[...] Zunächst wird jedoch die geschichtliche Entwicklung, der Inhalt und die Bedeutung der CEKennzeichnung allgemein betrachtet, um die notwendigen Grundlagen zu vermitteln.
Im Anschluss werden der Aufbau und die Funktionsweise der Mehrfachsteckdose beschrieben. Die Richtlinie und die Normen, die für dieses Produkt gelten, werden im weiteren Verlauf aufgezeigt. Die Begriffe europäische Richtlinie und Norm werden innerhalb dieses Kapitels definiert. Die europäischen Richtlinien, die für Mehrfachsteckdosen in Betracht kommen, sind die „Niederspannungsrichtlinie“ (73/23/EWG), die „Richtlinie über die elektromagnetische Verträglichkeit“ und die Richtlinie über die „Allgemeine Produktsicherheit“. Europäische Normen, die auf Antrag der europäischen Kommission erarbeitet und von allen beteiligten nationalen Normenorganisationen angenommen werden, sind harmonisierte Normen und konkretisieren die EU - Richtlinien (vgl. Consultants Europe B. V. [Hrsg.] 2001, 29). Sie sind freiwillig und deshalb ist der Hersteller nicht gezwungen, diese anzuwenden. Grundsätzlich tragen europäische Normen die Kennzeichnung EN. Da die Steckersysteme europaweit verschieden sind, bestehen für Mehrfachsteckdosen ausschließlich nationale Normen der Mitgliedsstaaten als technische Spezifikationen. Das bedeutet, dass Normen Merkmale definieren. Diese Merkmale können anhand der Norm nachgeprüft werden. Um eine Mehrfachsteckdose in der Bundesrepublik Deutschland zu vertreiben, müssen die DIN VDE 0620-1 und die DIN 49440-2 herangezogen werden. Warum dies ein Zwang ist, wird an geeigneter Stelle näher erläutert. Des Weiteren muss in der Arbeit die Frage ergründet werden, warum keine Europanorm für Steckdosen existiert.
Nach der Normenvorstellung folgen die Gefährdungsanalyse und die Risikobewertung anhand der Mehrfachsteckdose, da sie die für das Konformitätsbewertungsverfahren wesentlich sind. In der Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex benötigte es eine Vielzahl von Forschungsliteratur, die zunächst die grundlegende Theorie veranschaulicht. Der praktische Teil der Arbeit greift ebenfalls auf Forschungsliteratur zurück, die im Zusammenhang mit den verbindlichen Normen und EU - Richtlinien betrachtet wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die „Communauté Européenne“ - Kennzeichnung
2.1 Die Geschichte
2.2 Der Inhalt
2.3 Die Bedeutung
3 Die CE - Kennzeichnung am Beispiel einer Mehrfachsteckdose
3.1 Der Aufbau der Mehrfachsteckdose
3.2 Die Funktionsweise einer Mehrfachsteckdose
3.3 Die europäischen Richtlinien
3.4 Die Normen für eine Mehrfachsteckdose
3.5 Handelsbarrieren in der EU
4 Die Gefahrenanalyse einer Mehrfachsteckdose
4.1 Die Gefährdungsanalyse
4.2 Die Risikobewertung
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, den Ablauf und die Herausforderungen eines Konformitätsbewertungsverfahrens anhand einer handelsüblichen Mehrfachsteckdose für den privaten Gebrauch detailliert darzulegen und die damit verbundene Relevanz der CE-Kennzeichnung innerhalb der Europäischen Union zu untersuchen.
- Grundlagen der CE-Kennzeichnung und deren Bedeutung im europäischen Binnenmarkt.
- Aufbau, Funktionsweise und sicherheitstechnische Aspekte von Mehrfachsteckdosen.
- Analyse der geltenden europäischen Richtlinien und relevanten Normen.
- Durchführung einer beispielhaften Gefahrenanalyse und Risikobewertung.
- Diskussion über Handelsbarrieren und die Problematik fehlender harmonisierter europäischer Normen für Stecksysteme.
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Aufbau der Mehrfachsteckdose
Der Begriff Mehrfachsteckdose besteht aus zwei Teilen. Zum einen handelt es sich um die Steckdose, die definiert ist, „[…] als Steckvorrichtung, die Steckkontakte hat und konstruiert ist, um mit den Stiften des Steckers in Verbindung zu kommen und die Klemmen zum Anschluss von Leitungen besitzt.“ (DIN [Hrsg.] 2005, 9) Mehrfach bedeutet in diesem Zusammenhang eine Kombination von zwei oder mehr Steckanschlüssen (vgl. DIN [Hrsg.] 2005, 9).
Zusätzlich besitzt die Mehrfachsteckdose einen Stecker (Abbildung 1), der sie mit einer aktiven (elektrisch leitenden) Steckdose verbindet. Sie verfügt über Mittel zum elektrischen Anschluss und zum mechanischen Festhalten von flexiblen Leitungen. Zwischen dem Stecker und der Mehrfachsteckdose befindet sich eine Verbindungsleitung, die flexibel ist und das Betriebsmittel zwischen Stecker und Mehrfachsteckdose leitet. Flexible Leitungen sind bei Mehrfachsteckdosen und Kupplungen zwingend vorgeschrieben.
Die gebräuchlichsten Typen von Mehrfachsteckdosen sind die „Einfache“ Mehrfachsteckdose mit einer unterschiedlicher Anzahl von Anschlüssen, die Mehrfachsteckdose mit eingebautem Überspannungsschutz, die Mehrfachsteckdose mit einem eingebautem Schalter und die Mehrfachsteckdose mit um 45° gedrehten Steckplätzen. Des Weiteren gibt es die oben genannten Mehrfachsteckdosen mit einer Kombination aus Steckplätzen für Euro- und Schukostecker.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der CE-Kennzeichnung ein und definiert das Ziel der Arbeit, anhand einer Case-Study für eine Mehrfachsteckdose die Konformitätsbewertung in der Praxis aufzuzeigen.
2 Die „Communauté Européenne“ - Kennzeichnung: In diesem Kapitel werden der geschichtliche Hintergrund, der inhaltliche Zweck sowie die übergeordnete Bedeutung der CE-Kennzeichnung für den europäischen Binnenmarkt beleuchtet.
3 Die CE - Kennzeichnung am Beispiel einer Mehrfachsteckdose: Dieses zentrale Kapitel analysiert den Aufbau, die Funktionsweise sowie die spezifischen europäischen Richtlinien und nationalen Normen, die für den Vertrieb von Mehrfachsteckdosen relevant sind.
4 Die Gefahrenanalyse einer Mehrfachsteckdose: Hier werden die methodischen Schritte der Gefährdungsanalyse und der anschließenden Risikobewertung für das gewählte Produkt durchgeführt, um Sicherheitsaspekte systematisch zu bewerten.
5 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Arbeitsabläufe zusammen, bewertet die Ergebnisse der Untersuchung und beantwortet die leitenden Forschungsfragen hinsichtlich der CE-Kennzeichnung und der Stecksystemproblematik.
Schlüsselwörter
CE-Kennzeichnung, Mehrfachsteckdose, Konformitätsbewertung, Europäische Richtlinien, Niederspannungsrichtlinie, Allgemeine Produktsicherheit, DIN VDE 0620-1, Gefahrenanalyse, Risikobewertung, Binnenmarkt, Produkthaftung, Normen, Harmonisiert, Sicherheit, Elektrotechnik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konformitätsbewertungsverfahren für ein konkretes Produkt, nämlich eine Mehrfachsteckdose, um den Prozess der CE-Kennzeichnung in der Praxis nachvollziehbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den EU-Rechtsvorschriften (Richtlinien), der Anwendung nationaler Normen, der Durchführung von Gefahrenanalysen sowie der Problematik unterschiedlicher Stecksysteme in Europa.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Ablaufschritte für eine relevante CE-Kennzeichnung aufzuzeigen und zu untersuchen, wie ein Hersteller die Konformität seines Produktes für den EU-Vertrieb sicherstellen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird der methodische Ansatz einer „Case-Study“ gewählt, bei dem die theoretischen Anforderungen der EU-Richtlinien auf ein spezifisches, handelsübliches Beispielprodukt angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung zur CE-Kennzeichnung, die technische Beschreibung der Mehrfachsteckdose sowie die tiefgehende Analyse von Richtlinien, Normen und Risikofaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind CE-Kennzeichnung, Konformitätsbewertung, Gefahrenanalyse, Niederspannungsrichtlinie und DIN VDE-Normen.
Warum gibt es keine europaweit harmonisierte Norm für Steckdosen?
Laut der Argumentation im Text verhindern unterschiedliche, historisch gewachsene Stecksysteme und die damit verbundenen enormen finanziellen sowie technischen Umstellungskosten für die Mitgliedsstaaten eine europaweite Harmonisierung.
Welche Rolle spielt die „Allgemeine Produktsicherheit“ für die Mehrfachsteckdose?
Diese Richtlinie bildet ein Sicherheitsnetz für Konsumgüter, für die keine speziellen Vorschriften vorliegen, und verpflichtet den Hersteller zur Produktüberwachung, ohne dass dies direkt zur CE-Kennzeichnung des Gesamtsystems führt.
Warum ist die Norm DIN VDE 0620-1 in Deutschland zwingend?
Da diese Norm im Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSGV) gelistet ist, dient sie als notwendiges Instrument zur Erfüllung der Sicherheitsanforderungen und zur Absicherung des Herstellers gegenüber Haftungsrisiken.
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- Benjamin Tolke (Author), 2006, Die CE-Kennzeichnung einer Mehrfachsteckdose, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56844