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Aspekte der "secessio plebis" von 494 v.Chr. bei Livius

Title: Aspekte der "secessio plebis" von 494 v.Chr. bei Livius

Term Paper , 1999 , 12 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Thomas Eger (Author)

World History - Early and Ancient History
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Livius berichtet uns im zweiten Buch seines gewaltigen Geschichtswerkes "Aburbe condita"von einem Ereignis, das im Jahre 494 v. Chr. in Rom stattgefunden haben soll:"...,Sicinioquodam auctore iniussu consulum in Sacrum montem secessisse- trans Anienem amnem est, tria ab urbe milia passuum;...ibi sine ullo duce vallo fossaque communitis castris quieti, rem nullam nisi necessariam ad victum sumendo, per aliquot dies neque lacessiti neque lacessentes sese tenuere."
Weiter heißt es:
"Agideinde de concordia coeptum concessumque in condiciones, ut plebi sui magistratus essent sacrosancti, quibus auxilii latio adversus consules esset, neve cui patrum capere eum magistratum liceret. Ita tribuni plebei creati duo, C. Licinius et L. Albinius. Hi tres collegas sibi creaverunt."
Diesen Sachverhalt über die sog. erste secessio plebis möchte ich bezüglich seiner Historizität untersuchen. Wenn es ihn denn gegeben hat, dann markiert der Auszug der Plebs und die daraus resultierende Entstehung des Volkstribunats den Beginn der Ständekämpfe im frühen Rom. Eine Antwort auf diese Frage würde daher wesentliche Aufschlüsse über den Charakter dieses Kampfes und die Art und Weise innerrömischer Konfliktlösung in der Frühzeit der Republik geben. Für eine ausgewogene Auseinandersetzung mit der späteren Erfolgsgeschichte Roms sind m.E. Einblicke in die Anfangsphase dieser Entwicklung von großer Bedeutung.
Meine Vorgehensweise wird nicht die einer Quellenkritik des Livius und seiner annalistischen Vorgänger sein;8vielmehr werde ich drei, seinem Bericht innewohnende, wesentliche Aspekte- die Zweiteilung der Gesellschaft, das Schuldenproblem und den Beitrag der Plebs zur Verteidigung der Stadt nach Außen- herausnehmen und einzeln näher beleuchten. Meiner Ansicht nach ist die Existenz dieser Gegebenheiten Anfang des fünften Jahrhunderts existentiell notwendig, sollte sich so etwas wie eine secessio plebisin dieser Zeit zugetragen haben. Im Falle der Bestätigung des livianischen Berichtes bezüglich dieser drei Punkte würde dieses m.E. die Plausibilität eines Auszuges der Plebs erheblich steigern. Bei einer Nichtbestätigung schon eines dieser integralen Bestandteile der Erzählung dürfte gerade das Gegenteil der Fall sein. Bei der Untersuchung wird für mich das Zwölftafelgesetz eine wichtige Rolle spielen, welches wohl in der Mitte des fünften Jahrhunderts entstanden ist und einen wesentlichen Schlüssel zum Verständnis der Zeit darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zusammenfassung des livianischen Berichtes über die secessio plebis

3 Drei wesentliche Aspekte der Erzählung

3.1 Die Zweiteilung der Gesellschaft in Patriziat und Plebs

3.2 Das Schuldenproblem

3.3 Die Rolle der Plebs bei der Verteidigung der Stadt

4 Schluß

5 Literaturverzeichnis

5.1 Quellen

5.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Plausibilität des Berichts über die erste secessio plebis im Jahr 494 v. Chr. bei Titus Livius. Ziel ist es, durch die Analyse der sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen der frühen römischen Republik zu prüfen, ob der Auszug der Plebs und die damit verbundene Entstehung des Volkstribunats ein historisch fundiertes Ereignis darstellen könnten.

  • Soziale Zweiteilung der frühen römischen Gesellschaft
  • Die ökonomische Situation und das Schuldenproblem verarmter Bauern
  • Militärische Bedeutung der Plebs und ihr Einfluss als politisches Druckmittel
  • Methodische Verknüpfung von livianischen Berichten mit dem Zwölftafelgesetz

Auszug aus dem Buch

3 Drei wesentliche Aspekte der Erzählung

Für Livius ist die Aufteilung der frührepublikanischen Gesellschaft in Patriziat und Plebs eine Selbstverständlichkeit. Für mich wird sie bei einer secessio plebis zu einer unbedingten Voraussetzung, da für den Schritt des Auszuges eines Teiles der Bevölkerung ein vorheriger Schritt der Frontenbildung notwendig ist; ja, der Auszug kann geradezu als eine Art symbolischer Manifestation dieser Zweiteilung gesehen werden. Es muß also so etwas wie eine Oberschicht gegeben haben, und eine andere, die unter dieser Herrschaft zu leiden hatte.

Zweitens berichtet Livius von dem weitverbreiteten Problem der Verschuldung verarmter Bauern, deren häufiges Los es war, ihre Rückstände unter der Knechtschaft des Gläubigers abzuarbeiten. Ich denke, daß nur ein extremes Problem eine so dramatische Aktion wie die secessio hervorrufen konnte. Also muß es einerseits tatsächlich überaus strenge Regelungen bezüglich der Schuldenfrage gegeben haben, andererseits aber auch eine Krisensituation, in der diese Regelungen auf außergewöhnlich dramatische Weise in Kraft treten konnten.

Und drittens erfahren wir von Livius, daß die Patrizier bei der Verteidigung der Stadt auf die Plebs angewiesen waren. Sofort nach dem Auszug begannen sie mit Verhandlungen, um die "streikenden" Plebejer wieder zurückzuholen. Eine Verweigerung des Militärdienstes seitens der Plebs muß ein reales Druckmittel dargestellt haben, wenn die secessio irgendeinen Sinn gemacht haben sollte. Dieses hat zur Voraussetzung, daß die Plebs zum einen an der Kriegführung teilnahm und dort einen nicht unerheblichen Faktor ausmachte, zum anderen, daß in dieser Zeit entscheidende Auseinandersetzungen Roms mit seinen Gegnern an der Tagesordnung waren, es also aktuelle Anlässe für diese Kriegführung gab.

Diese drei bei Livius zu findenden Aspekte (aus einer Menge von vielen anderen) sind nach meiner Ansicht grundsätzliche Voraussetzungen für eine secessio plebis Anfang des fünften Jahrhunderts. Wenn sie denn Realität waren, sind jene Punkte für mich zugleich wichtige Gründe für den Standpunkt, sie für plausibel und historisch zu halten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der Absicht, die Historizität der ersten secessio plebis anhand dreier zentraler Aspekte zu untersuchen.

2 Zusammenfassung des livianischen Berichtes über die secessio plebis: Ein Abriss der von Livius geschilderten Ereignisse, die vom Schuldenproblem bis zur Entstehung des Volkstribunats führen.

3 Drei wesentliche Aspekte der Erzählung: Untersuchung der sozialen Spaltung, des Schuldenproblems und der militärischen Bedeutung der Plebs als notwendige Voraussetzungen für den Auszug.

3.1 Die Zweiteilung der Gesellschaft in Patriziat und Plebs: Analyse der ständischen Abschließung, belegt durch das Verbot von Mischehen im Zwölftafelgesetz.

3.2 Das Schuldenproblem: Erörterung der wirtschaftlichen Notlage und ihrer rechtlichen Folgen, gestützt durch Quellen aus dem Zwölftafelgesetz.

3.3 Die Rolle der Plebs bei der Verteidigung der Stadt: Darstellung der militärischen Unentbehrlichkeit der Plebs und deren Nutzung als Druckmittel gegen das Patriziat.

4 Schluß: Zusammenfassende Bewertung, dass die untersuchten Aspekte die historische Plausibilität des livianischen Berichtes stützen.

Schlüsselwörter

secessio plebis, Livius, römische Republik, Ständekämpfe, Volkstribunat, Patriziat, Plebs, Schuldenproblem, Zwölftafelgesetz, Kriegsdienst, soziale Spaltung, antike Geschichte, Klientelwesen, Rom, Historizität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Bericht des römischen Geschichtsschreibers Livius über die erste sogenannte secessio plebis im Jahr 494 v. Chr. und stellt die Frage nach dessen historischer Glaubwürdigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Analyse konzentriert sich auf die gesellschaftliche Struktur, die wirtschaftliche Lage der Bauern und die militärische Rolle der Plebs in der frühen römischen Republik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Plausibilität eines organisierten Auszugs der Plebs als Reaktion auf sozioökonomischen Druck und als politisches Druckmittel wissenschaftlich zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine textanalytische Untersuchung des livianischen Berichts durch und verknüpft diese mit archäologischen und rechtshistorischen Erkenntnissen, insbesondere dem Zwölftafelgesetz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die drei Kernaspekte der Aufspaltung der Gesellschaft, das existenzielle Schuldenproblem und die Abhängigkeit des Staates von der plebejischen Armee detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die secessio plebis, das Zwölftafelgesetz, die Ständekämpfe und der politische Wandel durch den Auszug der Plebs.

Wie spielt das Zwölftafelgesetz eine Rolle für die Argumentation?

Das Gesetz dient als wichtiger Beleg für die Realität der sozialen Spaltung und die Härte der rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich der Schuldverhältnisse im 5. Jahrhundert v. Chr.

Warum wird die militärische Rolle der Plebs als „Druckmittel“ bezeichnet?

Da die Patrizier auf die masse der plebejischen Soldaten in der neuen Phalanx-Taktik angewiesen waren, stellte die Dienstverweigerung ein effektives politisches Mittel zur Erpressung von Zugeständnissen dar.

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Details

Title
Aspekte der "secessio plebis" von 494 v.Chr. bei Livius
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie)
Course
GK "Sozialgeschichte der frühen römischen Republik"
Grade
1,5
Author
Thomas Eger (Author)
Publication Year
1999
Pages
12
Catalog Number
V56316
ISBN (eBook)
9783638510318
ISBN (Book)
9783656527893
Language
German
Tags
Aspekte Livius Sozialgeschichte Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Eger (Author), 1999, Aspekte der "secessio plebis" von 494 v.Chr. bei Livius, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56316
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