hip-Hop ist oder ob diese Verbindung primär eine Marketingstrategie der Filmproduzenten darstellte.

4 Exkurs- Rechtslage in der BRD: Die rechtliche Situation in Deutschland wird analysiert, insbesondere die straf- und zivilrechtlichen Folgen für die meist jungen Akteure.

5 Erklärungsansatz zur Motivation der Writer Tagger- Toys und harter Kern: Dieses zentrale Kapitel analysiert die verschiedenen Stadien der „Karriere“ eines Writers und die psychologischen Hintergründe ihres Verhaltens.

5.1 Writing als Trend- „ Tagger“: Der Einstieg in die Szene wird als Versuch beschrieben, durch das „Reiz des Verbotenen“ und die Verbreitung von Tags erste Anerkennung zu erlangen.

5.2 Die nächste Stufe- „Toys“: Hier wird der Prozess beschrieben, in dem Tagger zu tieferen Einblicken in die Szene gelangen und ihr technisches Können durch Austausch und Inspiration verbessern.

5.3 Der harte Kern: Die abschließende Stufe beschreibt die etablierten Writer, die innerhalb der Leistungsgesellschaft der Szene durch hohe Fertigkeiten und performative Leistungen Fame erzielen.

6 Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Graffiti ein subversiver Kampf um Teilhabe und Identität ist, der durch Repression eher noch an Anziehungskraft gewinnt.

Schlüsselwörter

Graffiti, Writing, Subkultur, Fame, Tags, Pieces, Hip-Hop, Sozialisation, Identifikation, Peer-Group, Subversivität, Rechtslage, Jugendkultur, Habitus, Anerkennung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Graffiti als ein gesellschaftliches Phänomen und erforscht die Motivation der Akteure (Writer) innerhalb dieser Subkultur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die historische Entwicklung des Writings, den Einfluss globaler Vermarktung, die rechtliche Situation in der BRD sowie die soziologische Dynamik der Szene.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das häufig wiederholte, nonkonformistische Verhalten der Writer zu verstehen und zu erklären, warum sie trotz rechtlicher Repression an ihrer Praxis festhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Dokumentationen sowie authentischen Zitaten und Interviews mit Writern basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Szene, die Rolle von Medien bei der globalen Ausbreitung sowie die verschiedenen Entwicklungsphasen eines Writers vom Tagger bis zum harten Kern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Writing, Subkultur, Fame, Subversivität, Identifikation und Sozialisation.

Wie gehen die Writer mit dem rechtlichen Druck in der BRD um?

Die Arbeit zeigt auf, dass der rechtliche Druck durch den Staat oft eine Gegenreaktion auslöst, bei der die Illegalität der Tat als Mittel zur Steigerung des Fame-Faktors und zur Distinktion von der Mehrheitsgesellschaft fungiert.

Warum ist die Einordnung von Graffiti unter den Begriff Hip-Hop kritisch zu sehen?

Die Arbeit stellt dar, dass Graffiti ursprünglich unabhängig existierte und die Zusammenführung unter dem Hip-Hop-Begriff teilweise eine künstliche, durch Marketing getriebene Entwicklung war.

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Details

Title
"I just write my name" - Graffiti: Ein gesellschaftliches Phänomen
College
University of Hamburg  (Department für Wirtschaft und Politik)
Course
Sozialpsychologie und Sozialisationstheorie
Grade
1,0
Author
Oliver Bartelds (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V56253
ISBN (eBook)
9783638509886
ISBN (Book)
9783638724685
Language
German
Tags
Graffiti Phänomen Sozialpsychologie Sozialisationstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Bartelds (Author), 2006, "I just write my name" - Graffiti: Ein gesellschaftliches Phänomen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56253
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