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Die Ablösung des geltenden Umsatzsteuersystems mit Vorsteuer-Abzugsmöglichkeit durch ein Reverse–Charge–Modell

Title: Die Ablösung des geltenden Umsatzsteuersystems mit Vorsteuer-Abzugsmöglichkeit durch ein Reverse–Charge–Modell

Term Paper , 2006 , 29 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Dennis Schwalbach (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Die Steuereinnahme, welche der deutsche Staat aus der Umsatzsteuer im Jahr 2005 erzielte, betrug 139,7 Milliarden Euro. Die Umsatzsteuer betrug somit ca. 31 % der gesamten Steuereinnahmen und ist damit noch vor der Lohnsteuer die größte Einnahmequelle des Staates.
Die Entwicklung des Umsatzsteueraufkommens bleibt seit Jahren hinter den Zahlen zurück, die sich aus den volkswirtschaftlichen Daten zum Endverbrauch ergeben. In den Jahren 2001 bis 2003 war es sogar rückläufig, so dass sich die beim Erlass des Steuerverkürzungsbekämpfungsgesetzes erhofften Mehreinnahmen von jährlich 2,5 Mrd. € nicht realisiert werden konnten. Das Ifo– Institut schätz den Steuerausfall durch Umsatzsteuerhinterziehung in Deutschland auf jährlich 10 Milliarden Euro. Wegen der hohen Betrugsanfälligkeit steht das bisherige Mehrwertsteuersystem in Deutschland und auch in anderen Mitgliedstaaten der EU auf dem Prüfstand. Es werden bereits verschiedene Modelle und Systemveränderungen erarbeitet, mit denen der Umsatzsteuerbetrug eingedämmt werden und somit zu einer Erhöhung dieser Einnahmequelle führen soll.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Vorgehensweise

2. Ursachen der Steuerhinterziehung

2.1 Karussellgeschäfte

2.2 Weitere Ursachen von Umsatzsteuermindereinnahmen

3. Theoretische Funktion des Mittler- und Cross- Check- Modell

3.1 Das Mittler- Modell

3.2 Cross- Check- Verfahren

3.2.1 Generelle Ist-Versteuerung

3.2.2 Funktion des Cross- Check

4. Reverse- Charge, Änderung der Steuerschuldnerschaft

4.1 Funktion des Reverse- Charge- Verfahren

4.2 Umfang des Reverse- Charge- Verfahren

4.3 Reverse- Charge- Verfahren / Vorsteuerverrechnung

4.4 Reverse- Charge- Verfahren / Gesamtschuldnerhaftung

4.5 Reverse- Charge- Verfahren in der Praxis

4.5.1 Österreich

4.5.2 Deutschland

5. Vorteile des Reverse- Charge- Verfahren

6. Nachteile des Reverse- Charge- Systems

6.1 Risiko für Unternehmer

6.2 Kosten des Verfahrens

6.3 Neue Betrugsmöglichkeiten

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Effektivität des Reverse-Charge-Modells als Instrument zur Bekämpfung von Umsatzsteuerbetrug und analysiert dabei, inwiefern dieses System als Ersatz für das bestehende Vorsteuerabzugsverfahren dienen kann oder ob es lediglich eine Modifikation darstellt.

  • Ursachen und Auswirkungen von Umsatzsteuerhinterziehung
  • Funktionsweise des Mittler-Modells und des Cross-Check-Verfahrens
  • Theoretische Implementierung und Praxis des Reverse-Charge-Verfahrens
  • Risikoanalyse für Unternehmen und Kosten-Nutzen-Betrachtung
  • Bewertung der neuen Betrugsmöglichkeiten durch Ameisenkriminalität

Auszug aus dem Buch

2.1 Karussellgeschäfte

Im Rahmen der Umsatzsteuer-Karussellgeschäfte werden zumeist hochwertige Waren steuerfrei von einem Unternehmen an eine Scheinfirma in einem anderen EU-Mitgliedstaat geliefert. Von dort werden die Waren zur Verschleierung der Lieferwege an andere Unternehmer weitergeliefert.

Die dafür von der Scheinfirma geschuldete Umsatzsteuer wird jedoch nicht an das Finanzamt abgeführt. Bevor das Finanzamt die Steuerschuld eintreiben kann, ist diese Firma wieder verschwunden. Der letzte Unternehmer in diesem Karussell liefert die Ware wieder steuerfrei ins Ausland an die erste Firma in diesem Kreislauf. Er nimmt jedoch den Vorsteuerabzug aus dem Erwerb dieser Ware gegenüber dem Finanzamt in Anspruch. Dadurch entsteht dem Fiskus ein Verlust in Höhe der ausgezahlten Vorsteuer. Die Ware wird dementsprechend immer billiger. Dieser Warenkreislauf lässt sich beliebig oft wiederholen. Hier liegt neben des Umsatzsteuerbetruges auch das Problem der Schädigung der Volkswirtschaft. Durch die betrügerischen Karussellgeschäfte können die Waren erheblich günstiger verkauft werden, als dies ein steuerehrliches Unternehmen tun könnte. Daher ist die Eindämmung dieser Betrugsfälle nicht nur aus fiskalischer, sondern auch aus wirtschaftpolitischer Sicht geboten.

Die Beteiligen in einem Karussellgeschäft werden wie folgt benannt:

- Missing Tradern : Scheinfirmen beziehungsweise nicht operative Firmen mit Scheinlieferungen, welche die geschuldete Umsatzsteuer nicht an das Finanzamt weiterleiten, sondern nach wenigen Monaten spurlos verschwinden.

- Buffer Companys : Aktive, operative Firmen in der Betrugskette, die ihren steuerlichen Pflichten nachkommen, um so dem Verdacht des Finanzamtes zu entgehen.

- Distributoren: Großhändler bzw. Abnehmer der „umlaufenden“ Ware, die für einen reibungslosen Ablauf des Betruges die Waren direkt abnehmen und in einem Mitgliedstaat verteilen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung der Umsatzsteuer und die Problematik hoher Steuerausfälle durch organisierten Betrug in Deutschland und Europa.

2. Ursachen der Steuerhinterziehung: Dieses Kapitel erläutert die Mechanismen von Karussellgeschäften und weitere Ursachen für Steuermindereinnahmen, wie etwa betrügerische Insolvenzen.

3. Theoretische Funktion des Mittler- und Cross- Check- Modell: Hier werden alternative Lösungsansätze diskutiert, die auf Vorstufensteuerbefreiungen oder elektronischen Abgleichen basieren.

4. Reverse- Charge, Änderung der Steuerschuldnerschaft: Das Kapitel detailliert die Umkehrung der Steuerschuldnerschaft und deren praktische Anwendung unter besonderer Berücksichtigung der Beispiele Österreich und Deutschland.

5. Vorteile des Reverse- Charge- Verfahren: Es wird dargelegt, inwiefern das Modell zur Transparenz und Betrugsminimierung in der Unternehmerkette beitragen kann.

6. Nachteile des Reverse- Charge- Systems: Hier werden die Risiken für ehrliche Unternehmen sowie der hohe Verwaltungsaufwand und potenzielle neue Betrugsformen analysiert.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Reverse-Charge-Verfahren eher eine Modifikation als einen Systemwechsel darstellt und weitere Kontrollmechanismen erforderlich sind.

Schlüsselwörter

Umsatzsteuer, Steuerhinterziehung, Karussellgeschäft, Reverse-Charge, Steuerschuldnerschaft, Vorsteuerabzug, Missing Trader, Buffer Company, Systemwechsel, Umsatzsteuerbetrug, Fiskus, Mehrwertsteuer, Baugewerbe, Umsatzsteuergesetz, Steuerverwaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Eignung des Reverse-Charge-Modells zur Bekämpfung von Umsatzsteuerbetrug im Vergleich zum geltenden System.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Betrugsmechanik in der Lieferkette, der theoretischen Funktionalität von Modellen wie Mittler oder Cross-Check und der praktischen Implementierung des Reverse-Charge-Verfahrens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Bewertung, ob das Reverse-Charge-Verfahren das Problem des Umsatzsteuerbetrugs wirksam eindämmt oder lediglich neue administrative und rechtliche Herausforderungen schafft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse unter Einbeziehung von Fachliteratur, Gesetzesgrundlagen und Erfahrungswerten aus der steuerlichen Praxis in Deutschland und Österreich.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Betrugsursachen die Funktionsweisen verschiedener Steuerreformmodelle, die rechtliche Ausgestaltung der Steuerschuldnerschaft und eine kritische Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen erörtert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Umsatzsteuerbetrug, Karussellgeschäfte, Reverse-Charge, Steuerschuldumkehr und das Spannungsfeld zwischen Betrugsbekämpfung und administrativem Mehraufwand für Unternehmen.

Welche spezifische Rolle spielt das Beispiel Österreich in der Arbeit?

Österreich dient als Fallstudie für eine erfolgreiche, wenn auch komplexe Umsetzung des Reverse-Charge-Modells im Baugewerbe, das als Vorbild für deutsche Reformbemühungen fungierte.

Warum wird im Fazit von einer "leichten Modifikation" statt eines "Systemwechsels" gesprochen?

Der Autor argumentiert, dass das Reverse-Charge-Verfahren die grundlegende Struktur der Umsatzbesteuerung beibehält, anstatt das System durch einen fundamentalen Wechsel des Besteuerungsprinzips grundlegend neu zu definieren.

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Details

Title
Die Ablösung des geltenden Umsatzsteuersystems mit Vorsteuer-Abzugsmöglichkeit durch ein Reverse–Charge–Modell
College
University of Applied Administrative Sciences Rotenburg a. d. Fulda
Grade
2,3
Author
Dennis Schwalbach (Author)
Publication Year
2006
Pages
29
Catalog Number
V56642
ISBN (eBook)
9783638512787
ISBN (Book)
9783638664752
Language
German
Tags
Ablösung Umsatzsteuersystems Vorsteuer-Abzugsmöglichkeit Reverse–Charge–Modell
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dennis Schwalbach (Author), 2006, Die Ablösung des geltenden Umsatzsteuersystems mit Vorsteuer-Abzugsmöglichkeit durch ein Reverse–Charge–Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56642
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