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"Besitzer eines fliegenden Teppichs, 65, sucht sinnliche Co-Pilotin für gemeinsamen Flugbetrieb"

Eine Untersuchung zur sprachlichen Geschlechterinszenierung in Kontaktanzeigen

Title: "Besitzer eines fliegenden Teppichs, 65, sucht sinnliche Co-Pilotin für gemeinsamen Flugbetrieb"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jasmin Ostermeyer (Author)

Communications - Research, Studies, Enquiries
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Es war eine brillante Geschäftsidee, die der Brite Henry Robinson Mitte des 17. Jahrhunderts hatte - und der Beginn einer umsatzstarken Industrie mit stetigem Wachstum. Was Robinson 1650 noch klangvoll „Office of Addresses and Encounters“ nannte, heißt heute “Elite-Partner-Agentur”, „traumpartner.tv“ oder schlicht “neu.de”: das Geschäft mit einsamen Herzen, die sich den Partner fürs Leben wünschen. Der Single wird als Markt entdeckt, was nicht verwunderlich ist angesichts der ständig steigenden Zahl der Alleinlebenden in Deutschland. Ihre genaue Zahl ist in keiner Statistik erfasst, Schätzungen aber reichen von vier Millionen bis hin zu elf Millionen Singles . Die Industrie hat reagiert: Single-Küchen, Singleeinsamen Kunden. Doch versprechen zahllose Angebote den unfreiwillig Alleingebliebenen Abhilfe. Single-Partys mit Flirtfaktor, Single-Kochevents zum Kennenlernen zwischen Töpfen und Pfannen, Flirtcoaching für den Schüchternen und Hunderte von Online-Partnerbörsen: Liebe per Mausklick. Rund 6,2 Millionen Menschen suchen ihren Traumpartner im Internet und haben der Industrie damit allein 2005 einen Umsatz von etwa 76,3 Millionen Euro beschert, schätzt die Initiative Singlebörsenvergleich.de. Einer der traditionelleren Wege nach einem Partner zu suchen ist die Kontaktanzeige. Von BILD bis Frankfurter Allgemeine, von ZEIT bis Brigitte - in nahezu jeder Zeitung und Zeitschrift sind die kurzen Texte zu finden; Akademiker, alleinerziehende Bürokauffrau oder arbeitsloser Tischler - sie alle inserieren. Die wachsende Partnerlosigkeit und Partnersuche der Deutschen ist längst zum gesellschaftlich relevanten Thema avanciert. Umso erstaunlicher ist es, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Textsorte Kontaktanzeige bislang kaum stattgefunden hat. Ist die Einstellung der Wissenschaft gegenüber der Textsorte noch immer „überwiegend negativ“, oder ist es so, dass „man dieser Gattung eine legitime Funktion […] überhaupt abspricht“, wie Stolt 1976 vermutete ? Die wenigen umfassenden Analysen von Kontaktanzeigen beschränken sich meist auf soziologische Aspekte, so etwa die Arbeiten von Glinsmann (1985) und Roman (1983) , und skizzieren die demographischen Folgen der zunehmenden Partnerlosigkeit der Deutschen. Detaillierte (sozio-)linguistische Untersuchungen der Textsorte finden sich bei Stolt (1976), Riemann (1999) und Gottburgsen (1995). [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Korpusbeschreibung und Fragestellung

3. Quantitative Analyse

3.1. Wortzahl

3.2. Verwendung von Abkürzungen

4. Qualitative Analyse

4.1. Semantische Bereiche der Selbst- und Partnerdarstellung

4.2. Selbst- und Partnerbezeichnung

4.3. Stellvertretende Substantive der Selbst- und Partnerbezeichnung

5. Ergebnisauswertung und Vergleich mit der Untersuchung Gottburgsens

5.1. Quantitative Analyse

5.2. Qualitative Analyse

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Geschlechterinszenierung in Kontaktanzeigen und hinterfragt dabei kritisch die Ergebnisse früherer Studien. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, durch welche qualitativen und quantitativen Merkmale Männer und Frauen ihr Geschlecht in Inseraten präsentieren und inwieweit dabei das gewählte Publikationsmedium die Textgestaltung maßgeblich beeinflusst.

  • Analyse von geschlechtsspezifischen Mustern in der Sprache von Kontaktanzeigen.
  • Einfluss des jeweiligen Printmediums auf Textlänge, Abkürzungsgebrauch und Selbstbezeichnung.
  • Vergleich der Ergebnisse mit der empirischen Untersuchung von Gottburgsen (1995).
  • Untersuchung der semantischen Felder bei der Selbst- und Partnerdarstellung.
  • Diskussion des Stellenwerts des Untersuchungskriteriums "Gender" in der Textsortenanalyse.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Es war eine brillante Geschäftsidee, die der Brite Henry Robinson Mitte des 17. Jahrhunderts hatte – und der Beginn einer umsatzstarken Industrie mit stetigem Wachstum. Was Robinson 1650 noch klangvoll „Office of Addresses and Encounters“ nannte, heißt heute “Elite-Partner-Agentur”, „traumpartner.tv“ oder schlicht “neu.de”: das Geschäft mit einsamen Herzen, die sich den Partner fürs Leben wünschen.

Der Single wird als Markt entdeckt, was nicht verwunderlich ist angesichts der ständig steigenden Zahl der Alleinlebenden in Deutschland. Ihre genaue Zahl ist in keiner Statistik erfasst, Schätzungen aber reichen von vier Millionen bis hin zu elf Millionen Singles. Die Industrie hat reagiert: Single-Küchen, Single-Tiefkühlgerichte, Single-Pauschalreisen und Single-Waschmaschinen erwarten den einsamen Kunden.

Doch versprechen zahllose Angebote den unfreiwillig Alleingebliebenen Abhilfe. Single-Partys mit Flirtfaktor, Single-Kochevents zum Kennenlernen zwischen Töpfen und Pfannen, Flirtcoaching für den Schüchternen und Hunderte von Online Partnerbörsen: Liebe per Mausklick. Rund 6,2 Millionen Menschen suchen ihren Traumpartner im Internet und haben der Industrie damit allein 2005 einen Umsatz von etwa 76,3 Millionen Euro beschert, schätzt die Initiative Singlebörsen-vergleich.de.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Partnersuche als Industrie und identifiziert die Textsorte Kontaktanzeige als bisher wissenschaftlich unterrepräsentiertes Feld.

2. Korpusbeschreibung und Fragestellung: In diesem Kapitel wird das Korpus aus 180 Kontaktanzeigen verschiedener Medien vorgestellt und die Forschungsfrage zur geschlechtsspezifischen Inszenierung definiert.

3. Quantitative Analyse: Dieser Abschnitt untersucht die durchschnittliche Wortzahl sowie den Gebrauch von Abkürzungen in Abhängigkeit von Geschlecht und Erscheinungsmedium.

4. Qualitative Analyse: Hier stehen die semantischen Bereiche der Selbst- und Partnerdarstellung sowie die Art der Anrede und Identifikation im Fokus der Untersuchung.

5. Ergebnisauswertung und Vergleich mit der Untersuchung Gottburgsens: Die Resultate werden kritisch diskutiert und mit den Erkenntnissen von Gottburgsen (1995) verglichen, um soziale Veränderungen aufzuzeigen.

6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die bisherigen Stereotype in der Forschung durch die aktuelle Analyse nicht bestätigt werden und hebt die Bedeutung des Mediums bei der Textgestaltung hervor.

Schlüsselwörter

Kontaktanzeigen, Geschlechterinszenierung, Doing Gender, Medienkommunikation, Soziolinguistik, Partnerwahl, Identität, Printmedien, quantitative Analyse, qualitative Analyse, Sprachstil, Kontaktmarkt, Selbstdarstellung, Partnerbeschreibung, Inserat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Männer und Frauen in Kontaktanzeigen ihr Geschlecht sprachlich inszenieren und welche Rolle dabei Faktoren wie das Publikationsmedium spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die quantitative Textanalyse (Wortzahl, Abkürzungen), die qualitative Untersuchung semantischer Bereiche sowie der Vergleich aktueller Daten mit Forschungsergebnissen aus dem Jahr 1995.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, durch welche qualitativen und quantitativen Merkmale Inserenten ihr Geschlecht darstellen und inwieweit das gewählte Medium die sprachliche Gestaltung beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung verwendet eine empirische Inhaltsanalyse, die sowohl quantitative statistische Auswertungen als auch qualitative linguistische Interpretationen umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das Korpus beschrieben, die Daten hinsichtlich Wortlänge und Abkürzungsfrequenz analysiert sowie semantische Strategien der Selbst- und Partnerdarstellung detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kontaktanzeigen, Geschlechterinszenierung, Doing Gender, Soziolinguistik und der Einfluss des jeweiligen Publikationsmediums.

Warum ist das gewählte Medium so wichtig für die Analyse?

Die Arbeit zeigt, dass die sprachliche Gestaltung – etwa der Gebrauch von Abkürzungen oder die Förmlichkeit der Anrede – stärker vom Medium (z. B. ZEIT vs. HAZ) als vom Geschlecht der Inserenten abhängt.

Inwieweit widerspricht diese Arbeit der Studie von Gottburgsen?

Die Arbeit widerlegt die von Gottburgsen (1995) identifizierten starren Geschlechterstereotype und kritisiert deren methodische Bezugsgrößen, da sie soziale Veränderungen der letzten 14 Jahre vernachlässigt.

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Details

Title
"Besitzer eines fliegenden Teppichs, 65, sucht sinnliche Co-Pilotin für gemeinsamen Flugbetrieb"
Subtitle
Eine Untersuchung zur sprachlichen Geschlechterinszenierung in Kontaktanzeigen
College
University of Hannover
Course
Stil
Grade
1,3
Author
Jasmin Ostermeyer (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V56428
ISBN (eBook)
9783638510998
ISBN (Book)
9783656447962
Language
German
Tags
Besitzer Teppichs Co-Pilotin Flugbetrieb Eine Untersuchung Geschlechterinszenierung Kontakanzeigen Stil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasmin Ostermeyer (Author), 2006, "Besitzer eines fliegenden Teppichs, 65, sucht sinnliche Co-Pilotin für gemeinsamen Flugbetrieb", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56428
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