In dieser Arbeit wird dargestellt unter welchen Voraussetzungen Verhaltensbeeinflussende Maßnahmen ergriffen werden müssen, welche Instrumente das Management Accounting hierzu bietet, wie ausgewählte Instrumente (Kontrollen, Lenkpreise und Anreizsysteme) bezüglich ihrer Verhaltenssteuernden Wirkung auszugestalten sind und welche Anforderungen an die interne Kostenrechnung gestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Kennzeichnung der Problemdeterminanten
2.1 Ursachen des Bedarfs für Maßnahmen der Verhaltensbeeinflussung
2.2 Überblick über das Management Accounting und seine Instrumente
3 Analyse ausgewählter Instrumente des Management Accounting
3.1 Kontrollen als Instrument zur Verhaltensbeeinflussung
3.1.1 Funktionen der Kontrolle
3.1.2 Konzeptioneller Aufbau
3.1.3 Anforderungen an die Methoden der Abweichungsanalyse
3.1.4 Verdeutlichung am Beispiel der differenziert-alternativen Abweichungsanalysemethode
3.1.5 Beurteilung und Vergleich mit traditionellen Methoden
3.2 Anreizsysteme als Instrument zur Verhaltensbeeinflussung
3.2.1 Funktionen von Anreizsystemen
3.2.2 Komponenten von Anreizsystemen
3.2.3 Anforderungen an Anreizsysteme
3.2.4 Verdeutlichung am Beispiel des Weitzman-Schemas
3.2.5 Beurteilung des dargestellten Anreizsystems
3.3 Verrechnungspreise als Instrument zur Verhaltensbeeinflussung
3.3.1 Funktionen von Verrechnungspreisen
3.3.2 Anforderungen an Verrechnungspreise
3.3.3 Methoden der Verrechnungspreisbestimmung
3.3.4 Beurteilung der Verrechnungspreise
4 Implikationen für die Ausgestaltung der Kostenrechnung
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über den Aspekt der Verhaltensbeeinflussung durch ausgewählte Instrumente des Management Accounting in dezentralen Unternehmensstrukturen zu geben. Dabei wird systematisch analysiert, wie Kontroll-, Anreiz- und Verrechnungspreissysteme eingesetzt werden können, um bei asymmetrischer Informationsverteilung und potenziellen Zielkonflikten eine Verhaltenssteuerung der Bereichsmanager hin zu unternehmenszielkongruentem Handeln zu erreichen.
- Notwendigkeit der Verhaltensbeeinflussung in dezentralen Organisationen
- Analyse von Kontrollinstrumenten und deren Prophylaxefunktion
- Gestaltung von anreizkompatiblen Systemen am Beispiel des Weitzman-Schemas
- Funktionsweise und Zielkonflikte von Verrechnungspreisen
- Anforderungen an eine verhaltensorientierte Kostenrechnung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Konzeptioneller Aufbau
Der Kontrollprozess lässt sich in einzelne Handlungen unterteilen:
(a) Zunächst ist das Kontrollfeld aufzustellen. Dies enthält die Festlegung der Kontrollobjekte, wie z.B. Prämissen oder Ergebnisse, die dem Budget zugrunde liegen sowie die Festlegung des Kontrollausmaßes und der -häufigkeit.17
(b) Weiterhin ist die Bestimmung der Sollgröße vorzunehmen. Zu Beginn der Periode wird somit eine Prognose für die Plansituation hergeleitet und den Verantwortlichen vorgegeben, z.B. geplante Kosten für die Planbeschäftigung. Diese Größe wird zum Zwecke der Kontrolle - im Sinne von Controllability - um die von den Verantwortlichen nicht zu vertretenden Einflüsse bereinigt.18
(c) Überdies muss die Istgröße ermittelt werden. Zu beachten ist hierbei, dass diese identisch zur gewählten Sollgröße definiert sein muss, damit nicht diesbezüglich die Kontrolle bereits verzerrt wird. Weiterhin ist darauf zu achten, dass die Istgröße bei der Wahl der dazugehörigen Sollgröße auch bestimmbar ist.19
(d) Die unter (b) und (c) festgelegten Größen werden schließlich zum Vergleich gegenübergestellt und eine Abweichungsanalyse durchgeführt. Hierbei wird die Gesamtkostenabweichung in Teilabweichungen aufgespalten, um die vom Verantwortungsträger zu vertretende Verbrauchsabweichung zu ermitteln.20 Dies lässt sich jedoch im Falle multiplikativ verknüpfter Einflussgrößen innerhalb der Kostenfunktion und daraus resultierendem Auftreten Abweichungen höherer Ordnung i.d.R. nicht problemlos durchführen, weshalb an die Methoden der Abweichungsanalyse besondere Anforderungen zu stellen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Einleitung in die Thematik der Verhaltensbeeinflussung als notwendige Ergänzung zur klassischen Entscheidungsunterstützung in dezentralen Unternehmensstrukturen.
2 Kennzeichnung der Problemdeterminanten: Analyse der Ursachen für Koordinationsbedarf, wie Informationsasymmetrien und Zielkonflikte, sowie Einordnung in das Behavioral Accounting.
3 Analyse ausgewählter Instrumente des Management Accounting: Detaillierte Untersuchung von Kontrollen, Anreizsystemen und Verrechnungspreisen als spezifische Instrumente zur Verhaltenssteuerung.
4 Implikationen für die Ausgestaltung der Kostenrechnung: Erörterung der Notwendigkeit einer weniger komplexen und transparenteren Kostenrechnung zur Vermeidung von Demotivation durch widersprüchliche Informationsanforderungen.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über die Notwendigkeit einer integrierten Betrachtung der Instrumente, da isolierte Ansätze der Verhaltensbeeinflussung oft zu kurz greifen.
Schlüsselwörter
Management Accounting, Verhaltensbeeinflussung, Dezentralisierung, Kostenrechnung, Bereichsmanagement, Verhaltenssteuerung, Anreizsysteme, Verrechnungspreise, Abweichungsanalyse, Koordinationsprobleme, Budgetierung, Kontrollinstrumente, Weitzman-Schema, Leistungssteigerung, Informationsasymmetrie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Management Accounting genutzt werden kann, um in dezentral organisierten Unternehmen gezielt das Verhalten von Führungskräften zu beeinflussen und so Zielkonflikte zu minimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Instrumente Kontrollen, Anreizsysteme und Verrechnungspreise im Kontext der Verhaltenssteuerung bei dezentraler Entscheidungsbefugnis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand der Instrumente zur Verhaltensbeeinflussung zu geben und zu klären, wie diese die Kostenrechnung beeinflussen und welches Verhältnis sie zueinander haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die theoretische Konzepte der Betriebswirtschaftslehre und des Behavioral Accounting zur Lösung von Koordinationsproblemen zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nacheinander Kontrollprozesse, Anreizsysteme sowie die Bestimmung von Verrechnungspreisen detailliert auf ihre Eignung und Anforderungen hin analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verhaltenssteuerung, dezentrale Unternehmensstrukturen, Anreizkompatibilität, Verrechnungspreise und Controlling geprägt.
Welche spezifische Rolle nimmt das Weitzman-Schema ein?
Das Weitzman-Schema dient als Beispiel für ein Anreizsystem, das durch eine spezielle Belohnungsfunktion Bereichsmanager zu wahrheitsgemäßer Berichterstattung und Leistungssteigerung motivieren soll.
Warum existiert ein Zielkonflikt bei Verrechnungspreisen?
Der Konflikt besteht darin, dass Verrechnungspreise einerseits eine verursachungsgerechte Erfolgszuweisung ermöglichen sollen, andererseits aber gezielt verzerrt werden müssen, um das Verhalten der Manager im Sinne der Unternehmensziele zu lenken.
- Quote paper
- Kai Nekat (Author), 2002, Verhaltensbeeinflussung durch das Management Accounting, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5660