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Militärgeschichte in der Offiziersausbildung

Title: Militärgeschichte in der Offiziersausbildung

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jörg Hauptmann (Author)

History - Miscellaneous
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In den letzten Jahren hat die Geschichte von Krieg und Militär an den Universitäten verstärkt Beachtung gefunden, doch lange Zeit war die Militärgeschichte vor allem Offizieren vorbehalten. Die militärischen Führer hatten und haben ein fundamentales Interesse daran, aus den Erfahrungen vergangener Kriege die richtigen Schlüsse für zukünftige Auseinandersetzungen zu ziehen. Daher wird der Militärgeschichte in der Offiziersausbildung seit langem ein wichtiger Stellenwert beigemessen. Gleichzeitig stellt sich immer wieder die Frage nach der wirklichen Verwertbarkeit historischer Erfahrungen in der Zukunft.
In einem historischen Abriss wird aufgezeigt, wie sich die deutsche Militärgeschichte im Spannungsfeld von militärischen Anforderungen und Geschichtswissenschaft entwickelt hat. Es wird weiter Bogen von der Vormoderne bis zur Gegenwart geschlagen und auf die wesentlichen Strukturen und grundlegenden Umbrüche im neuzeitlichen Kriegswesen eingegangen. Mit ihnen geht ein Wandel der Kriegswahrnehmung einher, der auch Folgen für die Militärgeschichte und die Offiziersausbildung hat. Die Veränderungen schlagen sich bereits in der Terminologie nieder. Stand mit der Kriegsgeschichte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts der Krieg als solcher im Zentrum, versuchten Wehrwissenschaft und Militärgeschichte diese enge Interpretation zu überwinden. Im Mittelpunkt dieser Betrachtungen steht die amtliche, preußisch-deutsche Militärgeschichtsschreibung des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Entwicklungen der akademischen Militärhistoriographie kann an dieser Stelle nur am Rande Erwähnung finden und auf Partikularentwicklungen in der Marine oder den deutschen Einzelstaaten, aber auch in der DDR muss gänzlich verzichtet werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Anfänge von Militärgeschichte und Offiziersausbildung in der Vormoderne

3. Militärgeschichte in der preußisch-deutschen Offiziersausbildung zwischen Französischer Revolution und Zweitem Weltkrieg

3.1. Die Preußische Heeresreform

3.2. Vom Wiener Kongress zum Ersten Weltkrieg

3.3. Weimarer Republik und Drittes Reich

4. Militärgeschichte und Offiziersausbildung nach 1945

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Stellenwert der Militärgeschichte innerhalb der deutschen Offiziersausbildung vom Zeitalter der Aufklärung bis zur Gegenwart, wobei die wechselseitige Beeinflussung von militärischen Anforderungen und geschichtswissenschaftlichen Erkenntnissen im Zentrum steht.

  • Entwicklung der preußisch-deutschen Militärgeschichtsschreibung im 19. und 20. Jahrhundert
  • Einfluss militärischer Bildungsreformen und akademischer Standards auf die Ausbildung von Offizieren
  • Die Rolle der Militärgeschichte als Instrument der praktischen Kriegsführung und Persönlichkeitsbildung
  • Der Wandel vom traditionellen preußischen Offiziersideal hin zum "Staatsbürger in Uniform" nach 1945
  • Das Spannungsfeld zwischen militärischem Nutzwert und wissenschaftlicher Freiheit im Kontext moderner Forschungseinrichtungen wie dem MGFA

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Preußische Heeresreform

Die großen Veränderungen, welche die Französische Revolution nach 1789 auch im militärischen Bereich mit sich brachte, erschütterten bald ganz Europa. Mit Enthusiasmus, Risikofreude und Aggressivität fegten die massenhaft mobilisierten, französischen Volksheere die Armeen der Anciennes Régiemes hinweg. Das Königreich Preußen sah sich nach der katastrophalen Niederlage von Jena und Auerstädt 1806 und dem Frieden von Tilsit 1807 zu Reformen genötigt. Die Militär-Reorganisationskommission sollte unter Vorsitz Gerhards von Scharnhorst (1755-1813) das Heer an die veränderten Bedingungen der Kriegsführung anpassen. Die von den Ideen der Aufklärung geprägten, preußischen Reformer hatten sich schon vor 1806 dem Krieg als Wissenschaft gewidmet. In Preußen sollte nach französischem Vorbild eine patriotische Wehrpflichtigenarmee entstehen. Besonderen Wert legte Scharnhorst auf die Einrichtung guter militärischer Bildungseinrichtungen. Offiziere sollten künftig auf Grund ihrer Leistung und nicht wegen ihres Dienstalters befördert werden. Die Offizierslaufbahn sollte letzten Endes allen Bevölkerungsschichten offen stehen.

Bei der Reform der Offiziersausbildung konnte Scharnhorst auf seine Erfahrungen als Lehrer an der Regimentsschule in Northeim und der Artillerieschule in Hannover bzw. als Leiter der Lehranstalt für junge Infanterie- und Kavallerieoffiziere in Berlin stützen. Letztere konnte Scharnhorst ab 1804 nach seinen Vorstellungen umgestalten. Hier wollte er den künftigen militärischen Führern kriegstechnisches Wissen durch theoretischen Unterricht und praktische Tätigkeiten vermitteln. Gerade im Unterricht sollten Verstand und Urteilsfähigkeit der Offiziere geschärft und sie letztlich zum eigenständigen Denken geleitet werden. Als Vorsitzender der Militär-Reorganisationskommission erhielt Scharnhorst die Möglichkeit das gesamte militärische Bildungs- und Ausbildungswesen in diesem Sinne zu reformieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Bedeutung der Militärgeschichte als Disziplin für Offiziere und benennt die Zielsetzung der Arbeit, die Entwicklung der preußisch-deutschen Militärhistoriographie im Spannungsfeld von militärischer Praxis und Wissenschaft aufzuzeigen.

2. Die Anfänge von Militärgeschichte und Offiziersausbildung in der Vormoderne: Dieses Kapitel behandelt die frühe Rezeption antiker Militärlehren, wie etwa das Werk des Vegetius, und beschreibt den Prozess der Verwissenschaftlichung des Kriegswesens im 18. Jahrhundert.

3. Militärgeschichte in der preußisch-deutschen Offiziersausbildung zwischen Französischer Revolution und Zweitem Weltkrieg: Das Hauptkapitel analysiert die preußischen Heeresreformen, den Einfluss von Clausewitz und die Instrumentalisierung der Geschichte für die Ausbildung des Offizierskorps bis 1945.

4. Militärgeschichte und Offiziersausbildung nach 1945: Hier wird der Neuanfang der militärischen Bildung in der Bundesrepublik unter dem Leitbild des "Staatsbürgers in Uniform" sowie die Rolle des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes thematisiert.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert das fortbestehende Interesse des Militärs an praxisorientierter Geschichtsschreibung und bewertet die heutigen Möglichkeiten einer unabhängigen wissenschaftlichen Erforschung des Krieges.

Schlüsselwörter

Militärgeschichte, Offiziersausbildung, Preußische Heeresreform, Generalstab, Clausewitz, Kriegswissenschaften, Innere Führung, Bundeswehr, MGFA, Geschichtswissenschaft, Kriegsführung, Militärtradition, Professionalisierung, Wehrausbildung, Historisches Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie sich der Stellenwert der Militärgeschichte als Lehrmittel in der Offiziersausbildung von der Aufklärung bis zur Gegenwart entwickelt hat und wie Militärs historische Erfahrungen für ihre aktuelle Tätigkeit nutzen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die preußische Heeresreform, das Bildungsmodell der preußisch-deutschen Kriegsakademien, die Auswirkungen der Weltkriege auf die Ausbildung sowie das moderne Konzept der Inneren Führung in der Bundeswehr.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den historischen Wandel in der Nutzung von Militärgeschichte als praktisches Lehrmittel gegenüber dem wissenschaftlichen Anspruch einer kritisch-distanzierten Geschichtsschreibung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Der Autor führt einen historischen Abriss durch, der die wesentlichen Strukturen und Umbrüche des neuzeitlichen Kriegswesens anhand ausgewählter Quellen und Forschungsliteratur analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der preußischen Reformära unter Scharnhorst, die Zeit des Kaiserreichs und der Zwischenkriegszeit mit ihrer starken Fokussierung auf die operativen Lehren aus der Geschichte sowie die kritische Aufarbeitung nach 1945.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Militärgeschichte, Offizierskorps, Applikatorische Methode, Generalstab, Wissenschaftsfreiheit und die Transformation des Offiziers vom reinen Funktionseliten zum verantwortungsbewussten Staatsbürger.

Warum war die "applikatorische Methode" in der preußischen Armee so bedeutend?

Sie diente als systematisches Planspiel, um Offizieren durch das Studium historischer Schlachten praktische Entscheidungssicherheit für gegenwärtige und künftige Gefechtssituationen zu vermitteln.

Welche Rolle spielt das MGFA für die moderne Offiziersausbildung?

Das MGFA fungiert als Zentrum für militärgeschichtliche Forschung, das einerseits der Wissenschaftsfreiheit verpflichtet ist, andererseits aber auch Orientierungswissen und Beiträge für die historisch-politische Bildung der Bundeswehr liefert.

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Details

Title
Militärgeschichte in der Offiziersausbildung
College
Dresden Technical University  (Philosophische Fakultät)
Course
Ansätze einer modernen Militärgeschichte
Grade
1,0
Author
Jörg Hauptmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V56567
ISBN (eBook)
9783638512183
ISBN (Book)
9783638664691
Language
German
Tags
Militärgeschichte Offiziersausbildung Ansätze Militärgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Hauptmann (Author), 2006, Militärgeschichte in der Offiziersausbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56567
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