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Gefangen im Prisoner's Dilemma? Die palästinensischen Akteure in der Al Aqsa-Intifada

Title: Gefangen im Prisoner's Dilemma? Die palästinensischen Akteure in der Al Aqsa-Intifada

Seminar Paper , 2001 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dipl. Pol. Tobias Raschke (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Zu den mit am meisten diskutierten Fragen der Politikwissenschaft gehört die Frage, unter welchen Voraussetzungen kooperatives Handeln entsteht. Nach dem Philosophen Hobbes gilt: „Der Mensch sucht von Natur keine Gesellschaft um der Gesellschaft willen, sondern um von ihr Ehre und Vorteil zu erlangen“[Blum, 1992 #5: S.114]. Dennoch sieht er im Staatsvertrag und in der Unterwerfung gegenüber dem Leviathan, den Staat als eine Art Garantie für eine menschliche Gesellschaftsordnung, zu der wir in unserem Zusammenhang vielleicht Kooperationsmodel sagen können. Bei Hobbes heißt dies: „Die einzelnen menschlichen Individuen schließen miteinander einen Vertrag, in dem sie auf egoistisch ausgerichtete Rechte verzichten und die Gewalt über sie der Obrigkeit übertragen.“[Blum, 1992 #5: S.116] Erfolgt die Unterwerfung unter eine Obrigkeit auch noch heute? In demokratischen Systemen ist es eine Unterwerfung auf Zeit - bis zur nächsten Wahl. Unterwerfung klingt auch sehr altmodisch, positiv formuliert heißt das heute Regierungsauftrag. Doch eine Regierung erreicht ihre Ziele nicht ohne die Kooperation der Nicht-Regierenden. Folglich kann man sich die Demokratie ohne Kooperation in allen Bereichen nicht vorstellen. In der Einleitung zum Kapitel „Rationale Wahlhandlungen und Kooperation“ konstatiert Braun, dass das „Koordinationsproblem mit der analytischen Konstruktion des Staates theoretisch und methodisch noch keineswegs gelöst ist, sondern die Frage offen lässt, wie, unter der Annahme rational-egoistischen Verhaltens aller Beteiligten, Kooperation als freiwillige Vereinbarung zwischen gleichberechtigten Akteuren möglich sein kann.“ (Braun 1999: S. 186)
In der internationalen Politik und Diplomatie spielt die Kooperation schon immer eine große Rolle. Besonders deutlich wird dieser Zwang zur Kooperation bei Problemen, die grenzüberschreitend eine Herausforderung darstellen, wie zum Beispiel die Verschmutzung der Umwelt durch den Straßenverkehr oder risikobeladene Atomkraftwerke. Die wirtschaftliche Verflechtung und Kooperation vieler Transnationaler Konzerne (TNCs) verdeutlichen dies immer mehr.
Aktuell ist dies bis heute, auch im Bezug auf den zu analysierenden Konflikt im Nahen Osten. Wie kooperativ verhalten sich die Akteure auf palästinensischer Seite jeweils im Spannungsfeld zwischen den politischen Konkurrenten im eigenen Lager und Israel auf der anderen Seite? Welche Beweggründe haben sie dafür?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Rational Choice und Prisoner’s Dilemma

1. Grundzüge der rationalen Handlungstheorie

a) Der Ansatz der Rational Choice Theorie

b) Ökonomische Vereinnahmung der Rationalität

c) Grundelemente der Theorie

d) Die Aufgeklärte Version der Rationalität

2. Kollektives Dilemma und das Prisoner’s Dilemma

a) Das kollektive Dilemma

b) Darstellung und Erklärung des Prisoner’s Dilemmas

c) TIT-FOR-TAT als Weg aus dem Prisoner’s Dilemma

III. Verstrickt im Gefangenen Dilemma: Verschiedene palästinensische Akteure unterschiedliche Zielrichtungen und Interessen in der Al-Aqsa-Intifada

1. Die Palästinensische Autorität (PA) gegenüber der Bevölkerung

a) Die Präferenzordnung der PA dürfte etwa wie folgt aussehen:

b) Die Präferenzordnung der Bevölkerung dürfte etwa wie folgt aussehen:

c) Auszahlungsmatrix: Palästinensische Autorität versus palästinensische Bevölkerung

d) Auswirkungen im Bezug auf die Al Aqsa-Intifada

2. Politische Gruppierungen im Widerstreit: Fatah versus Hamas

a) Fatah

b) Hamas

c) Die Präferenzordnung der Parteien

d) Auszahlungsmatrix: Fatah versus Hamas

e) Auswirkungen im Bezug auf die Al Aqsa-Intifada

IV. Fazit und persönlicher Kommentar

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhalten palästinensischer Akteure während der Al-Aqsa-Intifada unter Anwendung der Rational Choice Theorie, um zu analysieren, ob sich deren Handlungen in Dilemma-Strukturen, insbesondere dem Prisoner's Dilemma, einordnen lassen.

  • Grundlagen der rationalen Handlungstheorie
  • Spieltheoretische Analyse kollektiver Dilemmata
  • Interessenkonflikte der Palästinensischen Autorität und der Bevölkerung
  • Strategische Rivalität zwischen Fatah und Hamas
  • Anwendbarkeit spieltheoretischer Modelle auf nahöstliche Konflikte

Auszug aus dem Buch

b) Darstellung und Erklärung des Prisoner’s Dilemmas

Ein theoretisches Paradebeispiel für ein kollektives Dilemma ist das Prisoner’s Dilemma. Das besondere am Prisoner’s Dilemma ist, dass es „much more than a story [ist]. It is a precise mathematical construct and also a real-life problem.“(Poundstone 1992: S 8)

Der Name geht auf das Beispiel von zwei gefassten Verbrechern zurück, die gemeinsam für ein oder mehrere Verbrechen zum Beispiel Mord verantwortlich gemacht werden. Im Gefängnis werden sie getrennt verhört und müssen sich entscheiden, ob sie aussagen (kooperieren) oder die Aussage verweigern (nicht kooperieren). Jedem der beiden steht die Annahme der Kronzeugenregelung offen, wonach bei Aussage eine enorme Strafminderung für Kooperation bis hin zur sofortigen Entlassung vorstellbar ist. Dies funktioniert natürlich nur, wenn der andere Verbrecher nicht auch aussagt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung: Es wird die Fragestellung erläutert, unter welchen Voraussetzungen kooperatives Handeln entsteht, und die Anwendung der Rational Choice Theorie auf den palästinensisch-israelischen Konflikt motiviert.

II. Rational Choice und Prisoner’s Dilemma: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der rationalen Handlungstheorie ein und definiert das Prisoner’s Dilemma sowie Lösungsansätze wie TIT-FOR-TAT.

III. Verstrickt im Gefangenen Dilemma: Verschiedene palästinensische Akteure unterschiedliche Zielrichtungen und Interessen in der Al-Aqsa-Intifada: Hier erfolgt die konkrete Anwendung der Spieltheorie auf die Akteure der Palästinensischen Autorität, die palästinensische Bevölkerung sowie die rivalisierenden Gruppen Fatah und Hamas.

IV. Fazit und persönlicher Kommentar: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, insbesondere im Hinblick auf die begrenzte Übertragbarkeit spieltheoretischer Symmetrie-Annahmen auf reale politische Konflikte.

Schlüsselwörter

Rational Choice, Prisoner’s Dilemma, Al-Aqsa-Intifada, Palästinensische Autorität, Fatah, Hamas, Kooperation, Spieltheorie, Interessen, Konfliktanalyse, Nahostkonflikt, Handlungsmotive, kollektives Dilemma, Machtressourcen, Strategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert politische Handlungsmuster palästinensischer Akteure während der Al-Aqsa-Intifada auf Basis spieltheoretischer Modelle.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Rational Choice Theorie, das Prisoner's Dilemma sowie die internen Machtstrukturen und Interessenkonflikte innerhalb der palästinensischen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es festzustellen, ob sich nahöstliche Akteure und deren strategische Taktiken mit der Rational Choice Theorie einordnen und erklären lassen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird die methodische Herangehensweise der Rational Choice Theorie und die formale Analyse mittels Auszahlungsmatrizen in der Spieltheorie verwendet.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Spieltheorie und die empirische Anwendung auf das Verhältnis zwischen PA und Bevölkerung sowie die Konkurrenz zwischen Fatah und Hamas.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Rationalität, Kooperation, Nash-Gleichgewicht, Strategiegleichgewicht und kollektives Dilemma.

Wie unterscheidet sich die Präferenzordnung der PA von der der Bevölkerung?

Während die PA primär ihren Machterhalt anstrebt, priorisiert die Bevölkerung soziale Stabilität und politische Teilhabe, was zu unterschiedlichen Auszahlungen in der Matrix führt.

Warum wird die TIT-FOR-TAT-Strategie als Lösungsansatz diskutiert?

Sie wird als Modell für den Übergang von einem Gefangenendilemma hin zu kooperativen Strategien in wiederholten Interaktionen (Supergame) betrachtet.

Welchen Einfluss hatte der "Schatten der Zukunft" auf die palästinensischen Akteure?

Der Autor argumentiert, dass dieser Faktor entscheidend für die Sanktionierbarkeit von Verhalten und das Erreichen kollektiv optimaler Auszahlungen ist, was im aktuellen Konflikt jedoch erschwert ist.

Wie bewertet der Autor die Zukunft nach Arafat?

Der Autor bleibt skeptisch und hofft auf einen "Frieden der Vernunft", betont jedoch die Unwägbarkeiten durch radikale Kräfte.

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Details

Title
Gefangen im Prisoner's Dilemma? Die palästinensischen Akteure in der Al Aqsa-Intifada
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Einführung in Rational Choice PS
Grade
1,7
Author
Dipl. Pol. Tobias Raschke (Author)
Publication Year
2001
Pages
26
Catalog Number
V57115
ISBN (eBook)
9783638516440
Language
German
Tags
Gefangen Prisoner Dilemma Akteure Aqsa-Intifada Einführung Rational Choice
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Pol. Tobias Raschke (Author), 2001, Gefangen im Prisoner's Dilemma? Die palästinensischen Akteure in der Al Aqsa-Intifada, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57115
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