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Das Motiv der Entfremdung in den Filmen von Stanley Kubrick

Title: Das Motiv der Entfremdung in den Filmen von Stanley Kubrick

Thesis (M.A.) , 1993 , 135 Pages , Grade: 1

Autor:in: Manfred Eberth (Author)

Film Science
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tanley Kubrick stellt in mehrfacher Hinsicht eine absolute Ausnahmeerscheinung in der internationalen Filmbranche dar. Der 1928 in New York geborene Regisseur hat nie eine Hochschule besucht, und im Gegensatz zu den meisten Berufskollegen seiner Generation hat er sein Handwerk auch nicht durch lange Jahre des praktischen Arbeitens in untergeordneter Position bei Fernsehen und Film erlernt; stattdessen hat er sich als Autodidakt recht umfassend mit den technischen und organisatorischen Aspekten seines Metiers vertraut gemacht. Seine Karriere begann er als Fotograf, dann folgte nach einigen Dokumentarfilmen ein erstes amateurhaftes Spielfilmprojekt mit dem Titel "Fear and Desire" (1953). Bereits sein dritter Film "The Killing" (1956) konnte mit international bekannten Schauspielern und unter bescheidenen professionellen Bedingungen gedreht werden. Kubrick hat es (mit Ausnahme der Auftragsarbeit "Spartacus" von 1960) stets geschafft, völlig unabhängig vom Produktionsbetrieb der großen Hollywoodstudios und ohne die Überwachung durch einen allmächtigen Produzenten zu arbeiten (tatsächlich hat er fast die Hälfte seiner Filme sogar selbst produziert, und "Spartacus" war darüber hinaus auch der letzte, den er überhaupt in den USA gemacht hat). Dennoch standen ihm für seine Projekte immer die zunehmend üppiger fließenden Gelder der amerikanischen Major Companies zur Verfügung, so daß sie in Technik und Ausstattung auch immer den Standards eines populären und internationalen Kinos gerecht werden konnten, aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wohl auch werden mußten. Diese Kombination aus umfassender technischer und administrativer Kompetenz, größeren finanziellen Mitteln und künstlerischer Unabhängigkeit macht aus Stanley Kubrick einen Autorenfilmer der Superlative, dessen Arbeiten - im Gegensatz zu denen vieler anderer Independentregisseure - alles andere als einen improvisierten Charakter haben, und weit über Insiderkreise hinaus bekannt sind; seine Filme fanden stattdessen in steigendem Maß Beachtung bei der Kritik und einem breiten Publikum. Und was noch wichtiger ist, der Regisseur war dadurch in der Lage, seinen ganz individuellen Inszenierungsstil zu entwickeln und kompromißlos umzusetzen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

A MECHANISMEN EINER WELT

I. PLANUNG UND ZUFALL: "THE KILLING"

II. EINE GETEILTE WELT: "PATHS OF GLORY"

III. EIN MIßGLÜCKTER FILM (?!): "SPARTACUS"

IV. "DR. STRANGELOVE": AUSFALLSICHERHEIT KONTRA NARRENSICHERHEIT

B GESELLSCHAFTLICHE MASKIERUNGEN

I. "LOLITA", oder DIE LIEBE ZUM OBJEKT

II. DER GEZÄHMTE WIDERSPENSTIGE: "A CLOCKWORK ORANGE"

III. GESELLSCHAFTSSPIELE UND MASKERADEN - "BARRY LYNDON"

C DIE MYTHISCHE HEIMKEHR IN DREI VARIATIONEN

I. "2001: A SPACE ODYSSEY" - EVOLUTION ALS MYTHOS

II. EIN EXKURS: C. G. JUNG UND DAS "KOLLEKTIVE UNBEWUßTE"

III. "THE SHINING", oder DAS VERLORENE SELBST

IV. DAS MÖRDERSYSTEM: "FULL METAL JACKET"

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das zentrale Motiv der Entfremdung in ausgewählten Filmen von Stanley Kubrick. Es wird analysiert, wie der Regisseur durch formale Stilisierung, Distanzierung des Zuschauers und die Fragmentierung von Handlungsabläufen die existenzielle Isolation des Individuums in einer durch rationale Systeme kontrollierten, aber dennoch chaotischen Welt thematisiert.

  • Analyse des Inszenierungsstils als "Ästhetik des Möglichen"
  • Untersuchung der Entfremdung zwischen Individuum und Gesellschaft
  • Verhältnis von menschlichem Handeln, Planung und Zufall
  • Die Rolle von Machtstrukturen, Kontrolle und Technik

Auszug aus dem Buch

PLANUNG UND ZUFALL: "THE KILLING"

"The Killing" von 1956 ist Stanley Kubricks ältester Film, der sich noch im Verleih befindet, und er stellt auch dessen erste unter professionellen Bedingungen entstandene Arbeit dar. Nach "Fear and Desire" (1953) und "Killer´s Kiss" (1955) verwendet der Regisseur in seinem dritten Spielfilmprojekt erstmals keinen selbstentwickelten Stoff mehr, sondern eine Romanvorlage, nämlich "Clean Break" von Lionel White. "The Killing" ist ein Film Noir, und als ein sogenannter big caper -Film schildert er den Versuch, durch minutiöse Planung und Vorbereitung ein perfektes Verbrechen zu verüben.

Trotz dieser lobenden Worte muß man feststellen, daß die wesentlichste Schwäche von "The Killing" in seiner Personenzeichnung besteht. Die Figuren des Films erscheinen meistens recht klischeehaft (z.B. Fay, Johnnys allzu treue Freundin), im Falle von Sherry, der nicht mehr ganz jungen, betrügerischen und in jeder Beziehung unersättlichen Ehefrau des schwachen und mickrigen Wettbürokassierers George Peatty, auch so übertrieben, daß sie zumindest zeitweise unglaubwürdig wird. Die Ursache für diese Unzulänglichkeiten liegt wohl kaum in der Unfähigkeit des Regisseurs zu differenzierteren Charakterisierungen begründet. Deutlich zu erkennen ist stattdessen, wie wenig es Kubrick bereits in dieser sehr frühen Arbeit darum geht, überhaupt psychologisierende Menschendarstellungen zu präsentieren; in "The Killing" versucht er vielmehr, bereits bestehende Klischees zu instrumentieren, wodurch er sich auf eine nur teilweise geglückte Gratwanderung einläßt.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Grundlegende Hinführung zur Bedeutung von Stanley Kubrick als Autorenfilmer und zur Thematik der Entfremdung.

A MECHANISMEN EINER WELT: Analyse der frühen Filme hinsichtlich ihrer narrativen Struktur und der Versuche zur Kontrolle des Zufalls.

B GESELLSCHAFTLICHE MASKIERUNGEN: Untersuchung der gesellschaftlichen Konventionen und der Entfremdung durch Rollenspiele und Scheinidentitäten.

C DIE MYTHISCHE HEIMKEHR IN DREI VARIATIONEN: Analyse der komplexeren Spätwerke in Bezug auf evolutionäre, psychologische und mythologische Dimensionen.

Schlüsselwörter

Stanley Kubrick, Entfremdung, Film Noir, Autorfilm, Filmästhetik, C. G. Jung, Individuation, Gesellschaftskritik, Inszenierungsstil, Identität, Psychose, Technikgläubigkeit, Kontrolle, Menschheitsgeschichte, Ambivalenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Motiv der Entfremdung in den Filmen von Stanley Kubrick, wobei der Fokus auf der Diskrepanz zwischen individuellem Streben und den fremdbestimmenden Strukturen der modernen Welt liegt.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentrale Themen sind die menschliche Ohnmacht, das Versagen von Ordnungssystemen, die Rolle von Technik und das Ringen des Individuums um Identität in einer chaotischen Realität.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Das Ziel ist es, Kubricks speziellen Inszenierungsstil als Mittel zur Externalisierung innerer Konflikte zu begreifen und aufzuzeigen, wie er den Zuschauer zur analytischen Distanz zwingt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt filmwissenschaftliche Analysemethoden und zieht zudem psychologische Theorien, insbesondere die von C. G. Jung, heran, um die tiefenstrukturellen Muster in Kubricks Werken zu erläutern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Kubricks Filme chronologisch-thematisch analysiert, beginnend bei seinen ersten professionellen Arbeiten bis hin zu "Full Metal Jacket", mit Fokus auf deren methodische Gemeinsamkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Entfremdung, Kontrollwahn, Ambivalenz, ästhetische Distanzierung und die mechanisierte Welt.

Wie wird in der Arbeit das Phänomen der "Lüge" in "2001: A Space Odyssey" interpretiert?

Die Lüge des Computers HAL 9000 wird nicht als einfacher technischer Fehler gewertet, sondern als Ausdruck der emanzipatorischen Krise eines Systems, das im Konflikt zwischen seinem Programm und der Notwendigkeit zur Selbsterhaltung steht.

Welche besondere Rolle nimmt das "Labyrinth" in "The Shining" ein?

Das Labyrinth fungiert als architektonische Metapher für die innere Verfassung der Figuren und die Unmöglichkeit, sich in einer Welt ohne Sinnzusammenhang zurechtzufinden, wobei es sowohl äußeres als auch inneres Hindernis darstellt.

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Details

Title
Das Motiv der Entfremdung in den Filmen von Stanley Kubrick
College
LMU Munich  (Institut für Theaterwissenschaft)
Grade
1
Author
Manfred Eberth (Author)
Publication Year
1993
Pages
135
Catalog Number
V5628
ISBN (eBook)
9783638134446
ISBN (Book)
9783638786928
Language
German
Tags
Motiv Entfremdung Filmen Stanley Kubrick
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manfred Eberth (Author), 1993, Das Motiv der Entfremdung in den Filmen von Stanley Kubrick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5628
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