Beim Einlesen in dieses Thema stellte ich fest, dass, wie auch weiter unten beschrieben, der Begriff der deutschen Sicherheitspolitik ein sehr weitläufiger ist. Gerade der Text von Thorsten Stein zeigt auf das Sicherheitspolitik immer das Zusammenspiel von vielen Verschiedenen Bereichen und Faktoren ist. Unter diesem großen Überbegriff spielen die verschiedensten politischen Teilbereiche eine große Rolle. Aus diesem Grund ist es meiner Meinung nach unumgänglich eine Begriffserklärung voranzustellen. Im Zeitalter der Schnelllebigkeit und der Globalisierung ergeben sich tagtäglich immer wieder neue Aufgaben für die Sicherheitspolitik, was seit den 80er Jahren ja auch zu dem »erweiterten Sicherheitsbegriff« geführt hat. »Unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung ist vielfach die Ansicht geäußert worden, nun komme es nur noch auf den politischen Aspekt der Sicherheit an, das eine oder andere Konsultativorgan, Konferenzen wie die KSZE oder andere politishe Organisationen würden künftig und nach Ende des Kalten Krieges ausreichen, Frieden und Sicherheit zu gewährleisten.« Hier liegt genau der Ansatzpunkt auf den ich mich in meiner Arbeit beziehen möchte. Brauchen wir in der heutigen Zeit noch eine Bundeswehr und wenn ja warum brauchen wir sie? Die Bundeswehr spielt für mich bei der Betrachtung des Themas Sicherheitspolitik die Hauptrolle. Die schon angesprochenen globalen Veränderungen zwingen auch die Bundeswehr zu einem Umdenken - was auch schon längst geschehen ist. Sie befindet sich in einem ständigen Transformationsprozess. Seit ihrer Gründung 1955 hat sie schon so einige Verändeurngen mit durchmachen müssen. Im Kalten Krieg war sie und mit ihr die Aufrüstung ein wichtiges Mittel, wenn auch nur zur Abschreckung und nicht zur Verteidigung. Was ihr letztendlich eine Legitimation gab. Doch nach Ende des Kalten Krieges und mit der Wiedervereinigung sind die klassischen Feindbilder weggefallen und es lässt sich offen die Frage stellen ob es, gerade auch mit dem immer stärker zusammenwachsenden Europa, überhaupt noch eine Legitimation für ein deutsches Heer gibt. Mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag verpflichtete sich die Bundesrepublik nach und nach immer mehr Soldatenstellen wegzustreichen. Und auch heute noch geht es Eindeutig um Heeresverkleinerungen. Schon jetzt werden bei der Musterunng viele junge Männer mit einem Tauglichkeitsgrad von zwei abgewiesen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Begriff Sicherheitspolitik
3 Die Bundeswehr
3.1 Allegemein
3.2 Der Ost-West-Konflikt und die Wende 1989/90
3.3 Übernahme der Nationalen Volksarmee (NVA)
4 Die Transformation des Heeres
4.1 Zentrum für Transformation
4.2 Kräftekategorien des Heeres
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Transformation der Bundeswehr nach Ende des Ost-West-Konflikts und analysiert kritisch, inwieweit das deutsche Militär unter veränderten globalen Rahmenbedingungen noch legitimiert ist und welche neuen Anforderungen sich daraus ergeben.
- Entwicklung und Wandel des deutschen Sicherheitsbegriffs
- Die historische Rolle der Bundeswehr während des Kalten Krieges
- Herausforderungen durch die deutsche Wiedervereinigung und NVA-Übernahme
- Strategische Neuausrichtung und Transformation des Heeres
- Kritische Hinterfragung der militärischen Legitimation im 21. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
Die Transformation des Heeres
Die Reformierung der Bundeswehr ist so alt, wie die Bundeswehr selbst. Sie erfolgte immer wieder in unregelmäßigen Abständen um das Heer weiterzuentwicklen und an die mit der Zeit veränderten Umstände anzupassen. Egal ob im politischen, wirtschaftlichen oder technologischen Bereich.. »Der Auftrag des Heeres war ab den fünfziger Jahen bis hin zur Wiedervereinigung klar umrissen. Der Gegener war klassisch militärisch organisiert seine Einsatzgrundsätze waren bekannt. Das Heer war in Stärke, Gliederung und Ausrüstung auf diese Rahmendaten optimiert.
Mit der Wiedervereinigung und den beginnenden Auslandseinsätzen Anfang der neunziger Jahre entwickelte sich ein neues, erweiterbares Aufgaben- und Einsatzspektrum. Sich abzeichnende globale Entwicklungsfaktoren, die deutlich über die Erfordernisse des überwundenen Ost-West-Konfliktes hinausgingen, waren bei der Fortentwicklung der Streitkräfte und damit auch des Heeres zugrunde zu legen.« Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert.
Die Erweiterung von NATO (North Atlantic Treaty Organisation) und der Europäischen Union (EU) sowie die außenpolitische Neuorientierung Russlands, ermöglichten die Bildung eines einzigartigen euroatlantischen Stabilitätsraums. Dass deutsches Territorium durch konventionelle Streitkräfte bedroht werden könnte, lässt sich für die heutige Zeit und die nähere Zukunft ausschließen. Insbesondere die Herausforderungen des internationalen Terrorismus stellen die Bundeswehr vor neue Aufgaben, so ist sie zu einer Armee im Einsatz geworden. Statt der herkömmlichen Landesverteidigung obliegen ihr nun Stabilisierungsoperationen und humanitäre Hilfeleistungen in Auslandseinsätzen. Aus diesem Grund müssen die Fähigkeiten des Heeres neu strukturiert werden, um gut vorbereitet zu sein und mit den neuen, unbekannten Situationen und Aufgaben fertig zu werden. »Das ist das Ziel der Transformation der Bundeswehr. Aufgaben, Fähigkeiten und Ausrüstung müssen nun mit den verfügbaren Finanzmitteln zu einem streitkräftegemeinsamen und multinationalen Ansatz synchronisiert werden.«
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Wandlung des Sicherheitsbegriffs und führt die Forschungsfrage ein, ob eine Bundeswehr im modernen Europa noch legitimiert ist.
2 Der Begriff Sicherheitspolitik: Dieses Kapitel definiert Sicherheitspolitik als komplexes Zusammenspiel verschiedener Politikfelder und thematisiert den Übergang zum erweiterten Sicherheitsbegriff.
3 Die Bundeswehr: Es wird die historische Entwicklung der Bundeswehr von der Gründung über die Rolle im Kalten Krieg bis hin zur Integration der NVA nach der Wiedervereinigung beschrieben.
4 Die Transformation des Heeres: Dieses Kapitel erläutert die strukturelle Neuausrichtung und die Einführung moderner Kräftekategorien zur Bewältigung neuer Einsatzszenarien wie Terrorismusbekämpfung.
5 Fazit: Das Fazit kritisiert die aktuelle Transformation als nicht weitgehend genug und stellt die These auf, dass die Bundeswehr zugunsten eines zivilen Hilfswerks reformiert werden könnte.
Schlüsselwörter
Sicherheitspolitik, Bundeswehr, Transformation, Kalter Krieg, Wiedervereinigung, NATO, Landesverteidigung, Auslandseinsätze, Nationale Volksarmee, Streitkräfte, Abrüstung, Innere Führung, Krisenbewältigung, Stabilitätsraum, Sicherheitsbegriff.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der sicherheitspolitischen Neuausrichtung der Bundesrepublik Deutschland und dem kontinuierlichen Transformationsprozess der Bundeswehr seit der Wiedervereinigung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der erweiterte Sicherheitsbegriff, die historische Rolle der Bundeswehr im Kalten Krieg, die Eingliederung der NVA sowie die heutige Ausrichtung auf internationale Auslandseinsätze.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage lautet, ob unter den Bedingungen eines zusammenwachsenden Europas und ohne klassische Feindbilder noch eine Legitimation für ein deutsches Heer besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, um den historischen Kontext und die konzeptionellen Grundlagen der Bundeswehr-Transformation zu untersuchen.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den strukturellen Veränderungen innerhalb der Bundeswehr, der Bedeutung der NATO-Erweiterung und den neuen Aufgabenbereichen wie Stabilisierungsoperationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Sicherheitspolitik, Transformation, Abrüstung, Krisenbewältigung und Streitkräfte definieren.
Welche Rolle spielt das "Zentrum für Transformation" in diesem Dokument?
Das Zentrum dient als koordinierende Instanz, die Studien und Experimente durchführt, um die Bundeswehr an technologische und gesellschaftliche Veränderungen anzupassen.
Was ist das „EAKK“-Konzept der Bundeswehr?
EAKK steht für „Einsatzbezogene Ausbildung für Konfliktverhütung und Krisenbewältigung“, ein modulares Ausbildungssystem, das Soldaten auf die Anforderungen moderner Auslandseinsätze vorbereiten soll.
- Quote paper
- Tim-Niklas Kubach (Author), 2006, Deutsche Sicherheitspolitik - Die Transformation der Bundeswehr, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56893