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Mit Tapferkeit in den Untergang - Affektverhalten und Bewertung der Hauptfiguren in Lohensteins Trauerspiel 'Cleopatra' (1661)

Titre: Mit Tapferkeit in den Untergang - Affektverhalten und Bewertung der Hauptfiguren in Lohensteins Trauerspiel 'Cleopatra' (1661)

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 25 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Antje Hellmann (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Schon die Eingangszeilen des Dramas „Cleopatra“ von Daniel Casper von Lohenstein (1635-1683) geben einen Eindruck von der bilderreichen Ausdrucksweise. Die häufige Verwendung von Metaphern und sprichwörtlichen Wendungen gilt als eines der auffälligsten Stilmittel des Barock und wird heute oft als Schwulst wahrgenommen. Semantik und Syntax wirken bei dem in Versen geschriebenen Text teilweise befremdlich. Sinngemäß fragt Antonius zu Beginn des Dramas, ob der Römische Bürgerkrieg, in seinem Falle sein Gegner Augustus nun auch zum Nil, also nach Ägypten kommt, ob „der Nilus auch beflekket“ wird vom römischen Bürgerblut. In anderen Ländern, für die stellvertretend die Flüsse genannt werden, hat der Bürgerkrieg schon gewütet. Das ungeheure Ausmaß der Situation ist bildlich dargestellt. Die großen Flüsse Tiber, Rhein und Euphrat und sogar der Schaum des Meeres können das kalte Blut schon nicht mehr wegspülen. Vor dem Text des Dramas bekommt der Leser zwei Inhaltsangaben. Obwohl das Wissen um die Geschichte von Cleopatra und Antonius bei dem humanistisch geprägten Leser oder Zuschauer vorausgesetzt werden kann, wird kurz der historische Hintergrund beschrieben, offenbar wie später zu sehen sein wird, weil Lohenstein seine eigenen Schwerpunkte gesetzt hat. Die zweite Angabe verrät, was in jeder der fünf Abhandlungen an Handlung geschieht. Das Stück bezieht demnach seine Spannung nicht aus überraschenden Handlungsumschwüngen. Für Autor und Publikum lag der Reiz des Dramas in inhaltlichen Thematiken. Diese wurden in einem gehobenen Sprachstil, mit rhetorischen Figuren und sinnreichen, zum Nachdenken anregenden Wendungen, in Szene gesetzt. Den Begriff Barock führte Fritz Strich in die Literaturwissenschaft ein mit seinem Aufsatz: „Der lyrische Stil des 17. Jahrhunderts“ (1916). Die ältere Literaturwissenschaft rechnete die Poesie des 17. Jahrhunderts noch der Renaissancedichtung zu. Gleichwohl kann nicht alles aus dieser Zeit dem Barock zugeordnet werden. Die deutsche Volksdichtung, insbesondere das protestantische Die Dichterepoche wird in drei Generationen unterteilt: Die Schaffensperiode der ersten liegt zum größten Teil noch in der Zeit vor dem 30jährigen Krieg, der von 1618 bis1648 wütete. Die zweite Generation verbrachte die Jugend in der Friedenszeit, während ihre Werke vor allem in den ersten beiden Jahrzehnten des Krieges entstanden. Als bedeutendster Vertreter gilt Martin Opitz (1597-1639). [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE DARSTELLUNG DER AFFEKTE

2.1 LEHRFUNKTION DER TUGEND- UND LASTEREXEMPEL

2.2 AFFEKTTHEORIE BEI LOHENSTEIN

2.3 AFFEKTSZENEN IN „CLEOPATRA“

2.2.1 Untersuchungskriterien

2.2.2 Das Affektverhalten des Antonius

2.2.3 Das Affektverhalten von Cleopatra

2.2.4 Das Affektverhalten des Augustus

2.2.5 Charakterisierung der Personen im Rahmen der Dramenstruktur

2.2.6 Zusammenfassung: Interpretation des Affektverhaltens

3. BEWERTUNG DER HAUPTPERSONEN IM KONTEXT DES DRAMAS UND DER ZEIT

3.1 HERRSCHERPROBLEMATIK

3.2 DIE THESE VOM LASTEREXEMPEL MIT ERZIEHERISCHEM ANSPRUCH

3.3 DIE BEDEUTUNG DER REYEN

3.4 DAS LEBEN ALS SPIEL

3.5 EXKURS: DIE HISTORISCHEN GESTALTEN DES ANTONIUS UND DER CLEOPATRA

3.6 VERSUCH EINER BEWERTUNG DER FIGUREN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Affektverhalten und die Bewertung der Hauptfiguren in Daniel Casper von Lohensteins Trauerspiel „Cleopatra“ (1661) unter Berücksichtigung barocker Dramenkonventionen, politischer Klugheitslehren und der Rolle des Schicksals.

  • Analyse der barocken Affekttheorie und ihrer Anwendung in Lohensteins Dramatik
  • Untersuchung des Verhältnisses von Vernunft und Leidenschaft bei den Protagonisten Antonius, Cleopatra und Augustus
  • Bewertung der Figuren als Tugend- oder Lasterexempel im Kontext zeitgenössischer Moralvorstellungen
  • Funktion der Reyen als Deutungsrahmen für die Handlungen im Drama

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Das Affektverhalten des Antonius

Antonius bekommt von Proculejus, dem Botschafter des Augustus, ein eindeutiges Angebot: Wenn er Cleopatra verlässt, gewissermaßen ihr Leben opfert, und zu seiner Frau Octavia, der Schwester des Augustus, zurückkehrt, und außerdem den gefangenen König Artabaz freilässt, soll er nicht nur verschont bleiben, sondern auch sein Drittel des Landes behalten. Als Antonius das Angebot mit seinen Beratern bespricht, raten ihm alle, sich für den „Thron“ und gegen die „Eh“ zu entscheiden. Antonius wird schließlich unsicher, nachdem er vorher in langen stichomythischen Sentenzduellen seine Liebe zu Cleopatra verteidigt hat. Er erwägt, sie zu vergiften. Wenig später wird er von der misstrauisch gewordenen Cleopatra dazu gebracht, ihr einzugestehen, dass er mit dem Gedanken gespielt hat, sie und die gemeinsamen Kinder zu opfern.

„Princessin / werthes Haupt / verzeihet den Gedancken Di Feind / und Ehren-sucht auß den gedrangen Schrancken Der heissen Liebe trieb; Princessin / wir gestehn: Der Häuchler Irrlicht hieß uns auf den Irrweg gehen; Jedoch hat sie / mein Licht / sie Isis unserer Zeiten / Durch ihren Witz vermocht uns auf den Weg zu leiten / Der zu den Sternen führ’t / und nimmer fehlen kan.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die bilderreiche Ausdrucksweise des Barock ein und skizziert den historischen sowie dramatentheoretischen Kontext von Lohensteins „Cleopatra“.

2. DIE DARSTELLUNG DER AFFEKTE: Dieses Kapitel analysiert die Lehraufgaben von Tugend- und Lasterexempeln sowie die spezifische Affekttheorie bei Lohenstein und untersucht das Verhalten der Hauptfiguren im Drama.

3. BEWERTUNG DER HAUPTPERSONEN IM KONTEXT DES DRAMAS UND DER ZEIT: Das Kapitel verknüpft die Handlungen der Protagonisten mit politischen Klugheitslehren, der Bedeutung der Reyen und der Deutung des Lebens als Spiel, um eine Bewertung der Figuren vorzunehmen.

Schlüsselwörter

Daniel Casper von Lohenstein, Cleopatra, Barockdrama, Affekttheorie, Staatsräson, Tugendexempel, Lasterexempel, Stoizismus, Antonius, Augustus, Theatrum Mundi, Politische Klugheitslehre, Leidenschaft, Vernunft, Dramenstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Bewertung der Affekte von Antonius, Cleopatra und Augustus in Daniel Casper von Lohensteins Trauerspiel „Cleopatra“ aus dem Jahr 1661.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind das Spannungsfeld zwischen Vernunft und Leidenschaft, die Funktion der Figuren als moralische Exempel sowie die Verknüpfung von privatem Handeln und politischer Staatskunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lohenstein durch die Konstruktion der Figuren und deren Umgang mit aussichtslosen Situationen seine dramatische Intention umsetzt und ob diese Figuren als positive oder negative Beispiele dienen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Berücksichtigung von Forschungsliteratur, zeitgenössischen Poetiken und historischen Quellen interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Affektdarstellung, die Charakterisierung der Figuren in der Dramenstruktur und eine abschließende Bewertung der Personen im Kontext des politischen Zeitgeistes des 17. Jahrhunderts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Barockdrama, Affekttheorie, Staatsräson, Tugend- und Lasterexempel sowie die spezifische Analyse der Cleopatra-Figur charakterisieren.

Welche Rolle spielt das Zitat von Tacitus im Motto des Dramas für die Interpretation?

Das Motto unterstreicht den Fokus auf die „Tapferkeit“ beim Sterben, was der Autor nutzt, um zu bewerten, wie die Figuren mit ihrer aussichtslosen Situation umgehen.

Wie werden die „Reyen“ in der Arbeit bewertet?

Die Arbeit ordnet die Reyen als wichtigen Deutungsrahmen ein, der über die bloße ästhetische Effektnummer hinausgeht und die transzendente Ebene des schicksalhaften Weltlaufs darstellt.

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Résumé des informations

Titre
Mit Tapferkeit in den Untergang - Affektverhalten und Bewertung der Hauptfiguren in Lohensteins Trauerspiel 'Cleopatra' (1661)
Université
http://www.uni-jena.de/  (Germanistische Literaturwissenschaft)
Cours
Literatur des Barock
Note
1,7
Auteur
Antje Hellmann (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
25
N° de catalogue
V56890
ISBN (ebook)
9783638514576
ISBN (Livre)
9783656792789
Langue
allemand
mots-clé
Tapferkeit Untergang Affektverhalten Bewertung Hauptfiguren Lohensteins Trauerspiel Cleopatra Literatur Barock
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Antje Hellmann (Auteur), 2004, Mit Tapferkeit in den Untergang - Affektverhalten und Bewertung der Hauptfiguren in Lohensteins Trauerspiel 'Cleopatra' (1661), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56890
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Extrait de  25  pages
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