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Das Vorurteil in 'Die Juden' von G.E. Lessing

Title: Das Vorurteil in 'Die Juden' von G.E. Lessing

Seminar Paper , 2002 , 9 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefan Schusterbauer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Das Lustspiel „Die Juden“ nicht im Zusammenhang mit der Rolle dieser Volksgruppe in der Gesellschaft zu betrachten erscheint unsinnig. Vielmehr ist es geradezu zwingend erforderlich, sich ein Bild darüber zu machen, inwieweit Vorurteile das Handeln und Denken von Christen gegenüber Juden bestimmte. Daher habe ich es als notwendig betrachtet, den ersten Teil meiner Arbeit den Hintergründen zur Entwicklung des Judenbildes zu widmen. Im zweiten Kapitel nehme ich dann Bezug auf Lessings Verhältnis zu Juden in der Mitte des 18. Jahrhunderts, in der Zeit, als das Stück entstand und die Situation der Juden allgemein.
Im dritten Abschnitt beschäftige ich mich mit dem Stück an sich, beschreibe dargestellte Vorurteile, Bezüge auf reale Zustände, die Wirkung auf das Publikum und versuche abschließend zu resümieren, welche Resultate und Nachwirkungen „Die Juden“ mit sich brachte.
Zur Quellensituation lässt sich sagen, dass zwar einiges über das Verhältnis Lessings zu Juden und sein Toleranzdenken zu finden ist. Jedoch nimmt ein Großteil der Literatur dabei Bezug auf „Nathan der Weise“, welches vielen Leuten wohl auch eher ein Begriff sein wird. Dennoch finden sich aber auch Abhandlungen über sein Frühwerk „Die Juden“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergründe zur Entwicklung des Judenbildes im 18. Jahrhundert

2.1 Eisenmenger als Vertreter christlicher Traditionen

2.2 Rationalistisches Denken

2.3 Voltaire

3. Umgang mit Juden in der Entstehungszeit von „Die Juden“

3.1 Lessings Verhältnis zu den Juden

3.2 Judenproblematik in der Gesellschaft

4. Lessings „Die Juden“

4.1 Antisemitische Vorurteile des Pöbels

4.2 Antisemitische Vorurteile des Adels

4.3 Realitätsnähe des Stücks

4.4 Wirkung auf das Publikum

4.5 Erkenntnisse und Ergebnisse

5. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Funktion von Vorurteilen gegenüber Juden im Lustspiel „Die Juden“ von G.E. Lessing vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Bedingungen des 18. Jahrhunderts. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Lessing durch sein Stück auf die damalige Intoleranz reagierte und ob er die Mechanismen antisemitischer Diskriminierung demaskieren konnte.

  • Historische Entwicklung des Judenbildes durch christliche Traditionen und rationalistische Ansätze.
  • Analyse des gesellschaftlichen Umfelds und der Toleranzbereitschaft im 18. Jahrhundert.
  • Untersuchung der im Stück dargestellten Vorurteile von Pöbel und Adel.
  • Evaluation der Wirkung des Stücks auf das zeitgenössische Publikum.
  • Reflexion über die Grenzen der gesellschaftlichen Veränderung im Kontext des Lustspiels.

Auszug aus dem Buch

4.2 Antisemitische Vorurteile des Adels

Lessing wusste, dass nicht ausschließlich der Pöbel vom Übel des Vorurteils befallen war, er wusste auch um die alle Klassengrenzen überspringende Gefahr der Anfälligkeit. Im Stück repräsentiert der Baron diese Bevölkerungsschicht und ist von den gleichen Vorurteilen geblendet, spricht kaum anders über die Juden und glaubt daher nur zu gerne, dass Juden hinter den auf ihn geplanten Überfall, den der Reisende vereitelte, gesteckt haben. Sein Urteil über das Volk der Juden basiert auf eine einmalige Angelegenheit, in denen er von einem Juden hintergangen wurde. (siehe 6.Auftritt) Daraus leitet er dann sein Urteil über ein ganzes Volk ab. „“Oh! Es sind die allerboshaftesten, niederträchtigsten Leute.“ (6. Auftritt) Am Ende bereut der Baron dann sein Schlussverfahren und räumt ein Fehlverhalten ein. „Ich schäme mich meines Verfahrens.“ (22. Auftritt) Dass der Baron generell den Unsinn stereotyper Vorurteile eingesehen hat, lässt sich allerdings nicht erkennen. Seine Toleranz gilt nur dem Idealmenschen. Der Baron bleibt ebenfalls Antisemit, er macht nur eine Ausnahme. Daher setzt seine Entschuldigung auch nicht die Kraft frei, die gesellschaftliche Konvention (Heirat) zu überspringen.

Anders dagegen die Tochter des Barons, die auf das Outing des Reisenden mit „Ei, was tut das zur Sache?“ (22. Auftritt) reagiert, aber von Lisette zurückgehalten wird. Wie es scheint, ist die Tochter noch nicht oder nur kaum mit dem Vorurteil konfrontiert wurden, weswegen sie sich auch herzlich wenig darum kümmert, ob es sich bei dem Reisenden um einen Juden handelt oder nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird die Relevanz der Untersuchung des Judenbildes in Lessings Werk sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit dargelegt.

2. Hintergründe zur Entwicklung des Judenbildes im 18. Jahrhundert: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene zeitgenössische Sichtweisen auf das Judentum, von theologisch geprägten Feindbildern bis hin zu rationalistischen Diskursen.

3. Umgang mit Juden in der Entstehungszeit von „Die Juden“: Es wird Lessings persönliche Haltung im Kontext der damaligen rechtlichen und gesellschaftlichen Einschränkungen für jüdische Menschen analysiert.

4. Lessings „Die Juden“: Der Hauptteil untersucht die im Stück thematisierten Vorurteile, die Reaktionen der unterschiedlichen sozialen Schichten und die intendierte Wirkung auf das zeitgenössische Theaterpublikum.

5. Schluß: Die Arbeit resümiert, dass Lessing durch das Stück einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leistete, indem er den Spiegel der Vorurteile gegen die Gesellschaft richtete, ohne dabei die reale soziale Schranken zu ignorieren.

Schlüsselwörter

G.E. Lessing, Die Juden, Vorurteil, Antisemitismus, Aufklärung, Toleranz, 18. Jahrhundert, Judenbild, Gesellschaftskritik, Lustspiel, Diskriminierung, Emanzipation, Theater, Rassismus, Vorurteilsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Lustspiel „Die Juden“ von G.E. Lessing unter besonderer Berücksichtigung der Darstellung und der sozialen Funktion von Vorurteilen im 18. Jahrhundert.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Judenbildes, die gesellschaftliche Situation der Juden im 18. Jahrhundert sowie die Wirksamkeit von Vorurteilen quer durch alle sozialen Schichten.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie Lessing die Mechanismen von Vorurteilen aufdeckt und welche Absicht er mit der Konfrontation des Publikums mit diesen gesellschaftlichen Zuständen verfolgte.

Welche Methode wird in der Untersuchung genutzt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Dramas in den historischen Kontext einordnet und unter Einbeziehung von Quellen zur Toleranzdebatte interpretiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Vorurteile des Pöbels und des Adels im Stück, prüft die Realitätsnähe der Darstellung und untersucht die intendierte erzieherische Wirkung auf das zeitgenössische Publikum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Lessing, Antisemitismus, Vorurteil, Aufklärung, Toleranz und Diskriminierung definieren.

Warum endet das Stück laut Autor „ohne Happyend“?

Der Autor argumentiert, dass die verweigerte Heirat verdeutlicht, dass Lessing die ungelösten gesellschaftlichen Probleme nicht durch ein unrealistisches Happyend kaschieren wollte, sondern auf die Dringlichkeit gesetzlicher Veränderungen hinwies.

Welche Rolle spielt die Figur des Barons im Stück?

Der Baron repräsentiert die Oberschicht, die trotz einer persönlichen Einsicht nach der Enttarnung des Reisenden in ihren grundsätzlichen antisemitischen Strukturen verharrt, was die tiefsitzende Macht des Vorurteils illustriert.

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Details

Title
Das Vorurteil in 'Die Juden' von G.E. Lessing
College
Technical University of Braunschweig
Course
Das Vorurteil im deutschen Drama
Grade
2,0
Author
Stefan Schusterbauer (Author)
Publication Year
2002
Pages
9
Catalog Number
V56287
ISBN (eBook)
9783638510127
ISBN (Book)
9783656775034
Language
German
Tags
Vorurteil Juden Lessing Vorurteil Drama
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Schusterbauer (Author), 2002, Das Vorurteil in 'Die Juden' von G.E. Lessing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56287
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