Im äußersten Nordwesten Italiens liegt die autonome Region Valle d′Aosta. Das Aostatal gilt seit Jahrhunderten als beliebtes Durchzugsgebiet. Die Gründe, die aus dem Aostatal eine im ganzen Alpengebiet einmalige Region machen, sind nicht nur in seinen historischen und ethnischen Ursprüngen, sondern auch in der Eigenständigkeit des an zahlreichen landschaftlichen, natürlichen und menschlichen Reizen reichen, im Laufe der Zeiten unversehrt gebliebenen Milieus zu suchen. Trotz Industrialisierung und Tourismus und den damit verbundenen Zuwanderungen fremder Menschen hat sich die Eigenständigkeit des Valdostaners, stets bewahrt.
Zunächst wird das Aostatal hinsichtlich seiner geographischen und landschaftlichen Gegebenheiten vorgestellt. Dabei handelt es sich gleichzeitig um eine soziographische Darstellung, die die verschiedenen Strukturen des Tales mit berücksichtigt. Eine Beschreibung der geschichtlichen Situation ist unabdingbar um den status quo dieser Region verstehen zu können. Da di historische Entwicklung in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis zur sprachlichen steht, werde beide Punkte zusammen bearbeitet. Daran anschließend werden die wirtschaftlichen Verhältnisse kurz umrissen. Dabei werden vor allem Emigration und Immigration, deren Einfluss auf die sprachliche Entwicklung besonders hervorzuheben ist, berücksichtigt. Danach werden die verschiedenen kulturellen und öffentlichen Institutionen, die mögliche Träger einer Zweisprachigkeit darstellen, präsentiert. Das darauf folgende Kapitel beinhaltet eine allgemeine Einführung zur Vitalität des Französischen, Italienischen und Frankoprovenzalischen. Darauf aufbauend wird ein Fazit anhand der von Sabine Claudia Schulz durchgeführten Untersuchung formuliert.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
GEOGRAPHIE
GEOGRAPHISCHE ABGRENZUNG
DIE HAUPTSTADT AOSTA
GESCHICHTE DES AOSTATALES UNTER LINGUISTISCHEN GESICHTSPUNKTEN
SALASSER
RÖMISCHES IMPERIUM
MITTELALTER
SAVOYEN
ANSCHLUß AN DAS ITALIENISCHE KÖNIGREICH
KAMPF UM DIE AUTONOMIE UND WIDERSTAND GEGEN DEN FASCHISMUS
WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DES AOSTATALES
EMIGRATION UND IMMIGRATION
KIRCHE IM AOSTATAL
VITALITÄT DES FRANZÖSISCHEN, FRANKOPROVENZALISCHEN UND ITALIENISCHEN
ALLGEMEINE SPRACHVERWENDUNG
DARSTELLUNG DER MEHRSPRACHIGKEIT DER VALDOSTANER
SCHLUBFOLGERUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle sprachliche Situation im Aostatal unter Berücksichtigung historischer, geographischer und sozioökonomischer Faktoren. Ziel ist es, den Status des Französischen, Italienischen und der autochthonen Mundart, des Frankoprovenzalischen, in verschiedenen Lebensbereichen zu analysieren und den Grad der Mehrsprachigkeit innerhalb der Bevölkerung zu bestimmen.
- Historische Entwicklung der Sprachverhältnisse im Aostatal
- Einfluss von Emigration und Immigration auf die Sprachvitalität
- Analyse des Sprachgebrauchs in Familie, Beruf und öffentlichem Leben
- Untersuchung der aktiven und passiven Sprachkompetenz der Valdostaner
- Bewertung der Rolle von Institutionen wie Schule und Kirche
Auszug aus dem Buch
Die Hauptstadt Aosta
Im Jahre 25 v.C. wurde in der Talsohle das einstige „Augusta Praetoria“ durch die Römer gegründet. Nach der römischen Herrschaft änderte sich nur wenig. Die Bauten wurden im Mittelalter nur spärlich erweitert. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich auch der Name vom ehemaligen „Augusta Praetoria“ über „Augusta“ bis zum heutigen „Aosta“. Aosta ist Regionshauptstadt und Sitz der valdostanischen Regierung, die immer darauf bedacht ist, die autonomen Rechte der Region vor dem Staat Italien zu vertreten.
Auffällig ist, dass trotz der relativ großen Ausdehnung, negative Erscheinungen moderner Städte durch die gebirgige Umgebung nicht sichtbar werden. Das enge Beieinanderliegen von Natur, Bergwelt und Tradition sowie technischer Fortschritt, moderne Denk- und Lebensweise verbunden mit gewisser Toleranz gegenüber verschiedenen Kulturen und Sprachen, zeichnen das Bild der Regionshauptstadt.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Bedeutung des Aostatals als autonome Region und definiert das methodische Vorgehen bei der Untersuchung der sprachlichen Situation.
GEOGRAPHIE: Dieses Kapitel beschreibt die geographische Lage des Tals sowie die soziographischen Besonderheiten der Regionshauptstadt Aosta.
GESCHICHTE DES AOSTATALES UNTER LINGUISTISCHEN GESICHTSPUNKTEN: Hier wird der historische Kontext von der Zeit der Salasser bis zum Kampf gegen den Faschismus beleuchtet, um die Entwicklung der sprachlichen Autonomie zu verstehen.
WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DES AOSTATALES: Das Kapitel analysiert den Einfluss wirtschaftlicher Faktoren, insbesondere von Emigration und Immigration, auf die sprachliche Entwicklung.
KIRCHE IM AOSTATAL: Es wird die Rolle der Kirche als ehemals bewahrende Institution für die französische Sprache und ihre spätere Integration in das italienische System untersucht.
VITALITÄT DES FRANZÖSISCHEN, FRANKOPROVENZALISCHEN UND ITALIENISCHEN: Die linguistische Untersuchung wertet Befragungen aus, um die aktive und passive Sprachkompetenz in verschiedenen Gemeinden zu bewerten.
SCHLUBFOLGERUNG: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten des Plurilinguismus im Aostatal.
Schlüsselwörter
Aostatal, Sprachminderheit, Frankoprovenzalisch, Französisch, Italienisch, Sprachvitalität, Mehrsprachigkeit, Autonomie, Soziolinguistik, Sprachkompetenz, Emigration, Immigration, Valdostaner, Sprachkontakt, Minderheitenpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziolinguistischen Profilierung des Aostatals und der Untersuchung der Vitalität der dort gesprochenen Sprachen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Autonomie, der Einfluss wirtschaftlicher Faktoren auf die Sprachverwendung sowie die Analyse der aktuellen Sprachkompetenzen der Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein repräsentatives Bild der linguistischen Situation im Aostatal zu erstellen und aufzuzeigen, welche Rolle das Italienische, Französische und Frankoprovenzalische heute im Leben der Valdostaner spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Auswertung von Befragungen der valdostanischen Bevölkerung, ergänzt durch die Analyse historischer und sozioökonomischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine historische Einordnung, eine Analyse der wirtschaftlichen Verhältnisse, die Rolle der Kirche sowie eine detaillierte Auswertung von Befragungsdaten zur aktiven und passiven Sprachbeherrschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aostatal, Mehrsprachigkeit, Sprachminderheit, Sprachvitalität und Autonomie charakterisiert.
Welche Rolle spielt das Frankoprovenzalische in der Stadt Aosta im Vergleich zu den Berggemeinden?
Die Vitalität des Frankoprovenzalischen ist in der Stadt Aosta wesentlich geringer einzuschätzen als in den Berggemeinden, wo es noch eine stabilere Rolle im aktiven Sprachgebrauch einnimmt.
Wie hat sich die Rolle der Kirche bezüglich der französischen Sprache gewandelt?
Früher fungierte die Kirche als Bewahrerin der französischen Sprache und Kultur, heute ist sie jedoch weitgehend in das italienische System integriert und die Messen werden grundsätzlich auf Italienisch abgehalten.
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- Franziska Gostner (Author), 2002, Soziolinguistisches Profil: Aostatal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5644