Quo vadis Landschaftsarchitektur?


Studienarbeit, 2006

32 Seiten, Note: eins


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Ursprünge und Wurzeln der heutigen Landschaftsarchitektur
2.1 Erste Anfänge bis zum 19. Jahrhundert
2.2 Hochschulausbildung und Institutionen ab dem 19. Jahrhundert
2.3 Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland

3 Heutiges Berufsbild in Deutschland
3.1 Die Arbeitsmarktsituation
3.2 Die BDLA-Gemeinschaft
3.2.1 Organisationsstruktur
3.2.2 Definition des Berufsfeldes
3.2.3 Tätigkeitsfelder
3.3 Zwischen Gärtner, Künstler und Architekt
3.3.1 Das gärtnerische Verständnis
3.3.2 Land Art
3.3.3 Raumkunst
3.4 Probleme und neue Aufgabenfelder
3.4.1 Probleme
3.4.2 Neue Aufgabenfelder

4 Innovation in der "jungen Szene" ?
4.1 club L
4.1.1 Portrait
4.1.2 Philosophie
4.1.3 Ausgewählte Projekte
4.2 Topotek
4.2.1 Portrait
4.2.2 Philosophie
4.2.3 Ausgewählte Projekte

5 Impulse aus Europa
5.1 Projekte aus den Niederlanden
5.1.1 West 8 - Buona Vista Park
5.1.2 Bureau B+B - Central Park Amsterdam-Noord
5.2 Projekte aus Skandinavien
5.2.1 SLA - Kolding Railway Station Plaza
5.2.2 Landskap Design AS - Stadtmnitte Bergen

6 Schlusswort

7 Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang
Anhang 1: Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Was oder wer entscheidet, ob ein Berufsstand zukunftsfähig ist oder nicht?

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick der momentanen Situation in der Landschaftsarchitektur in Europa zu geben. Es soll aufgezeigt werden, welche Entwicklung der Berufsstand genommen hat und wie er mit diesem geschichtlichen Potential heute umgeht.

Die Darstellung erfolgt in Form eines Abrisses und einer kurzen Vorstellung innovativer, junger Büros, die sich um den deutschen Markt bemühen.

Als Grundlage werden die jeweiligen Beispielprojekte vorgestellt und auf ihre Innovativität und Originalität hin untersucht.

Nachfolgend werden anhand von Beispielen aus anderen europäischen Ländern der Zeitgeist und deren Impulse im Aufgabenfeld der Landschaftsarchitektur aufgezeigt. Letztere Darstellung, ebenso wie die Vorstellung der Landschaftsarchitekturgemeinschaften und -arbeitsgruppen, dient auf Grund des begrenzten Rahmens dieser Studienarbeit lediglich als Kurzübersicht und bedarf einer weiteren Abhandlung.

2 Ursprünge und Wurzeln der heutigen Landschaftsarchitektur

2.1 Erste Anfänge bis zum 19. Jahrhundert

Freiflächen für die Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar zu machen, ist eine Aufgabe, die aus dem 19. Jahrhundert im Zuge der industriellen Revolution stammt. In der bis dahin existierenden historischen Stadt gab es hierfür kein Bedürfnis, da zu jedem Haus ein Garten gehörte. Vor den Toren der Stadt existierten Bürgergärten und -wälder. Festwiesen und Schützenplätze waren zusätzlich, als zu nutzender Freiraum in unmittelbarer Nähe vorhanden.

Mit der Industrialisierung und den entstehenden Vorstädten ergab sich ein Grünflächenmangel, der durch die freie Landschaft im Umfeld nicht kompensiert werden konnte. Diese war aufgrund eines mangelhaften Verkehrsnetzes für die Stadtbewohner nur schwer zu erreichen.

Nach den Napoleonischen Kriegen (1792 – 1815) wurden die fürstlichen Parkanlagen für die Bevölkerung geöffnet, und später wurden erste Landschaftsparks angelegt. Zu ihnen gehörten der Tiergarten in Berlin, der Englische Garten in München und der Georgengarten in Hannover. Anstelle der in dieser Zeit entstandenen Wallanlagen wurden Alleen und städtische Grünanlagen konzipiert. Zur Erholung vom alltäglichen Stress und für den ästhetischen Genuss sollten diese Anlagen dienen. Dem Sport und Spiel widmete man sich erst später, vor allem in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Ausgeschriebene Spielplätze fanden daraufhin mit ihrer Verbindung zu Grünanlagen in Wohnvierteln einen festen Platz im Stadtbild.

2.2 Hochschulausbildung und Institutionen ab dem 19. Jahrhundert

Das Interesse, eine Hochschulausbildung in der Disziplin der Garten- und Landschafts-gestaltung zu erwirken, war schon im 19. Jahrhundert vorhanden, führte allerdings erst 1929 zum Erfolg. Der Berliner Stadtgartendirektor Erwin Barth wurde zum Professor für Gartenkunst an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin berufen. Die Absolventen dieses Studienganges nannten sich bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts Diplom-Gärtner.

An den Gärtnerlehranstalten, wie im Wildpark Potsdam, Berlin-Dahlem, Proskau und in Köstritz wurden die Studiengänge allerdings mit dem Titel Diplom-Garteninspektor, Gartentechniker und anderen beendet.

Fachschulen für Gartenbau gab es allerdings schon seit 1946 wie in Erfurt und Pillnitz, die später zu Ingenieurschulen wurden.

Als die Humboldt Universität zu Berlin nach dem 2. Weltkrieg in die sowjetische Besatzungszone aufgeteilt wurde, bildete sich 1952 in Hannover der Studiengang Gartenbau und Landeskultur. Der akademische Titel wurde jetzt als Diplom-Ingenieur bezeichnet, da an Technischen Hochschulen zusammen mit dem Studiengang Agrarwissenschaften gelehrt wurde.

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich Begriffe wie Landschaftsgärtner und Gartenkünstler, die nicht nur auf kommunalwirtschaftlicher, sondern auch auf privatwirtschaftlicher Ebene tätig waren. Ab dem Jahre 1887 schlossen sich diese in Dresden im Verein deutscher Gartenkünstler zusammen und in Folge dessen entwickelten sich daraus der Verband deutscher Gartenarchitekten (VDG), der Bund Deutscher Gartenarchitekten (BDGA) und die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL).

Mit der Entstehung von Fachhochschulen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde auch hier der Studienabschluss mit dem Titel Diplom-Ingenieur (FH) eingeführt.

Im ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhundert sind jedoch der Bund deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) und die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) die maßgeblichen Organisationen in der Interessenvertretung der Profession.[1]

2.3 Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland

Anschließend soll ein kurzer Überblick über die momentanen Ausbildungsmöglichkeiten zum Landschaftsarchitekten bzw. zum Diplomingenieur Fachrichtung Landschaftsarchitekt/ Landespflege bzw. zum Bachelor of Science (B. Sc.) / Master of Science (M. Sc.) gegeben werden.

Zur Bezeichnung `Landschaftsarchitekt` ist man in Deutschland erst nach der Aufnahme in die Architektenkammer berechtigt.

Im Allgemeinen ist man nach dem Abschluss des Abiturs oder mit vergleichbaren Qualifikationen an den Hochschulen zugangsberechtigt. Diese Qualifikationen sind in den Bundesländern Deutschlands unterschiedlich geregelt.

Teilweise regeln auch Auswahlkriterien wie der Numerus clausus die Hochschulzulassung, da die Kapazitäten der Hochschulen in Bezug auf die Anzahl der Professorenstellen und Verfügbarkeit von Räumlichkeiten begrenzt sind.

Hochschulen in Deutschland lassen sich in Fachhochschulen (FH) und Universitäten unterteilen. Dabei gelten Letztere traditionell als die ranghöchste und älteste Form der wissenschaftlichen Hochschulen. Sie besitzen im Gegensatz zu den meisten Fachhochschulen (Ausnahmen bekannt), die erst in den Jahren zwischen 1969 und 1971 gegründet wurden, das Promotions- und Habilitationsrecht.

Aufgrund der Bologna-Reformen in Deutschland sind große Umstrukturierungen in der Hochschulszene geplant. Zudem gehört Deutschland für den Kern des Bologna Prozesses zu den Schnellstartern, dabei wird die Akkreditierung mit Hilfe eines zweistufigen Systems erzielt. Damit soll der Bachelor- als auch der Master-Abschluss ein eigenständiger berufsqualifizierender Abschluss werden. Dabei soll auch kein Unterschied, wie bisher, bei Abschlüssen an Universitäten und Fachhochschulen gemacht werden.

Zusammenfassend betrachtet muss der Prozess der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor-/ Master- Studiengänge zum Jahr 2010 abgeschlossen sein. Die bis dorthin nicht umgestellten Studiengänge werden gestrichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fachhochschulangebot Landschaftsarchitektur/ Landschaftsplanung in Deutschland. Stand Mai 2006.

3 Heutiges Berufsbild in Deutschland

3.1 Die Arbeitsmarktsituation

Im März 2006 gab es laut der Bundesagentur für Arbeit (BfA) insgesamt 4.975.758 Arbeitslose in Deutschland. Dies bedeutet eine Quote von 12% und liegt damit um 1,8 % niedriger als im März des vorigen Jahres. Diese kleine positive Entwicklung könnte am weiteren ansteigen des Wirtschaftswachstums liegen, das durch die Entwicklung der Konjunktionsindikatoren erwartet wird.[2]

Bezogen auf den Berufsstand des Landschaftsarchitekten kann eine positive Entwicklung verzeichnet werden, denn die Zahl der Arbeitslosen sank hier um Zweidrittel gegenüber dem Jahr 1999 (Stand 2004). Im Gegensatz dazu steigen die Quoten bei den Hochbauarchitekten, Innenarchitekten, Stadt- und Regionalplanern stetig. Dies ermittelte die Bundesarchitektenkammer (BAK).[3] Der wesentlich kleinere Markt bei den Landschaftsarchitekten und der momentane Aufschwung in den Büros der Planung und Ausführung könnte dafür ein Grund sein. Zudem liegt der jährliche Anteil an Absolventen zwar weit über den freiwerdenden Stellen, doch im Verhältnis immer noch niedriger als bei den Hochbauarchitekten.

Unter starkem Druck sind allerdings die Einkommen der Architekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage schon seit Jahren. So gilt für einen angestellten Mitarbeiter in einem Büro keine Tarifpflicht, da bei der Ermittlung des Gehaltes ein direkter Zusammenhang mit der konkreten Leistung hergestellt wird.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Die BDLA- Gemeinschaft

3.2.1 Organisationsstruktur

Im Jahre 1913 gründete sich zunächst der Bund Deutscher Gartenarchitekten in Frankfurt/ Main, der sich seit 1972 Bund deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) nennt. Dieser hat heute rund 1300 Mitglieder und „versteht sich als Sprachrohr für selbstständige, angestellte und beamtete Landschaftsarchitekten und den beruflichen Nachwuchs“.[5]

Die Vereinigung ist in Verbandsarbeit tätig und gliedert sich in 13 Landesgruppen, die sich nach dem föderativen Aufbau der Bundesrepublik orientieren. Hauptsächlich soll er zum Erfahrungsaustausch und dem gemeinsamen fachlichen Engagement dienen.

Weitere Untergliederungen in Bundesgeschäftsstellen, Arbeitskreise, Fachsprecher und Präsidium erscheinen als maßgeblich, um eine solche Institution, die auch International in der International Federation of Landscape Architects (IFLA) und in der European Foundation for Landscape Architecture (EFLA) tätig ist, zu organisieren.

3.2.2 Definition des Berufsfeldes

Mit einer enormen gestalterischen und gesellschaftlichen Verantwortung für den Zustand der natürlichen Lebensgrundlage des Menschen und seiner Umwelt im Zusammenspiel mit sozialen und architektonischen Komponenten übt der Landschaftsarchitekt seine Arbeit aus. Besonders das Verbinden von ökologischen Zusammenhängen und planerischer Kompetenz steht im Vordergrund bei der Verwirklichung von Projekten, die zur Landschaftsentwicklung sowie Freiraumplanung in Stadt und Land beitragen sollen.[6]

Eine weitere Besonderheit des Berufsstandes ist es, eine Schlüsselrolle als Moderator und Koordinator bei fachübergreifender Zusammenarbeit und Bürgerbeteiligungen einzunehmen. Die nötige fachliche und soziale Kompetenz, um Projekte umfassend und erfolgreich zu betreuen und abzuwickeln, ist dabei Grundvoraussetzung.

Zum einen arbeiten Landschaftsarchitekten kreativ und schöpferisch und zum anderen unterliegen sie einem großen Wettbewerb und der subjektiven Einschätzung des Auftraggebers.

[...]


[1] Vgl. Gliederungspunkt 3.2

[2] Quelle: Monatsbericht März 2006, Bundesagentur für Arbeit.

[3] Vergleich dazu BAK (2005)- Jahresbericht 2004/2005.

[4] Vergleich dazu BAK Daten und Fakten – Arbeitsmarkt – Gehälter der Architekten.

[5] BDLA Wir über uns – bdla der Verband.

[6] Quelle: BDLA Öffentlichkeit/PR – Presse – Berufsbild der Landschaftsarchitekten – Landschaftsarchitekten: Planer für Mensch und Natur.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Quo vadis Landschaftsarchitektur?
Hochschule
Fachhochschule Erfurt  (Fachbereich Landschaftsarchitektur)
Note
eins
Autor
Jahr
2006
Seiten
32
Katalognummer
V56493
ISBN (eBook)
9783638511513
ISBN (Buch)
9783638664561
Dateigröße
966 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Landschaftsarchitektur, Zukunft Landschaftsarchitecktur
Arbeit zitieren
Susanne Grolle (Autor), 2006, Quo vadis Landschaftsarchitektur?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56493

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