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Die Entwicklung des deutschen Parteiensystems nach der Vereinigung

Title: Die Entwicklung des deutschen Parteiensystems nach der Vereinigung

Intermediate Examination Paper , 2002 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Torsten Halling (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Die Arbeit geht von der Fragestellung aus, ob die nach der Vereinigung im deutschen Parteiensystem zu beobachtende Dynamisierung als grundsätzliche Bedrohung für dessen Stabilität anzusehen ist. Bei der Analyse wird zwischen drei Parteientypen unterschieden, die jeweils von spezifischen gesellschaftlichen Entwicklungen betroffen sind: die von der Erosion der klassischen sozialen Milieus, der zunehmenden Parteienverdrossenheit in der Bevölkerung und den allgemeinen Entideologisierungstendenzen betroffenen Volksparteien CDU/CSU und SPD; die zwischen Anpassung und Selbstbehauptung pendelnden, weitgehend auf die alten Bundesländer beschränkten etablierten Kleinparteien FDP und Bündnis 90/ Die Grünen sowie die neu entstandenen Parteien am linken und rechten Rand des politischen Spektrums, von denen sich bisher jedoch nur die PDS als ostdeutsche Regionalpartei einen festen Platz im Parteiensystem sichern konnte. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass es durchaus zu einigen destabilisierenden Tendenzen gekommen ist wie etwa der Fragmentierung der Parteienlandschaft auf Bundesebene, der teilweise verstärkten Polarisierung und Segmentierung durch die Erfolge der PDS in Ostdeutschland oder der erhöhten Volatilität des Parteiensystems auf Länderebene. Gleichzeitig sind jedoch auch stabilisierende Entwicklungen zu beobachten wie die ungebrochene Dominanz der Volksparteien, die programmatische Annäherung der etablierten Parteien oder die Konzentrationsprozesse in Ostdeutschland. Es lässt sich somit feststellen, dass das gegenwärtige deutsche Parteiensystem bei aller Dynamik von einer grundlegenden Destabilisierung weit entfernt ist.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungsprozesse nach 1990

2.1 Die Entwicklung der Volksparteien

2.1.1 Die Volksparteien als Opfer des sozialen Wandels?

2.1.2 Der Kampf um die politische Mitte

2.2 Die Entwicklung der etablierten Kleinparteien

2.2.1 Programmparteien oder Funktionsparteien?

2.2.2 Unverhoffte Marginalisierung in den neuen Bundesländern

2.3 Die Entwicklung der Parteien an den Rändern des politischen Spektrums

2.3.1 Die PDS als neuer ostdeutscher Machtfaktor

2.3.2 Die rechten Parteien zwischen Aufbruchsstimmung und Selbstzerfleischung

3. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Entwicklung des deutschen Parteiensystems nach der Vereinigung tatsächlich Tendenzen zu einer verstärkten Instabilität aufweist. Dabei wird analysiert, inwieweit das System von Prozessen der Fragmentierung, Polarisierung und Segmentierung betroffen ist und ob diese Prozesse als Gefahr für die Stabilität zu bewerten sind.

  • Analyse der Anpassungsstrategien der Volksparteien (SPD und CDU) im sozialen Wandel.
  • Untersuchung des Wandels der etablierten Kleinparteien (FDP und Bündnis 90/Die Grünen) zwischen Regierungsbeteiligung und Opposition.
  • Bewertung des Einflusses der PDS als neuer ostdeutscher Machtfaktor im Parteiensystem.
  • Betrachtung der Entwicklung rechter Parteien und deren befristeter Wahlerfolge.
  • Diskussion der Stabilitätsaspekte des gesamtdeutschen Parteiensystems zwölf Jahre nach der Vereinigung.

Auszug aus dem Buch

Die Volksparteien als Opfer des sozialen Wandels?

Die Entwicklung von der Industriegesellschaft zur differenzierten Dienstleistungsgesellschaft seit Ende der 60er Jahre führte zu einer zunehmenden Erosion derjenigen sozialen Milieus, aus denen die beiden Großparteien CDU/CSU und SPD bisher den Großteil ihrer Wähler rekrutierten. Sowohl das an die SPD gebundene Arbeiter- und Gewerkschaftsmilieu als auch das von der Union bediente christlich-katholische Milieu lösten sich allmählich auf, während die parteipolitisch eher ungebundenen Mittelschichten zunehmend an Bedeutung gewannen.

Hinzu kam, dass traditionelle Konfliktlinien allmählich an Brisanz verloren: Soziale Konflikte wurden durch die Errichtung eines umfassenden Sozialstaates und die seit der Bildungsexpansion der 60er und 70er Jahre verbesserten sozialen Aufstiegsmöglichkeiten eingeebnet, und auch konfessionelle Konflikte wurden im Zuge der Säkularisierung deutlich entschärft. Nach dem Ende des Kalten Krieges hat zusätzlich auch der ideologische Konflikt zwischen CDU/CSU und SPD deutlich an Bedeutung verloren, was beide Parteien nun beim Kampf um die Inhalte zu neuen Schwerpunktbildungen zwingt.

Ein weiteres Problem ergibt sich für die Volksparteien aus dem Wertewandel, der diese sozialstrukturellen Entwicklungen begleitet. Die Auflösung der gemeinschaftlich handelnden Milieus sowie die zunehmende Abkoppelung des sozialen Status von der sozialen Herkunft haben die wechselseitigen Abhängigkeiten in der Gesellschaft verringert, so dass die Notwendigkeit einer gemeinschaftlichen Orientierung und Unterordnung nicht mehr gegeben ist. Das Ergebnis dieser Entwicklung ist eine zunehmende Individualisierung, Pluralisierung, Fragmentierung und Entstrukturierung: „Die Gesellschaft zerfällt nicht mehr in wenige Klassen, sondern zersplittert sich in tausend Facetten“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel des deutschen Parteiensystems und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Stabilität des Systems nach der Vereinigung.

2. Entwicklungsprozesse nach 1990: In diesem Kapitel werden die Anpassungsschwierigkeiten der Volksparteien, die Rolle der Kleinparteien sowie der Aufstieg der PDS und die Situation der rechten Parteien detailliert analysiert.

3. Fazit: Das Fazit bewertet die Stabilität des Parteiensystems und kommt zu dem Schluss, dass trotz der Erosion traditioneller Bindungen und neuer Fragmentierungstendenzen keine existenzielle Krise vorliegt.

Schlüsselwörter

Parteiensystem, deutsche Vereinigung, Volksparteien, soziale Milieus, soziale Fragmentierung, politische Mitte, PDS, rechtsextremistische Parteien, Parteienverdrossenheit, Regierungsbeteiligung, Opposition, Stabilität, Wahlverhalten, Koalitionsoptionen, Individualisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die strukturellen Veränderungen im deutschen Parteiensystem nach der Wiedervereinigung und bewertet, ob diese zu einer Instabilität des politischen Systems führen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Rolle der großen Volksparteien, die Entwicklung der etablierten Kleinparteien, der Einfluss der PDS in Ostdeutschland sowie das Auftreten rechtsextremer Gruppierungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob sich durch Prozesse der Fragmentierung, Polarisierung und Segmentierung nach 1990 Tendenzen zu einer verstärkten Instabilität im Parteiensystem feststellen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Analyse der Parteienentwicklung unter Einbeziehung von Wahlstatistiken und soziologischen Theorien zum sozialen Wandel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Volksparteien, die Entwicklung der Kleinparteien FDP und Bündnis 90/Die Grünen sowie die Analyse der Ränder des politischen Spektrums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Parteiensystem, Volksparteien, soziale Milieus, Fragmentierung, Polarisierung und die PDS als ostdeutscher Machtfaktor.

Warum wird die PDS im Text besonders hervorgehoben?

Die PDS wird als Beispiel für eine erfolgreiche Etablierung am Rand des Spektrums genannt, die die Dynamik des ostdeutschen Parteiensystems maßgeblich beeinflusst hat.

Wie bewertet der Autor die Zukunft der Volksparteien?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Volksparteien trotz des Verlusts an traditioneller Stammwählerschaft ihre Integrationskraft weitgehend bewahrt haben und keine existenzielle Krise vorliegt.

Welche Rolle spielt die Schill-Partei in der Analyse?

Die Schill-Partei wird als neues Phänomen eines rechtskonservativen Populismus diskutiert, dessen überregionale Etablierung jedoch aufgrund von Organisationsmängeln kritisch betrachtet wird.

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Details

Title
Die Entwicklung des deutschen Parteiensystems nach der Vereinigung
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Torsten Halling (Author)
Publication Year
2002
Pages
27
Catalog Number
V57121
ISBN (eBook)
9783638516488
ISBN (Book)
9783638665155
Language
German
Tags
Entwicklung Parteiensystems Vereinigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torsten Halling (Author), 2002, Die Entwicklung des deutschen Parteiensystems nach der Vereinigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57121
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