Montage - die Verbindung von Einstellungen am Beispiel des Films: Amores Perros (Alejandro González Iñárritus)


Essay, 2006

5 Seiten, Note: keine, siehe Kommentar


Leseprobe

Essay 1 :

Montage - die Verbindung von Einstellungen am Beispiel des Films:

„Amores Perros“( Alejandro González Iñárritus)

Die Montage ist ein zentrales Element des heutigen Films. Schon zu Zeiten des Stummfilms entdeckt und, für damalige Verhältnisse, perfektioniert, ist sie heute ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteils des Films. Die Funktionen und somit auch Definitionen der Montage sind vielfältig und differieren je nach Filmart und Zusammenhang. Viele Filme nutzen die Kunst der Montage, um durch die Organisation der Bestandteile dem objektiven Inhalt der Bilder eine andere Bedeutung zu geben (vgl. BAZIN, 258). So werden anhand von Montagen dem Rezipienten häufig innere Zusammenhänge deutlich gemacht, oder Hintergründe gezeigt (vgl. PUDOWWKIN, 77), die Rezipienten werden bewusst zur Interpretation geführt, wodurch die Vieldeutigkeit der Situation stark eingeschränkt wird. Dem Zuschauer wird vielmehr durch die Gestaltung des Bildinhalts und das Hilfsmittel der Montage das Rüstzeug gegeben, die dargestellten Ereignisse im Sinne des Regisseurs zu interpretieren (vgl. BAZIN, 259).

Hierbei ist es von großer Bedeutung, dass die einzelnen aufgenommenen Teilstücke so vereinigt werden, dass der Zuschauer des Films den Eindruck einer ganzen, fortlaufenden und kontinuierlichen Bewegung bekommt (vgl. PUDOWKIN, 75). Laut BORSTNAR reiht die Montage „Elemente aneinander und integriert sie in einem übergeordneten, kohärenten Kontext“ (2002, 133). Dabei muss jedoch für den Rezipienten ein deutlich zu erkennender Zusammenhang zwischen den einzelnen Bestandteilen bestehen, der sowohl tief sinnbestimmt, als auch auf sehr abstrakter Ebene realisiert werden kann (vgl. PUDOWKIN, 76). Eine andere und häufig gewählte Art, den Zusammenhang zu beschreiben, ist der Kontrast oder scharfe Widerspruch, wie er z.B. zur Darstellung des Konfliktes zwischen arm und reich gerne verwendet wird.

Als weitere Funktionen der Montage können sowohl die Beschleunigung, Zeitraffung und die Erzeugung von Spannung genannt werden, als auch die die Dominantsetzung von Isotopien und Details.

Im Folgenden soll es nun darum gehen den mexikanischen Erfolgsfilm „Amores Perros“ auf seine Montagetechniken und –elemente zu untersuchen und (zumindest teilweise) die Funktion dieser herauszufinden. Der Inhalt des Films wird hierfür als bekannt vorausgesetzt.

Der Episodenfilm verläuft in drei Handlungssträngen, die durch die Darstellung eines traumatischen Ereignisses miteinander verknüpft sind. Letztendlich handelt es sich dabei um drei individuelle Filme, die obwohl sehr kunstvoll ineinander verwebt, sich klar voneinander absetzen. Scheinbar zufällig tauchen die Protagonisten in den anderen Episoden wieder auf, ohne jedoch miteinander zu agieren. Allein durch Blicke und eine dementsprechende Kameraführung (d.h. der Zuschauer sieht z.B. die anderen Personen aus Sicht des Episodenprotagonisten.) wird der Rezipient auf die Verknüpfung aufmerksam gemacht (z.B. der Blick El Chivos auf Ramiro, das Baby und Susana, die durch die nächtlichen Straßen gehen). Das alle Handlungsstränge zusammenführende Ereignis ist ein Autounfall in den alle Charaktere und auch alle Hunde verwickelt sind. Der Unfall wird dabei aus verschiedenen Perspektiven präsentiert: aus der Sicht von Octavio, Valeria und Chivo. Hinzu kommt der Vorspann, der auch aus dem Blickwinkel von Octavio gezeigt wird. Diese unterschiedliche Darstellung der Unfallsituation bildet jeweils den Übergang zur nächsten Episode. Die sich Szene sich am Anfang, 54:00, 1:00:00 und 1:42.20 und bildet das Grundgerüst des Films. Somit wird auch der Zuschauer schon in den ersten drei Minuten des Vorspannes auf den rasanten ersten Teil des Werkes von Regisseur Alejandro González Iñárritus vorbereitet: die Einstellungen wechseln in rasanten Tempo. Die Alternationsmontage (Verfolger, Hund Cofi und Octavio), die innere Montage (Zoom innerhalb des Autos) und der Match cut (dem Straßenverlauf folgend) werden vom panischen Fluchen, Schreien und Gestikuliere der beiden Darsteller verbunden und bilden jeweils nur sehr kurze Einheiten, die aus unterschiedlichen Perspektiven gezeigt werden. Die Kameraführung/ Montage wirkt genauso chaotisch und nervös-angespannt wie die Situation. Die Sequenz und auch der Vorspann enden mit dem Aufprall der beiden Autos, in diesem Augenblick treffen ein einziges Mal alle drei Geschichten zusammen: außer Octavio und seinem Kampfhund sind sowohl Valeria und ihr Hündchen Richie, als auch der Chivo mit seinen Straßenkötern anwesend.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Montage - die Verbindung von Einstellungen am Beispiel des Films: Amores Perros (Alejandro González Iñárritus)
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Seminar für Romanische Philologie)
Veranstaltung
Ästhetik des Films
Note
keine, siehe Kommentar
Autor
Jahr
2006
Seiten
5
Katalognummer
V56473
ISBN (eBook)
9783638511346
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Dozenten: "Schöne, engagierte Darstellung mit zutreffenden Befunden"
Schlagworte
Montage, Verbindung, Einstellungen, Beispiel, Films, Amores, Perros, Alejandro, González, Iñárritus), Films
Arbeit zitieren
Neele Onnen (Autor), 2006, Montage - die Verbindung von Einstellungen am Beispiel des Films: Amores Perros (Alejandro González Iñárritus), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56473

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