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Entwicklung der Bürgerrechte im Mittelalter. Frankfurt im Vergleich mit zwei Bischofsstädten

Title: Entwicklung der Bürgerrechte im Mittelalter. Frankfurt im Vergleich mit zwei Bischofsstädten

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 16 Pages , Grade: 1

Autor:in: Monika Pyka (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Zuweilen wird der Beginn der kommunalen Selbstverwaltung, wie wir sie kennen, in der Preußischen Städteordnung von 1808 gesehen. Und obwohl sich ein Vergleich der mittelalterlichen Stadt mit der heutigen Stadt nicht unproblematisch darstellt, können dennoch bereits im Mittelalter die historischen Wurzeln dieser Entwicklung beobachtet werden. In zahlreichen Darstellungen wurde bereits herausgearbeitet, was die Motivation für den oft langen und harten Kampf der Stadtbewohner war. Das Motto „Stadtluft macht frei“ zieht sich wie ein roter Faden durch die mittelalterliche Stadtforschung, welches seinen Ausdruck schließlich im Bürgerrecht findet.
Wie aber vollzog sich diese Entwicklung hin zur allmählichen Loslösung vom Stadtherrn im Einzelnen? War ein Kämpfen und Ringen bis hin zum Morden die einzige Möglichkeit für die Stadtbewohner, ihre Rechte einzufordern? Freilich soll diese Frage nicht wie eine Alternativfrage verstanden werden, denn es darf bereits hier gesagt werden, dass jede Stadt ihre eigene Ausgangssituation hat, welche berücksichtigt werden muss. Die Antworten auf diese Fragen zu finden, ist das Anliegen der folgenden Ausführungen. Um den Bürgerbegriff und das Bürgerrecht im Mittelalter und ihre Bedeutung richtig einordnen zu können, erscheint es sinnvoll in einem ersten Schritt, diese beiden Begriffe zunächst abstrahiert und für alle Städte geltend nachzuzeichnen (vgl. Kap. 1). Im Zentrum der Arbeit sollen die Entwicklungen in Frankfurt und anderen Städten und Stadttypen stehen. Aus zwei Gründen beschränkt sich die Auswahl dabei vor allem auf zwei Bischofsstädte - Worms und Mainz. Zum einen ist es aus arbeitsökonomischen Gründen heraus notwendig, eine Auswahl zu treffen. Andererseits ist das mir zur Verfügung stehende Quellenmaterial für die anderen Städte nicht so reich wie für die Stadt Frankfurt, so dass der Blick in mindestens zwei Bischofsstädte erforderlich ist, um abschließend der Frage nachzugehen, inwiefern ein Vergleich zwischen der Reichsstadt und den Bischofsstädten möglich ist, und dabei aber nicht den Anspruch erhebt, einen absoluten Vergleich zwischen Bischofsstädten und Reichsstädten anzustellen (vgl. Kap.2).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Problemaufriss und Fragestellung

1. Grundlagen des Bürgerbegriffs und Bürgerrechts im Mittelalter

1.1. Der Bürgerbegriff als Rechtsbegriff

1.2. Rechte und Pflichten der Bürger

2. Unterschiedliche Entwicklungen: Frankfurt, Worms und Mainz

2.1. Frankfurt auf dem Weg zur privilegierten Bürgergemeinde

2.2. Das Ringen der Bischofsstädte um das Bürgerrecht

2.2.1. Beispiel Worms

2.2.2. Beispiel Mainz

2.3. Versuch eines Vergleichs: Reichsstadt versus Bischofsstadt

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Entwicklungsprozess mittelalterlicher Bürgerrechte und vergleicht dabei die Reichsstadt Frankfurt mit den Bischofsstädten Worms und Mainz, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Emanzipationsprozess vom jeweiligen Stadtherrn aufzuzeigen.

  • Historische Grundlagen des Bürgerbegriffs und des Bürgerrechts.
  • Die Entwicklung Frankfurts zur privilegierten Bürgergemeinde.
  • Konflikte in Bischofsstädten am Beispiel von Worms und Mainz.
  • Vergleich der Entwicklungsdynamiken zwischen Reichsstädten und Bischofsstädten.

Auszug aus dem Buch

2.3. Versuch eines Vergleichs: Frankfurt, Worms und Mainz

„Sie liebten die Freiheit – und zwar so sehr, daß sie es ablehnten, sich der Befehlsgewalt von Amtsträgern, die sie nicht selber gewählt haben, zu beugen.“62 Diese Feststellung Otto von Freisings dürfte auf alle Bürger in allen Städten zutreffen. Tatsächlich gab es noch viel mehr, was die Bürger verband, gleich ob sie Bürger einer Bischofsstadt oder einer Reichsstadt waren.

Gemeinsam war zum Beispiel beiden Stadttypen ihre Ausgangslage, nämlich dass sie einen Stadtherrn hatten, der zunächst die Gerichts-, Wehr- und Steuerhoheit sowie die Rechte an Zoll, Markt und Münze in seinen Händen hielt. Alle diese für die Freiheit wesentlichen Rechte versuchten die Bewohner in allen drei Städten an sich zu bringen. Notwendig war diese Forderung deshalb, weil sich im Laufe der Zeit überall eine finanzstarke Gruppe herausgebildet hatte, deren Tätigkeiten sich nicht länger mit den starren Abhängigkeitsverhältnissen einer Feudalgewalt vereinbaren ließen und die daher zunehmens - wenn auch in unterschiedlicher Art und Weise - nach politischer Partizipation und Eigenverantwortung strebte63. Es war aber nicht nur diese Gruppe, die sich vom Stadtherrn zu emanzipieren versuchte. Zum Bedürfnis und später zum Selbstverständnis der Bürger gehörte sowohl in der Reichsstadt Frankfurt als auch in den beiden Bischofsstädten, der gleichen Rechtsordnung zu unterliegen, um vor beliebiger Rechtsauslegung geschützt zu sein64 und damit zum Stadtfrieden beizutragen. Das Recht sollte möglichst die gesamte soziale Breite umfassen, so dass sich in allen drei Städten aus einer heterogenen Einwohnerschaft eine homogene Rechtsgemeinschaft, das Bürgertum, herausbilden konnte. Aus der Mitte der Bürger kristallisierte sich dann im Zuge der Entwicklung der Bürgerrechte eine Führungsschicht heraus, die die Zuständigkeit für bestimmte wirtschaftliche und politische Bereiche übernahm65.

Zusammenfassung der Kapitel

Problemaufriss und Fragestellung: Diese Einleitung führt in die Thematik der mittelalterlichen städtischen Selbstverwaltung ein und begründet den Vergleich zwischen Frankfurt und den Bischofsstädten.

1. Grundlagen des Bürgerbegriffs und Bürgerrechts im Mittelalter: Dieses Kapitel definiert den rechtlichen Status des Bürgers, die Bedeutung des Eides und die Pflichten, die mit dem Erwerb des Bürgerrechts verbunden waren.

2. Unterschiedliche Entwicklungen: Frankfurt, Worms und Mainz: Dieser Hauptteil analysiert die spezifischen Wege der Emanzipation in Frankfurt, Worms und Mainz sowie die gemeinsamen und divergenten Merkmale dieser Stadttypen.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Bürgerrecht, Reichsstadt, Bischofsstadt, Frankfurt, Worms, Mainz, Stadtverwaltung, Stadtherr, Privileg, Coniuratio, Bürgertum, Emanzipation, Stadtfrieden, Kommunale Selbstverwaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung und Erlangung von Bürgerrechten im deutschen Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung der Unterschiede zwischen Reichsstädten und Bischofsstädten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die rechtliche Definition des Bürgers, die Bedeutung von Eiden und Privilegien sowie die sozialen und politischen Emanzipationskämpfe der Stadtbewohner gegenüber Stadtherren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Vergleich zwischen der Reichsstadt Frankfurt und den Bischofsstädten Worms und Mainz zu ziehen, um zu untersuchen, wie sich die Abhängigkeit von verschiedenen Stadtherren auf die Entwicklung städtischer Freiheitsrechte auswirkte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die historische Analyse von Urkunden und Sekundärliteratur, um die rechtliche und soziale Entwicklung ausgewählter Städte im Hoch- und Spätmittelalter nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Bürgerrechts, eine detaillierte Betrachtung der Machtstrukturen in Frankfurt sowie in Worms und Mainz, und einen abschließenden Vergleich der Stadttypen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bürgerrecht, Reichsstadt, Bischofsstadt, Privileg, Selbstverwaltung und den historischen Stadt-Land-Konflikt charakterisiert.

Warum spielt das Interregnum eine wichtige Rolle für Frankfurt?

Das Interregnum bot Frankfurt durch die Abwesenheit eines starken Stadtherrn die Möglichkeit, die eigene Position zu stärken und die Selbstverwaltung durch den Ausbau von Privilegien entscheidend voranzutreiben.

Wie unterschieden sich die Konflikte in den Bischofsstädten von denen in Frankfurt?

In den Bischofsstädten, wie Worms und Mainz, verlief der Prozess oft gewaltsam und konfliktgeladen, da die ständige Präsenz des Bischofs als Stadtherr direkten Widerstand erforderte, während die Entwicklung in Frankfurt friedlicher und schrittweiser verlief.

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Details

Title
Entwicklung der Bürgerrechte im Mittelalter. Frankfurt im Vergleich mit zwei Bischofsstädten
College
University of Frankfurt (Main)  (Geschichtswissenschaften)
Course
Seminar 'Vom Königshof zur Reichsstadt: Frankfurt im Mittelalter'
Grade
1
Author
Monika Pyka (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V56576
ISBN (eBook)
9783638512237
ISBN (Book)
9783656802853
Language
German
Tags
Entwicklung Bürgerrechte Mittelalter Frankfurt Vergleich Bischofsstädten Seminar Königshof Reichsstadt Frankfurt Mittelalter“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Pyka (Author), 2005, Entwicklung der Bürgerrechte im Mittelalter. Frankfurt im Vergleich mit zwei Bischofsstädten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56576
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