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Eine Übertragung der Zehn Gebote in die natürlich-semantische Metasprache nach Wierzbicka

Title: Eine Übertragung der Zehn Gebote in die natürlich-semantische Metasprache nach Wierzbicka

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 30 Pages , Grade: 1

Autor:in: Philipp Helle (Author)

English Language and Literature Studies - Linguistics
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Die Zehn Gebote (im Folgenden auch als Dekalog1 bezeichnet) bilden wohl eine der bedeutendsten Grundlagen für unsere heutige westliche Kultur. In seiner nun fast schon 3000 Jahre2 alten Geschichte wurde der Dekalog viele Male neu interpretiert und vor allem in der christlichen Diskussion fand ein Bedeutungswandel statt. So kommt es, dass heute viele Menschen zwar den Wortlaut des Dekalogs kennen, jedoch nichts über seine ursprüngliche Bedeutung und die Intention bei seiner Verfassung wissen.

Zur Bedeutungsbestimmung ist in den letzten Jahren von Wierzbicka und Kollegen ein neues Instrument geschaffen worden: Die natürlich-semantische Metasprache (NSM), bestehend aus universellen Konzepten, die dem Anspruch nach in allen natürlichen Sprachen der Welt und somit auch in den Köpfen aller Menschen wieder zu finden sind. Diese Sprache ist ein Versuch, Leibniz’ Idee eines „Alphabet[es] der menschlichen Gedanken“ (Leibniz, 19033, zitiert nach Wierzbicka, 1996, S.13) umzusetzen. Eine Übertragung eines Textes in die NSM bedeutet eine Erklärung der Bedeutung eines Textes durch einfachste menschliche Denkkonzepte. Dies soll ein Verständnis des Textes durch alle Menschen, unabhängig von Kultur und Sozialisation, ermöglichen.

Somit erscheint die NSM als das ideale Mittel, um die ursprüngliche Bedeutung des Dekalogs zu bestimmen. Gleichzeitig soll die Arbeit aber auch dazu dienen, den Anspruch der universellen Verwendbarkeit von Wierzbickas NSM zu überprüfen.

Nach dieser Einleitung soll zunächst meine Motivation für die Wahl des Quellentextes ausführlicher erläutert werden. Anschließend folgt eine Einführung in die von Wierzbicka und ihren Kollegen erstellte natürlich-semantische Metasprache. Im Hauptteil stehen dann die Zehn Gebote im Mittelpunkt, die einzeln analysiert und in universelle Konzepte übertragen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. MOTIVATION

2.1. THEOLOGISCHE ERKLÄRUNG

2.2. LINGUISTISCHE ERKLÄRUNG

3. DIE NATÜRLICH-SEMANTISCHE METASPRACHE (NSM)

3.1. IDEE DER NSM

3.2. ENTWICKLUNG DER NSM

3.3. DIE LEXIKALISCHEN UNIVERSALE

4. DIE ZEHN GEBOTE

4.1. GRUNDLAGE

4.2. BEDEUTUNGSWANDEL DER ZEHN GEBOTE

4.2.1. Vom Bundesschluss mit Israel…

4.2.2. …zum Wertemaßstab

4.3. EINZELANALYSE DER ZEHN GEBOTE UND ÜBERTRAGUNG IN DIE NSM

4.3.1. Präambel

4.3.2. Das erste Gebot

4.3.3. Das zweite Gebot

4.3.4. Das dritte Gebot

4.3.5. Das vierte Gebot

4.3.6. Das fünfte Gebot

4.3.7. Das sechste Gebot

4.3.8. Das siebte Gebot

4.3.9. Das achte Gebot

4.3.10. Das neunte und zehnte Gebot

4.4. ZUSAMMENFASSUNG

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, ob die Zehn Gebote in die natürlich-semantische Metasprache (NSM) nach Wierzbicka übertragen werden können, um ihre ursprüngliche Bedeutung durch universelle Denkkonzepte transparent zu machen und gleichzeitig die universelle Anwendbarkeit der NSM zu verifizieren.

  • Grundlagen der natürlich-semantischen Metasprache (NSM)
  • Historischer Kontext und Bedeutungswandel der Zehn Gebote
  • Einzelanalyse und linguistische Übertragung der Gebote
  • Überprüfung der universellen Konzeptualisierung

Auszug aus dem Buch

4.3.6. Das fünfte Gebot

Das fünfte Gebot ist in seiner Kürze und Einprägsamkeit klar und einfach. Allerdings ist nicht sofort ersichtlich, was in diesem Gebot eigentlich verboten und was davon ausgenommen wird. Für ein besseres Verständnis muss hierbei erklärt werden, dass es im Hebräischen verschiedene Worte für töten gibt. Das hier verwendete rsh wird nicht für jedes Töten verwendet, sondern nur für „ungesetzliches, willkürliches Totschlagen“ und „einen Unschuldigen töten“. Auch der legitime und gerechtfertigte Vorgang der Blutrache und die rechtmäßig vollzogene Todesstrafe werden damit ausgedrückt (Crüsemann, 1993, S.66ff).

Nicht gebraucht wird rsh dagegen in folgenden Zusammenhängen (Werwath, 2000, S58):

1. Für das Töten von Tieren

2. Für das Töten von Sklaven oder Fremden

3. Für das Töten im Krieg

4. Für das Töten durch Gott

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Bedeutung des Dekalogs für die westliche Kultur dar und führt die NSM als Methode ein, um durch universelle Konzepte ein kulturell unabhängiges Textverständnis zu ermöglichen.

2. MOTIVATION: Dieses Kapitel erläutert die theologischen und linguistischen Gründe für die Wahl des Dekalogs als Testfall für Wierzbickas NSM.

3. DIE NATÜRLICH-SEMANTISCHE METASPRACHE (NSM): Hier werden die theoretischen Grundlagen der NSM, die Idee der semantischen Primitive und die Kriterien für deren Entwicklung und Identifizierung dargelegt.

4. DIE ZEHN GEBOTE: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Einzelanalyse der Zehn Gebote im historischen Kontext sowie deren konkrete Übertragung in universelle NSM-Konzepte.

5. FAZIT: Das Fazit resümiert die erfolgreiche Anwendbarkeit der NSM auf den Dekalog und weist auf Herausforderungen bei der Definition komplexer, kulturgebundener Begriffe hin.

Schlüsselwörter

Zehn Gebote, Dekalog, natürlich-semantische Metasprache, NSM, Wierzbicka, universelle Konzepte, Semantik, semantische Primitive, Exegese, Bedeutungswandel, Linguistik, Kultur, Sozialisation, Bibel, Wertemaßstab.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Übertragung der Zehn Gebote in die natürlich-semantische Metasprache (NSM), um ihre ursprüngliche Bedeutung durch einfachste, universelle Konzepte verständlich zu machen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die linguistische Theorie der NSM, die historische Exegese der Zehn Gebote und deren Umwandlung in eine kulturübergreifende Sprache.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die ursprüngliche Bedeutung des Dekalogs zu erfassen und gleichzeitig zu prüfen, ob sich Wierzbickas NSM als universelles Instrument für klare Aussagetexte eignet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird die Methode der NSM nach Anna Wierzbicka verwendet, die Texte in eine kleine, universelle Menge semantischer Primitive zerlegt und erklärt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Einzelanalyse der Zehn Gebote, inklusive Präambel, und deren Übersetzung in universelle Konzepte, flankiert durch Anmerkungen zu den jeweiligen Übertragungsentscheidungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind NSM, Dekalog, semantische Primitive, universelle Konzepte, Bedeutungswandel und Exegese.

Warum ist das fünfte Gebot in der NSM so komplex?

Da das hebräische Wort "rsh" spezifische Arten des Tötens ausschließt (wie Krieg oder Todesstrafe), muss die NSM-Übertragung diese Nuancen durch präzise Formulierungen berücksichtigen, statt nur ein allgemeines Verbot darzustellen.

Wie geht die Autorin mit dem achten Gebot ("falsch Zeugnis reden") um?

Das Gebot wurde vereinfacht, indem Begriffe wie "Gericht" und "Anklage" durch das wissentliche und boshafte Verbreiten von Unwahrheiten ersetzt wurden, um die soziale Bestrafung durch die Gemeinschaft auszudrücken.

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Details

Title
Eine Übertragung der Zehn Gebote in die natürlich-semantische Metasprache nach Wierzbicka
College
University of Hamburg  (Anglistik)
Course
Language and Religion
Grade
1
Author
Philipp Helle (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V56259
ISBN (eBook)
9783638509909
ISBN (Book)
9783638664479
Language
German
Tags
Metasprache Wierzbicka Language Religion Zehn Gebote NSM
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Helle (Author), 2006, Eine Übertragung der Zehn Gebote in die natürlich-semantische Metasprache nach Wierzbicka, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56259
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